Kronenverlichtung

14. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Mit Kronenverlichtung meint man nicht den nachlassenden Alkoholnebel im Hirn eines Mitbürgers, der sich mehrere hinter die Binde gegossen hat, um anschließend einen in der Krone zu haben.

Aber so ungefähr sah unsere zuständige Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast (Grüne) aus, als sie, zusammen mit einem Förster und einem Kamerateam der ARD(?), durch den Wald marschierte, um sich vor Ort über den besorgniserregenden Zustand des deutschen Waldes informieren zu lassen.

Der Wald sei „Nicht mehr ganz dicht in der Krone“ dichtelte die Frankfurter Rundschau und bezog sich dabei auf den neuesten „Waldzustandsbericht“ der im Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft die Alarmstufe „Künast“ ausgelöst hat.

«“Die lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte haben Wälder getroffen, die bereits durch anhaltende Säure- und andere Belastungen aus der Luft geschwächt seien“, sagte die Ministerin bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes in Berlin.»
Damit vermutete sie die Ursachen der Misere außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs bei ihrem Parteikollegen und Umweltminister Jürgen Trittin, der jedoch den Ball sofort geschickt zurückspielte und die Bauern dafür kritisierte, dass «aus der Landwirtschaft immer noch zu viele Stickstoffe in die Erde gelangen. „Gülle killt den Wald“, sagte Trittin.»

Wie auch immer, es ist mal wieder niemand zuständig, der dafür zuständig ist.
Je pinger desto pongts. Hauptsache der Ball bliebt im Spiel.

«Eine Prognose wollte Künast genauso wenig wagen wie ihre Fachleute. Klar sei aber, dass nur entschlossener Klima- und Umweltschutz für Besserung sorgen könne. “Es gibt keine Alternative zu einer konsequenten Umweltpolitik”, sagte die Ministerin und verwies - keine Überraschung - in diesem Zusammenhang auf eine breite Palette rot-grüner Maßnahmen auf dem Gebiet der Energie-, Agrar- und Waldpolitik.», schreibt die Frankfurter Rundschau.

Jetzt komm ich aber doch ein bisschen ins Grübeln, denn wegen dieser entschlossenen Umweltpolitik fahre ich heute mit einem Auto mit Katalysator, das auch noch mit bleifreiem Benzin betrieben werden muss. Und die Heizungsanlage habe ich auch auf umweltverträgliches Gas mit Erdwärmekopplung umstellen lassen, Isolierglasfenster eingebaut und die Wärmedämmung am gesamten Wohngebäude verbessert.
Wegen dieser entschlossenen Umwelzpolitik renne ich auch jede Woche einmal zum Müllcontainer um Glas, Pappe, Papier vom Restmüll getrennt zu entsorgen.
Lebensmittel kauf ich nur noch Öko, Eier nur von glücklichen freilaufenden Hühnern, kaum noch fleischliche Ernährung, nur noch pflanzliche Produkte, recyceltes Toilettenpapier, Körperpflege nur noch mit Naturprodukten. Im Garten steht eine High-Tech-Hausmüllkompostieranlage, die Toilettenspülkästen kennen jetzt große und kleine Geschäfte um Wasser zu sparen.
Der Strom kommt aus alternativen Energiequellen, das Hausdach ist zugepflastert mit Sonnenkollektoren.
Das alles hat ein Schweinegeld gekostet !!!
Und jetzt ist der Wald so krank wie nie zuvor, weil die Bauern in den Wald „güllern“?

Zur Lösung der Probleme ist jetzt wieder mal der Verbraucher gefragt.
«Durch die verstärkte Nutzung heimischer Hölzer soll die „nachhaltige“ Waldwirtschaft gefördert werden, erklären die Autoren des Waldzustandberichts. Die Wälder in Deutschland mögen nicht gesund sein, aber sie wachsen hurtiger als je zuvor. Gleichzeitig nimmt das Durchschnittsalter der noch nicht geschlagenen Bäume zu, womit sie anfälliger gegen Umweltstress und Schädlinge werden. “Eine am Zuwachs ausgerichtete und damit nachhaltige Holznutzung ist daher ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Wälder”, heißt es im Bericht»

