Mehrarbeit

15. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Fällt Ihnen auch auf, dass manche Themen in unserem Land einer permanenten Reinkarnation zu unterliegen scheinen und von den gleichen Stehaufmännchen immer wieder zum Besten gegeben werden.

“Mehrarbeit” führen wieder viele schreierisch im Munde, die jedoch etwas anderes im Schilde führen.
Dabei weiß ein Großteil deren, die jetzt rumgrölen und die Stimmung anheizen wollen, sehr wohl, dass die von ihnen geforderte “Mehrarbeit” nicht “mehr Arbeit” bedeutet.
Meinen tun diese vollkommen uneigennützigen Rufer etwas ganz anderes, sie meinen die “40-und-mehr-Stunden-Woche-ohne-Bezahlung” oder die “Wochend-und-Nachtarbeit-ohne-Zuschlag”.
Helfen soll das unserer Wirtschaft und ihr den Aufschwung bringen.

Dabei liegen wir Deutschen mit unserer wöchentlichen Arbeitszeit ganz gut im europäischen Vergleich. Etwas schlechter sieht es mit der Jahresarbeitszeit aus, denn in Deutschland wird an weniger Tagen gearbeitet, als bei den europäischen Nachbarn, obwohl deren Jahre auch 365 Kalendertage haben.
Man kann sich mit dieser Tatsache sachlich, emotional, statistisch, egoistisch, volkswirtschaftlich oder rein mathematisch (Kalendertage - Sonntage - Samstage - Nationale_Feiertage - Regionale_Feiertage - Urlaubstage - Krankheitstage = Anzahl_Arbeitstage) beschäftigen.
Das Beste jedoch wird sein, man nähert sich diesem Thema von der vernünftigen Seite und benützt dazu einen einfachen Vergleich, den auch ein Andersdenkender verstehen und als Einstieg in eine sachliche Diskussion akzeptieren kann.

So schreibt zum Beispiel Helmut Creutz im Vorwort zu seinem Artíkel “Was hilft gegen Arbeitslosigkeit?”, erschienen in HUMANWIRTSCHAFT, Ausgabe September/Oktober 2004:
«Wenn in einer Gemeinschaft einige hungern und zur Lösung des Problems vorgeschlagen wird, die übrigen sollten noch mehr essen, wären wir wahrscheinlich fassungslos. Wenn in einer Gemeinschaft aber einige ohne Arbeit sind und jemand vorschlägt, die übrigen sollten noch mehr arbeiten, wird so etwas ernsthaft diskutiert!»

Dieser Text macht mir Hoffnung, denn es scheint noch Menschen zu geben, die ihren Verstand noch nicht vollständig stillgelegt haben und nur noch nachjaulen, was Ihnen die Scharfmacher aus Wirtschaft und Politik aus gemeiner Eigennützigkeit vorheulen.
Die Politiker, weil sie glauben damit ihr hausgemachtes Problem der grassierenden Staatsverschuldung zu beheben und “weiterwurschteln” können wie bisher.
Die Wirtschaft, weil die Gelegenheit günstig erscheint, die aktuelle Lage zur Profitmaximierung und Rückabwicklung der Klassenkämpfe des letzten Jahrhunderts zu nutzen.
Der Staat steht wegen offensichtlichem, langjährigem betrügerischem Bankrott und maßloser Verschwendung handlungsunfähig mit dem Rücken zur Wand oder je nach Betrachtungsweise auch zur Mauer.
Die Gewerkschaftsburgen sind entweder sturmreif geschossen oder mit Möchtegernarbeitgebern oder nadelstreifentragenden Ahnungslosen fehlbesetzt und sind, nachdem ihnen jahrelang die Mitglieder weggelaufen sind, in ähnlich repräsentativer, volksvertreterischer Mission unterwegs wie die politischen Parteien.
Der Rest der Republik ist zwischenzeitlich in Besserverdienende, Arbeitnehmer, Arbeitslose, Langzeitfaulenzer und Sozialschmarotzer eingetütet.
Je nach Sichtweise und Interessenlage des Betrachters kommen dann noch die Schnittmengen der Wähler, Versicherten, Steuerzahler, Autofahrer, Rentner und Senioren, Alleinerziehende und Familien, Ausländer oder Migranten, Wessis und Ossis, Rechtsradikalen, Linksradikalen, Atomkraftgegner, Umweltschützer, Immobilienbesitzer, Mieter, Obdachlosen, Verbraucher, Häuslesbauer, Energieverbraucher und Bürger dieser unserer Republik dazu.
Daraus lassen sich je nach Bedarf oder Lust und Laune beliebige, natürlich repräsentative Bevölkerungsgruppen bilden, die als Pro und Contra für beliebige Argumente verwendet werden können.

