Schwerin

27. Oktober 2006 05:45

Jetzt geht es aber ans Eingemachte!
Es wird verscherbelt was noch irgendwie geht!
Und Ballast abgeworfen um den drohenden Bodenkontakt zu verhindern.

Trotzdem wachsen die Schulden auf 90 Millionen Euro“, meldet die Schweriner Volkszeitung in der Rubrik „Vermischtes“.
Na und“ mag so mancher Zeitgenosse sagen, „das ist doch anderswo auch so, dass versilbert wird, was noch irgendwie werthaltig erscheint.

Das ist natürlich richtig und nicht erst seit heute so.
Was vor Jahren als angeblich listiges Finanzierungsmodell „Sell and lease back“ begann ist längst zum Notverkauf durch Haushaltsauflösung geworden.
So auch in Schwerin.

Nachdem die Landeshauptstadt ihre 14.500 Wohnungen verkauft hat und sich die Mieter schon mal Gedanken darüber machen sollten, wie sie die Mieterhöhung finanzieren, die ihnen der neue Eigentümer im Rahmen der REITs-Gesetze präsentieren wird, muss nun der Verkauf von 49% der städtischen Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) erfolgen, denn es fehlen der Stadt auch im Haushalt 2007 rund 20 Millionen Euro.
Damit würden sich die Gesamtschulden der Stadt auf etwa 90 Millionen addieren.
Na und“ mag so mancher Zeitgenosse sagen, „das ist doch anderswo auch so, dass die Schulden noch das Einzige ist, das ungebremstes Wachstum aufweist.

Das ist natürlich richtig und nicht erst seit heute so.
Was schon zu Finanzminister Waigels Zeiten unter der Regierung Kohl begann und von dem Kasseler Studienrat Eichel unter der rot-grünen Regierung Schröder vehement forciert wurde, neigt sich nun aber langsam, mangels Masse, dem Ende zu.
So auch in Schwerin. Denn der Verkauf der SAS wird nur wenig mehr als 2 Millionen bringen. Damit bleibt immer noch ein Fehlbetrag von 18 Millionen und viel zum Verkaufen ist nicht mehr übrig.

Und jetzt kommt das, was Schwerin von anderen chronisch finanzschwachen Kommunen unterscheidet.
In Schwerin wirft man die Flinte nicht ins Korn und lamentiert und jammert nur um und ruft nach staatlichen Hilfen, sondern packt das Problem aktiv an und hat auch schon eine Lösung für die Beseitigung des Fehlbetrages im Schweriner Haushalt gefunden:
Sparpotenziale sieht der Finanzdezernent Wolfgang Schmülling von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) vor allem in den Bereichen Jugend- und Sozialarbeit.

War das nicht in Schwerin wo die NPD unter den Jungwählern so starken Zulauf erhalten hat?
Oder irre ich mich jetzt?
Genau, das war gar nicht in Schwerin, das war doch in Mecklenburg-Vorpommern.
Na denn.
Nix für ungut.

Ach noch was, wenn Sie sich wundern, dass es keinen Link zum Artikel in der Schweriner Volkszeitung gibt, dann liegt das nur daran, dass der zitierte Artikel bereits nach 2 Tagen im kostenpflichtigen Archiv gelandet ist.
Mein Gott muss bei den Jungs das Geld knapp sein.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. Oktober 2006 um 05:45:33 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Schwerin”

  1. mitdenker meint:

