Ombudsrat

18. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Nach manchen 10-stündigen Arbeitstagen zuzüglich jeweils 45-minütigem Autobahnschritttempo zur An- und Abreise, braucht man sich am Abend nur kurz vor den Bildschirm zu setzen und dem Newsticker zusehen, um einen heftigen Schluckauf zu bekommen.

«Stuttgarter Zeitung 8.11.04 / 19:01 Uhr
Clement beruft Ombudsrat für Arbeitsmarktreformen
Berlin (dpa) - Ein Ombudsrat wird über die Umsetzung der Arbeitsmarktreform Hartz IV wachen. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement setzte das Gremium in Berlin ein. Ihm gehören die frühere Bundesfamilienministerin Christine Bergmann, der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und der Ex-Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hermann Rappe, an. Der Ombudsrat arbeitet ehrenamtlich. Er hat beratende Funktion und soll Empfehlungen an die Bundesregierung abgeben

Im Handelsblatt äußern sich dann die Regierenden und die zukünftig Agierenden des ehrenamtliche Gremiums, das zum 1. Dezember seine Arbeit aufnimmt und zunächst für die Dauer von einem Jahr eingerichtet wird und auf etwaige Fehlentwicklungen hinweisen soll.

«Der Rat könne zwar nicht an Stelle von Widerspruchs-, Klage- oder Petitionsverfahren treten. Allerdings stehe die Geschäftsstelle den Betroffenen zur Verfügung, die sich durch die Reformen „belastet und beschwert fühlen“, betonte Clement

«Eine „konsequenzlose Beratung sei nicht vorgesehen“, sagte Biedenkopf. „Dafür hätte ich nicht zur Verfügung gestanden.“ Der CDU-Politiker erklärte, er halte die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe für notwendig. Die Reformen seien außerordentlich tief greifend und setzten im sensiblen Bereich von Transferleistungen an, die Lebensunterhalt gewährleisten sollten.»

«Rappe verwies darauf, dass das Gesetzespaket neu sei und sich erst einspielen müsse. Das werde eine Zeit lang dauern. Die Aufgabe des Ombudsrates beschrieb er mit den Worten: „Wir wollen beraten und helfen.“»

«Christine Bergmann erklärte, allein die Einberufung des Rates mache deutlich, dass es auf Seiten der Politik ein großes Interesse gebe, den Reformprozess zu begleiten und Empfehlungen von einem unabhängigen Gremium entgegen zu nehmen. „Wir gehen davon aus, dass diese Empfehlungen sehr ernst genommen werden.“»

Und Machopan fragt sich jetzt

  • was dieses Alibi- und Kasperletheater soll
  • wie die reanimierten drei Hansele den mehreren hunderttausend Betroffenen, die sich durch die „Reformen“ belastet und beschwert fühlen, mit Rat und Hilfe beistehen wollen,
  • warum dieses Gremium (wortverwandt mit ‚Krematorium‘?) nur mit einem ehemaligen Gewerkschaftsboss und Politikern besetzt wird, die ihre besten Tage schon hinter sich haben.
  • wo denn die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitslosen in diesem Gremium sind, denn um die geht es ja primär bei den „Arbeitsmarktreformen“
  • warum dieses Gremium nur (ernst zu nehmende!) Empfehlungen aussprechen darf und nach einem Jahr bereits wieder beerdigt wird.

Und überhaupt ist doch die ganze totgeborene Veranstaltung nur dazu da, damit sich die Betroffenen wegen der “Reformen” jetzt beim Ombudsrat beschweren können und ja nicht wieder auf die Idee kommen beim Superwolli anzurufen..
Also ist doch der Ombudsrat nichts anderes als eine Alibi-Veranstaltung, so eine Art personell unterbesetztes Call-Center, mit unqualifiziertem kompetenzlosem Personal auf der Basis von befristeten 1-Euro-Jobs.
Immerhin fallen dabei drei Arbeitsplätze für beschäftigungslose ältere Mitbürger ab.
Das hat der Wolli echt “super” hingekriegt..

