Zwangsmitgliedschaften

16. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Dass das tumbe Arbeitnehmervolk zwangsweise in die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung einzahlen darf, ist wohl jedem unselbstständig Beschäftigten, dessen Bruttoeinkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, bekannt. Auch wenn dieses Wissen im täglichen Leben gerne verdrängt wird, um den Überlebenskampf nicht noch deprimierender zu gestalten.

Man(n) und Frau hat es auch so schon schwer genug, nach Abzug aller Steuern, Gebühren und Beiträge mit dem verbliebenen Geld über die Runden zu kommen. Da kann man sich nicht auch noch Gedanken darüber machen, was mit dem vom Arbeitgeber gleich einbehaltenen und an die Hüter der verlorenen Schätze weitergereichten Anteile geschieht.
Noch weniger Gedanken macht Man(n) und Frau sich darüber, wer aus den Honigtöpfchen schleckt, geht doch die Mär, dass diese Töpfchen chronisch leer sind.

Irgendwelche geschickten Gesellen und listige Algorithmen sorgen dafür, dass trotz permanentem Zufluss die Vermögensspeicher nicht überlaufen und der Pegel auf Normalnull bleibt.

Haben Sie sich den Haushalt Ihrer Krankenkasse schon mal angesehen?
Wissen Sie, was da mit Ihren Beiträgen geschieht?
Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit Ausflüchten.
Geben Sie doch einfach zu, dass Sie null Ahnung haben!
Sie bringen doch einfach nur, ich sag das jetzt mal so klar und deutlich, einfach nur den Arsch nicht aus dem Sessel und verschanzen sich aus reiner Faulheit hinter dem Argument, dass Sie eh ja nur ein kleines Würstchen sind und alleine nichts erreichen können.
Sind Sie mir nicht böse, aber das ist eine reine Schutzbehauptung.
Sie ärgern sich und motzen ein bisschen in der Gegend rum und beim nächsten Arztbesuch drücken Sie treu und brav ihre Praxisgebühr ab. Solche Bürger braucht dieses Land!

Haben Sie sich schon mal um Ihre Beiträge bei der Rentenversicherung gekümmert und sich schriftlich zusichern lassen, dass Ihr Geld dort sicher und gewinnbringend angelegt wird?
War Ihr Rentenversicherer bereit Ihnen einen festen Mindestzinssatz für Ihre Geldanlage zu garantieren?
Nein? Dann würde ich an Ihrer Stelle aber diesen unseriösen Anbieter wechseln, schließlich geht es um Ihre Zukunft!
Was soll das heißen, das geht nicht? Weil der Gesetzgeber das nicht zulässt und alle Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze einer staatlichen Fürsorge unterliegen. Eine schöne Fürsorge ist das und dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Seite des Generationenvertrages Sie unterschrieben haben.
Was? Sie haben keinen Vertrag unterschrieben? Ja, dann sind Sie auch nicht an einen solchen Vertrag gebunden.
Was Sie jetzt machen sollen? Ja, ich würde dem Gesetzgeber schreiben, dass Sie von Ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen und dass er sich –natürlich nach Ihrer Meinung- seinen ominösen Generationsvertrag hin stecken kann, wo immer auch er will. Fordern Sie, dass die Beitragsbemessungsgrenze mit sofortiger Wirkung auf Null gesenkt wird und kündigen Sie ersatzweise Ihre Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung.

