Prinzip des Wu Wei

13. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Heute muss ich mich kurz fassen.
Heute habe ich wenig Zeit.
Bin schon richtig im Stress, obwohl ich sonst ein Anhänger des „Wu Wei“ bin.
Muss gerade einen Brief an RWE schreiben.
Eine reklamierende Beschwerde.
Könnte auch eine beschwerende Reklamation werden.

Da hat doch die Firma RWE diesem Herrn mit dem abartigen Vornamen „Herrmann-Josef“ und Nachnamen „Arentz“ mit „teezet“ seit 1992 ein Jahresgehalt von etwa 60.000 Euro gezahlt, ohne dass der Mann jemals für RWE einen Finger krumm gemacht hat.
Die scheinen das lange Jahre nicht gemerkt haben zu wollen.
Erst durch eine mysteriöse, anonyme Anzeige wurde auf diesen Sachverhalt hingewiesen.

Jetzt schreib ich der Firma RWE, dass das kein Einzelfall ist und ich diesen Vorgang zum Anlass nehme um mal nachzufragen, wo denn eigentlich mein Gehalt für mein Nichtstun bleibt. Dabei habe ich mich gerade in den letzten Jahren sehr eifrig darum bemüht (die Formulierung habe ich aus meinem letzten Arbeitszeugnis) für RWE nichts zu tun. Aber noch nicht einmal ein „Danke schön“ oder „Vergelt’s Gott“ habe ich bekommen.

Aber jetzt ist meine Geduld zu Ende, jetzt muss RWE mit der Kohle rüberkommen und mit kostenlosem Strom natürlich auch.
Gleiches Recht für alle.
Ich habe mir das mal ausgerechnet, was ich für mein Nichtstun für RWE von RWE einfordern muss und bewege mich da in der Größenordnung von ca. 700.000 Euro. Na ja, mein Gehalt ist nicht ganz so hoch wie das von dem Herrn Arentz, bis vor kurzem noch Vorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).
Ich konnte ja auch nicht auf so hohem Niveau nichts tun, wie der Herr Arentz, sondern war gezwungen eher an der Basis nichts zu tun. Aber deswegen ist mein Nichtstun nicht weniger wichtig.

Und bevor jetzt jeder Hinz und jeder Kunz auf die Idee kommt, sich wegen ausstehender Gehaltszahlungen an den Konzern RWE zu wenden, sei angemerkt, dass Kollege Arentz und ich uns schon seit Jahren auf’s Nichtstun nach internationalen Standards spezialisiert haben. Sowas kann nicht jeder. Das fällt einem nicht so einfach in den Schoß. Das sollten sich die hinter die Ohren schreiben, die jetzt eine Neiddebatte über den Zaun brechen wollen.

„Wasser gepredigt, Wein gesoffen“ titelt die Welt in ihrem Artikel vom 9.12.2004
zum Abgang von Arentz.
Wasser wird er aber wohl auch zukünftig nicht trinken müssen, denn der Abgang wird ihm bis zu seinem 55 Lebensjahr durch ein Übergangsgeld von ca. 115.000 Euro versüßt. Und danach bekommt er für seine 25 Abgeordnetenjahre eine lebenslange Pension in Höhe 3.600 Euro. Im Monat natürlich. Und irgendein Beratervertrag oder gut dotierte Repräsentationsaufgabe wird sich doch für einen so jungen Pensionisten dann auch noch finden lassen.
Wäre doch schade, wenn man dieses in vielen Jahren gesammelte Wissen über das „Wu Wei“ nicht an kommende Generationen vermitteln würde.

Also ich mach jetzt meinen Brief an RWE wegen den fehlenden Gehaltszahlungen fertig.
Und morgen schreib ich denen dann noch, dass ich meine jährliche Stromrechnung um den Gehaltsanteil des Herrn Arentz rückwirkend zum 1.1.1992 kürze oder mich ersatzweise um die freigewordene Position bewerbe.

