Spruchbeutel

1. November 2006 05:45

Wer aus dem schwäbisch-alemannischen Raum stammt, weiß was ein „Spruchbeutel“ ist.
Aber auch andere Regionen kennen den Begriff, nennen ihn manchmal nur etwas anders.

SpruchbeutelNach Informationen der Universität Leipzig ist ein „Spruchbeutel“ von der Wortart „Substantiv“ und vom Geschlecht her „männlich“. Oftmals ergänzt durch die Eigenschaft „nichtsnutziger“, über den schon Ludwig Thoma zu berichten wusste.
Und die ZEIT schrieb im Jahr 2003 über die Aufführung der Komikerkomödie „The Sunshine Boys“, die in Deutschland unter dem Namen „Sonny Boys“ bekannt wurde:
„Das Komödiantentum ist in Serie gegangen: Es gibt zwischen Heinz und Willi mindestens 101 Knallchargen, Spruchbeutel, Clowns und Kleintragöden, die für eine Handvoll Tortilla Chips durch die Hölle reiten würden.“

Damals ahnte die ZEIT noch nicht, dass einer dieser Spruchbeutel, Knallchargen, Clowns und Fachmann für kleine und große Tragödien nicht nur bereit war für eine Handvoll Tortilla Chips durch die Hölle zu reiten, sondern gerade dabei war ein ganzes Land an die Wand zu fahren.

Erst mit der Zeit wurde den Zuschauern das klar und im Jahr 2005 endete des „Theaterstück“ mit dem „Sonny Boy“ vorzeitig mit einem Eklat und der „Spruchbeutel“ flog aus dem Ensemble.

Und während nun auf der Bühne das Trauerspiel „Vom Regen in die Traufe“ unter der Regie von Angelina aus der Uckermark und Mitwirkung der Laienschauspielgruppe „Die üblichen Pappnasen“ aufgeführt wird, zieht der ehemalige Hauptdarsteller nun als Pausenclown durch die Republik und gibt seine Sicht der Dinge in gedruckter Form wieder.
Eigentlich nicht unüblich, dass Versprecher und Versager nachträglich in Schriftform veröffentlicht werden, denn es wäre doch wirklich schade wenn die flüchtig-flotten Sprüche, die leichten Unwahrheiten und die dreisten Lügen der Nachwelt für immer verloren gingen.
Wichtig dabei ist nur, dass die Lügen bereits bei der Aussprache in druckfähigem Format aufbereitet sind, denn man muss „Lügen wie gedruckt“ um Erfolg mit seinen Memoiren zu haben.
Nicht jeder erfolgreiche Autor ist schließlich irgendwann mal in der SS gewesen oder hieß vor seiner Geschlechtsumwandlung Herrmann Eva.

Nach unbestätigten Informationen der Universität Leipzig soll im Sprachgebrauch breiter Teile der bundesdeutschen Bevölkerung anstelle der etwas altmodischen Bezeichnung „nichtsnutziger männlicher Spruchbeutel“ vermehrt auch das Synonym „der Schröder“ Verwendung finden.


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1. November 2006 05:45

Wer aus dem schwäbisch-alemannischen Raum stammt, weiß was ein „Spruchbeutel“ ist.
Aber auch andere Regionen kennen den Begriff, nennen ihn manchmal nur etwas anders.

SpruchbeutelNach Informationen der Universität Leipzig ist ein „Spruchbeutel“ von der Wortart „Substantiv“ und vom Geschlecht her „männlich“. Oftmals ergänzt durch die Eigenschaft „nichtsnutziger“, über den schon Ludwig Thoma zu berichten wusste.
Und die ZEIT schrieb im Jahr 2003 über die Aufführung der Komikerkomödie „The Sunshine Boys“, die in Deutschland unter dem Namen „Sonny Boys“ bekannt wurde:
„Das Komödiantentum ist in Serie gegangen: Es gibt zwischen Heinz und Willi mindestens 101 Knallchargen, Spruchbeutel, Clowns und Kleintragöden, die für eine Handvoll Tortilla Chips durch die Hölle reiten würden.“

Damals ahnte die ZEIT noch nicht, dass einer dieser Spruchbeutel, Knallchargen, Clowns und Fachmann für kleine und große Tragödien nicht nur bereit war für eine Handvoll Tortilla Chips durch die Hölle zu reiten, sondern gerade dabei war ein ganzes Land an die Wand zu fahren.

Erst mit der Zeit wurde den Zuschauern das klar und im Jahr 2005 endete des „Theaterstück“ mit dem „Sonny Boy“ vorzeitig mit einem Eklat und der „Spruchbeutel“ flog aus dem Ensemble.

Und während nun auf der Bühne das Trauerspiel „Vom Regen in die Traufe“ unter der Regie von Angelina aus der Uckermark und Mitwirkung der Laienschauspielgruppe „Die üblichen Pappnasen“ aufgeführt wird, zieht der ehemalige Hauptdarsteller nun als Pausenclown durch die Republik und gibt seine Sicht der Dinge in gedruckter Form wieder.
Eigentlich nicht unüblich, dass Versprecher und Versager nachträglich in Schriftform veröffentlicht werden, denn es wäre doch wirklich schade wenn die flüchtig-flotten Sprüche, die leichten Unwahrheiten und die dreisten Lügen der Nachwelt für immer verloren gingen.
Wichtig dabei ist nur, dass die Lügen bereits bei der Aussprache in druckfähigem Format aufbereitet sind, denn man muss „Lügen wie gedruckt“ um Erfolg mit seinen Memoiren zu haben.
Nicht jeder erfolgreiche Autor ist schließlich irgendwann mal in der SS gewesen oder hieß vor seiner Geschlechtsumwandlung Herrmann Eva.

Nach unbestätigten Informationen der Universität Leipzig soll im Sprachgebrauch breiter Teile der bundesdeutschen Bevölkerung anstelle der etwas altmodischen Bezeichnung „nichtsnutziger männlicher Spruchbeutel“ vermehrt auch das Synonym „der Schröder“ Verwendung finden.


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