Beispiele gefällig?

  • Durch die Erhöhung der Mineralölsteuer ist zwar eine geringfügige Mehrbelastung der Autofahrer nicht zu vermeiden, damit die Bürger, Rentner und Senioren sowie Verbraucher zur Erhöhung der Kaufkraft entlastet werden können.
  • Die Kürzung der Rentenbezüge macht da Sinn, wo Synergieeffekte für die Versicherten und Alleinerziehenden erreicht werden können.
  • Es ist legitim sich für eine Umschichtung der Mittel, weg von den Besserverdienenden hin zu den Versicherten und Bürgern dieser Republik, stark zu machen.

Das System ist eigentlich ganz einfach.
Es funktioniert wie eine Hackordnung. Genommen wird immer auf einer übergeordneten Ebenen, um die Mittel dann angeblich auf sozial untergeordnete Ebenen zu verteilen. Über die dabei auftretenden und gewollten Verteilungsverluste wird Stillschweigen gewahrt.
Ist die Verteilung dann bei den Bevölkerungsgruppen mit dem schlechtesten Ruf auf der untersten Ebene angekommen, dreht man das System um und verteilt wieder nach oben.
Auch dazu ein Beispiel:

  • Es kann jedem Sozialhilfeempfänger zugemutet werden mindestens drei Stunden täglich einer bezahlten Arbeit nachzugehen und somit seinen Beitrag zur Unterstützung Alleinerziehender, sowie Alten und Rentner zu leisten.
  • Auch Umweltschützer können sich ihrer sozialen Verantwortung nicht entziehen, wenn durch die Besteuerung erneuerbarer Energien eine langfristige Sicherung unseres Rentensystems und eine sorgenfreie Zukunft für unsere älteren Mitbürger und Rentner gesichert werden kann.

Sie müssen nur ein bisschen üben, dann bekommen Sie auch solche Sätze hin:

  • Durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit leisten die Arbeitnehmer einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung unseres Wirtschaftswachstums und unserer Sozialsysteme. Davon werden nicht nur die Steuerzahler, Rentner und Senioren profitieren, sondern auch Alleinerziehende und Familien mit Kindern.
  • Der wirtschaftliche Aufschwung, den wir durch die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit, die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich verbunden mit der Streichung von Feiertagen und Kürzung des Tarifurlaubs erreichen, stärkt die Position unseres Landes im internationalen Wettbewerb und dient zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze und - unterstützt durch die Job-Initiative des Bundes - auch zur Schaffung von Hundertausenden neuer Beschäftigungsmöglichkeiten für Bürger in Ost und West.

Den einen oder anderen Satz haben Sie sicher in dieser oder ähnlicher Form schon mal gehört!

Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen einem Rentner und einem Senioren?
Ganz einfach, der Rentner ist ein Sozialfall und lebt am Rande des Existenzminimums von staatlicher Stütze, während der Senior Zielobjekt der Werbe- und Lifescience-Industrie ist und über erhebliche Kaufkraft verfügt.

