Helloween

4. November 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Also vor einigen Tagen hätte ich beinahe einen Fehler gemacht.
In letzter Sekunde habe ich das noch gemerkt und die Bundesrepublik Deutschland vor einem internationalen diplomatischen Konflikt bewahrt, dessen Folgen unabsehbar gewesen wären.
Wie es zu dem Fehler kam, wollen Sie wissen?
Na gut erzähl ich halt mal, obwohl ich bei der Geschichte selber nicht gut wegkomme. Aber getreu nach dem Motto -Ein wahres deftiges Wort zur rechten Zeit hat mich noch nie gereut und mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause-. plaudere ich jetzt halt ein bisschen aus der Erinnerung, soweit ich ihrer durch die Heftigkeit der Ereignisse noch habhaft bin.

Also angefangen hat es eigentlich mit diesem seltsamen Brauch aus USA, diesem “Halloween”-Dingsbums.
Letztes Jahr haben mich die Geister und Bösewichte zu Hause überrascht und sind nach knapp 15 Minuten mit dem ganzen Krempel, den ich in den Jahren davor bei der Tombola vom Feuerwehrverein gewonnen hatte, wieder abgezogen. Ich musste ihnen das Zeug richtig aufdrängen und habe Ihnen sogar noch ein paar Plastiktüten besorgt, die großen von IKEA, die man über die Schulter hängen kann, damit sie alles tragen konnten.
Als der ganze Trubel vorbei war, haben mir damals die Nachbarn erzählt, dass die Halloweener nächstes Jahr zu mir nicht mehr kommen wollen.

“Also gut”, habe ich mir gedacht, “wenn die nicht zur mir kommen, dann geh ich halt als Gespenst zu denen.”
Aber irgendwie hat sich das rumgesprochen und als ich dieses Jahr dann in der Halloween-Nacht vermummt mit Kopftuch und Mantel von Haus zu Haus gezogen bin, da haben die nicht aufgemacht oder waren alle in Urlaub.

Irgendwann bin ich dann zum Bahnhof, um am Kiosk noch ein Gutenachtbier zu trinken. Und bei dem einen Bier ist es halt nicht geblieben und dann hat mir einer von den Kumpels erzählt, dass in Berlin echt was los wäre, weil da wäre jetzt Helloween in Berlin. Dass da einige Schreckgestalten ganzjährig Ausgang haben und teils Schreckliches und teils Fürchterliches von sich geben, war mir ja durch exzessiven Mediengenuss hinlänglich bekannt.
Also irgendwie bin ich mit meinem Kumpel im Zug nach Berlin gelandet, denn wir hatten beschlossen nach Berlin zur Helloween-Party zu fahren, sowas ähnliches wie die Love-Parade, nur halt schrecklicher.

Und in Berlin haben Sie uns dann verhaftet.
Und wissen Sie warum? Nein, nicht weil wir die Leute ein bisschen erschreckt haben und versucht haben ein paar freilaufende Politiker durch die Straßen zu jagen.

Eskaliert ist die Sache eigentlich erst, als wir bemerkt haben, dass es in Berlin gar keine Helloween-Party gibt, sondern beim Bundesköhler eine HelloQueen-Party.
Und als wir da rein wollten, gab es Ärger.

Nein nicht mit mir, zu mir waren die Jungs vom Sicherheitsdienst ja ganz nett. Haben mich sogar mit “Jur Matjesty” angesprochen und immer Diener vor mir gemacht, egal welche Grimassen ich auch geschnitten habe.

Probleme gab es nur mit meinem Kumpel. Den wollten die ums Verrecken nicht reinlassen. Sie haben ihm gesagt er solle sich lieber um seine Wahlmaschinen kümmern und wollten ihn immer nach Massenvernichtungswaffen durchsuchen.

Und weil er sich das nicht gefallen lassen wollte und durch das ganze Geschrei, ist dann wohl so ein Paparazzi von der Presse auf uns aufmerksam geworden und konnte noch ein Foto machen, bevor ihn meine Handtasche zu Boden gestreckt hat. Und dann hab ich mich mit meinem Kumpel schnell vom Acker gemacht, aber nicht ohne die Kamera mitzunehmen. Das hab ich von dem Prinz da in Hannover gelernt, dem August mit dem Harndrang am japanischen Pavillon.

Und das war gut so, denn wenn dieses Foto in die Zeitungen gekommen wäre, hätte es echt internationale Turbulenzen gegeben weil mein Kumpel auf dem Foto fast aussieht wie der George “dubbya” Bush.

Die Info mit der HelloQueen-Party war übrigens eine Fehlinformation.
Die Party ist erst am 2. November, wie ich gerade im Spiegel gelesen habe.

