Reizthemen

4. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Es gibt Themen, zu denen sollte man sich eigentlich nicht äußern, ohne darauf gefasst zu sein, dass man angegriffen wird. Solche Themenbereiche sind meist von Eiferern und selbsternannten Experten besetzt, die ihre Claims heftigst gegen alles verteidigen, was sie für irgendwie gefährlich für sich und ihre Ideologie betrachten.

Diese Bereiche gibt es überall und man braucht nur eine (bewusst) dumme Frage zu stellen oder gar eine (bewusst) dumme Behauptung aufzustellen und schon geht es los.
Es löst eine Kettenreaktion aus und nach kurzer Zeit ist es ein einzig Hauen und Stechen, aus der sich der Andersdenkende brüskiert zurückzieht, sich seinen Teil denkt und zukünftig, aus reiner Selbsterhaltung, zu diesem Thema die Klappe hält.

Auch ich habe so meine Reizthemen, bei denen ich keinen Ton über die Lippen bringe, auch wenn ich dazu die Zähne zusammen beißen und mehrfach tief durchatmen muss.
Beispiele dazu sind:

  • Straßenverkehr und die Kunst ein Fahrzeug zu lenken
  • Ursachen und Wirkung der medienseitigen Volksverdummung
  • das Märchen vom unfinanzierbaren sozialen Staat deutscher Nation
  • nationalsozialistische Altschulden als Basis moderner Geschäfts- und Finanzinteressen
  • Ausländerpolitik -Zuwanderung, Ignoranz und Integration

Dass man mit einer einzigen provokativen Frage oder Behauptung eine Diskussion auslösen kann, das weiß ich schon seit jungen Jahren, als es mir gelang mit der Behauptung „es gibt keine weißen Mäuse, nur ‚Albinos‘‘“ eine total verkorkste Party zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Die Behauptung „Frauen können nicht Auto fahren“ ist zwar schon etwas abgenützt und würde vermutlich nur noch Hella von Sinnen (dieser Name assoziiert bei mir immer das Bild eines wild herumfuchtelnden Autoscheinwerfers) zum Widerspruch animieren. Aber ergänzt durch den Zusatz „besonders während der Menstruation, sollte ihr Fahrzeug mit einem roten Heckaufkleber mit der Aufschrift ‚no Baby in sight‘ versehen werden“ zeigt der Spruch schon noch Wirkung.

Trifft man auf jüngere Mitglieder unsere Republik, ist es mit der Provokation nicht so einfach, denn meist fehlt nicht nur das Interesse an einer (sachlichen) Diskussion, sondern schlicht der Background um die Provokation überhaupt zu erkennen. Schafft es doch mal jemand seine andere Meinung ohne modische Kraftausdrücke zu verbalisieren, dann kann er sich spätestens nach 15 Minuten nicht mehr auf das Thema konzentrieren. Noch nicht fertig ausgebildet und schon scheint diese Generation von viraler Kollektivdemenz befallen.

Der Verlauf von Diskussionen zu politischen oder gesellschaftlichen Themen ist stark von der politischen Gesinnung und gesellschaftlichen Stellung der Gesprächspartner abhängig. Mich erinnert der Verlauf solcher Gespräche, sofern sie an Ernsthaftigkeit gewinnen und dem Smalltalkniveau entrinnen können, an diese Dinosaurierfilme „Vergessene Welten“ oder „Jurassic Park“. Man(n und Frau) denkt in isolierten Schichtenmodellen, wobei diese Verhaltensweise mit steigendem sozialen Stand zunimmt. Je höher die wirtschaftliche und soziale Stellung, desto verschleierter ist der Blick auf die Schichten darunter.
So kann man auf den Veranstaltungen der „Möchtegern-Society“ mit der Bemerkung, „dass die Butter jetzt bei ALDI auch teuerer geworden ist“ mehr ungläubiges Staunen auslösen, als mit der Bemerkung „BMW will den 7-er jetzt nur noch mit satellitengestütztem Navigationssystem und lasergesteuerter Nockenwelle ausliefern“.
Stellt man dann noch die Frage, wie der Gesprächspartner auf die Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags für Kinderlose reagiert und wie er mit den wirtschaftspolitischen Auswirkungen des ALG II umgeht, steht man bald wie ein Aussätziger alleine im smalltalkenden Verbalgewimmel der bissigen Nettigkeiten.