Wissen Sie, wer Ihre Beiträge zur Pflegeversicherung bekommt?
Ach so, das ist Ihnen gerade entfallen! Aber wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass mir dieses von Norbi Blüm (die Rente is sischeeer) als große soziale Errungenschaft verkaufte System zur Aufbewahrung und Entsorgung älterer, bettlägeriger Mitbürger schon immer nicht ganz geheuer war.
Oder haben Sie verstanden, warum Rentner diese Pflegekosten mit ihrer üppigen, durch jahrzehntelange Tätigkeit als Arbeitnehmer erworbene Rente, eigentlich nicht selbst bezahlen können?
Der Norbi hätte damals doch einfach die Beiträge zur Rentenversicherung ein bisschen anheben müssen, um (fast) den gleichen Effekt zu erreichen.
Aber da hätten die Beitragszahler zur Rentenversicherung sicher protestiert.
Doch wenn das Geld für die kranke Oma und den kranken Opa eingesammelt wird, da ist das ja für einen guten Zweck und dem kann Man(n) und Frau Beitragszahler sich nicht verwehren. Schließlich ist Man(n) und Frau ja auch selber mal Kind gewesen.
Schreiben Sie doch mal an ihre Pflegeversicherung und legen dem Schreiben Ihre Patientenverfügung, mit Ihren Wünschen über humanes Sterben und legale Sterbehilfe bei. Mit gleichem Schreiben sollten Sie auch die Freistellung von den Beiträgen zur Pflegeversicherung fordern.
Weil wenn Sie erst mal im Koma liegen und mit einer Magensonde zur künstlichen Ernährung am Tropf hängen, ist es dazu zu spät. Und dann werden Sie gepflegt und gepflegt und gepflegt und wenn Sie nicht gestorben sind, dann pflegen wir Sie noch heute… denn das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkasse wurde ja 2004 abgeschafft und welcher Pflegedienst verliert schon gerne einen Kunden der sich alles gefallen lassen muss und keinen eigenen Willen mehr hat, bzw. keinen für den sich jemand interessiert.

Haben Sie bis hierher gelesen und sind noch nicht depressiv?
Dazu gehört eine gesunde Konstitution!
Ich könnte Ihnen ja jetzt noch einen kurzen Exkurs über die Zwangsabgabe der Rundfunk- und Fernsehgebühren erzählen. Aber dieses System ist allgemein bekannt und gehört zum normalen Irrsinn dieser Republik, ähnlich der KFZ-Steuer, die man auch für etwas bezahlen muss, das man mit versteuerten Eigenmitteln angeschafft hat und es noch nicht einmal nutzen muss um der Steuer- und Abgabenpflicht zu unterliegen.
Feines System, gell?

Nein, ich hab noch einen!
Einen, den Sie vermutlich noch gar nicht kennen. Hat man ja auch so nicht herumerzählt und gedachtt, dass es niemand merkt. Und ist eigentlich auch ganz clever gemacht. So durch die Hintertür, aber mit voller Absicht, hat man dieses System angezapft und im großen Trubel der Reformen und Reförmchen ist es weitgehend unbemerkt geblieben.
Es geht um die Arbeitslosenversicherung, von der wir in der Zwischenzeit durch geduldiges Erklären der von uns gewählten Volksvertreter wissen, dass es gar keine Versicherung ist, obwohl alle unselbstständig Beschäftigten deren Bruttoeinkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, zur zwangsweisen Betragszahlung verdonnert sind.
Im Leistungsfall wird Arbeitslosengeld aus den vereinnahmten Versichertenbeiträgen gezahlt. Das ist ganz wichtig, dass das Arbeitslosengeld –nicht das ALG II – aus den Beiträgen der zwangsweise Versicherten bezahlt wird. Bei Gelegenheit sollten sie sich mal den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit (Achtung: 170 Seiten PDF-File) zu Gemüte führen und sich mal ansehen, für was da sonst noch Geld ausgegeben wird.

Im Haushaltsplan für das Jahr 2005, der am 12.11.2004 vom Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit festgestellt wurde, ist eine Ausgabeposition für den Aussteuerungsbetrag in Höhe von 6,72 Milliarden Euro neu veranschlagt, den die BA nach dem SGB II (§ 46 Abs. 4 SGB II) an den Bund für die Fälle zu zahlen hat, die innerhalb von drei Monaten nach dem Bezug von Arbeitslosengeld einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II erworben haben, d.h. noch nicht in Arbeit vermittelt worden sind.

