Überschuss

5. September 2006 05:45

Man muss sich wirklich wundern, wenn man sieht wie manche Leute zu ihrem Geld kommen und sich dann auch noch rühmen, wie erfolgreich sie waren.

So geschehen am 24. August des Jahres 2006. Da berichteten die Medien über einen „fantastischen Geldsegen“ und der Leser konnte den Eindruck gewinnen, dass da wohl jemand ein Vermögen im Lotto gewonnen hat. Doch dann stellt sich heraus, dass es um die Bundesagentur für Arbeit geht, die dieses Jahr einen „Überschuss“ von zehn Milliarden Euro „erwirtschaften“ will.

Ei, wie denn das?
Wie erwirtschaftet eine Monsterbehörde wie die BA einen „Überschuss“.
Ist das nicht „leicht“ übertrieben, denn Überschuss ist doch nichts anderes als eine Art von „Gewinn“.und der ergibt sich doch aus dem Unterschied von „Aufwand“ und „Ertrag“.

Nun wird vermutlich niemand bestreiten, dass die BA gewisse „Aufwendungen“ hat, die wir hier gar nicht näher spezifizieren wollen, denn wir wollen uns ja nicht gleich wieder fürchterlich aufregen um die Kosten im Gesundheitswesen nicht unnötig zu steigern.

Wenden wir uns lieber dem „Ertrag“ zu und nehmen zur Begrifferklärung, wie schon so oft, einfach Wikipedia zu Hilfe. „Allgemein wird der Ertrag als das Ergebnis der wirtschaftlichen Leistung bezeichnet“, steht da als erstes zu lesen und weiter heißt es: „Volkswirtschaftlich gesehen handelt es sich in der Produktionstheorie um die erzeugte Produktionsmenge. Betriebswirtschaftlich bezeichnet der Ertrag eine Mehrung des Unternehmenserfolges durch die Erstellung, die Bereitstellung oder den Absatz von Gütern.

„Ach du meine Güte“ mag da der eine oder andere Leser denken, „was sind denn das für Güter, die da von der BA zur Mehrung des Unternehmenserfolges so erfolgreich produziert wurden, dass die BA jetzt im Geld schwimmt?“
Ein Blick auf die Internetseiten der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung (BA) bringt rasch Lichts ins Portfolio. Neben Beratung zur Berufswahl, berufliche Qualifizierung und Ideen für die erfolgreiche Praxis ist die Hauptaufgabe der Bundesagentur für Arbeit wohl „die Vermittlung von Arbeitskräften. Die Vermittlung umfasst alle Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, Ausbildungsuchende mit Arbeitgebern zur Begründung eines Ausbildungsverhältnisses und Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zur Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenzuführen“.

Nun muss man nicht unbedingt den letzten Bericht zur Lage des Arbeitsmarktes in der BRddr kennen, um zu wissen, dass es seit Jahren nicht sehr rosig aussieht mit der Vermittlung von Arbeitskräften zur Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses.

Die Vermittlungsgeschäfte gehen schlecht, auch wenn knapp 5 Millionen Arbeitskräfte seit Jahren auf Vermittlung harren. Aber das ist in einer Marktwirtschaft eben eine Frage von Angebot und Nachfrage, oder einfacher gesagt, „wo nix ist, da hat der Kaiser das Recht verloren.
In einer solch jahrelangen Situation der Mangelverwaltung ist daher die Beantwortung der Frage „wo hat die BA die Milliarden her“ umso interessanter.

In einer Pressemeldung führt BA-Finanzvorstand Raimund Becker dies «vor allem auf zwei Faktoren zurück: „Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind weitere Erträge der Reformen der BA und die Konjunktur, die sich im Jahresverlauf unerwartet verbessert hat.“ Im laufenden Jahr rechnet die BA mit Einnahmen in Höhe von rund 54,7 Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr als erwartet: Hierbei schlagen besonders höhere Beitragseinnahmen von fast einer Milliarde Euro zu Buche. Die Ausgaben werden 2006 voraussichtlich mit 45,1 bis 45,9 Milliarden Euro ebenfalls unter dem Planwert liegen. Allein beim Arbeitslosengeld wird die BA wahrscheinlich etwa drei Milliarden Euro weniger als geplant ausgeben.»

Dies wirft zwei Fragen auf:

  1. Wo kommen denn eigentlich die Beitragseinnahmen der BA her?
  2. Warum wurde so viel weniger Geld an Menschen ohne Arbeit ausbezahlt?

Und außerdem würde mich interessieren, warum der Überschuss jetzt ein Erfolg aus der Tätigkeit der BA sein soll? Oder haben wir nicht mehr knapp 5 Millionen Menschen ohne Arbeit?
Und zum Schluss hätte ich da noch eine Frage:
Wieviel Milliarden wird die Bundesanstalt für Arbeitslosenverwaltung ihren Mitgliedern und Kunden wohl noch aus den Taschen ziehen müssen um den maroden Staatshaushalt zur Zufriedenheit der EU zu stabilisieren?


