Feiertagstheater

8. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Meinen Sie nicht auch, dass der Eiertanz um die Feiertage zur wirtschaftlichen Gesundung dieses unseres Landes für eine der “führenden” Industrienationen dieser Welt unwürdig ist?
Dennoch scheinen sich alle Parteien und Organisationen mit Vorschlägen zu beschäftigen, welche Feiertage man streichen und/oder auf Sonntage verlegen könnte und welche nicht.
In solchen Situationen, wenn die Argumente wild durch den Raum fliegen und die Diskussionen heftiger und die Wortwahl deftiger werden, habe ich mir angewöhnt einen Schritt zurückzutreten und mir zuerst mal einen Überblick zu verschaffen.
In der Diskussion um den Feiertag fällt mir das leicht, da ich

  1. am 3. Oktober keine Nationalflagge aus dem Fenster hängen habe und den Schnabel aufreißen muss um die Nationalhymne zu singen.
  2. am Dreikönigtags nicht mit Gleichgesinnten zusammenhocken muss.
  3. am Weltspartag mein Geld nicht auf die Bank bringe.
  4. den Tag der Arbeit als solchen verstehe.
  5. am Valentinstag den Valentin Valentin sein lasse.
  6. am Karfreitag (der in Österreich kein Feiertag ist) nicht faste.
  7. am Ostermontag keine dicken Eier habe.
  8. am 24. Dezember nicht auf das Christkind warte.
  9. am zweiten Weihnachtsfeiertag bereits auf Diät bin.
  10. am 31. Dezember um 23:00 Uhr zu Bett gehe, um mich nicht schon beim Neujahrsgeseiere des Bundeskaspars erbrechen zu müssen.
  11. an Neujahrstag ohne Brummschädel und gute Vorsätze aufwache.
  12. auch am 20. April keinen Grund zum Faulenzen sehe.
  13. als ehemaliger Kirchensteuerzahler selbst wenig Interesse an Fronleichnam, Allerheiligen, Christi und Mariä Himmelfahrt habe.
  14. auch dem Augsburger Stadtfest nichts abgewinnen kann.
  15. meine eigenen Freuden- und “Feiertage” habe.

Sollte ich einen streichenswerten Tag vergessen haben, so bitte ich um Entschuldigung.
Also könnte mir eigentlich, ich sag das jetzt einmal mal so salopp, die ganze Diskussion um die Streichung von irgendwelchen arbeitsfreien Feier- und oder Gedenktagen, eigentlich am Arsch vorbeigehen.

TUT ES ABER NICHT! Zuerst hat mich die Idee vom Bundeskasper und seinem Finanzhans amüsiert, passt die Reaktion auf das neue(?) Finanzloch und die Art der Flick- und Stopfversuche in das typische Strick- und Stopfmuster von Rot-Grün. Als mir vor vielen vielen Jahren klar wurde, wie die rot-grünen Finanzlöcher entstehen, hatte ich noch Hoffnung, dass die Jungs irgendwann doch merken müssten, dass sie Teil des Problems und nicht Teil der Lösung sind. Jedem Otto Normalverbraucher ist doch wohl klar, dass er eine Haushaltlücke bekommt wenn er mit Einnahmen von 2000 € rechnet, aber nur 1000 € verdient. Und als mir dann auch noch klar wurde, wie viele Unbekannte, Variable und Annahmen in der Haushaltsplanberechnungsformel vom Finanzhans enthalten sind, waren die Präsentationen der neuen Haushalte und ihren unweigerlichen Nachträge immer wieder neu aufgelegte Komödien, die dann im Laufe der Regeierungsjahre zum Schauspiel und jetzt zur Tragödie geworden sind. Eine Tragödie, in die die Veranstalter und Akteure seit dem zweiten Akt auch die zahlenden Zuschauer durch wildeste Publikumsbeschimpfungen mit einbeziehen.
Man muss sich sicher keinen dritten Akt antun oder warten, bis die Akteure sich im unbeirrbaren Glauben an ihre Begabung und Problemlösungskompetenz unter vollständiger Ignoranz des Publikumswillens und getrieben von der eigenen Dummheit ins offene Messer stürzen, um sich in aller Öffentlichkeit zu entmannen oder theatralisch zu entleiben.
Nachdem Buhrufe, Pfiffe und Wurfgeschosse keine Wirkung zeigten, scheint jetzt die Zeit zum publikumsseitigen Eingreifen gekommen zu sein.