Auch die Frage nach Sinn und Zwecks von weiteren Wiedergutmachungszahlungen an durch Nazideutschland geschädigte Staaten und Personen führt zu (erheblichem) Unverständnis mit anschließendem Aufsagen der angeblichen Gründe. Gibt man nach dieser Belehrung noch nicht klein bei und schämt sich nicht eine derartige Frage überhaupt gestellt zu haben, kann man bei genauem Hinsehen die politische Eingruppierung ins braune Lager an der Gesichtsmimik seines Gesprächspartners ablesen. Stellt man dann noch die Frage, warum nur Deutschland für die angerichteten Kriegsschäden bezahlen muss und das Geld inzwischen von Generationen erwirtschaftet wird, die erst nach Kriegsende geboren wurden bzw. sich erst nach Kriegsende in Deutschland eingebürgert haben, sieht man den Gesprächspartner fast am Ende seiner (angelernten) Argumentationskette angekommen.
Dann noch rasch das Argument nachgeschoben, dass die Franzosen ja auch nicht für die Kriegsschäden Napoleons bezahlen oder die Ägypter für den „6-Tage-Krieg“ oder die Iraker für den Angriff auf Kuwait oder die USA für …. und der Gesprächspartner sucht unter einem fadenscheinigen Vorwand das Weite. Dabei wäre es erst jetzt richtig interessant geworden.

Noch schlimmer ist das beim Thema „Ausländer“. Hier geht es auch wesentlich unsachlicher und emotionaler zu. Hier sind Fragen nach Sinn, Zweck und Nutzen nicht mehr erlaubt. Die Befürworter von „Multi-Kulti” haben sich in ihrer Stellung eingegraben und schießen auf alles, was auch nur ansatzweise den Mund zum „ja, aber“ öffnet.
Im Niemandsland eiert die große Masse seit Jahren mehr oder minder kopfschüttelnd von einem Wanderprediger zum anderen. Wer nicht (mehr) wandert, ist automatisch den Ideologien der rechtsradikalen Volksverhetzer zum Opfer gefallen.
Doch jetzt scheint Bewegung in die Szene zu kommen, die von dem einen oder anderen Zeitgenossen auch mit einer gewissen Schadenfreude zur Kenntnis genommen wird.
Wörter wie „Integrationswille“, „Patriotismus“ und „Leitkultur“ sind plötzlich im Munde deren, die bis vor wenigen Tagen noch jegliche Bedenken und Kritik am Thema „Ausländer“ rigoros niedergemacht haben. Sogar vom Eid auf die Deutsche Verfassung ist plötzlich die Rede, obwohl sich kaum einer der Redner vorher Gedanken um die Verfassung der Deutschen in diesem Lande gemacht hat.

Vielleicht wird durch das Blei, das in Holland mit einem Knall den Besitzer gewechselt hat, nun endlich mal eine konstruktive Vorgehensweise zur Einbürgerung von integrationswilligen Ausländern möglich, ohne dass skeptischen und andersdenkenden Bürgern gleich das nationalsozialistische Brandzeichen aufgedrückt wird.
Vielleicht wird es jetzt auch endlich möglich, sich mit der Kritik an der seit Jahrzehnten ziellosen Muli-Kulti-Zuwanderung sachlich zu befassen und einen gemeinsamen Lösungsweg zu vereinbaren, der den Interessen der Eingeborenen nicht zuwider läuft.
Denn es ist immer einfacher über einen nicht integrationswilligen Ausländer zu diskutieren als neben ihm zu wohnen.
Das sollten wir nicht vergessen, bevor die durch Ökosteuer, Abgasfilter und Katalysatoren verbesserte Luft auch in Deutschland wieder bleihaltig wird.
Wäre doch irgendwie schade drum, nach der ganzen Arbeit, oder?