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. September 2006 um 05:45:03 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Überschuss

5. September 2006 05:45

Man muss sich wirklich wundern, wenn man sieht wie manche Leute zu ihrem Geld kommen und sich dann auch noch rühmen, wie erfolgreich sie waren.

So geschehen am 24. August des Jahres 2006. Da berichteten die Medien über einen „fantastischen Geldsegen“ und der Leser konnte den Eindruck gewinnen, dass da wohl jemand ein Vermögen im Lotto gewonnen hat. Doch dann stellt sich heraus, dass es um die Bundesagentur für Arbeit geht, die dieses Jahr einen „Überschuss“ von zehn Milliarden Euro „erwirtschaften“ will.

Ei, wie denn das?
Wie erwirtschaftet eine Monsterbehörde wie die BA einen „Überschuss“.
Ist das nicht „leicht“ übertrieben, denn Überschuss ist doch nichts anderes als eine Art von „Gewinn“.und der ergibt sich doch aus dem Unterschied von „Aufwand“ und „Ertrag“.

Nun wird vermutlich niemand bestreiten, dass die BA gewisse „Aufwendungen“ hat, die wir hier gar nicht näher spezifizieren wollen, denn wir wollen uns ja nicht gleich wieder fürchterlich aufregen um die Kosten im Gesundheitswesen nicht unnötig zu steigern.

Wenden wir uns lieber dem „Ertrag“ zu und nehmen zur Begrifferklärung, wie schon so oft, einfach Wikipedia zu Hilfe. „Allgemein wird der Ertrag als das Ergebnis der wirtschaftlichen Leistung bezeichnet“, steht da als erstes zu lesen und weiter heißt es: „Volkswirtschaftlich gesehen handelt es sich in der Produktionstheorie um die erzeugte Produktionsmenge. Betriebswirtschaftlich bezeichnet der Ertrag eine Mehrung des Unternehmenserfolges durch die Erstellung, die Bereitstellung oder den Absatz von Gütern.

„Ach du meine Güte“ mag da der eine oder andere Leser denken, „was sind denn das für Güter, die da von der BA zur Mehrung des Unternehmenserfolges so erfolgreich produziert wurden, dass die BA jetzt im Geld schwimmt?“
Ein Blick auf die Internetseiten der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung (BA) bringt rasch Lichts ins Portfolio. Neben Beratung zur Berufswahl, berufliche Qualifizierung und Ideen für die erfolgreiche Praxis ist die Hauptaufgabe der Bundesagentur für Arbeit wohl „die Vermittlung von Arbeitskräften. Die Vermittlung umfasst alle Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, Ausbildungsuchende mit Arbeitgebern zur Begründung eines Ausbildungsverhältnisses und Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zur Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenzuführen“.

Nun muss man nicht unbedingt den letzten Bericht zur Lage des Arbeitsmarktes in der BRddr kennen, um zu wissen, dass es seit Jahren nicht sehr rosig aussieht mit der Vermittlung von Arbeitskräften zur Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses.

Die Vermittlungsgeschäfte gehen schlecht, auch wenn knapp 5 Millionen Arbeitskräfte seit Jahren auf Vermittlung harren. Aber das ist in einer Marktwirtschaft eben eine Frage von Angebot und Nachfrage, oder einfacher gesagt, „wo nix ist, da hat der Kaiser das Recht verloren.
In einer solch jahrelangen Situation der Mangelverwaltung ist daher die Beantwortung der Frage „wo hat die BA die Milliarden her“ umso interessanter.

In einer Pressemeldung führt BA-Finanzvorstand Raimund Becker dies «vor allem auf zwei Faktoren zurück: „Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind weitere Erträge der Reformen der BA und die Konjunktur, die sich im Jahresverlauf unerwartet verbessert hat.“ Im laufenden Jahr rechnet die BA mit Einnahmen in Höhe von rund 54,7 Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr als erwartet: Hierbei schlagen besonders höhere Beitragseinnahmen von fast einer Milliarde Euro zu Buche. Die Ausgaben werden 2006 voraussichtlich mit 45,1 bis 45,9 Milliarden Euro ebenfalls unter dem Planwert liegen. Allein beim Arbeitslosengeld wird die BA wahrscheinlich etwa drei Milliarden Euro weniger als geplant ausgeben.»

Dies wirft zwei Fragen auf:

  1. Wo kommen denn eigentlich die Beitragseinnahmen der BA her?
  2. Warum wurde so viel weniger Geld an Menschen ohne Arbeit ausbezahlt?

Und außerdem würde mich interessieren, warum der Überschuss jetzt ein Erfolg aus der Tätigkeit der BA sein soll? Oder haben wir nicht mehr knapp 5 Millionen Menschen ohne Arbeit?
Und zum Schluss hätte ich da noch eine Frage:
Wieviel Milliarden wird die Bundesanstalt für Arbeitslosenverwaltung ihren Mitgliedern und Kunden wohl noch aus den Taschen ziehen müssen um den maroden Staatshaushalt zur Zufriedenheit der EU zu stabilisieren?


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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. September 2006 um 05:45:03 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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