Ach ja, hätte ich fast vergessen, ich such noch ne Gebrauchsanweisung für eine zwar gebrauchte, aber erstklassige Digitalkamera mit leichten Kratz- und Gebrauchsspuren, die von einem Sturz herrühren.
Glauben Sie ich könnte so eine Gebrauchsanlweisung bei EBAY kriegen.
Nur die Gebrauchsanweisung - die Kamera hab ich schon.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. November 2004 um 05:45:55 und abgelegt unter Rauchzeichen, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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4. November 2004 05:45

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Also vor einigen Tagen hätte ich beinahe einen Fehler gemacht.
In letzter Sekunde habe ich das noch gemerkt und die Bundesrepublik Deutschland vor einem internationalen diplomatischen Konflikt bewahrt, dessen Folgen unabsehbar gewesen wären.
Wie es zu dem Fehler kam, wollen Sie wissen?
Na gut erzähl ich halt mal, obwohl ich bei der Geschichte selber nicht gut wegkomme. Aber getreu nach dem Motto -Ein wahres deftiges Wort zur rechten Zeit hat mich noch nie gereut und mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause-. plaudere ich jetzt halt ein bisschen aus der Erinnerung, soweit ich ihrer durch die Heftigkeit der Ereignisse noch habhaft bin.

Also angefangen hat es eigentlich mit diesem seltsamen Brauch aus USA, diesem “Halloween”-Dingsbums.
Letztes Jahr haben mich die Geister und Bösewichte zu Hause überrascht und sind nach knapp 15 Minuten mit dem ganzen Krempel, den ich in den Jahren davor bei der Tombola vom Feuerwehrverein gewonnen hatte, wieder abgezogen. Ich musste ihnen das Zeug richtig aufdrängen und habe Ihnen sogar noch ein paar Plastiktüten besorgt, die großen von IKEA, die man über die Schulter hängen kann, damit sie alles tragen konnten.
Als der ganze Trubel vorbei war, haben mir damals die Nachbarn erzählt, dass die Halloweener nächstes Jahr zu mir nicht mehr kommen wollen.

“Also gut”, habe ich mir gedacht, “wenn die nicht zur mir kommen, dann geh ich halt als Gespenst zu denen.”
Aber irgendwie hat sich das rumgesprochen und als ich dieses Jahr dann in der Halloween-Nacht vermummt mit Kopftuch und Mantel von Haus zu Haus gezogen bin, da haben die nicht aufgemacht oder waren alle in Urlaub.

Irgendwann bin ich dann zum Bahnhof, um am Kiosk noch ein Gutenachtbier zu trinken. Und bei dem einen Bier ist es halt nicht geblieben und dann hat mir einer von den Kumpels erzählt, dass in Berlin echt was los wäre, weil da wäre jetzt Helloween in Berlin. Dass da einige Schreckgestalten ganzjährig Ausgang haben und teils Schreckliches und teils Fürchterliches von sich geben, war mir ja durch exzessiven Mediengenuss hinlänglich bekannt.
Also irgendwie bin ich mit meinem Kumpel im Zug nach Berlin gelandet, denn wir hatten beschlossen nach Berlin zur Helloween-Party zu fahren, sowas ähnliches wie die Love-Parade, nur halt schrecklicher.

Und in Berlin haben Sie uns dann verhaftet.
Und wissen Sie warum? Nein, nicht weil wir die Leute ein bisschen erschreckt haben und versucht haben ein paar freilaufende Politiker durch die Straßen zu jagen.

Eskaliert ist die Sache eigentlich erst, als wir bemerkt haben, dass es in Berlin gar keine Helloween-Party gibt, sondern beim Bundesköhler eine HelloQueen-Party.
Und als wir da rein wollten, gab es Ärger.

Nein nicht mit mir, zu mir waren die Jungs vom Sicherheitsdienst ja ganz nett. Haben mich sogar mit “Jur Matjesty” angesprochen und immer Diener vor mir gemacht, egal welche Grimassen ich auch geschnitten habe.

Probleme gab es nur mit meinem Kumpel. Den wollten die ums Verrecken nicht reinlassen. Sie haben ihm gesagt er solle sich lieber um seine Wahlmaschinen kümmern und wollten ihn immer nach Massenvernichtungswaffen durchsuchen.

Und weil er sich das nicht gefallen lassen wollte und durch das ganze Geschrei, ist dann wohl so ein Paparazzi von der Presse auf uns aufmerksam geworden und konnte noch ein Foto machen, bevor ihn meine Handtasche zu Boden gestreckt hat. Und dann hab ich mich mit meinem Kumpel schnell vom Acker gemacht, aber nicht ohne die Kamera mitzunehmen. Das hab ich von dem Prinz da in Hannover gelernt, dem August mit dem Harndrang am japanischen Pavillon.

Und das war gut so, denn wenn dieses Foto in die Zeitungen gekommen wäre, hätte es echt internationale Turbulenzen gegeben weil mein Kumpel auf dem Foto fast aussieht wie der George “dubbya” Bush.

Die Info mit der HelloQueen-Party war übrigens eine Fehlinformation.
Die Party ist erst am 2. November, wie ich gerade im Spiegel gelesen habe.

Ach ja, hätte ich fast vergessen, ich such noch ne Gebrauchsanweisung für eine zwar gebrauchte, aber erstklassige Digitalkamera mit leichten Kratz- und Gebrauchsspuren, die von einem Sturz herrühren.
Glauben Sie ich könnte so eine Gebrauchsanlweisung bei EBAY kriegen.
Nur die Gebrauchsanweisung - die Kamera hab ich schon.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. November 2004 um 05:45:55 und abgelegt unter Rauchzeichen, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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