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. November 2004 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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18. November 2004 05:45

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Nach manchen 10-stündigen Arbeitstagen zuzüglich jeweils 45-minütigem Autobahnschritttempo zur An- und Abreise, braucht man sich am Abend nur kurz vor den Bildschirm zu setzen und dem Newsticker zusehen, um einen heftigen Schluckauf zu bekommen.

«Stuttgarter Zeitung 8.11.04 / 19:01 Uhr
Clement beruft Ombudsrat für Arbeitsmarktreformen
Berlin (dpa) - Ein Ombudsrat wird über die Umsetzung der Arbeitsmarktreform Hartz IV wachen. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement setzte das Gremium in Berlin ein. Ihm gehören die frühere Bundesfamilienministerin Christine Bergmann, der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und der Ex-Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hermann Rappe, an. Der Ombudsrat arbeitet ehrenamtlich. Er hat beratende Funktion und soll Empfehlungen an die Bundesregierung abgeben

Im Handelsblatt äußern sich dann die Regierenden und die zukünftig Agierenden des ehrenamtliche Gremiums, das zum 1. Dezember seine Arbeit aufnimmt und zunächst für die Dauer von einem Jahr eingerichtet wird und auf etwaige Fehlentwicklungen hinweisen soll.

«Der Rat könne zwar nicht an Stelle von Widerspruchs-, Klage- oder Petitionsverfahren treten. Allerdings stehe die Geschäftsstelle den Betroffenen zur Verfügung, die sich durch die Reformen „belastet und beschwert fühlen“, betonte Clement

«Eine „konsequenzlose Beratung sei nicht vorgesehen“, sagte Biedenkopf. „Dafür hätte ich nicht zur Verfügung gestanden.“ Der CDU-Politiker erklärte, er halte die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe für notwendig. Die Reformen seien außerordentlich tief greifend und setzten im sensiblen Bereich von Transferleistungen an, die Lebensunterhalt gewährleisten sollten.»

«Rappe verwies darauf, dass das Gesetzespaket neu sei und sich erst einspielen müsse. Das werde eine Zeit lang dauern. Die Aufgabe des Ombudsrates beschrieb er mit den Worten: „Wir wollen beraten und helfen.“»

«Christine Bergmann erklärte, allein die Einberufung des Rates mache deutlich, dass es auf Seiten der Politik ein großes Interesse gebe, den Reformprozess zu begleiten und Empfehlungen von einem unabhängigen Gremium entgegen zu nehmen. „Wir gehen davon aus, dass diese Empfehlungen sehr ernst genommen werden.“»

Und Machopan fragt sich jetzt

  • was dieses Alibi- und Kasperletheater soll
  • wie die reanimierten drei Hansele den mehreren hunderttausend Betroffenen, die sich durch die „Reformen“ belastet und beschwert fühlen, mit Rat und Hilfe beistehen wollen,
  • warum dieses Gremium (wortverwandt mit ‚Krematorium‘?) nur mit einem ehemaligen Gewerkschaftsboss und Politikern besetzt wird, die ihre besten Tage schon hinter sich haben.
  • wo denn die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitslosen in diesem Gremium sind, denn um die geht es ja primär bei den „Arbeitsmarktreformen“
  • warum dieses Gremium nur (ernst zu nehmende!) Empfehlungen aussprechen darf und nach einem Jahr bereits wieder beerdigt wird.

Und überhaupt ist doch die ganze totgeborene Veranstaltung nur dazu da, damit sich die Betroffenen wegen der “Reformen” jetzt beim Ombudsrat beschweren können und ja nicht wieder auf die Idee kommen beim Superwolli anzurufen..
Also ist doch der Ombudsrat nichts anderes als eine Alibi-Veranstaltung, so eine Art personell unterbesetztes Call-Center, mit unqualifiziertem kompetenzlosem Personal auf der Basis von befristeten 1-Euro-Jobs.
Immerhin fallen dabei drei Arbeitsplätze für beschäftigungslose ältere Mitbürger ab.
Das hat der Wolli echt “super” hingekriegt..

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. November 2004 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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