Kampfhunde

6. September 2006 05:45

Kampfhunde fallen Menschen an und verletzen mehrere Schwerverletzte“ meldete FR-Online am 10.8.2006.

Was sich nach kollektivem Überfall und Bildung eines kriminellen Rudels anhört, entpuppt sich bei näherem Hinsehen nur als kriminelle Schreibschwäche eines Berichtserstatters bei der Frankfurter Rundschau:
«Gevelsberg (dpa) - Kampfhunde haben mehrere Menschen in Nordrhein- Westfalen angefallen und schwer verletzt, darunter ein Kind. In Gütersloh biss ein Rottweiler-Rüde einen vierjährigen Jungen so stark, dass dieser sich den Oberschenkel brach. Das Kind erlitt zudem tiefe Bisswunden, befand sich aber nicht in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Der Hund soll eingeschläfert werden. In Gevelsberg fiel ein Kampfhund über seine eigenen Besitzer her und verletzte das Ehepaar schwer

Passend zur reißerischen Überschrift, kann der Leser bei Lektüre des Artikels erfahren, dass unter der Voraussetzung dass “ein Ehepaar” als zwei Personen gezählt werden darf, exakt drei Menschen von zwei Hunden gebissen, ähhhhh angefallen wurden. Die Hunde hatten sich zum Biss nicht abgesprochen, es sei denn sie hätten vorher miteinander telefoniert, denn der eine Hund biss in Gütersloh ein Kind, das sich dabei den Fuß brach und der andere Hund biss in Gevelsberg Herrchen und Frauchen, die laut dpa-Meldung schon vorher schwerverletzt gewesen sein müssen.

Laut Wikipedia ist der einzuschläfernde Rottweiler von “freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Wie bei jedem Hund - gleich welcher Rasse - sollten Kinder und Hunde jedoch grundsätzlich nie unbeaufsichtigt zusammensein.”

Weiter heißt es bei Wikipedia: “Durch einige Vorfälle in der Vergangenheit hat der Rottweiler einen schlechten Ruf - unter anderem durch Berichte in den Medien - bekommen. Negative Vorfälle sind jedoch nicht dem Hund oder der Rasse, sondern stets dem Halter anzulasten.

Und genau dieser, von den Medien verursachte schlechte Ruf, wird nun in Verbindung mit dem Biss in ein vierjähriges Kinderbein den Gütersloher Rottweiler das Leben kosten. Über das weitere Schicksal des Gevelsberger Kampfhundes der - aus welchen Gründen auch immer - über Frauchen und Herrchen hergefallen war, konnte aus den Medien leider nichts in Erfahrung gebracht werden.

Auch für Hunde gilt also: „Ist der Ruf erst ruiniert, bist du heftig angeschmiert“.


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 6. September 2006 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Kampfhunde”

  1. mitdenker meint:

    Sollen uns diese zitierten Artikel irgendetwas lehren? Vielleicht in der Art: ”
    Beißwütiger Präsident ließ erdölhaltiges Land überfallen. Nach unbestätigten Meldungen soll er jetzt eingeschläfert werden. Unklar ist, ob sich ein Mediziner bereiterklärt, den Vorgang zu überwachen.” oder “aus selbst für uninteressierte Menschen durchsichtigen Gründen ließ Präsident Nachbarstaat mit Bombenteppich übersähen. Neben zahlreichen zivilen Opfern wurde die Infrastruktur schwer in Mitleidenschaft gezogen. Man erwägt, besagten Politiker mit einer Hirntransplantation einer in unmittelbarer Umgebung gefundenen Mumie aus vorchristlicher Zeit wieder ein normales Leben zu ermöglichen.”? Oder vielleicht “das in der demokratischen Welt schwere Depressionen auslösende Kürzel KP soll auf Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen aus allen offiziellen Verwendungen gestrichen werden. Kim Yong-nam und Kim Young-il haben sofort verschärften Protest eingereicht, da die Ressorcen an Stahl nicht ausreichen würden, neue internationale Länderkennzeichen an allen Panzern und Raketen ihres Landes anbringen zu können. Eine unabhängige Kommission der USA soll nun untersuchen, ob Hilfe bei der Verschrottung der genannten Technik gegeben werden kann.”
    So in der Art? Könnte ja sein…

  2. Lyriost meint:

    “… verletzen mehrere Schwerverletzte.” Die armen Schwerverletzten. Da sind sie schon schwer verletzt, und dann kommen auch noch die bösen Hunde und verletzen sie noch mehr. Und zu schlechter Letzt rutscht auch noch ein Oberschenkel in den Fuß. Meine Güte!

  3. machopan meint:

    Ja, manchmal ist es schon erstaunlich wieviel heiße Luft sich zwischen dem Aufmacher und dem Ende eines Artikel unterbringen lässt.
    Von der Kampfhundrudelbildung und der kollektiven Attacke gegen schwerverletzte Schwerverletzte ist ja wohl nix übrig geblieben.
    Außer dass der “Kampfhund” in Gevelsberg Frauchen und Herrchen gebissen hat. Sicher weil es drei Tage hintereinander keine Hundekekse gab. ;-)

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Kampfhunde

6. September 2006 05:45

Kampfhunde fallen Menschen an und verletzen mehrere Schwerverletzte“ meldete FR-Online am 10.8.2006.

