Luxussteuer

8. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Sind Sie ein Besserverdiener?
Was? Sie wissen das nicht?
Sollten Sie aber, weil die Politiker, aufgeschreckt durch die vorab durchgesickerten Informationen aus dem Armutsbericht der Bundesregierung, jetzt auf die Suche nach neuen Einnahmequellen gehen.
«Die bekräftigte Forderung nach höheren Solidarzahlungen steht im Zusammenhang mit Berichten über den Entwurf des jüngsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung. Der “Spiegel” hatte am Wochenende unter Berufung auf den Entwurf gemeldet, dass seit 1998 der Anteil derjenigen, die mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze auskommen müssen, von 12,1 auf 13,5 Prozent gewachsen sei. Von den Familien seien sogar 13,9 Prozent von Armut betroffen. Gleichzeitig stieg der Besitzanteil der Reichsten am Gesamtvermögen auf 5 Billionen Euro.» Das meldet die Financial Times Deutschland am 30.11.2004.

Kaum sind die ersten Daten durchgesickert, da hagelt es auch schon Vorschläge ohne Ende. Man kann sich leicht vorstellen, wie gut durchdacht all diese Maßnahmen sind.

Zur Einstimmung hier schon mal so eine kleine Auswahl von Nettigkeiten:

  • höherer Solidarbeitrag
  • Einkommensteueraufschlag auf die Einkommen von Höherverdienenden
  • stärkere Belastung vererbter Vermögen
  • Besteuerung von Vermögen
  • Einführung einer Luxussteuer

Dabei sollte der Solidarbeitrag, einst eingeführt von Theo mit der buschigen Braue, doch nur zeitlich begrenzt zum Aufbau der neuen Ländereien im Osten der Republik erhoben werden.
Und wenn ich mich recht entsinne, dann zeichnet sich das Verfahren zur Einkommensteuerberechnung durch einen progressiven Verlauf aus, der höhere Einkommen einem höheren Steuersatz unterwirft, der aber durch Rot-Grün im Rahmen der Steuerreform gerade gesenkt wird.
Warum der Staat daran teilhaben muss, wenn Vermögensgegenstände durch Vererbung den Besitzer wechseln, habe ich leider nie verstanden, müssen doch die Erträge aus dem geerbten Vermögen vom Erben dennoch versteuert werden.
Und die Abschaffung der Besteuerung von Vermögen war doch eine der ersten Heldentaten von Rot-Grün.

Besonders der letzte Punkt des Forderungskataloges wird den ehemaligen Chef der Bundesagentur für Arbeit freuen, denn der hatte im März 2003 schon für eine Luxussteuer zur Senkung der Lohnnebenkosten auf unter 40% plädiert und sich dafür den Rüffel seiner Parteikollegen eingehandelt.
Gerster machte den Abflug (nicht wegen der Luxussteuer) und die Luxussteuer scheint im Anflug.
Man könnte diese Steuer ganz einfach durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (30%) auf Luxusgüter erheben, wobei das Problem darin besteht, zu definieren was eigentlich ein Luxusgut ist.
Also wenn Sie ein „Besserverdienender“ sein könnten, denn so exakt ist das ja nirgends beschrieben, dann könnten Sie mich vielleicht auch mal aufklären, was evtl. ein „Luxusgut“ sein könnte. Versuchen Sie es einfach mal mit dem Erwerb einer Armbanduhr aus der Sicht eines Sozialhilfeempfängers und aus der Sicht eines Millionärs. Liegt da die Luxusgütergrenze bei 100 Euro oder bei 1000 Euro oder bei 10.000 Euro oder gar bei 100.000 Euro?

«Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, warnte derweil vor dem Entstehen einer neuen Generation von Bedürftigen. Das läuft darauf hinaus, dass wir eine größere Zahl von Sozialhilfeempfängern heranziehen”, sagte Hirrlinger.»