    Es ist schon lustig zu beobachten, dass die Pille Suggestion doch bei den Brüdern und Schwestern aus den Bundesländern so phantastisch angeschlagen hat.
    Bei vielen. Bei viel zu vielen.
    Was ich meine? Natürlich die These der Schuldentilgung durch Verkauf.
    In Wirklichkeit ist es die Abkehr des Staates aus seiner aus grauer Vorzeit übernommenen Verantwortung gegenüber seinem Wahlvolk und die rigerose Förderung von Privateigentum unter Zuhilfenahme des Volkes.
    Man könnte auch sagen, das tumbe Volk wurde und wird bestohlen und um sein Eigentum gebracht. Wenn man ganz böse wäre. Nun, ich bin nun einmal ganz böse…
    Egal, ob es sich um das so genannte Volkseigentum der Ex-DDR handelte oder um das Vermögen von Bund und Ländern (was, wenn man es genau betrachtet, auch Volkseigentum ist), was unter den Hammer kommt.
    Wer hat denn diese ehemaligen Vermögenswerte durch Steuergelder finanziert? Der Staat? Die Länder? Die Kommunen?
    Deshalb darf es auch von diesem verschärbelt werden? Ohne den eigentlichen Eigentümer zu fragen?
    Egal, ob die Objekte Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Wohnungsbaugesellschaft in Dresden, Schwerin oder sonst wie heißen, ob staatliche oder kommunale Unternehmen, ob Krankenhäuser, Energielieferanten, Wasserwerke oder Universitäten.
    Wieso sollte ein Unternehmen effektiver unter privatwirtschaftlicher Leitung arbeiten? Der einzige mir einleuchtende Grund ist der, dass die staatlichen oder kommunalen Leitungsorgane dann kläglichst versagt haben müssen. Wieso sollte ein Krankenhaus effektiver privatwirtschaftlich geführt werden können, wenn es eben zwangsweise einen höheren Profit erwirtschaften muss über den Rahmen der notwendigen Akkumulation hinaus? Und dies unter den Bedingungen eines staatlich verordneten Leistungskataloges (DRG)?
    Das geht nur unter den Bedingungen dieses Staates, nämlich der privaten Krankenversicherungen. Und an dieser Stelle sei auf die obskure Zahl von 5% hingewiesen, der angeblichen Zahl der Privatversicherten.
    Weshalb sollte ein bislang kommunales Entsorgungsunternehmen (Stadtreinigung) effektiver arbeiten unter privatwirtschaftlichem Besitz? Vielleicht wegen der effektiveren „Ausbeutung“? , den höheren abgeforderten Leistungen bei geringerer Bezahlung? Wenn dem so sei, wieso wird dann ein solches Klagelied über die so genannte Unterschicht, über die neue Armut angestimmt? Wieso Betroffenheit? Es ist doch alles so und genau so gewollt vom so genannten Souverän, dem Wähler. Nichts aber auch überhaupt nichts anderes hat er gewählt, also gewollt. So wird sie doch verstanden, die Demokratie dieser westlichen Welt.
    Wenn z.B. Verkauf von Wohneigentum so effektiv ist, wieso gibt es eigentlich noch privates (und natürlich auch genossenschaftliches) Wohneigentum? Es wird immer etwas verschärbelt, was kontinuierlich Einnahmen abwirft. Eigenartig. Sehr eigenartig.
    Na ja, für mich nicht so sehr. Und für den Käufer auch nicht so sehr. Und der Verkäufer, der im eigentlichen Sinne nur der Verwalter ist, auch nicht so sehr. Käufer wie Verkäufer reiben sich die Hände.
    Der Dumme bei diesen Geschäften ist immer das Volk, besser die Unterschicht. Und dazu gehören nun einmal alle die, die nicht die „Leistungsträger“ dieser Gesellschaft nach der Definition der verschiedenen Parteien dieses Landes wie CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne, PDS sind. Auch wenn einigen suggeriert wird, sie gehören noch zur so genannten Mittelschicht. Das lässt sich ändern.
    DAS WIRD SICH ÄNDERN.

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Schwerin

27. Oktober 2006 05:45

Jetzt geht es aber ans Eingemachte!
Es wird verscherbelt was noch irgendwie geht!
Und Ballast abgeworfen um den drohenden Bodenkontakt zu verhindern.

Trotzdem wachsen die Schulden auf 90 Millionen Euro“, meldet die Schweriner Volkszeitung in der Rubrik „Vermischtes“.
Na und“ mag so mancher Zeitgenosse sagen, „das ist doch anderswo auch so, dass versilbert wird, was noch irgendwie werthaltig erscheint.

Das ist natürlich richtig und nicht erst seit heute so.
Was vor Jahren als angeblich listiges Finanzierungsmodell „Sell and lease back“ begann ist längst zum Notverkauf durch Haushaltsauflösung geworden.
So auch in Schwerin.

Nachdem die Landeshauptstadt ihre 14.500 Wohnungen verkauft hat und sich die Mieter schon mal Gedanken darüber machen sollten, wie sie die Mieterhöhung finanzieren, die ihnen der neue Eigentümer im Rahmen der REITs-Gesetze präsentieren wird, muss nun der Verkauf von 49% der städtischen Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) erfolgen, denn es fehlen der Stadt auch im Haushalt 2007 rund 20 Millionen Euro.
Damit würden sich die Gesamtschulden der Stadt auf etwa 90 Millionen addieren.
Na und“ mag so mancher Zeitgenosse sagen, „das ist doch anderswo auch so, dass die Schulden noch das Einzige ist, das ungebremstes Wachstum aufweist.

Das ist natürlich richtig und nicht erst seit heute so.
Was schon zu Finanzminister Waigels Zeiten unter der Regierung Kohl begann und von dem Kasseler Studienrat Eichel unter der rot-grünen Regierung Schröder vehement forciert wurde, neigt sich nun aber langsam, mangels Masse, dem Ende zu.
So auch in Schwerin. Denn der Verkauf der SAS wird nur wenig mehr als 2 Millionen bringen. Damit bleibt immer noch ein Fehlbetrag von 18 Millionen und viel zum Verkaufen ist nicht mehr übrig.

Und jetzt kommt das, was Schwerin von anderen chronisch finanzschwachen Kommunen unterscheidet.
In Schwerin wirft man die Flinte nicht ins Korn und lamentiert und jammert nur um und ruft nach staatlichen Hilfen, sondern packt das Problem aktiv an und hat auch schon eine Lösung für die Beseitigung des Fehlbetrages im Schweriner Haushalt gefunden:
Sparpotenziale sieht der Finanzdezernent Wolfgang Schmülling von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) vor allem in den Bereichen Jugend- und Sozialarbeit.

