Politikergehälter

20. Oktober 2006 05:45

Eine nette Befragung zu Politikergehältern kann sich der interessierte Wähler derzeit auf den Seiten vom Handelsblatt antun und sein geballtes politisches Wissen unter Beweis stellen.
Ich habe (auf Anhieb) nur 4 von max. 6 möglichen Punkten geschafft, aber dennoch die „Glückwünsche der Redaktion“ des Handelsblattes erhalten, denn die ist der Meinung, dass das genügt, damit mir kein Politiker mehr etwas vormachen kann.

Wenn Sei den Test ebenfalls durchführen wollen, dann achten Sie doch mal auf die Anmerkung beim letzten Kandidaten, dem Lothar Bisky von der Linkspartei. Dem hatte ich auf die Frage, was ihm die Linkspartei für seine Funktion als Vorsitzender bezahlt, zuviel Idealismus zugetraut und beim Geld nach unten daneben getippt.
Als Antwort erscheint dann in roter Schrift der Hinweis der Handelsblatt Redaktion:
«Falsch! Lothar Bisky bekommt einem Parteisprecher zufolge für das Dienstverhältnis als Vorsitzender der Linkspartei.PDS rund 3.500 Euro brutto. Hinzu kommen übrigens rund 7.000 Euro brutto für seine Arbeit als Bundestagabgeordneter.»

Und jetzt grüble ich darüber nach, ob der Lothar Bisky wohl der einzige Bundestagsabgeordnete mit Parteivorsitz ist, der neben seinen Diäten in Höhe von 7.009 und der Kostenpauschale von 3.647 Euro sich auch noch für die Ausübung eines Amts bezahlen lässt und die Idealisten alle in den anderen Parteien sitzen.
Das hätte ich denen eigentlich nicht zugetraut!
Oder konnten es sich die Veranstalter dieses Ratespiels beim Handelsblatt einfach nicht verkneifen einen Seitenhieb auf die Linken absetzen zu müssen?

Lothar Bisky ist übrigens der Abgeordnete, der auch im vierten Anlauf nicht zum fünften Stellvertreter des Bundestagspräsidenten gewählt wurde.
Da wird er sich mächtig geärgert haben, verdient doch so ein Bundestagsvizepräsident schlaffe 13.512 Euro im Monat. Zusätzlich erhöhen sich auch noch seine Pensionsansprüche.
Den Job als Bundestagsvizepräsidentin und fünfte Vertreterin des Bundestagspräsidenten macht seit dem 7. April 2006 nun die Petra Pau von der Linkspartei
Aber ist die nicht auch noch Bundestagsabgeordnete?

Und bevor Sie jetzt zum Taschenrechner greifen und ausrechnen, was der Bundestagspräsident und seine 5 Stellvertreter den Steuerzahler jedes Jahr kosten, denken Sie daran, dass das im Vergleich zu einem Airbus A380 eigentlich wenig ist.


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Oktober 2006 um 05:45:41 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

7 Antworten zu “Politikergehälter”

  1. synchrono meint:

    Na ja, ich halte die Politiker an sich nicht für überbezahlt. Jedenfalls wenn man sie daran misst, was sie eigentlich leisten sollten. Wäre das Kriterium, was sie denn tatsächlich auch leisten, sähe es sicher schon anders aus…

  2. Machopan meint:

    Wenn Politiker nach dem Preis-/Leistungsverhältnis bezahlt würden, dann hätten wir mit 400-Euro-Jobbern immer noch eine Menge Spitzenverdiener im den Bundes- und Landtagen hocken.
    Und von den “Nebenhereinkünften” wollen wir erst mal gar nicht reden. Aber eine vollständige bzw. teilweise Anrechnung auf die Alimentation als Diener des Staates (ähnlich ALG II) wäre sicher auch nicht schlecht.
    Zumindest ich halte das für eine sehr gute Idee :-)
    Wer auch dafür ist, möge bitte die Hand heben.
    Immerhin bestimmen in unserem Lande immer noch Mehrheiten oder sollte das zwischenzeitlich auch per Gesetz auf den Kopf gestellt worden sein?

  3. Bollermann meint:

    Politiker sollten höher bezahlt werden. Doch im Gegenzug müssen sämtliche anderen Einkünfte aus “Beraterverträgen” etc. gegengerechnet und veröffentlicht werden.

    Ganz anders sehe ich das Problem der Altersversorgung von Politikern und Beamten.

    Da wird eiskalt zu Lasten nachfolgender Generationen in einer Art und Weise gewirtschaftet, die verbrecherisch ist. Die 1,5 Billionen Staatsschulden sind ja nur ein Klacks gegenüber den bereits heute vorhandenen 6 Billionen Pensionsverpflichtungen des Staates gegenüber seinen “Staatsdienern”.