Denn NICHTSTUN kann ich auch!
Und niemand weiß, wie viel Unheil schon durch Nichts tun verhindert wurde.
Schon dafür müsste man eigentlich ein angemessenes Gehalt bekommen!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Dezember 2004 um 05:45:00 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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13. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Heute muss ich mich kurz fassen.
Heute habe ich wenig Zeit.
Bin schon richtig im Stress, obwohl ich sonst ein Anhänger des „Wu Wei“ bin.
Muss gerade einen Brief an RWE schreiben.
Eine reklamierende Beschwerde.
Könnte auch eine beschwerende Reklamation werden.

Da hat doch die Firma RWE diesem Herrn mit dem abartigen Vornamen „Herrmann-Josef“ und Nachnamen „Arentz“ mit „teezet“ seit 1992 ein Jahresgehalt von etwa 60.000 Euro gezahlt, ohne dass der Mann jemals für RWE einen Finger krumm gemacht hat.
Die scheinen das lange Jahre nicht gemerkt haben zu wollen.
Erst durch eine mysteriöse, anonyme Anzeige wurde auf diesen Sachverhalt hingewiesen.

Jetzt schreib ich der Firma RWE, dass das kein Einzelfall ist und ich diesen Vorgang zum Anlass nehme um mal nachzufragen, wo denn eigentlich mein Gehalt für mein Nichtstun bleibt. Dabei habe ich mich gerade in den letzten Jahren sehr eifrig darum bemüht (die Formulierung habe ich aus meinem letzten Arbeitszeugnis) für RWE nichts zu tun. Aber noch nicht einmal ein „Danke schön“ oder „Vergelt’s Gott“ habe ich bekommen.

Aber jetzt ist meine Geduld zu Ende, jetzt muss RWE mit der Kohle rüberkommen und mit kostenlosem Strom natürlich auch.
Gleiches Recht für alle.
Ich habe mir das mal ausgerechnet, was ich für mein Nichtstun für RWE von RWE einfordern muss und bewege mich da in der Größenordnung von ca. 700.000 Euro. Na ja, mein Gehalt ist nicht ganz so hoch wie das von dem Herrn Arentz, bis vor kurzem noch Vorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).
Ich konnte ja auch nicht auf so hohem Niveau nichts tun, wie der Herr Arentz, sondern war gezwungen eher an der Basis nichts zu tun. Aber deswegen ist mein Nichtstun nicht weniger wichtig.

Und bevor jetzt jeder Hinz und jeder Kunz auf die Idee kommt, sich wegen ausstehender Gehaltszahlungen an den Konzern RWE zu wenden, sei angemerkt, dass Kollege Arentz und ich uns schon seit Jahren auf’s Nichtstun nach internationalen Standards spezialisiert haben. Sowas kann nicht jeder. Das fällt einem nicht so einfach in den Schoß. Das sollten sich die hinter die Ohren schreiben, die jetzt eine Neiddebatte über den Zaun brechen wollen.

„Wasser gepredigt, Wein gesoffen“ titelt die Welt in ihrem Artikel vom 9.12.2004
zum Abgang von Arentz.
Wasser wird er aber wohl auch zukünftig nicht trinken müssen, denn der Abgang wird ihm bis zu seinem 55 Lebensjahr durch ein Übergangsgeld von ca. 115.000 Euro versüßt. Und danach bekommt er für seine 25 Abgeordnetenjahre eine lebenslange Pension in Höhe 3.600 Euro. Im Monat natürlich. Und irgendein Beratervertrag oder gut dotierte Repräsentationsaufgabe wird sich doch für einen so jungen Pensionisten dann auch noch finden lassen.
Wäre doch schade, wenn man dieses in vielen Jahren gesammelte Wissen über das „Wu Wei“ nicht an kommende Generationen vermitteln würde.

Also ich mach jetzt meinen Brief an RWE wegen den fehlenden Gehaltszahlungen fertig.
Und morgen schreib ich denen dann noch, dass ich meine jährliche Stromrechnung um den Gehaltsanteil des Herrn Arentz rückwirkend zum 1.1.1992 kürze oder mich ersatzweise um die freigewordene Position bewerbe.

Denn NICHTSTUN kann ich auch!
Und niemand weiß, wie viel Unheil schon durch Nichts tun verhindert wurde.
Schon dafür müsste man eigentlich ein angemessenes Gehalt bekommen!

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