War das nicht in Schwerin wo die NPD unter den Jungwählern so starken Zulauf erhalten hat?
Oder irre ich mich jetzt?
Genau, das war gar nicht in Schwerin, das war doch in Mecklenburg-Vorpommern.
Na denn.
Nix für ungut.

Ach noch was, wenn Sie sich wundern, dass es keinen Link zum Artikel in der Schweriner Volkszeitung gibt, dann liegt das nur daran, dass der zitierte Artikel bereits nach 2 Tagen im kostenpflichtigen Archiv gelandet ist.
Mein Gott muss bei den Jungs das Geld knapp sein.

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  1. mitdenker meint:

    Es ist schon lustig zu beobachten, dass die Pille Suggestion doch bei den Brüdern und Schwestern aus den Bundesländern so phantastisch angeschlagen hat.
    Bei vielen. Bei viel zu vielen.
    Was ich meine? Natürlich die These der Schuldentilgung durch Verkauf.
    In Wirklichkeit ist es die Abkehr des Staates aus seiner aus grauer Vorzeit übernommenen Verantwortung gegenüber seinem Wahlvolk und die rigerose Förderung von Privateigentum unter Zuhilfenahme des Volkes.
    Man könnte auch sagen, das tumbe Volk wurde und wird bestohlen und um sein Eigentum gebracht. Wenn man ganz böse wäre. Nun, ich bin nun einmal ganz böse…
    Egal, ob es sich um das so genannte Volkseigentum der Ex-DDR handelte oder um das Vermögen von Bund und Ländern (was, wenn man es genau betrachtet, auch Volkseigentum ist), was unter den Hammer kommt.
    Wer hat denn diese ehemaligen Vermögenswerte durch Steuergelder finanziert? Der Staat? Die Länder? Die Kommunen?
    Deshalb darf es auch von diesem verschärbelt werden? Ohne den eigentlichen Eigentümer zu fragen?
    Egal, ob die Objekte Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Wohnungsbaugesellschaft in Dresden, Schwerin oder sonst wie heißen, ob staatliche oder kommunale Unternehmen, ob Krankenhäuser, Energielieferanten, Wasserwerke oder Universitäten.
    Wieso sollte ein Unternehmen effektiver unter privatwirtschaftlicher Leitung arbeiten? Der einzige mir einleuchtende Grund ist der, dass die staatlichen oder kommunalen Leitungsorgane dann kläglichst versagt haben müssen. Wieso sollte ein Krankenhaus effektiver privatwirtschaftlich geführt werden können, wenn es eben zwangsweise einen höheren Profit erwirtschaften muss über den Rahmen der notwendigen Akkumulation hinaus? Und dies unter den Bedingungen eines staatlich verordneten Leistungskataloges (DRG)?
    Das geht nur unter den Bedingungen dieses Staates, nämlich der privaten Krankenversicherungen. Und an dieser Stelle sei auf die obskure Zahl von 5% hingewiesen, der angeblichen Zahl der Privatversicherten.
    Weshalb sollte ein bislang kommunales Entsorgungsunternehmen (Stadtreinigung) effektiver arbeiten unter privatwirtschaftlichem Besitz? Vielleicht wegen der effektiveren „Ausbeutung“? , den höheren abgeforderten Leistungen bei geringerer Bezahlung? Wenn dem so sei, wieso wird dann ein solches Klagelied über die so genannte Unterschicht, über die neue Armut angestimmt? Wieso Betroffenheit? Es ist doch alles so und genau so gewollt vom so genannten Souverän, dem Wähler. Nichts aber auch überhaupt nichts anderes hat er gewählt, also gewollt. So wird sie doch verstanden, die Demokratie dieser westlichen Welt.
    Wenn z.B. Verkauf von Wohneigentum so effektiv ist, wieso gibt es eigentlich noch privates (und natürlich auch genossenschaftliches) Wohneigentum? Es wird immer etwas verschärbelt, was kontinuierlich Einnahmen abwirft. Eigenartig. Sehr eigenartig.
    Na ja, für mich nicht so sehr. Und für den Käufer auch nicht so sehr. Und der Verkäufer, der im eigentlichen Sinne nur der Verwalter ist, auch nicht so sehr. Käufer wie Verkäufer reiben sich die Hände.
    Der Dumme bei diesen Geschäften ist immer das Volk, besser die Unterschicht. Und dazu gehören nun einmal alle die, die nicht die „Leistungsträger“ dieser Gesellschaft nach der Definition der verschiedenen Parteien dieses Landes wie CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne, PDS sind. Auch wenn einigen suggeriert wird, sie gehören noch zur so genannten Mittelschicht. Das lässt sich ändern.
    DAS WIRD SICH ÄNDERN.

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