Postpaket

20. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Rechtzeitig zu Weihnachten erhöht die Deutsche Post die Preise für Pakete und Päckchen!

Das ist falsch, denn sowas würde doch ein deutsches und zudem ehemaliges Staatsunternehmen ausgerechnet zum Fest der Liebe nicht tun.
Gell!
Also gleich wieder abregen, auf Weihnachten freuen und im Konsum rauschen, wie es sich für potente Kaufkraftboliden gehört.
Oder doch nicht?
«Kunden der Deutschen Post müssen ab dem 1. Januar mehr für den Versand von Paketen und Päckchen bezahlen. Die Deutsche Post begründete die Preiserhöhungen mit allgemeinen Kostensteigerungen.» meldet die FTD am 8.12.2004.

Also doch!
Aber halt erst nächstes Jahr!
Das ist ja immerhin etwas, da darf man als Postkunde nicht maulen.
Stellen Sie sich mal vor, der Hans Eichel wäre nicht Finanzminister sondern Postminister (ja, liebe Kinder, den gab es wirklich mal), dann hätte der doch das Porto rückwirkend zum 1. Januar 2004 erhöht und noch im gleichen Aufwasch ein „Notopfer Berlin“ und eine Briefkastenbenutzungsgebühr zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer erhoben.

Wir Bürger und Postkunden können schon froh sein, dass die Post kein Staatsunternehmen mehr ist.
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Briefe jetzt viel früher und viel schneller beim Empfänger ankommen?
Und mehr Briefkästen gibt es jetzt auch. Obwohl es ja in jeder Ortschaft genügend Poststellen und Postämter gibt, wo man rund um die Uhr seine Postgeschäfte erledigen kann. Na gut, ein bisschen Zeit muss man schon mitbringen, um ein Einschreiben abzugeben. Das ist schon richtig. Aber dafür können Sie während der Wartezeit jetzt bei der Post auch Schreibwaren kaufen und Fotokopien machen.
Natürlich nur sofern Sie in einem dieser neuen Postämter anstehen und die Möglichkeit haben Ihren Platz in der Warteschlange durch ein nummeriertes Märkchen absichern zu können.
Das ist ein echt starkes System, erinnert mich irgendwie an die Warteschlangen vor den H&O Läden in der guten alten DDR.
Und da soll mal einer von diesen Ossies behaupten wir Wessies hätten nichts aus der DDR übernommen.

«Die Post begründete die Preissteigerungen von durchschnittlich vier bis fünf Prozent mit höheren Kosten: “Durch Rationalisierungsanstrengungen allein konnten Mehraufwendungen in der Produktion, im Personalbereich und bei den gestiegenen Treibstoffpreisen nicht mehr kompensiert werden”, hieß es in einer Mitteilung.»

Dafür hab ich vollstes Verständnis leide ich doch als Berufspendler ebenfalls unter gestiegenen Treibstoffpreisen. Allerdings auch unter gekürzten Pendlerpauschalen.
Ähnlich verhält es sich im Personalbereich. Allerdings bedingt durch Lohnkürzung, Mehrarbeit und Zuzahlungen im Gesundheitswesen retrograd umgekehrt proportional wie bei der Post.

Doch auch für solche Postkunden gibt es eine gute Nachricht, denn der ¸Kompaktbrief kostet im kommenden Jahr 5 (fünf) Cent weniger“
Das ist ja echt super! Das ist ja viel mehr als bei der letzten Preissenkung am 1. Januar 2003! (War das nicht so etwas um 1 Cent beim Standardbrief?) Damals bezifferte der Vorstand der Deutschen Post den negativen Effekt daraus auf Umsatz und Ergebnis auf rund 300 Mill. Euro jährlich.

Und noch einen heißen Tipp mit zwei „p“ habe ich für Sie.
Auf die angekündigte Portopreiserhöhungen von knapp 5% sollte der (clevere) Postkunde durch den frühzeitigen Erwerb von Briefmarken (noch vor dem Jahresende und noch zum alten Preis) reagieren, denn ab 1. Januar 2005 wird dann eine 55 Cent Briefmarke für rund 58 Cent über den Ladentisch gehen.
Bis zum 31.12.2004 gibt es die Dinger noch zum absoluten Schnäppchenpreis, danach nur noch bei EBAY, solange der Vorrat reicht.

Ich weiß ja jetzt nicht, wie viele Päckchen und Pakete mit Solidaritäts- und/oder Beileidsbezeugungen Sie jedes Jahr in die Zone schicken, um die von der Hartzer Reform heftigst gebeutelten Mitbürger in den neuen Bundesländern zu unterstützen und für das Leben „danach“ zu motivieren. Aber wenn die Situation da „drüben“ noch länger anhält, dann kann das ganz schön ins Geld gehen.

Mich betrifft das ja nicht!
Ich schicke keine Päckchen oder Pakete!
Ich schicke „Rauchzeichen“ und die kosten nix – denn das Feuer legen die anderen!

Übrigens, das muss Ihnen klar sein, dass im Rahmen dieser Preiserhöhungen auch Brief- und Paketbomben teurer werden. Wenn Sie also noch ein Päckchen mit brisantem Material nach Berlin schicken wollen, dann müssten Sie sich jetzt aber etwas sputen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Dezember 2004 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Rechtzeitig zu Weihnachten erhöht die Deutsche Post die Preise für Pakete und Päckchen!

