Flaggenkunde

5. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Flaggen, manchmal fälschlicherweise auch als Fahnen bezeichnet, haben Symbol- und Signalwirkung.
Doch ist im engeren (rechtlichen) Sinne eine “Flagge” ein Stück Tuch, das man weg wirft und ersetzt, wenn es zerrissen ist - ganz anders als eine “Fahne“, die immer ein Einzelstück ist und (z.B. bei Regimentsfahnen) zeremoniell beerdigt werden müsste. Flaggen sind also ersetzbar, sie werden in vielen Größen und in hoher Stückzahl hergestellt. Eine Fahne dagegen ist ein nicht vertretbares Einzelstück (Vereinsfahne, Zunftfahne, Regimentsfahne) und wird meist in Ehren hochgehalten. Eine weitere, sehr häufige Fahne, die im Straßenverkehr eine große Rolle spielt und deren Nachweis dort auch sehr häufig durch die Behörden geführt wird, wollen wir bei der weiteren Betrachtung außer acht lassen – die Alkoholfahne.

Ich habe mich aus aktuellem Anlass mal mit den Flaggen beschäftigt und möchte jetzt hier mein angelesenen Expertenwissen loswerden. Dass es neben den Flaggen, noch Banner, Stander und Wimpel gibt, möchte ich dabei bewusst vernachlässigen.

Es geht hier nur um die Flaggen!
Alle Staaten der Welt haben eine Flagge, über deren Sinn und Zweck wir jetzt lieber nicht diskutieren wollen. Meistens wird die Flagge jedoch dazu verwendet, sie an einem Mast zu hissen oder auf halbmast zu setzen. Auch die wiedervereinigte BRDDR (die richtige Schreibweise nach der Rechtschreibreform wäre eigentlich “BRddr”, ein großes BR dessen D in ein kleines dr übergeht), hat eine Flaggedie auf eine lange geschichtliche Entwicklung zurückblicken kann.

Nach dem Zusammenbruch 1945 hatte Deutschland vier Jahre lang keine Nationalflagge (auch keine Handelsflagge im engeren Sinn). Die beiden 1949 entstehenden deutschen Staaten, die Bundesrepublik und die DDR, beschlossen beide, die alte schwarz-rot-goldene Flagge zur Nationalflagge zu machen, was dazu führte, daß 10 Jahre lang die verfeindeten Staaten die gleiche Flagge führten. Erst 1959 nahm die DDR ihr Staatsemblem in die Flagge auf; die resultierende Staatsflagge der DDR wurde im Westen als Spalterflagge geschmäht. Die friedliche Revolution von 1989 fand auch unter den einfachen schwarz-rot-goldenen Flaggen (ohne DDR-Emblem!) statt. Seit dem 3. Oktober 1990 ist ganz Deutschland wieder unter der Flagge von 1848, 1919 und 1949 vereint .» © www.flaggenkunde.de

Von der Bundesflagge zu unterscheiden ist die Bundesdienstflagge, welche den Bundesschild der Mitte trägt.
«Die Dienstflagge der Bundesbehörden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesdienstflagge) hat die gleichen Querstreifen wie die Bundesflagge, darauf, etwas zum Mast hin verschoben, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen je bis zu einem Fünftel übergreifend, den Bundesschild, den Adler zum Mast gewendet. Die Bundesdienstflagge darf von den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland nicht verwendet werden» © www.wikipedia.de

Und wir würden nicht in Deutschland leben, wenn es für die Verwendung dieser Flaggen einen … na was wohl?
Natürlich, latürnich, den gibt es wirklich – den Beflaggungserlass.