Wer die rotzige Reaktion vom Bundesgerd, Müntedinges und Finanzhans auf das “Njet” aus vielen Mündern zur Verlegung des Nationalfeiertages gesehen hat, dem wird klar, dass die Jungs längst mit ihrem Latein am Ende sind, nach jedem Strohhalm greifen und nur noch ums nackte Überleben spielen.
Sie haben sich als Laienschauspieler in einer Seifenoper geoutet, die jetzt für den Misserfolg ihres Marionetten- und Puppenspiels die Kritiker und das schlechte Publikum verantwortlich machen. Nach Helmut “Birne” Kohl’s Schmierentheater, Bestechungs- und Schwarzgeldschattenspielen geht mir zwischenzeitlich auch das rot-grüne Kasperletheater gehörig auf die männlichen Weichteile.
Mir hat die Diskussion um die Feiertage Lust gemacht.
Lust auf politische Gewalt als einen Akt der Notwehr und Lust auf körperliche Gewalt als Akt der Erziehung und Bestrafung für einen Haufen von unartigen politischen und wirtschaftlichen Halbwüchsigen, Maulhelden, Dampfplauderern und unbelehrbaren Bürokraten, Parteibonzen und Ignoranten.
Wenn sich noch ein paar Gleichgesinnte finden, könnten wir einen Verein gründen.
Natürlich einen gemeinnützigen Verein, einen “Verein zur Rettung des Deutschen Polittheaters e.V.”
Mitglied kann jeder deutsche Staatsbürger werden.
Hiermit erkläre ich die konstituierende Sitzung für eröffnet und komme ohne Vorspiel, denn die Zeit drängt, gleich zu Punkt 1 der Tagesordnung:
Ich stelle den Antrag, dass wir die Laienschauspieler in Berlin mit sofortiger Wirkung von der Bühne holen.
Gegenstimmen?
Keine!
Enthaltungen?
Keine!
Antrag einstimmig angenommen!

Ich stelle weiter den Antrag, den Akteuren die bürgerlichen Ehrenrechte, das aktive und das passive Wahlrecht und die kaufmännische Geschäftsfähigkeit mit sofortiger Wirkung abzuerkennen.
Gegenstimmen?
Keine!
Enthaltungen?
Keine!
Antrag angenommen!

Jetzt brauchen wir nur noch ein paar Freiwillige, die nach Berlin fahren und dem Theater endlich ein Ende machen.
Wie wäre es am Volkstrauertrag?
Hätten Sie da Zeit für basisdemokratische Notmaßnahmen?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 8. November 2004 um 05:45:11 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Feiertagstheater

8. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Meinen Sie nicht auch, dass der Eiertanz um die Feiertage zur wirtschaftlichen Gesundung dieses unseres Landes für eine der “führenden” Industrienationen dieser Welt unwürdig ist?
Dennoch scheinen sich alle Parteien und Organisationen mit Vorschlägen zu beschäftigen, welche Feiertage man streichen und/oder auf Sonntage verlegen könnte und welche nicht.
In solchen Situationen, wenn die Argumente wild durch den Raum fliegen und die Diskussionen heftiger und die Wortwahl deftiger werden, habe ich mir angewöhnt einen Schritt zurückzutreten und mir zuerst mal einen Überblick zu verschaffen.
In der Diskussion um den Feiertag fällt mir das leicht, da ich

  1. am 3. Oktober keine Nationalflagge aus dem Fenster hängen habe und den Schnabel aufreißen muss um die Nationalhymne zu singen.
  2. am Dreikönigtags nicht mit Gleichgesinnten zusammenhocken muss.
  3. am Weltspartag mein Geld nicht auf die Bank bringe.
  4. den Tag der Arbeit als solchen verstehe.
  5. am Valentinstag den Valentin Valentin sein lasse.
  6. am Karfreitag (der in Österreich kein Feiertag ist) nicht faste.
  7. am Ostermontag keine dicken Eier habe.
  8. am 24. Dezember nicht auf das Christkind warte.
  9. am zweiten Weihnachtsfeiertag bereits auf Diät bin.
  10. am 31. Dezember um 23:00 Uhr zu Bett gehe, um mich nicht schon beim Neujahrsgeseiere des Bundeskaspars erbrechen zu müssen.
  11. an Neujahrstag ohne Brummschädel und gute Vorsätze aufwache.
  12. auch am 20. April keinen Grund zum Faulenzen sehe.
  13. als ehemaliger Kirchensteuerzahler selbst wenig Interesse an Fronleichnam, Allerheiligen, Christi und Mariä Himmelfahrt habe.
  14. auch dem Augsburger Stadtfest nichts abgewinnen kann.
  15. meine eigenen Freuden- und “Feiertage” habe.

Sollte ich einen streichenswerten Tag vergessen haben, so bitte ich um Entschuldigung.
Also könnte mir eigentlich, ich sag das jetzt einmal mal so salopp, die ganze Diskussion um die Streichung von irgendwelchen arbeitsfreien Feier- und oder Gedenktagen, eigentlich am Arsch vorbeigehen.