Das muss man sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen und ein bisschen darüber nachdenken. In der Presse wurde zwar spät, aber dennoch, über diesen Aussteuerungsbetrag berichtet und dass der Finanzhans das Geld schon in seinen verfassungskonformen Bundeshaushalt für 2005 eingeplant hat. Denn der Finanzhans geht wohl richtigerweise davon aus, dass im Frühjahr 2005 nicht plötzlich auf wundersame Weise genügend Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose entstehen werden.

Haben Sie schon vergessen, dass eine der wichtigsten Errungenschaften von Hartz IV die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe ist?
Haben Sie auch schon vergessen, dass die Arbeitslosenhilfe gar nicht aus Beiträgen der zwangsversicherten Beitragszahler geleistet wurde, sondern aus Steuermitteln des Bundes?

Und wer bezahlt jetzt das ALGII für die ehemaligen Arbeitslosenhilfeempfänger?

Na, wer bezahlt jetzt?
Dreimal dürfen Sie raten – die Schweizer, die Steuerzahler oder die Zwangsmitglieder der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung?

Sicher nicht die Schweizer!!!
Und die Steuerzahler auch nicht!!!
Die müssen auch den Aussteuerungsbeitrag nicht bezahlen, den sich der Bund im Rahmen der Risikoverlagerung für Langzeitarbeitslose auf die Bundesagentur für Arbeitslosigkeit von dieser bezahlen lässt.
Sehr schön, hat diesen Sachverhalt „Wie zapfen wir die Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung zur Sanierung der Staatsfinanzen an“ Benjamin Hoff, Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus auf seiner Homepage beschrieben.
Dass der Mann Mitglied der PDS und auch noch -dafür kann er nix- mit dem Nachteil der östlichen Geburt geschlagen ist, ist mir persönlich in diesem Zusammenhang wirklich schnurzwurstegal.
Denn dieser Benjamin Hoff hat das schon im August geschnallt, was da abläuft. Aber so ist das halt, wenn man Mitglied der PDS ist, da glaubt einem kein Schwein und schon gar kein Wessie.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

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Zwangsmitgliedschaften

16. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Dass das tumbe Arbeitnehmervolk zwangsweise in die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung einzahlen darf, ist wohl jedem unselbstständig Beschäftigten, dessen Bruttoeinkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, bekannt. Auch wenn dieses Wissen im täglichen Leben gerne verdrängt wird, um den Überlebenskampf nicht noch deprimierender zu gestalten.

Man(n) und Frau hat es auch so schon schwer genug, nach Abzug aller Steuern, Gebühren und Beiträge mit dem verbliebenen Geld über die Runden zu kommen. Da kann man sich nicht auch noch Gedanken darüber machen, was mit dem vom Arbeitgeber gleich einbehaltenen und an die Hüter der verlorenen Schätze weitergereichten Anteile geschieht.
Noch weniger Gedanken macht Man(n) und Frau sich darüber, wer aus den Honigtöpfchen schleckt, geht doch die Mär, dass diese Töpfchen chronisch leer sind.

Irgendwelche geschickten Gesellen und listige Algorithmen sorgen dafür, dass trotz permanentem Zufluss die Vermögensspeicher nicht überlaufen und der Pegel auf Normalnull bleibt.

Haben Sie sich den Haushalt Ihrer Krankenkasse schon mal angesehen?
Wissen Sie, was da mit Ihren Beiträgen geschieht?
Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit Ausflüchten.
Geben Sie doch einfach zu, dass Sie null Ahnung haben!
Sie bringen doch einfach nur, ich sag das jetzt mal so klar und deutlich, einfach nur den Arsch nicht aus dem Sessel und verschanzen sich aus reiner Faulheit hinter dem Argument, dass Sie eh ja nur ein kleines Würstchen sind und alleine nichts erreichen können.
Sind Sie mir nicht böse, aber das ist eine reine Schutzbehauptung.
Sie ärgern sich und motzen ein bisschen in der Gegend rum und beim nächsten Arztbesuch drücken Sie treu und brav ihre Praxisgebühr ab. Solche Bürger braucht dieses Land!