«Die Vorschriften des Beflaggungserlasses der Bundesregierung gelten für die Beflaggung der Dienstgebäude aller Behörden und Dienststellen des Bundes sowie der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, einschließlich Bundeswehr und Bundesgrenzschutz.
An folgenden Tagen ist ohne besondere Anordnung zu flaggen (sog. “regelmäßige allgemeine Beflaggungstage”)

  • 27. Januar - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
  • 1. Mai – Tag der Arbeit
  • 5. Mai - Europatag
  • 23. Mai - Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes
  • 17. Juni - Jahrestag des 17. Juni 1953
  • 20. Juli - Jahrestag des 20. Juli 1944
  • 3. Oktober –Tag der Deutschen Einheit
  • 2. Sonntag vor dem 1. Advent – Volkstrauertrag
  • nach gesonderter Festlegung: Tag der Wahl zum Deutschen Bundestag / Tag der Wahl zum Europäischen Parlament
  • Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und am Volkstrauertag ist halbmast zu beflaggen.» © Wikipedia

Und was finde ich da beim weiteren Herumstöbern bei Wikipedia?
«Am 3. November 2004 kündigte die Bundesregierung unter Gerhardt Schröder an , den Tag der deutschen Einheit als Feiertag abzuschaffen, um so das Wirtschaftswachstum zusätzlich anzukurbeln. Statt am 3. Oktober solle die Wiedervereinigung künftig immer am ersten Sonntag im Oktober gefeiert werden. Der Tag der deutschen Einheit ist der einzige Feiertag, der von der Bundesregierung abgeschafft werden kann. Alle anderen Feiertage sind Ländersache

“Mein Gott”, denk ich entsetzt, “das ist ja eine nationale Katastrophe!
Da muss ja der Flaggenerlass geändert werden!
BUNDESWEIT!
Neue Dienstanweisungen!
Neue ministerielle Erlasse, Verordnungen, Vorschriften, Anweisungen und Auslegungen.
Was das wieder kostet?
Aber irgendwie wird sich das ja wohl rechnen, wird sich der Bundesgerd doch ausgerechnet haben. Oder? Oder etwa nicht?
Vielleicht schafft das ja neue Arbeitsplätze, stärkt die Binnennachfrage, lockt den Aufschwung an, senkt die Lohnnebenkosten, sichert die Renten, bringt Investoren ins Land, senkt die Kosten im Gesundheitswesen, verhindert staatliche Verschwendung und Subventionsbetrug, senkt die Steuern und schafft Raum für Investitionen! Noch bleibt mir allerdings der intellektuelle Zugang zu dieser weitreichenden staatsmännischen Entscheidung verschlossen, die sicher ausschließlich im Interesse der Bürger dieses unseres wiedervereinigten Landes getroffen wurde. Na ja, schau mer mal!

Aber wenn wir jetzt schon dabei sind auch die letzten und einmaligen Synergieeffekte und Rationalisierungseffekte zur Gesundbetung unserer Volkswirtschaft zu aktivieren, da könnte man doch noch einige Schritte weitergehen. Darf ich dazu mal ein paar Vorschläge machen?
OK – aber auf Ihre Verantwortung.

Wir könnten den zur Ankurbelung der bundesdeutschen Wirtschaft verschoben Nationalfeiertag vielleicht zusammen mit dem Volkstrauertag begehen, das würde sicher den beabsichtigten Effekt noch verstärken und die Bürger emotional und mental motivieren.
Wir könnten auch zum Beispiel den Beflaggungserlass ersatzlos streichen und überlassen die Beflaggung öffentlicher Gebäude dem zuständigen Blockwarten die dort auf 1-Euro-Basis herumwerkeln.
Wir könnten die Flaggen generell auch nur noch auf halbmast setzen lassen. Das mindert den Verschleiß der Flaggenschnur und spart auch Kosten im Gesundheitswesen, weil sich die Bürger beim Hochsehen nicht mehr die Nackenwirbel verrenken.
Wir vereinheitlichen die Bundesflagge und die Bundesdienstflagge. Durch höhere Bestellzahlen würden wir sicher bei den Lieferanten in Osteuropa und/oder Asien erhebliche Rabatte aushandeln können, mit denen wir dann die Finanzlöcher vor dem Bundesfinanzministerium stopfen könnten. Dann würden sicher auch nicht mehr so viele Bürger bei Erstellung und Abgabe ihrer Steuererklärung in Straucheln kommen.
Und wir könnten -ähnlich wie das der Bund der Steuerzahler mit seiner Schuldenuhr macht- durch entsprechende Beflaggung des Bundesfinanzministerium die allgemeine Haushaltslage anzeigen und mit einer, mit Rücksicht auf den Koalitionspartner solargetriebenen, Web-Cam ins Internet übertragen:

Bundesdienstflagge mit Adler – alles paletti
Bundesdienstflagge mit Geier – noch kein Grund zur Sorge
Bundesdienstflagge mit Kuckuck – es muss mit Reformen gerechnet werden
Bundesdienstflagge mit Totenkopf – europäische Steuerharmonisierung im Bereich des Möglichen

Von einem Totenschädel mit gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund würde ich momentan noch abraten, denn sowas könnte unbeabsichtigte Signalwirkung haben. Das müsste man den Bürgern vorher verständlich machen.