P.S. Provokation ist auch eine Form der Kommunikation.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. Dezember 2004 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Es gibt Themen, zu denen sollte man sich eigentlich nicht äußern, ohne darauf gefasst zu sein, dass man angegriffen wird. Solche Themenbereiche sind meist von Eiferern und selbsternannten Experten besetzt, die ihre Claims heftigst gegen alles verteidigen, was sie für irgendwie gefährlich für sich und ihre Ideologie betrachten.

Diese Bereiche gibt es überall und man braucht nur eine (bewusst) dumme Frage zu stellen oder gar eine (bewusst) dumme Behauptung aufzustellen und schon geht es los.
Es löst eine Kettenreaktion aus und nach kurzer Zeit ist es ein einzig Hauen und Stechen, aus der sich der Andersdenkende brüskiert zurückzieht, sich seinen Teil denkt und zukünftig, aus reiner Selbsterhaltung, zu diesem Thema die Klappe hält.

Auch ich habe so meine Reizthemen, bei denen ich keinen Ton über die Lippen bringe, auch wenn ich dazu die Zähne zusammen beißen und mehrfach tief durchatmen muss.
Beispiele dazu sind:

  • Straßenverkehr und die Kunst ein Fahrzeug zu lenken
  • Ursachen und Wirkung der medienseitigen Volksverdummung
  • das Märchen vom unfinanzierbaren sozialen Staat deutscher Nation
  • nationalsozialistische Altschulden als Basis moderner Geschäfts- und Finanzinteressen
  • Ausländerpolitik -Zuwanderung, Ignoranz und Integration

Dass man mit einer einzigen provokativen Frage oder Behauptung eine Diskussion auslösen kann, das weiß ich schon seit jungen Jahren, als es mir gelang mit der Behauptung „es gibt keine weißen Mäuse, nur ‚Albinos‘‘“ eine total verkorkste Party zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Die Behauptung „Frauen können nicht Auto fahren“ ist zwar schon etwas abgenützt und würde vermutlich nur noch Hella von Sinnen (dieser Name assoziiert bei mir immer das Bild eines wild herumfuchtelnden Autoscheinwerfers) zum Widerspruch animieren. Aber ergänzt durch den Zusatz „besonders während der Menstruation, sollte ihr Fahrzeug mit einem roten Heckaufkleber mit der Aufschrift ‚no Baby in sight‘ versehen werden“ zeigt der Spruch schon noch Wirkung.

Trifft man auf jüngere Mitglieder unsere Republik, ist es mit der Provokation nicht so einfach, denn meist fehlt nicht nur das Interesse an einer (sachlichen) Diskussion, sondern schlicht der Background um die Provokation überhaupt zu erkennen. Schafft es doch mal jemand seine andere Meinung ohne modische Kraftausdrücke zu verbalisieren, dann kann er sich spätestens nach 15 Minuten nicht mehr auf das Thema konzentrieren. Noch nicht fertig ausgebildet und schon scheint diese Generation von viraler Kollektivdemenz befallen.

Der Verlauf von Diskussionen zu politischen oder gesellschaftlichen Themen ist stark von der politischen Gesinnung und gesellschaftlichen Stellung der Gesprächspartner abhängig. Mich erinnert der Verlauf solcher Gespräche, sofern sie an Ernsthaftigkeit gewinnen und dem Smalltalkniveau entrinnen können, an diese Dinosaurierfilme „Vergessene Welten“ oder „Jurassic Park“. Man(n und Frau) denkt in isolierten Schichtenmodellen, wobei diese Verhaltensweise mit steigendem sozialen Stand zunimmt. Je höher die wirtschaftliche und soziale Stellung, desto verschleierter ist der Blick auf die Schichten darunter.
So kann man auf den Veranstaltungen der „Möchtegern-Society“ mit der Bemerkung, „dass die Butter jetzt bei ALDI auch teuerer geworden ist“ mehr ungläubiges Staunen auslösen, als mit der Bemerkung „BMW will den 7-er jetzt nur noch mit satellitengestütztem Navigationssystem und lasergesteuerter Nockenwelle ausliefern“.
Stellt man dann noch die Frage, wie der Gesprächspartner auf die Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags für Kinderlose reagiert und wie er mit den wirtschaftspolitischen Auswirkungen des ALG II umgeht, steht man bald wie ein Aussätziger alleine im smalltalkenden Verbalgewimmel der bissigen Nettigkeiten.