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Besserverdiener und einem Arbeitslosen?
Der Arbeitslose hat schon bekommen was er verdient und ist jetzt um eine Erfahrung reicher.

Sie dürfen ruhig lachen, wenn Sie noch können.

Im Internet habe ich zum Thema “Arbeitslosigkeit und Mehrarbeit” einen wirklich hervorragenden Artikel (prädikat: besonders lesenswert) bei www.humanwirtschaft.org gefunden, aus dem ich einen Satz (Punkt 32) zitieren und damit für heute schließen möchte:
«Die Frage, Arbeitszeiten zu verlängern oder zu verkürzen, ist letztlich ein Streit um des Kaisers Bart, und der Versuch, mit längerer Arbeit mehr Arbeit zu schaffen ähnlich illusorisch wie der, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.»

Und nur für den Fall, dass jemand meint, damit wäre alles “paletti” und wir können weiter machen mit “Business as usual”, hier der letzte Absatz dieses lesens- und merkenswerten Artikels:
«Einen Ausweg aus diesem Dilemma gäbe es nur, wenn sich an der nächsten “Bündnis-für-Arbeit” Runde, neben den Gewerkschaften, Unternehmern und Vertretern der Politik, auch das Geldkapital beteiligen und zum Maßhalten verpflichten würde, und das heißt, dass es sich wie alle anderen mit seinen jährlichen Mehransprüchen an der Entwicklung der Wirtschaftsleistung orientiert. Ist das nicht zu erreichen, steht uns ein bitteres Ende bevor, als erstes wahrscheinlich das unserer Demokratie»

Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen, außer der Bemerkung, dass wir sicher derzeit Wichtigeres zu tun hätten, als mit einem solchen Seich (mundartlich für: Mist, Quatsch) unsere kostbare Zeit zu verschwenden.
Denn Zeit ist Geld.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Lesenswerte Links zum Thema:
Die Welt: Was “rogowskaja” und “eichelhans” übersehen haben
NetZeitung: Wir könnten auch am Sonntag wieder arbeiten gehen

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. November 2004 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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15. November 2004 05:45

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“Mehrarbeit” führen wieder viele schreierisch im Munde, die jedoch etwas anderes im Schilde führen.
Dabei weiß ein Großteil deren, die jetzt rumgrölen und die Stimmung anheizen wollen, sehr wohl, dass die von ihnen geforderte “Mehrarbeit” nicht “mehr Arbeit” bedeutet.
Meinen tun diese vollkommen uneigennützigen Rufer etwas ganz anderes, sie meinen die “40-und-mehr-Stunden-Woche-ohne-Bezahlung” oder die “Wochend-und-Nachtarbeit-ohne-Zuschlag”.
Helfen soll das unserer Wirtschaft und ihr den Aufschwung bringen.

Dabei liegen wir Deutschen mit unserer wöchentlichen Arbeitszeit ganz gut im europäischen Vergleich. Etwas schlechter sieht es mit der Jahresarbeitszeit aus, denn in Deutschland wird an weniger Tagen gearbeitet, als bei den europäischen Nachbarn, obwohl deren Jahre auch 365 Kalendertage haben.
Man kann sich mit dieser Tatsache sachlich, emotional, statistisch, egoistisch, volkswirtschaftlich oder rein mathematisch (Kalendertage - Sonntage - Samstage - Nationale_Feiertage - Regionale_Feiertage - Urlaubstage - Krankheitstage = Anzahl_Arbeitstage) beschäftigen.
Das Beste jedoch wird sein, man nähert sich diesem Thema von der vernünftigen Seite und benützt dazu einen einfachen Vergleich, den auch ein Andersdenkender verstehen und als Einstieg in eine sachliche Diskussion akzeptieren kann.