Was sich nach kollektivem Überfall und Bildung eines kriminellen Rudels anhört, entpuppt sich bei näherem Hinsehen nur als kriminelle Schreibschwäche eines Berichtserstatters bei der Frankfurter Rundschau:
«Gevelsberg (dpa) - Kampfhunde haben mehrere Menschen in Nordrhein- Westfalen angefallen und schwer verletzt, darunter ein Kind. In Gütersloh biss ein Rottweiler-Rüde einen vierjährigen Jungen so stark, dass dieser sich den Oberschenkel brach. Das Kind erlitt zudem tiefe Bisswunden, befand sich aber nicht in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Der Hund soll eingeschläfert werden. In Gevelsberg fiel ein Kampfhund über seine eigenen Besitzer her und verletzte das Ehepaar schwer

Passend zur reißerischen Überschrift, kann der Leser bei Lektüre des Artikels erfahren, dass unter der Voraussetzung dass “ein Ehepaar” als zwei Personen gezählt werden darf, exakt drei Menschen von zwei Hunden gebissen, ähhhhh angefallen wurden. Die Hunde hatten sich zum Biss nicht abgesprochen, es sei denn sie hätten vorher miteinander telefoniert, denn der eine Hund biss in Gütersloh ein Kind, das sich dabei den Fuß brach und der andere Hund biss in Gevelsberg Herrchen und Frauchen, die laut dpa-Meldung schon vorher schwerverletzt gewesen sein müssen.

Laut Wikipedia ist der einzuschläfernde Rottweiler von “freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Wie bei jedem Hund - gleich welcher Rasse - sollten Kinder und Hunde jedoch grundsätzlich nie unbeaufsichtigt zusammensein.”

Weiter heißt es bei Wikipedia: “Durch einige Vorfälle in der Vergangenheit hat der Rottweiler einen schlechten Ruf - unter anderem durch Berichte in den Medien - bekommen. Negative Vorfälle sind jedoch nicht dem Hund oder der Rasse, sondern stets dem Halter anzulasten.

Und genau dieser, von den Medien verursachte schlechte Ruf, wird nun in Verbindung mit dem Biss in ein vierjähriges Kinderbein den Gütersloher Rottweiler das Leben kosten. Über das weitere Schicksal des Gevelsberger Kampfhundes der - aus welchen Gründen auch immer - über Frauchen und Herrchen hergefallen war, konnte aus den Medien leider nichts in Erfahrung gebracht werden.

Auch für Hunde gilt also: „Ist der Ruf erst ruiniert, bist du heftig angeschmiert“.


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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 6. September 2006 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Kampfhunde”

  1. mitdenker meint:

    Sollen uns diese zitierten Artikel irgendetwas lehren? Vielleicht in der Art: ”
    Beißwütiger Präsident ließ erdölhaltiges Land überfallen. Nach unbestätigten Meldungen soll er jetzt eingeschläfert werden. Unklar ist, ob sich ein Mediziner bereiterklärt, den Vorgang zu überwachen.” oder “aus selbst für uninteressierte Menschen durchsichtigen Gründen ließ Präsident Nachbarstaat mit Bombenteppich übersähen. Neben zahlreichen zivilen Opfern wurde die Infrastruktur schwer in Mitleidenschaft gezogen. Man erwägt, besagten Politiker mit einer Hirntransplantation einer in unmittelbarer Umgebung gefundenen Mumie aus vorchristlicher Zeit wieder ein normales Leben zu ermöglichen.”? Oder vielleicht “das in der demokratischen Welt schwere Depressionen auslösende Kürzel KP soll auf Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen aus allen offiziellen Verwendungen gestrichen werden. Kim Yong-nam und Kim Young-il haben sofort verschärften Protest eingereicht, da die Ressorcen an Stahl nicht ausreichen würden, neue internationale Länderkennzeichen an allen Panzern und Raketen ihres Landes anbringen zu können. Eine unabhängige Kommission der USA soll nun untersuchen, ob Hilfe bei der Verschrottung der genannten Technik gegeben werden kann.”
    So in der Art? Könnte ja sein…

  2. Lyriost meint:

    “… verletzen mehrere Schwerverletzte.” Die armen Schwerverletzten. Da sind sie schon schwer verletzt, und dann kommen auch noch die bösen Hunde und verletzen sie noch mehr. Und zu schlechter Letzt rutscht auch noch ein Oberschenkel in den Fuß. Meine Güte!

  3. machopan meint:

    Ja, manchmal ist es schon erstaunlich wieviel heiße Luft sich zwischen dem Aufmacher und dem Ende eines Artikel unterbringen lässt.
    Von der Kampfhundrudelbildung und der kollektiven Attacke gegen schwerverletzte Schwerverletzte ist ja wohl nix übrig geblieben.
    Außer dass der “Kampfhund” in Gevelsberg Frauchen und Herrchen gebissen hat. Sicher weil es drei Tage hintereinander keine Hundekekse gab. ;-)

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