„Hallo Herr Hirrlinger“, kann ich da nur sagen, „willkommen in der Jetztzeit. Wir werden nicht eine neue Generation von Bedürftigen heranziehen, denn wir haben schon eine. Und mit der werden wir sehr bald alle Hände voll zu tun bekommen. Die Situation am Arbeitsmarkt und Hartz IV machen es möglich.“

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 8. Dezember 2004 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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8. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Sind Sie ein Besserverdiener?
Was? Sie wissen das nicht?
Sollten Sie aber, weil die Politiker, aufgeschreckt durch die vorab durchgesickerten Informationen aus dem Armutsbericht der Bundesregierung, jetzt auf die Suche nach neuen Einnahmequellen gehen.
«Die bekräftigte Forderung nach höheren Solidarzahlungen steht im Zusammenhang mit Berichten über den Entwurf des jüngsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung. Der “Spiegel” hatte am Wochenende unter Berufung auf den Entwurf gemeldet, dass seit 1998 der Anteil derjenigen, die mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze auskommen müssen, von 12,1 auf 13,5 Prozent gewachsen sei. Von den Familien seien sogar 13,9 Prozent von Armut betroffen. Gleichzeitig stieg der Besitzanteil der Reichsten am Gesamtvermögen auf 5 Billionen Euro.» Das meldet die Financial Times Deutschland am 30.11.2004.

Kaum sind die ersten Daten durchgesickert, da hagelt es auch schon Vorschläge ohne Ende. Man kann sich leicht vorstellen, wie gut durchdacht all diese Maßnahmen sind.

Zur Einstimmung hier schon mal so eine kleine Auswahl von Nettigkeiten:

  • höherer Solidarbeitrag
  • Einkommensteueraufschlag auf die Einkommen von Höherverdienenden
  • stärkere Belastung vererbter Vermögen
  • Besteuerung von Vermögen
  • Einführung einer Luxussteuer

Dabei sollte der Solidarbeitrag, einst eingeführt von Theo mit der buschigen Braue, doch nur zeitlich begrenzt zum Aufbau der neuen Ländereien im Osten der Republik erhoben werden.
Und wenn ich mich recht entsinne, dann zeichnet sich das Verfahren zur Einkommensteuerberechnung durch einen progressiven Verlauf aus, der höhere Einkommen einem höheren Steuersatz unterwirft, der aber durch Rot-Grün im Rahmen der Steuerreform gerade gesenkt wird.
Warum der Staat daran teilhaben muss, wenn Vermögensgegenstände durch Vererbung den Besitzer wechseln, habe ich leider nie verstanden, müssen doch die Erträge aus dem geerbten Vermögen vom Erben dennoch versteuert werden.
Und die Abschaffung der Besteuerung von Vermögen war doch eine der ersten Heldentaten von Rot-Grün.

Besonders der letzte Punkt des Forderungskataloges wird den ehemaligen Chef der Bundesagentur für Arbeit freuen, denn der hatte im März 2003 schon für eine Luxussteuer zur Senkung der Lohnnebenkosten auf unter 40% plädiert und sich dafür den Rüffel seiner Parteikollegen eingehandelt.
Gerster machte den Abflug (nicht wegen der Luxussteuer) und die Luxussteuer scheint im Anflug.
Man könnte diese Steuer ganz einfach durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (30%) auf Luxusgüter erheben, wobei das Problem darin besteht, zu definieren was eigentlich ein Luxusgut ist.
Also wenn Sie ein „Besserverdienender“ sein könnten, denn so exakt ist das ja nirgends beschrieben, dann könnten Sie mich vielleicht auch mal aufklären, was evtl. ein „Luxusgut“ sein könnte. Versuchen Sie es einfach mal mit dem Erwerb einer Armbanduhr aus der Sicht eines Sozialhilfeempfängers und aus der Sicht eines Millionärs. Liegt da die Luxusgütergrenze bei 100 Euro oder bei 1000 Euro oder bei 10.000 Euro oder gar bei 100.000 Euro?

«Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, warnte derweil vor dem Entstehen einer neuen Generation von Bedürftigen. Das läuft darauf hinaus, dass wir eine größere Zahl von Sozialhilfeempfängern heranziehen”, sagte Hirrlinger.»

„Hallo Herr Hirrlinger“, kann ich da nur sagen, „willkommen in der Jetztzeit. Wir werden nicht eine neue Generation von Bedürftigen heranziehen, denn wir haben schon eine. Und mit der werden wir sehr bald alle Hände voll zu tun bekommen. Die Situation am Arbeitsmarkt und Hartz IV machen es möglich.“

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