Aber ich hätte da auch noch einen konstruktiven Vorschlag zur Ankurbelung der Wirtschaft zu machen:
Wie wäre es denn, wenn die Bundesbürger ihre Geburtstage, als eine Art nationale Geste, für den Reformprozess spenden würden und sich verpflichten an diesem Tag richtig zu arbeiten.
Das Beste wäre sicher, die Bürger würden diese Geburtstage alle persönlich nach Berlin bringen, damit die Bundesregierung merkt, dass es wirklich ernst ist.
Dazu wäre doch der Nationalfeiertag am 3. Oktober ein idealer, symbolträchtiger Termin, oder?
Obwohl, das ist jetzt dumm, den Nationalfeiertag hat der Bundesgerd ja gerade auf den ersten Sonntag im Oktober verschoben.
Also da kann ich nicht. Tut mir leid. Da müssen die Bürger ohne mich gehen.
Ich kann da echt nicht. Ehrlich! Ich kann Sonntags nie! Da muss ich was für meine Altervorsorge tun und das geht schließlich vor.
Am Sonntag muss ich immer meine Erbtante im Altersheim besuchen.
Ich brauch das Geld!
Wirklich! Ehrlich!
Was glauben Sie denn, was so eine Flucht ins Ausland kostet!
Oder denken Sie tatsächlich, ich warte bis der Finanzhans die Flagge mit Totenkopf über gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund am Mast vor dem Finanzministerium hoch zerren lässt.

Honni war doch auch weg als die Mauer umfiel!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. November 2004 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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5. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Flaggen, manchmal fälschlicherweise auch als Fahnen bezeichnet, haben Symbol- und Signalwirkung.
Doch ist im engeren (rechtlichen) Sinne eine “Flagge” ein Stück Tuch, das man weg wirft und ersetzt, wenn es zerrissen ist - ganz anders als eine “Fahne“, die immer ein Einzelstück ist und (z.B. bei Regimentsfahnen) zeremoniell beerdigt werden müsste. Flaggen sind also ersetzbar, sie werden in vielen Größen und in hoher Stückzahl hergestellt. Eine Fahne dagegen ist ein nicht vertretbares Einzelstück (Vereinsfahne, Zunftfahne, Regimentsfahne) und wird meist in Ehren hochgehalten. Eine weitere, sehr häufige Fahne, die im Straßenverkehr eine große Rolle spielt und deren Nachweis dort auch sehr häufig durch die Behörden geführt wird, wollen wir bei der weiteren Betrachtung außer acht lassen – die Alkoholfahne.

Ich habe mich aus aktuellem Anlass mal mit den Flaggen beschäftigt und möchte jetzt hier mein angelesenen Expertenwissen loswerden. Dass es neben den Flaggen, noch Banner, Stander und Wimpel gibt, möchte ich dabei bewusst vernachlässigen.

Es geht hier nur um die Flaggen!
Alle Staaten der Welt haben eine Flagge, über deren Sinn und Zweck wir jetzt lieber nicht diskutieren wollen. Meistens wird die Flagge jedoch dazu verwendet, sie an einem Mast zu hissen oder auf halbmast zu setzen. Auch die wiedervereinigte BRDDR (die richtige Schreibweise nach der Rechtschreibreform wäre eigentlich “BRddr”, ein großes BR dessen D in ein kleines dr übergeht), hat eine Flaggedie auf eine lange geschichtliche Entwicklung zurückblicken kann.