Wenn etwas nicht gesund ist, aber dennoch hurtig wächst – dann nennt man das in der Medizin „Krebs“ und verordnet dem Patienten eine Chemotherapie. Und wenn die nicht anschlägt , dann …

Obwohl, man sollte der Renate Künast ja zugute halten, dass sie sich mit Gummistiefeln und sorgenvoller Miene noch in den Wald traut.
Denn glauben Sie, dass nach Veröffentlichung des Armutsberichts der Bundesregierung die Familienministerin Renate Schmidt, oder Superwolli Clement, oder der Finanzhans oder gar der Bundesgerd sich in Gummistiefeln und ohne Bodyguards unter die Bevölkerung trauen, um sich davon zu überzeugen wie hoch die von ihnen produzierte „Gülle“ schon durch die privaten Haushalte schwappt?
Es würde ihnen dabei sicher kein Zacken aus der Krone fallen, könnte aber eventuell zur Kronenverlichtung (lichte Momente unter der Krone) führen!

Da der Bundesgerd in seinen Neujahrsansprachen ja immer gerne irgendwelche Katastrophen für die missliche Lage der Nation verantwortlich macht, dürfen wir gespannt sein, was es nach dem Anschlag auf das WTC 2001, die Jahrhundertflut 2002 und das Erdeben im Iran 2003 in diesem Jahr 2004 sein wird.
Vielleicht der „trockene Sommer“?

Können Sie sich noch daran erinnern was er Ihnen letztes Jahr in der Neujahrsnacht erzählt hat?
«Wir haben versucht, Arbeit und das Schaffen von Arbeitsplätzen attraktiver zu machen, um endlich aus der Phase der wirtschaftlichen Stagnation herauszukommen. Für manche von Ihnen, liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, sind bestimmte Maßnahmen mit Einschränkungen oder Verzicht verbunden. Wir wissen das. Und ich versichere Ihnen: Wir bemühen uns, die Lasten heute gerecht zu verteilen, damit wir in Deutschland die Chancen auch morgen noch gerecht verteilen können»

Und was ist daraus geworden?
„steigende Arbeitslosigkeit – zunehmende Verarmung - der Wald stirbt - Land unter und Kanal voll“

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 14. Dezember 2004 um 05:45:50 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Kronenverlichtung

14. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Mit Kronenverlichtung meint man nicht den nachlassenden Alkoholnebel im Hirn eines Mitbürgers, der sich mehrere hinter die Binde gegossen hat, um anschließend einen in der Krone zu haben.

Aber so ungefähr sah unsere zuständige Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast (Grüne) aus, als sie, zusammen mit einem Förster und einem Kamerateam der ARD(?), durch den Wald marschierte, um sich vor Ort über den besorgniserregenden Zustand des deutschen Waldes informieren zu lassen.

Der Wald sei „Nicht mehr ganz dicht in der Krone“ dichtelte die Frankfurter Rundschau und bezog sich dabei auf den neuesten „Waldzustandsbericht“ der im Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft die Alarmstufe „Künast“ ausgelöst hat.

«“Die lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte haben Wälder getroffen, die bereits durch anhaltende Säure- und andere Belastungen aus der Luft geschwächt seien“, sagte die Ministerin bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes in Berlin.»
Damit vermutete sie die Ursachen der Misere außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs bei ihrem Parteikollegen und Umweltminister Jürgen Trittin, der jedoch den Ball sofort geschickt zurückspielte und die Bauern dafür kritisierte, dass «aus der Landwirtschaft immer noch zu viele Stickstoffe in die Erde gelangen. „Gülle killt den Wald“, sagte Trittin.»

Wie auch immer, es ist mal wieder niemand zuständig, der dafür zuständig ist.
Je pinger desto pongts. Hauptsache der Ball bliebt im Spiel.

«Eine Prognose wollte Künast genauso wenig wagen wie ihre Fachleute. Klar sei aber, dass nur entschlossener Klima- und Umweltschutz für Besserung sorgen könne. “Es gibt keine Alternative zu einer konsequenten Umweltpolitik”, sagte die Ministerin und verwies - keine Überraschung - in diesem Zusammenhang auf eine breite Palette rot-grüner Maßnahmen auf dem Gebiet der Energie-, Agrar- und Waldpolitik.», schreibt die Frankfurter Rundschau.