So schreibt zum Beispiel Helmut Creutz im Vorwort zu seinem Artíkel “Was hilft gegen Arbeitslosigkeit?”, erschienen in HUMANWIRTSCHAFT, Ausgabe September/Oktober 2004:
«Wenn in einer Gemeinschaft einige hungern und zur Lösung des Problems vorgeschlagen wird, die übrigen sollten noch mehr essen, wären wir wahrscheinlich fassungslos. Wenn in einer Gemeinschaft aber einige ohne Arbeit sind und jemand vorschlägt, die übrigen sollten noch mehr arbeiten, wird so etwas ernsthaft diskutiert!»

Dieser Text macht mir Hoffnung, denn es scheint noch Menschen zu geben, die ihren Verstand noch nicht vollständig stillgelegt haben und nur noch nachjaulen, was Ihnen die Scharfmacher aus Wirtschaft und Politik aus gemeiner Eigennützigkeit vorheulen.
Die Politiker, weil sie glauben damit ihr hausgemachtes Problem der grassierenden Staatsverschuldung zu beheben und “weiterwurschteln” können wie bisher.
Die Wirtschaft, weil die Gelegenheit günstig erscheint, die aktuelle Lage zur Profitmaximierung und Rückabwicklung der Klassenkämpfe des letzten Jahrhunderts zu nutzen.
Der Staat steht wegen offensichtlichem, langjährigem betrügerischem Bankrott und maßloser Verschwendung handlungsunfähig mit dem Rücken zur Wand oder je nach Betrachtungsweise auch zur Mauer.
Die Gewerkschaftsburgen sind entweder sturmreif geschossen oder mit Möchtegernarbeitgebern oder nadelstreifentragenden Ahnungslosen fehlbesetzt und sind, nachdem ihnen jahrelang die Mitglieder weggelaufen sind, in ähnlich repräsentativer, volksvertreterischer Mission unterwegs wie die politischen Parteien.
Der Rest der Republik ist zwischenzeitlich in Besserverdienende, Arbeitnehmer, Arbeitslose, Langzeitfaulenzer und Sozialschmarotzer eingetütet.
Je nach Sichtweise und Interessenlage des Betrachters kommen dann noch die Schnittmengen der Wähler, Versicherten, Steuerzahler, Autofahrer, Rentner und Senioren, Alleinerziehende und Familien, Ausländer oder Migranten, Wessis und Ossis, Rechtsradikalen, Linksradikalen, Atomkraftgegner, Umweltschützer, Immobilienbesitzer, Mieter, Obdachlosen, Verbraucher, Häuslesbauer, Energieverbraucher und Bürger dieser unserer Republik dazu.
Daraus lassen sich je nach Bedarf oder Lust und Laune beliebige, natürlich repräsentative Bevölkerungsgruppen bilden, die als Pro und Contra für beliebige Argumente verwendet werden können.

Beispiele gefällig?

  • Durch die Erhöhung der Mineralölsteuer ist zwar eine geringfügige Mehrbelastung der Autofahrer nicht zu vermeiden, damit die Bürger, Rentner und Senioren sowie Verbraucher zur Erhöhung der Kaufkraft entlastet werden können.
  • Die Kürzung der Rentenbezüge macht da Sinn, wo Synergieeffekte für die Versicherten und Alleinerziehenden erreicht werden können.
  • Es ist legitim sich für eine Umschichtung der Mittel, weg von den Besserverdienenden hin zu den Versicherten und Bürgern dieser Republik, stark zu machen.