Nach dem Zusammenbruch 1945 hatte Deutschland vier Jahre lang keine Nationalflagge (auch keine Handelsflagge im engeren Sinn). Die beiden 1949 entstehenden deutschen Staaten, die Bundesrepublik und die DDR, beschlossen beide, die alte schwarz-rot-goldene Flagge zur Nationalflagge zu machen, was dazu führte, daß 10 Jahre lang die verfeindeten Staaten die gleiche Flagge führten. Erst 1959 nahm die DDR ihr Staatsemblem in die Flagge auf; die resultierende Staatsflagge der DDR wurde im Westen als Spalterflagge geschmäht. Die friedliche Revolution von 1989 fand auch unter den einfachen schwarz-rot-goldenen Flaggen (ohne DDR-Emblem!) statt. Seit dem 3. Oktober 1990 ist ganz Deutschland wieder unter der Flagge von 1848, 1919 und 1949 vereint .» © www.flaggenkunde.de

Von der Bundesflagge zu unterscheiden ist die Bundesdienstflagge, welche den Bundesschild der Mitte trägt.
«Die Dienstflagge der Bundesbehörden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesdienstflagge) hat die gleichen Querstreifen wie die Bundesflagge, darauf, etwas zum Mast hin verschoben, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen je bis zu einem Fünftel übergreifend, den Bundesschild, den Adler zum Mast gewendet. Die Bundesdienstflagge darf von den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland nicht verwendet werden» © www.wikipedia.de

Und wir würden nicht in Deutschland leben, wenn es für die Verwendung dieser Flaggen einen … na was wohl?
Natürlich, latürnich, den gibt es wirklich – den Beflaggungserlass.

«Die Vorschriften des Beflaggungserlasses der Bundesregierung gelten für die Beflaggung der Dienstgebäude aller Behörden und Dienststellen des Bundes sowie der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, einschließlich Bundeswehr und Bundesgrenzschutz.
An folgenden Tagen ist ohne besondere Anordnung zu flaggen (sog. “regelmäßige allgemeine Beflaggungstage”)

  • 27. Januar - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
  • 1. Mai – Tag der Arbeit
  • 5. Mai - Europatag
  • 23. Mai - Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes
  • 17. Juni - Jahrestag des 17. Juni 1953
  • 20. Juli - Jahrestag des 20. Juli 1944
  • 3. Oktober –Tag der Deutschen Einheit
  • 2. Sonntag vor dem 1. Advent – Volkstrauertrag
  • nach gesonderter Festlegung: Tag der Wahl zum Deutschen Bundestag / Tag der Wahl zum Europäischen Parlament
  • Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und am Volkstrauertag ist halbmast zu beflaggen.» © Wikipedia

Und was finde ich da beim weiteren Herumstöbern bei Wikipedia?
«Am 3. November 2004 kündigte die Bundesregierung unter Gerhardt Schröder an , den Tag der deutschen Einheit als Feiertag abzuschaffen, um so das Wirtschaftswachstum zusätzlich anzukurbeln. Statt am 3. Oktober solle die Wiedervereinigung künftig immer am ersten Sonntag im Oktober gefeiert werden. Der Tag der deutschen Einheit ist der einzige Feiertag, der von der Bundesregierung abgeschafft werden kann. Alle anderen Feiertage sind Ländersache

“Mein Gott”, denk ich entsetzt, “das ist ja eine nationale Katastrophe!
Da muss ja der Flaggenerlass geändert werden!
BUNDESWEIT!
Neue Dienstanweisungen!
Neue ministerielle Erlasse, Verordnungen, Vorschriften, Anweisungen und Auslegungen.
Was das wieder kostet?
Aber irgendwie wird sich das ja wohl rechnen, wird sich der Bundesgerd doch ausgerechnet haben. Oder? Oder etwa nicht?
Vielleicht schafft das ja neue Arbeitsplätze, stärkt die Binnennachfrage, lockt den Aufschwung an, senkt die Lohnnebenkosten, sichert die Renten, bringt Investoren ins Land, senkt die Kosten im Gesundheitswesen, verhindert staatliche Verschwendung und Subventionsbetrug, senkt die Steuern und schafft Raum für Investitionen! Noch bleibt mir allerdings der intellektuelle Zugang zu dieser weitreichenden staatsmännischen Entscheidung verschlossen, die sicher ausschließlich im Interesse der Bürger dieses unseres wiedervereinigten Landes getroffen wurde. Na ja, schau mer mal!