TUT ES ABER NICHT! Zuerst hat mich die Idee vom Bundeskasper und seinem Finanzhans amüsiert, passt die Reaktion auf das neue(?) Finanzloch und die Art der Flick- und Stopfversuche in das typische Strick- und Stopfmuster von Rot-Grün. Als mir vor vielen vielen Jahren klar wurde, wie die rot-grünen Finanzlöcher entstehen, hatte ich noch Hoffnung, dass die Jungs irgendwann doch merken müssten, dass sie Teil des Problems und nicht Teil der Lösung sind. Jedem Otto Normalverbraucher ist doch wohl klar, dass er eine Haushaltlücke bekommt wenn er mit Einnahmen von 2000 € rechnet, aber nur 1000 € verdient. Und als mir dann auch noch klar wurde, wie viele Unbekannte, Variable und Annahmen in der Haushaltsplanberechnungsformel vom Finanzhans enthalten sind, waren die Präsentationen der neuen Haushalte und ihren unweigerlichen Nachträge immer wieder neu aufgelegte Komödien, die dann im Laufe der Regeierungsjahre zum Schauspiel und jetzt zur Tragödie geworden sind. Eine Tragödie, in die die Veranstalter und Akteure seit dem zweiten Akt auch die zahlenden Zuschauer durch wildeste Publikumsbeschimpfungen mit einbeziehen.
Man muss sich sicher keinen dritten Akt antun oder warten, bis die Akteure sich im unbeirrbaren Glauben an ihre Begabung und Problemlösungskompetenz unter vollständiger Ignoranz des Publikumswillens und getrieben von der eigenen Dummheit ins offene Messer stürzen, um sich in aller Öffentlichkeit zu entmannen oder theatralisch zu entleiben.
Nachdem Buhrufe, Pfiffe und Wurfgeschosse keine Wirkung zeigten, scheint jetzt die Zeit zum publikumsseitigen Eingreifen gekommen zu sein.

Wer die rotzige Reaktion vom Bundesgerd, Müntedinges und Finanzhans auf das “Njet” aus vielen Mündern zur Verlegung des Nationalfeiertages gesehen hat, dem wird klar, dass die Jungs längst mit ihrem Latein am Ende sind, nach jedem Strohhalm greifen und nur noch ums nackte Überleben spielen.
Sie haben sich als Laienschauspieler in einer Seifenoper geoutet, die jetzt für den Misserfolg ihres Marionetten- und Puppenspiels die Kritiker und das schlechte Publikum verantwortlich machen. Nach Helmut “Birne” Kohl’s Schmierentheater, Bestechungs- und Schwarzgeldschattenspielen geht mir zwischenzeitlich auch das rot-grüne Kasperletheater gehörig auf die männlichen Weichteile.
Mir hat die Diskussion um die Feiertage Lust gemacht.
Lust auf politische Gewalt als einen Akt der Notwehr und Lust auf körperliche Gewalt als Akt der Erziehung und Bestrafung für einen Haufen von unartigen politischen und wirtschaftlichen Halbwüchsigen, Maulhelden, Dampfplauderern und unbelehrbaren Bürokraten, Parteibonzen und Ignoranten.
Wenn sich noch ein paar Gleichgesinnte finden, könnten wir einen Verein gründen.
Natürlich einen gemeinnützigen Verein, einen “Verein zur Rettung des Deutschen Polittheaters e.V.”
Mitglied kann jeder deutsche Staatsbürger werden.
Hiermit erkläre ich die konstituierende Sitzung für eröffnet und komme ohne Vorspiel, denn die Zeit drängt, gleich zu Punkt 1 der Tagesordnung:
Ich stelle den Antrag, dass wir die Laienschauspieler in Berlin mit sofortiger Wirkung von der Bühne holen.
Gegenstimmen?
Keine!
Enthaltungen?
Keine!
Antrag einstimmig angenommen!

Ich stelle weiter den Antrag, den Akteuren die bürgerlichen Ehrenrechte, das aktive und das passive Wahlrecht und die kaufmännische Geschäftsfähigkeit mit sofortiger Wirkung abzuerkennen.
Gegenstimmen?
Keine!
Enthaltungen?
Keine!
Antrag angenommen!

Jetzt brauchen wir nur noch ein paar Freiwillige, die nach Berlin fahren und dem Theater endlich ein Ende machen.
Wie wäre es am Volkstrauertrag?
Hätten Sie da Zeit für basisdemokratische Notmaßnahmen?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 8. November 2004 um 05:45:11 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)