Das ist falsch, denn sowas würde doch ein deutsches und zudem ehemaliges Staatsunternehmen ausgerechnet zum Fest der Liebe nicht tun.
Gell!
Also gleich wieder abregen, auf Weihnachten freuen und im Konsum rauschen, wie es sich für potente Kaufkraftboliden gehört.
Oder doch nicht?
«Kunden der Deutschen Post müssen ab dem 1. Januar mehr für den Versand von Paketen und Päckchen bezahlen. Die Deutsche Post begründete die Preiserhöhungen mit allgemeinen Kostensteigerungen.» meldet die FTD am 8.12.2004.

Also doch!
Aber halt erst nächstes Jahr!
Das ist ja immerhin etwas, da darf man als Postkunde nicht maulen.
Stellen Sie sich mal vor, der Hans Eichel wäre nicht Finanzminister sondern Postminister (ja, liebe Kinder, den gab es wirklich mal), dann hätte der doch das Porto rückwirkend zum 1. Januar 2004 erhöht und noch im gleichen Aufwasch ein „Notopfer Berlin“ und eine Briefkastenbenutzungsgebühr zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer erhoben.

Wir Bürger und Postkunden können schon froh sein, dass die Post kein Staatsunternehmen mehr ist.
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Briefe jetzt viel früher und viel schneller beim Empfänger ankommen?
Und mehr Briefkästen gibt es jetzt auch. Obwohl es ja in jeder Ortschaft genügend Poststellen und Postämter gibt, wo man rund um die Uhr seine Postgeschäfte erledigen kann. Na gut, ein bisschen Zeit muss man schon mitbringen, um ein Einschreiben abzugeben. Das ist schon richtig. Aber dafür können Sie während der Wartezeit jetzt bei der Post auch Schreibwaren kaufen und Fotokopien machen.
Natürlich nur sofern Sie in einem dieser neuen Postämter anstehen und die Möglichkeit haben Ihren Platz in der Warteschlange durch ein nummeriertes Märkchen absichern zu können.
Das ist ein echt starkes System, erinnert mich irgendwie an die Warteschlangen vor den H&O Läden in der guten alten DDR.
Und da soll mal einer von diesen Ossies behaupten wir Wessies hätten nichts aus der DDR übernommen.

«Die Post begründete die Preissteigerungen von durchschnittlich vier bis fünf Prozent mit höheren Kosten: “Durch Rationalisierungsanstrengungen allein konnten Mehraufwendungen in der Produktion, im Personalbereich und bei den gestiegenen Treibstoffpreisen nicht mehr kompensiert werden”, hieß es in einer Mitteilung.»

Dafür hab ich vollstes Verständnis leide ich doch als Berufspendler ebenfalls unter gestiegenen Treibstoffpreisen. Allerdings auch unter gekürzten Pendlerpauschalen.
Ähnlich verhält es sich im Personalbereich. Allerdings bedingt durch Lohnkürzung, Mehrarbeit und Zuzahlungen im Gesundheitswesen retrograd umgekehrt proportional wie bei der Post.

Doch auch für solche Postkunden gibt es eine gute Nachricht, denn der ¸Kompaktbrief kostet im kommenden Jahr 5 (fünf) Cent weniger“
Das ist ja echt super! Das ist ja viel mehr als bei der letzten Preissenkung am 1. Januar 2003! (War das nicht so etwas um 1 Cent beim Standardbrief?) Damals bezifferte der Vorstand der Deutschen Post den negativen Effekt daraus auf Umsatz und Ergebnis auf rund 300 Mill. Euro jährlich.

Und noch einen heißen Tipp mit zwei „p“ habe ich für Sie.
Auf die angekündigte Portopreiserhöhungen von knapp 5% sollte der (clevere) Postkunde durch den frühzeitigen Erwerb von Briefmarken (noch vor dem Jahresende und noch zum alten Preis) reagieren, denn ab 1. Januar 2005 wird dann eine 55 Cent Briefmarke für rund 58 Cent über den Ladentisch gehen.
Bis zum 31.12.2004 gibt es die Dinger noch zum absoluten Schnäppchenpreis, danach nur noch bei EBAY, solange der Vorrat reicht.

Ich weiß ja jetzt nicht, wie viele Päckchen und Pakete mit Solidaritäts- und/oder Beileidsbezeugungen Sie jedes Jahr in die Zone schicken, um die von der Hartzer Reform heftigst gebeutelten Mitbürger in den neuen Bundesländern zu unterstützen und für das Leben „danach“ zu motivieren. Aber wenn die Situation da „drüben“ noch länger anhält, dann kann das ganz schön ins Geld gehen.

Mich betrifft das ja nicht!
Ich schicke keine Päckchen oder Pakete!
Ich schicke „Rauchzeichen“ und die kosten nix – denn das Feuer legen die anderen!

Übrigens, das muss Ihnen klar sein, dass im Rahmen dieser Preiserhöhungen auch Brief- und Paketbomben teurer werden. Wenn Sie also noch ein Päckchen mit brisantem Material nach Berlin schicken wollen, dann müssten Sie sich jetzt aber etwas sputen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Dezember 2004 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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