Jetzt komm ich aber doch ein bisschen ins Grübeln, denn wegen dieser entschlossenen Umweltpolitik fahre ich heute mit einem Auto mit Katalysator, das auch noch mit bleifreiem Benzin betrieben werden muss. Und die Heizungsanlage habe ich auch auf umweltverträgliches Gas mit Erdwärmekopplung umstellen lassen, Isolierglasfenster eingebaut und die Wärmedämmung am gesamten Wohngebäude verbessert.
Wegen dieser entschlossenen Umwelzpolitik renne ich auch jede Woche einmal zum Müllcontainer um Glas, Pappe, Papier vom Restmüll getrennt zu entsorgen.
Lebensmittel kauf ich nur noch Öko, Eier nur von glücklichen freilaufenden Hühnern, kaum noch fleischliche Ernährung, nur noch pflanzliche Produkte, recyceltes Toilettenpapier, Körperpflege nur noch mit Naturprodukten. Im Garten steht eine High-Tech-Hausmüllkompostieranlage, die Toilettenspülkästen kennen jetzt große und kleine Geschäfte um Wasser zu sparen.
Der Strom kommt aus alternativen Energiequellen, das Hausdach ist zugepflastert mit Sonnenkollektoren.
Das alles hat ein Schweinegeld gekostet !!!
Und jetzt ist der Wald so krank wie nie zuvor, weil die Bauern in den Wald „güllern“?

Zur Lösung der Probleme ist jetzt wieder mal der Verbraucher gefragt.
«Durch die verstärkte Nutzung heimischer Hölzer soll die „nachhaltige“ Waldwirtschaft gefördert werden, erklären die Autoren des Waldzustandberichts. Die Wälder in Deutschland mögen nicht gesund sein, aber sie wachsen hurtiger als je zuvor. Gleichzeitig nimmt das Durchschnittsalter der noch nicht geschlagenen Bäume zu, womit sie anfälliger gegen Umweltstress und Schädlinge werden. “Eine am Zuwachs ausgerichtete und damit nachhaltige Holznutzung ist daher ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Wälder”, heißt es im Bericht»

Wenn etwas nicht gesund ist, aber dennoch hurtig wächst – dann nennt man das in der Medizin „Krebs“ und verordnet dem Patienten eine Chemotherapie. Und wenn die nicht anschlägt , dann …

Obwohl, man sollte der Renate Künast ja zugute halten, dass sie sich mit Gummistiefeln und sorgenvoller Miene noch in den Wald traut.
Denn glauben Sie, dass nach Veröffentlichung des Armutsberichts der Bundesregierung die Familienministerin Renate Schmidt, oder Superwolli Clement, oder der Finanzhans oder gar der Bundesgerd sich in Gummistiefeln und ohne Bodyguards unter die Bevölkerung trauen, um sich davon zu überzeugen wie hoch die von ihnen produzierte „Gülle“ schon durch die privaten Haushalte schwappt?
Es würde ihnen dabei sicher kein Zacken aus der Krone fallen, könnte aber eventuell zur Kronenverlichtung (lichte Momente unter der Krone) führen!

Da der Bundesgerd in seinen Neujahrsansprachen ja immer gerne irgendwelche Katastrophen für die missliche Lage der Nation verantwortlich macht, dürfen wir gespannt sein, was es nach dem Anschlag auf das WTC 2001, die Jahrhundertflut 2002 und das Erdeben im Iran 2003 in diesem Jahr 2004 sein wird.
Vielleicht der „trockene Sommer“?

Können Sie sich noch daran erinnern was er Ihnen letztes Jahr in der Neujahrsnacht erzählt hat?
«Wir haben versucht, Arbeit und das Schaffen von Arbeitsplätzen attraktiver zu machen, um endlich aus der Phase der wirtschaftlichen Stagnation herauszukommen. Für manche von Ihnen, liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, sind bestimmte Maßnahmen mit Einschränkungen oder Verzicht verbunden. Wir wissen das. Und ich versichere Ihnen: Wir bemühen uns, die Lasten heute gerecht zu verteilen, damit wir in Deutschland die Chancen auch morgen noch gerecht verteilen können»

Und was ist daraus geworden?
„steigende Arbeitslosigkeit – zunehmende Verarmung - der Wald stirbt - Land unter und Kanal voll“

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 14. Dezember 2004 um 05:45:50 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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