Das System ist eigentlich ganz einfach.
Es funktioniert wie eine Hackordnung. Genommen wird immer auf einer übergeordneten Ebenen, um die Mittel dann angeblich auf sozial untergeordnete Ebenen zu verteilen. Über die dabei auftretenden und gewollten Verteilungsverluste wird Stillschweigen gewahrt.
Ist die Verteilung dann bei den Bevölkerungsgruppen mit dem schlechtesten Ruf auf der untersten Ebene angekommen, dreht man das System um und verteilt wieder nach oben.
Auch dazu ein Beispiel:

  • Es kann jedem Sozialhilfeempfänger zugemutet werden mindestens drei Stunden täglich einer bezahlten Arbeit nachzugehen und somit seinen Beitrag zur Unterstützung Alleinerziehender, sowie Alten und Rentner zu leisten.
  • Auch Umweltschützer können sich ihrer sozialen Verantwortung nicht entziehen, wenn durch die Besteuerung erneuerbarer Energien eine langfristige Sicherung unseres Rentensystems und eine sorgenfreie Zukunft für unsere älteren Mitbürger und Rentner gesichert werden kann.

Sie müssen nur ein bisschen üben, dann bekommen Sie auch solche Sätze hin:

  • Durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit leisten die Arbeitnehmer einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung unseres Wirtschaftswachstums und unserer Sozialsysteme. Davon werden nicht nur die Steuerzahler, Rentner und Senioren profitieren, sondern auch Alleinerziehende und Familien mit Kindern.
  • Der wirtschaftliche Aufschwung, den wir durch die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit, die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich verbunden mit der Streichung von Feiertagen und Kürzung des Tarifurlaubs erreichen, stärkt die Position unseres Landes im internationalen Wettbewerb und dient zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze und - unterstützt durch die Job-Initiative des Bundes - auch zur Schaffung von Hundertausenden neuer Beschäftigungsmöglichkeiten für Bürger in Ost und West.

Den einen oder anderen Satz haben Sie sicher in dieser oder ähnlicher Form schon mal gehört!

Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen einem Rentner und einem Senioren?
Ganz einfach, der Rentner ist ein Sozialfall und lebt am Rande des Existenzminimums von staatlicher Stütze, während der Senior Zielobjekt der Werbe- und Lifescience-Industrie ist und über erhebliche Kaufkraft verfügt.

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Besserverdiener und einem Arbeitslosen?
Der Arbeitslose hat schon bekommen was er verdient und ist jetzt um eine Erfahrung reicher.

Sie dürfen ruhig lachen, wenn Sie noch können.

Im Internet habe ich zum Thema “Arbeitslosigkeit und Mehrarbeit” einen wirklich hervorragenden Artikel (prädikat: besonders lesenswert) bei www.humanwirtschaft.org gefunden, aus dem ich einen Satz (Punkt 32) zitieren und damit für heute schließen möchte:
«Die Frage, Arbeitszeiten zu verlängern oder zu verkürzen, ist letztlich ein Streit um des Kaisers Bart, und der Versuch, mit längerer Arbeit mehr Arbeit zu schaffen ähnlich illusorisch wie der, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.»

Und nur für den Fall, dass jemand meint, damit wäre alles “paletti” und wir können weiter machen mit “Business as usual”, hier der letzte Absatz dieses lesens- und merkenswerten Artikels:
«Einen Ausweg aus diesem Dilemma gäbe es nur, wenn sich an der nächsten “Bündnis-für-Arbeit” Runde, neben den Gewerkschaften, Unternehmern und Vertretern der Politik, auch das Geldkapital beteiligen und zum Maßhalten verpflichten würde, und das heißt, dass es sich wie alle anderen mit seinen jährlichen Mehransprüchen an der Entwicklung der Wirtschaftsleistung orientiert. Ist das nicht zu erreichen, steht uns ein bitteres Ende bevor, als erstes wahrscheinlich das unserer Demokratie»

Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen, außer der Bemerkung, dass wir sicher derzeit Wichtigeres zu tun hätten, als mit einem solchen Seich (mundartlich für: Mist, Quatsch) unsere kostbare Zeit zu verschwenden.
Denn Zeit ist Geld.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Lesenswerte Links zum Thema:
Die Welt: Was “rogowskaja” und “eichelhans” übersehen haben
NetZeitung: Wir könnten auch am Sonntag wieder arbeiten gehen

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. November 2004 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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