    Der Grundsatz muss lauten: jede Generation muss seine Politiker und Beamten auch selbst bezahlen und versorgen - dies schon deshalb, um überhaupt Einfluss auf Entscheidungen nehmen zu können.

    In Österreich erhalten die Politiker monatlich 700 Euro in einen Kapital gedeckten Fond und müssen denselben Betrag nochmals selbst einzahlen. Was dabei später als Rente entsteht, ist persönliches Risiko.

    Johannes Rau: “Nicht Politik verdirbt den Charakter, verdorbene Charaktere verderben die Politik!”

  4. Machopan meint:

    Na, der Spruch vom “Bruder” Johannes Rau wird ihm wohl auch erst am Ende seiner Laufbahn als Berufspolitiker eingefallen sein.:-)
    Hinterher sind sie doch alle, unabhängig vom Parteibuch, in Weisheit getaucht während sie vorher mit allen Wassern gewaschen waren.
    Und dass es verdorbene Charakter in die Politik zieht, das ist nicht nur ein deutsches Problem.
    Auch ist der lockere Umgang mit Volksvermögen und die Vorteilsnahme unabhänging von Nationalität, Geschlecht und Religion.

    Guckst du Amerika, gehört sich jetzt auch schon ganze Weltraum!

  5. shrike meint:

    Ich frage mch des öfteren, wofür brauche ich “den” Politiker, ich kann keinen Nutzen sehen,von deren Arbeit,kann ich nicht Leben, man kann deren “Produkte”, weder Essen noch Trinken, also wofür brauch ich ” Den Politiker “???
    Ach ja, die brauchen “mich”, den Bürger, denn sonst haben die nichts zum Essen und Trinken und könnten keine hohlen Reden halten.

    Mal sehen ob der Sm geht

  6. Machopan meint:

    Als native HTML funktioniert der Smiley. Als Pseudocode leider nicht.

    Ich hab’s geändert.
    SM sieht nicht schlecht aus. Nur die Frisur ist etwas … na ja.

  7. shrike meint:

    Hallo, der hatt doch was , mit dem Silberblick.
    Schönen Sonntag, bei Kaffee und Kuchen, am warmen Ofen.

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Politikergehälter

20. Oktober 2006 05:45

Eine nette Befragung zu Politikergehältern kann sich der interessierte Wähler derzeit auf den Seiten vom Handelsblatt antun und sein geballtes politisches Wissen unter Beweis stellen.
Ich habe (auf Anhieb) nur 4 von max. 6 möglichen Punkten geschafft, aber dennoch die „Glückwünsche der Redaktion“ des Handelsblattes erhalten, denn die ist der Meinung, dass das genügt, damit mir kein Politiker mehr etwas vormachen kann.

Wenn Sei den Test ebenfalls durchführen wollen, dann achten Sie doch mal auf die Anmerkung beim letzten Kandidaten, dem Lothar Bisky von der Linkspartei. Dem hatte ich auf die Frage, was ihm die Linkspartei für seine Funktion als Vorsitzender bezahlt, zuviel Idealismus zugetraut und beim Geld nach unten daneben getippt.
Als Antwort erscheint dann in roter Schrift der Hinweis der Handelsblatt Redaktion:
«Falsch! Lothar Bisky bekommt einem Parteisprecher zufolge für das Dienstverhältnis als Vorsitzender der Linkspartei.PDS rund 3.500 Euro brutto. Hinzu kommen übrigens rund 7.000 Euro brutto für seine Arbeit als Bundestagabgeordneter.»

Und jetzt grüble ich darüber nach, ob der Lothar Bisky wohl der einzige Bundestagsabgeordnete mit Parteivorsitz ist, der neben seinen Diäten in Höhe von 7.009 und der Kostenpauschale von 3.647 Euro sich auch noch für die Ausübung eines Amts bezahlen lässt und die Idealisten alle in den anderen Parteien sitzen.
Das hätte ich denen eigentlich nicht zugetraut!
Oder konnten es sich die Veranstalter dieses Ratespiels beim Handelsblatt einfach nicht verkneifen einen Seitenhieb auf die Linken absetzen zu müssen?

Lothar Bisky ist übrigens der Abgeordnete, der auch im vierten Anlauf nicht zum fünften Stellvertreter des Bundestagspräsidenten gewählt wurde.
Da wird er sich mächtig geärgert haben, verdient doch so ein Bundestagsvizepräsident schlaffe 13.512 Euro im Monat. Zusätzlich erhöhen sich auch noch seine Pensionsansprüche.
Den Job als Bundestagsvizepräsidentin und fünfte Vertreterin des Bundestagspräsidenten macht seit dem 7. April 2006 nun die Petra Pau von der Linkspartei
Aber ist die nicht auch noch Bundestagsabgeordnete?