Haben Sie sich schon mal um Ihre Beiträge bei der Rentenversicherung gekümmert und sich schriftlich zusichern lassen, dass Ihr Geld dort sicher und gewinnbringend angelegt wird?
War Ihr Rentenversicherer bereit Ihnen einen festen Mindestzinssatz für Ihre Geldanlage zu garantieren?
Nein? Dann würde ich an Ihrer Stelle aber diesen unseriösen Anbieter wechseln, schließlich geht es um Ihre Zukunft!
Was soll das heißen, das geht nicht? Weil der Gesetzgeber das nicht zulässt und alle Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze einer staatlichen Fürsorge unterliegen. Eine schöne Fürsorge ist das und dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Seite des Generationenvertrages Sie unterschrieben haben.
Was? Sie haben keinen Vertrag unterschrieben? Ja, dann sind Sie auch nicht an einen solchen Vertrag gebunden.
Was Sie jetzt machen sollen? Ja, ich würde dem Gesetzgeber schreiben, dass Sie von Ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen und dass er sich –natürlich nach Ihrer Meinung- seinen ominösen Generationsvertrag hin stecken kann, wo immer auch er will. Fordern Sie, dass die Beitragsbemessungsgrenze mit sofortiger Wirkung auf Null gesenkt wird und kündigen Sie ersatzweise Ihre Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung.

Wissen Sie, wer Ihre Beiträge zur Pflegeversicherung bekommt?
Ach so, das ist Ihnen gerade entfallen! Aber wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass mir dieses von Norbi Blüm (die Rente is sischeeer) als große soziale Errungenschaft verkaufte System zur Aufbewahrung und Entsorgung älterer, bettlägeriger Mitbürger schon immer nicht ganz geheuer war.
Oder haben Sie verstanden, warum Rentner diese Pflegekosten mit ihrer üppigen, durch jahrzehntelange Tätigkeit als Arbeitnehmer erworbene Rente, eigentlich nicht selbst bezahlen können?
Der Norbi hätte damals doch einfach die Beiträge zur Rentenversicherung ein bisschen anheben müssen, um (fast) den gleichen Effekt zu erreichen.
Aber da hätten die Beitragszahler zur Rentenversicherung sicher protestiert.
Doch wenn das Geld für die kranke Oma und den kranken Opa eingesammelt wird, da ist das ja für einen guten Zweck und dem kann Man(n) und Frau Beitragszahler sich nicht verwehren. Schließlich ist Man(n) und Frau ja auch selber mal Kind gewesen.
Schreiben Sie doch mal an ihre Pflegeversicherung und legen dem Schreiben Ihre Patientenverfügung, mit Ihren Wünschen über humanes Sterben und legale Sterbehilfe bei. Mit gleichem Schreiben sollten Sie auch die Freistellung von den Beiträgen zur Pflegeversicherung fordern.
Weil wenn Sie erst mal im Koma liegen und mit einer Magensonde zur künstlichen Ernährung am Tropf hängen, ist es dazu zu spät. Und dann werden Sie gepflegt und gepflegt und gepflegt und wenn Sie nicht gestorben sind, dann pflegen wir Sie noch heute… denn das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkasse wurde ja 2004 abgeschafft und welcher Pflegedienst verliert schon gerne einen Kunden der sich alles gefallen lassen muss und keinen eigenen Willen mehr hat, bzw. keinen für den sich jemand interessiert.

Haben Sie bis hierher gelesen und sind noch nicht depressiv?
Dazu gehört eine gesunde Konstitution!
Ich könnte Ihnen ja jetzt noch einen kurzen Exkurs über die Zwangsabgabe der Rundfunk- und Fernsehgebühren erzählen. Aber dieses System ist allgemein bekannt und gehört zum normalen Irrsinn dieser Republik, ähnlich der KFZ-Steuer, die man auch für etwas bezahlen muss, das man mit versteuerten Eigenmitteln angeschafft hat und es noch nicht einmal nutzen muss um der Steuer- und Abgabenpflicht zu unterliegen.
Feines System, gell?