Aber wenn wir jetzt schon dabei sind auch die letzten und einmaligen Synergieeffekte und Rationalisierungseffekte zur Gesundbetung unserer Volkswirtschaft zu aktivieren, da könnte man doch noch einige Schritte weitergehen. Darf ich dazu mal ein paar Vorschläge machen?
OK – aber auf Ihre Verantwortung.

Wir könnten den zur Ankurbelung der bundesdeutschen Wirtschaft verschoben Nationalfeiertag vielleicht zusammen mit dem Volkstrauertag begehen, das würde sicher den beabsichtigten Effekt noch verstärken und die Bürger emotional und mental motivieren.
Wir könnten auch zum Beispiel den Beflaggungserlass ersatzlos streichen und überlassen die Beflaggung öffentlicher Gebäude dem zuständigen Blockwarten die dort auf 1-Euro-Basis herumwerkeln.
Wir könnten die Flaggen generell auch nur noch auf halbmast setzen lassen. Das mindert den Verschleiß der Flaggenschnur und spart auch Kosten im Gesundheitswesen, weil sich die Bürger beim Hochsehen nicht mehr die Nackenwirbel verrenken.
Wir vereinheitlichen die Bundesflagge und die Bundesdienstflagge. Durch höhere Bestellzahlen würden wir sicher bei den Lieferanten in Osteuropa und/oder Asien erhebliche Rabatte aushandeln können, mit denen wir dann die Finanzlöcher vor dem Bundesfinanzministerium stopfen könnten. Dann würden sicher auch nicht mehr so viele Bürger bei Erstellung und Abgabe ihrer Steuererklärung in Straucheln kommen.
Und wir könnten -ähnlich wie das der Bund der Steuerzahler mit seiner Schuldenuhr macht- durch entsprechende Beflaggung des Bundesfinanzministerium die allgemeine Haushaltslage anzeigen und mit einer, mit Rücksicht auf den Koalitionspartner solargetriebenen, Web-Cam ins Internet übertragen:

Bundesdienstflagge mit Adler – alles paletti
Bundesdienstflagge mit Geier – noch kein Grund zur Sorge
Bundesdienstflagge mit Kuckuck – es muss mit Reformen gerechnet werden
Bundesdienstflagge mit Totenkopf – europäische Steuerharmonisierung im Bereich des Möglichen

Von einem Totenschädel mit gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund würde ich momentan noch abraten, denn sowas könnte unbeabsichtigte Signalwirkung haben. Das müsste man den Bürgern vorher verständlich machen.

Aber ich hätte da auch noch einen konstruktiven Vorschlag zur Ankurbelung der Wirtschaft zu machen:
Wie wäre es denn, wenn die Bundesbürger ihre Geburtstage, als eine Art nationale Geste, für den Reformprozess spenden würden und sich verpflichten an diesem Tag richtig zu arbeiten.
Das Beste wäre sicher, die Bürger würden diese Geburtstage alle persönlich nach Berlin bringen, damit die Bundesregierung merkt, dass es wirklich ernst ist.
Dazu wäre doch der Nationalfeiertag am 3. Oktober ein idealer, symbolträchtiger Termin, oder?
Obwohl, das ist jetzt dumm, den Nationalfeiertag hat der Bundesgerd ja gerade auf den ersten Sonntag im Oktober verschoben.
Also da kann ich nicht. Tut mir leid. Da müssen die Bürger ohne mich gehen.
Ich kann da echt nicht. Ehrlich! Ich kann Sonntags nie! Da muss ich was für meine Altervorsorge tun und das geht schließlich vor.
Am Sonntag muss ich immer meine Erbtante im Altersheim besuchen.
Ich brauch das Geld!
Wirklich! Ehrlich!
Was glauben Sie denn, was so eine Flucht ins Ausland kostet!
Oder denken Sie tatsächlich, ich warte bis der Finanzhans die Flagge mit Totenkopf über gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund am Mast vor dem Finanzministerium hoch zerren lässt.

Honni war doch auch weg als die Mauer umfiel!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. November 2004 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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