Auch die Frage nach Sinn und Zwecks von weiteren Wiedergutmachungszahlungen an durch Nazideutschland geschädigte Staaten und Personen führt zu (erheblichem) Unverständnis mit anschließendem Aufsagen der angeblichen Gründe. Gibt man nach dieser Belehrung noch nicht klein bei und schämt sich nicht eine derartige Frage überhaupt gestellt zu haben, kann man bei genauem Hinsehen die politische Eingruppierung ins braune Lager an der Gesichtsmimik seines Gesprächspartners ablesen. Stellt man dann noch die Frage, warum nur Deutschland für die angerichteten Kriegsschäden bezahlen muss und das Geld inzwischen von Generationen erwirtschaftet wird, die erst nach Kriegsende geboren wurden bzw. sich erst nach Kriegsende in Deutschland eingebürgert haben, sieht man den Gesprächspartner fast am Ende seiner (angelernten) Argumentationskette angekommen.
Dann noch rasch das Argument nachgeschoben, dass die Franzosen ja auch nicht für die Kriegsschäden Napoleons bezahlen oder die Ägypter für den „6-Tage-Krieg“ oder die Iraker für den Angriff auf Kuwait oder die USA für …. und der Gesprächspartner sucht unter einem fadenscheinigen Vorwand das Weite. Dabei wäre es erst jetzt richtig interessant geworden.

Noch schlimmer ist das beim Thema „Ausländer“. Hier geht es auch wesentlich unsachlicher und emotionaler zu. Hier sind Fragen nach Sinn, Zweck und Nutzen nicht mehr erlaubt. Die Befürworter von „Multi-Kulti” haben sich in ihrer Stellung eingegraben und schießen auf alles, was auch nur ansatzweise den Mund zum „ja, aber“ öffnet.
Im Niemandsland eiert die große Masse seit Jahren mehr oder minder kopfschüttelnd von einem Wanderprediger zum anderen. Wer nicht (mehr) wandert, ist automatisch den Ideologien der rechtsradikalen Volksverhetzer zum Opfer gefallen.
Doch jetzt scheint Bewegung in die Szene zu kommen, die von dem einen oder anderen Zeitgenossen auch mit einer gewissen Schadenfreude zur Kenntnis genommen wird.
Wörter wie „Integrationswille“, „Patriotismus“ und „Leitkultur“ sind plötzlich im Munde deren, die bis vor wenigen Tagen noch jegliche Bedenken und Kritik am Thema „Ausländer“ rigoros niedergemacht haben. Sogar vom Eid auf die Deutsche Verfassung ist plötzlich die Rede, obwohl sich kaum einer der Redner vorher Gedanken um die Verfassung der Deutschen in diesem Lande gemacht hat.

Vielleicht wird durch das Blei, das in Holland mit einem Knall den Besitzer gewechselt hat, nun endlich mal eine konstruktive Vorgehensweise zur Einbürgerung von integrationswilligen Ausländern möglich, ohne dass skeptischen und andersdenkenden Bürgern gleich das nationalsozialistische Brandzeichen aufgedrückt wird.
Vielleicht wird es jetzt auch endlich möglich, sich mit der Kritik an der seit Jahrzehnten ziellosen Muli-Kulti-Zuwanderung sachlich zu befassen und einen gemeinsamen Lösungsweg zu vereinbaren, der den Interessen der Eingeborenen nicht zuwider läuft.
Denn es ist immer einfacher über einen nicht integrationswilligen Ausländer zu diskutieren als neben ihm zu wohnen.
Das sollten wir nicht vergessen, bevor die durch Ökosteuer, Abgasfilter und Katalysatoren verbesserte Luft auch in Deutschland wieder bleihaltig wird.
Wäre doch irgendwie schade drum, nach der ganzen Arbeit, oder?

P.S. Provokation ist auch eine Form der Kommunikation.

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