Nein, ich hab noch einen!
Einen, den Sie vermutlich noch gar nicht kennen. Hat man ja auch so nicht herumerzählt und gedachtt, dass es niemand merkt. Und ist eigentlich auch ganz clever gemacht. So durch die Hintertür, aber mit voller Absicht, hat man dieses System angezapft und im großen Trubel der Reformen und Reförmchen ist es weitgehend unbemerkt geblieben.
Es geht um die Arbeitslosenversicherung, von der wir in der Zwischenzeit durch geduldiges Erklären der von uns gewählten Volksvertreter wissen, dass es gar keine Versicherung ist, obwohl alle unselbstständig Beschäftigten deren Bruttoeinkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, zur zwangsweisen Betragszahlung verdonnert sind.
Im Leistungsfall wird Arbeitslosengeld aus den vereinnahmten Versichertenbeiträgen gezahlt. Das ist ganz wichtig, dass das Arbeitslosengeld –nicht das ALG II – aus den Beiträgen der zwangsweise Versicherten bezahlt wird. Bei Gelegenheit sollten sie sich mal den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit (Achtung: 170 Seiten PDF-File) zu Gemüte führen und sich mal ansehen, für was da sonst noch Geld ausgegeben wird.

Im Haushaltsplan für das Jahr 2005, der am 12.11.2004 vom Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit festgestellt wurde, ist eine Ausgabeposition für den Aussteuerungsbetrag in Höhe von 6,72 Milliarden Euro neu veranschlagt, den die BA nach dem SGB II (§ 46 Abs. 4 SGB II) an den Bund für die Fälle zu zahlen hat, die innerhalb von drei Monaten nach dem Bezug von Arbeitslosengeld einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II erworben haben, d.h. noch nicht in Arbeit vermittelt worden sind.

Das muss man sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen und ein bisschen darüber nachdenken. In der Presse wurde zwar spät, aber dennoch, über diesen Aussteuerungsbetrag berichtet und dass der Finanzhans das Geld schon in seinen verfassungskonformen Bundeshaushalt für 2005 eingeplant hat. Denn der Finanzhans geht wohl richtigerweise davon aus, dass im Frühjahr 2005 nicht plötzlich auf wundersame Weise genügend Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose entstehen werden.

Haben Sie schon vergessen, dass eine der wichtigsten Errungenschaften von Hartz IV die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe ist?
Haben Sie auch schon vergessen, dass die Arbeitslosenhilfe gar nicht aus Beiträgen der zwangsversicherten Beitragszahler geleistet wurde, sondern aus Steuermitteln des Bundes?

Und wer bezahlt jetzt das ALGII für die ehemaligen Arbeitslosenhilfeempfänger?

Na, wer bezahlt jetzt?
Dreimal dürfen Sie raten – die Schweizer, die Steuerzahler oder die Zwangsmitglieder der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung?

Sicher nicht die Schweizer!!!
Und die Steuerzahler auch nicht!!!
Die müssen auch den Aussteuerungsbeitrag nicht bezahlen, den sich der Bund im Rahmen der Risikoverlagerung für Langzeitarbeitslose auf die Bundesagentur für Arbeitslosigkeit von dieser bezahlen lässt.
Sehr schön, hat diesen Sachverhalt „Wie zapfen wir die Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung zur Sanierung der Staatsfinanzen an“ Benjamin Hoff, Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus auf seiner Homepage beschrieben.
Dass der Mann Mitglied der PDS und auch noch -dafür kann er nix- mit dem Nachteil der östlichen Geburt geschlagen ist, ist mir persönlich in diesem Zusammenhang wirklich schnurzwurstegal.
Denn dieser Benjamin Hoff hat das schon im August geschnallt, was da abläuft. Aber so ist das halt, wenn man Mitglied der PDS ist, da glaubt einem kein Schwein und schon gar kein Wessie.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. Dezember 2004 um 05:45:54 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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