Konsulargesetz

3. November 2006 05:45

Von der Öffentlichkeit weitgehendst unbeachtet, hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass Botschaften und Konsulate „entführten“ Deutschen die Kosten ihrer Befreiungsaktion nicht in Rechnung stellen dürfen, auch wenn nach dem Konsulargesetz die „Befreiten“ zum Ersatz der Auslagen verpflichtet sind.

Dem kostenbewussten Urlauber eröffnen sich damit vollkommen neue Perspektiven der Finanzierung. Reisen in ferne Länder werden damit auch für kleine und mittlere Einkommen möglich. Ich sehe schon, wie sich Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften am Strand von Malibu in der Sonne aalen oder beim Karneval in Rio die Sau rauslassen.
Ist die Reisekasse leer – muss nur rasch ne Entführung her. Und schon geht es „schwupp die wupp“ auf Kosten der BRddr ab nach Heimadingen.

Auch für Reiseveranstalter bieten sich damit völlig neue Möglichkeiten und interessante Erweiterungen des Produktportfolios:
Ägyptenrundreise – Entführung garantiert. Nur solange Vorrat reicht“ oder „Verschleppt in Mittelamerika – 14 Tage buchen, 10 Tage bezahlen“ könnte sich rasch zum Kassenschlager entwickeln und den benötigten wirtschaftlichen Aufschwung in der BRddr wesentlich beschleunigen.

Problematisch könnte allerdings der Mangel an qualifizierten Entführern werden.
Sicher haben Sie in den Medien verfolgt, wie unprofessionell und unsensibel die Entführer in den letzten Jahren mit den „Entführten“ umgegangen sind und ihre „Opfer“ einfach irgendwo ausgesetzt haben ohne vorher die Presse zu informieren und für entsprechende Erinnerungsfotos zu sorgen.
So erreicht man keine langfristige Kundenbindung und hat als Entführer hohe Aquisekosten, die auf das Betriebsergebnis drücken.
Auch hier gilt sicher der alte Slogan „Stammkundschaft vor Laufkundschaft“.

Nur mit geschultem, von international anerkannten Fachkräften ausgebildeten Entführungspersonal, wird man sich im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb durchsetzen können, bevor Billigentführungsanbieter aus dem osteuropäischen Raum die Preise verderben.
Hier bieten sich durch die Einbindung der bundesdeutschen Entwicklungs- und Militärhilfe unzählige Möglichkeiten vollkommen neuartige Dienstleistungsbereiche in den Entwicklungsländern aufzubauen und dauerhaft zu installieren. Neben einwöchigen Seminaren zur Einführung in die Problematik der „qualifizierten Entführung“ sind auch von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Umschulungen oder Studiengänge zum „Bachelor of Kidnapping Arts“ vorstellbar.

Und wenn man dann auch noch den kostenlosen Rücktransport garantieren kann, steht einem schönen Entführungsabenteuerurlaub eigentlich nichts mehr im Wege.
Neben der Reiserücktrittskostenversicherung könnte die Versicherungswirtschaft zum Beispiel auch eine „Entführungsgarantieversicherung“ anbieten, eventuell in der Prämie gestaffelt nach Eintagesentführungen, Wochenendentführungen und mehrwöchige Entführungen für den Pauschaltouristen.

Jetzt muss ich nur noch jemand finden, der sich auf Entführungen in der Lüneburger Heide spezialisiert hat.
Sie kennen nicht zufällig jemand, der meinem Kegelclub beim nächsten Ausflug den notwendigen „Kick“ verpassen und den kostenlosen Rücktransport per Reisebus arrangieren könnte?


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. November 2006 um 05:45:01 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Konsulargesetz

3. November 2006 05:45

Von der Öffentlichkeit weitgehendst unbeachtet, hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass Botschaften und Konsulate „entführten“ Deutschen die Kosten ihrer Befreiungsaktion nicht in Rechnung stellen dürfen, auch wenn nach dem Konsulargesetz die „Befreiten“ zum Ersatz der Auslagen verpflichtet sind.

Dem kostenbewussten Urlauber eröffnen sich damit vollkommen neue Perspektiven der Finanzierung. Reisen in ferne Länder werden damit auch für kleine und mittlere Einkommen möglich. Ich sehe schon, wie sich Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften am Strand von Malibu in der Sonne aalen oder beim Karneval in Rio die Sau rauslassen.
Ist die Reisekasse leer – muss nur rasch ne Entführung her. Und schon geht es „schwupp die wupp“ auf Kosten der BRddr ab nach Heimadingen.

Auch für Reiseveranstalter bieten sich damit völlig neue Möglichkeiten und interessante Erweiterungen des Produktportfolios:
Ägyptenrundreise – Entführung garantiert. Nur solange Vorrat reicht“ oder „Verschleppt in Mittelamerika – 14 Tage buchen, 10 Tage bezahlen“ könnte sich rasch zum Kassenschlager entwickeln und den benötigten wirtschaftlichen Aufschwung in der BRddr wesentlich beschleunigen.

Problematisch könnte allerdings der Mangel an qualifizierten Entführern werden.
Sicher haben Sie in den Medien verfolgt, wie unprofessionell und unsensibel die Entführer in den letzten Jahren mit den „Entführten“ umgegangen sind und ihre „Opfer“ einfach irgendwo ausgesetzt haben ohne vorher die Presse zu informieren und für entsprechende Erinnerungsfotos zu sorgen.
So erreicht man keine langfristige Kundenbindung und hat als Entführer hohe Aquisekosten, die auf das Betriebsergebnis drücken.
Auch hier gilt sicher der alte Slogan „Stammkundschaft vor Laufkundschaft“.

Nur mit geschultem, von international anerkannten Fachkräften ausgebildeten Entführungspersonal, wird man sich im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb durchsetzen können, bevor Billigentführungsanbieter aus dem osteuropäischen Raum die Preise verderben.
Hier bieten sich durch die Einbindung der bundesdeutschen Entwicklungs- und Militärhilfe unzählige Möglichkeiten vollkommen neuartige Dienstleistungsbereiche in den Entwicklungsländern aufzubauen und dauerhaft zu installieren. Neben einwöchigen Seminaren zur Einführung in die Problematik der „qualifizierten Entführung“ sind auch von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Umschulungen oder Studiengänge zum „Bachelor of Kidnapping Arts“ vorstellbar.

Und wenn man dann auch noch den kostenlosen Rücktransport garantieren kann, steht einem schönen Entführungsabenteuerurlaub eigentlich nichts mehr im Wege.
Neben der Reiserücktrittskostenversicherung könnte die Versicherungswirtschaft zum Beispiel auch eine „Entführungsgarantieversicherung“ anbieten, eventuell in der Prämie gestaffelt nach Eintagesentführungen, Wochenendentführungen und mehrwöchige Entführungen für den Pauschaltouristen.

Jetzt muss ich nur noch jemand finden, der sich auf Entführungen in der Lüneburger Heide spezialisiert hat.
Sie kennen nicht zufällig jemand, der meinem Kegelclub beim nächsten Ausflug den notwendigen „Kick“ verpassen und den kostenlosen Rücktransport per Reisebus arrangieren könnte?


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