Und bevor Sie jetzt zum Taschenrechner greifen und ausrechnen, was der Bundestagspräsident und seine 5 Stellvertreter den Steuerzahler jedes Jahr kosten, denken Sie daran, dass das im Vergleich zu einem Airbus A380 eigentlich wenig ist.


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7 Antworten zu “Politikergehälter”

  1. synchrono meint:

    Na ja, ich halte die Politiker an sich nicht für überbezahlt. Jedenfalls wenn man sie daran misst, was sie eigentlich leisten sollten. Wäre das Kriterium, was sie denn tatsächlich auch leisten, sähe es sicher schon anders aus…

  2. Machopan meint:

    Wenn Politiker nach dem Preis-/Leistungsverhältnis bezahlt würden, dann hätten wir mit 400-Euro-Jobbern immer noch eine Menge Spitzenverdiener im den Bundes- und Landtagen hocken.
    Und von den “Nebenhereinkünften” wollen wir erst mal gar nicht reden. Aber eine vollständige bzw. teilweise Anrechnung auf die Alimentation als Diener des Staates (ähnlich ALG II) wäre sicher auch nicht schlecht.
    Zumindest ich halte das für eine sehr gute Idee :-)
    Wer auch dafür ist, möge bitte die Hand heben.
    Immerhin bestimmen in unserem Lande immer noch Mehrheiten oder sollte das zwischenzeitlich auch per Gesetz auf den Kopf gestellt worden sein?

  3. Bollermann meint:

    Politiker sollten höher bezahlt werden. Doch im Gegenzug müssen sämtliche anderen Einkünfte aus “Beraterverträgen” etc. gegengerechnet und veröffentlicht werden.

    Ganz anders sehe ich das Problem der Altersversorgung von Politikern und Beamten.

    Da wird eiskalt zu Lasten nachfolgender Generationen in einer Art und Weise gewirtschaftet, die verbrecherisch ist. Die 1,5 Billionen Staatsschulden sind ja nur ein Klacks gegenüber den bereits heute vorhandenen 6 Billionen Pensionsverpflichtungen des Staates gegenüber seinen “Staatsdienern”.

    Der Grundsatz muss lauten: jede Generation muss seine Politiker und Beamten auch selbst bezahlen und versorgen - dies schon deshalb, um überhaupt Einfluss auf Entscheidungen nehmen zu können.

    In Österreich erhalten die Politiker monatlich 700 Euro in einen Kapital gedeckten Fond und müssen denselben Betrag nochmals selbst einzahlen. Was dabei später als Rente entsteht, ist persönliches Risiko.

    Johannes Rau: “Nicht Politik verdirbt den Charakter, verdorbene Charaktere verderben die Politik!”

  4. Machopan meint:

    Na, der Spruch vom “Bruder” Johannes Rau wird ihm wohl auch erst am Ende seiner Laufbahn als Berufspolitiker eingefallen sein.:-)
    Hinterher sind sie doch alle, unabhängig vom Parteibuch, in Weisheit getaucht während sie vorher mit allen Wassern gewaschen waren.
    Und dass es verdorbene Charakter in die Politik zieht, das ist nicht nur ein deutsches Problem.
    Auch ist der lockere Umgang mit Volksvermögen und die Vorteilsnahme unabhänging von Nationalität, Geschlecht und Religion.

    Guckst du Amerika, gehört sich jetzt auch schon ganze Weltraum!

  5. shrike meint:

    Ich frage mch des öfteren, wofür brauche ich “den” Politiker, ich kann keinen Nutzen sehen,von deren Arbeit,kann ich nicht Leben, man kann deren “Produkte”, weder Essen noch Trinken, also wofür brauch ich ” Den Politiker “???
    Ach ja, die brauchen “mich”, den Bürger, denn sonst haben die nichts zum Essen und Trinken und könnten keine hohlen Reden halten.

    Mal sehen ob der Sm geht

  6. Machopan meint:

    Als native HTML funktioniert der Smiley. Als Pseudocode leider nicht.

    Ich hab’s geändert.
    SM sieht nicht schlecht aus. Nur die Frisur ist etwas … na ja.

  7. shrike meint:

    Hallo, der hatt doch was , mit dem Silberblick.
    Schönen Sonntag, bei Kaffee und Kuchen, am warmen Ofen.

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