Ölpreis

28. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man zur Mittagszeit kurzzeitig vor einem Fernsehgerät verweilen kann. Denn dann läuft im ARD das Mittagsmagazin und der pausierende Zuhörer erfährt –unter anderem – auch Neues von der Börse.

Nicht etwa etwas weltbewegendes Wichtiges. Halt wie immer die seichten Erklärungen, warum die Aktienkurse gerade rauf oder gerade runter gehen. Meist ist es ja die Angst der Anleger, dass etwas geschieht oder etwas nicht geschieht. Oder es sind die Spekulanten, die auf die Angst der Anleger spekulieren. An den Brokern kann es nicht liegen, denn die verdienen immer, zumindest so lange es rauf und runter geht. Und dann sind da noch die Analysten, die dem staunenden Fernsehzuschauer die Hintergrundinformationen zum Geschehenen liefern.

Heute war ein Exemplar dran -Name habe ich leider vergessen-, der hat versucht sich mit der Aussage, dass der hohe Ölpreis der deutschen Wirtschaft nützt, zu profilieren.
Und das geht nach Meinung des Analysten so:
Wenn der Ölpreis hoch ist, verdienen die Öllieferanten viel Geld. Dieses Geld müssen sie investieren und kaufen an der Börse Aktien. Durch die stärkere Nachfrage nach Aktien, steigen die Aktienkurse und mit ihnen die Firmenwerte. Wegen der höheren Firmenwerte können die Unternehmen mehr Fremdkapital aufnehmen um zu investieren. Durch diese Investitionen wird die Wirtschaft angekurbelt und die Produktivität erhöht. Das ist gut für die deutsche Wirtschaft. Es geht aufwärts.”

Auf die Frage des Moderators, ob durch diese Vorgänge auch Arbeitsplätze geschaffen werden, antwortete der Analyst mit heftigem Kopfnicken und dem bei vollem Bewusstsein ausgesprochenen Satz: “Ja, dadurch werden auch Arbeitsplätze geschaffen.”

Blende - Schnitt – zurück ins Studio – nächstes Thema.

Ich glaube, ich bin dagesessen wie ein Depp! Staunend und mit offenem Mund, als wäre gerade der Papst mit seinem neuen Papamobil von Ferrari an mir vorbei gebrettert.

Das ist des Rätsels Lösung!
Dass mir das nicht selber eingefallen ist!
Der Ölpreis muss rauf! Je höher desto besser.
Na klar, deswegen war der Bundesgerd ja auch in Libyen bei dem Herrn Gaddafi!
Damit der den Ölpreis erhöht!

Denn das würde nicht nur der deutschen Industrie helfen, sondern auch dem Finanzhans, weil der über die Mineralölsteuer an dem Geschäft ja prozentual beteiligt ist.
Und dem Superwolli würde das, wegen der neuen Arbeitsplätze, sicher auch helfen.

Und zum Dank dafür hat der Bundesgerd den Gaddafi gleich nach Berlin gegeneingeladen. Vielleicht können die zwei “Staatsmänner” dann der Diskothek “La Belle” einen gemeinsamen Besuch abstatten, um dort ihr Geschäft mit dem einen oder anderen Cocktail zu begießen.
Obwohl, ich glaub der Gaddafi darf in die Disco gar nicht rein, - das ist doch ein Ausländer.
Aber für den Hauptaktionär von -zum Beispiel- Volkswagen, könnte man eigentlich mal eine Ausnahme machen. Der Ede Stoiber müsste halt für die Dauer des Staatsbesuchs den Herrn Beckstein an die Leine legen. Das macht der glatt, wenn man ihm verspricht, dass der Gaddafi bei der Abreise die Angie “Missgriff” Merkel als Haremsverstärkung mitnimmt.

Und wenn dann noch den Firmensitz von Wolfsburg nach Tripolis verlegt wird, könnte auch die EU nicht gegen das Volkswagengesetz klagen.
Den Gewerkschaften hätte man auch ein Schnippchen geschlagen, denn für die Arbeiter bei VW würden dann Gehälter nach dem beduinischen Wüstenflächentarifvertrag gezahlt. Und ein neues Modell könnte man, nach Passat, Golf, Scirocco, Bora und Jetta (das sind alles Winde) auch bauen – auf der Basis des Touareg. Wüstentauglich, natürlich unbewaffnet, zur Suche der von der deutschen Wehrmacht im “World War II” im libyschen Wüstensand verbuddelten Tretminen.
Und sicher könnte man noch ein paar hunderttausend Langzeitfaulenzer für 1 Euro je Stunde zum Sand schaufeln mitschicken.
Genau, die könnten dann schon mal mit dem Bau der Auffanglager vom Innenschily anfangen und dort ein bisschen probewohnen.

Und weil mit zunehmendem Geschäftsverkehr zwischen der BRDDR und Libyen zu rechnen sein wird, müsste man das Mittelmeer untertunneln oder mindestens überbrücken. Das wäre doch nach der Autobahnmaut mal ein richtiges schönes Projekt für Manfred den Stolperer.

Doch da reißt mich ein kollegialer Stoß gegen die Schulter und ein “Hallo! Sag mal pennst du?” aus meinen Gedankengängen. “Das ist ja typisch für dich. Kaum setzt du dich hin und starrst fünf Minuten in die Glotze –schon bist du weggetreten. Wo warst du denn?”

Ein “in Libyen – mit dem Bundesgerd - bei Gadaffi” und ein blödes Grinsen beenden meine Mittagspause.

Mahlzeit!

Machopan

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. Oktober 2004 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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28. Oktober 2004 05:45

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Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man zur Mittagszeit kurzzeitig vor einem Fernsehgerät verweilen kann. Denn dann läuft im ARD das Mittagsmagazin und der pausierende Zuhörer erfährt –unter anderem – auch Neues von der Börse.

Nicht etwa etwas weltbewegendes Wichtiges. Halt wie immer die seichten Erklärungen, warum die Aktienkurse gerade rauf oder gerade runter gehen. Meist ist es ja die Angst der Anleger, dass etwas geschieht oder etwas nicht geschieht. Oder es sind die Spekulanten, die auf die Angst der Anleger spekulieren. An den Brokern kann es nicht liegen, denn die verdienen immer, zumindest so lange es rauf und runter geht. Und dann sind da noch die Analysten, die dem staunenden Fernsehzuschauer die Hintergrundinformationen zum Geschehenen liefern.

Heute war ein Exemplar dran -Name habe ich leider vergessen-, der hat versucht sich mit der Aussage, dass der hohe Ölpreis der deutschen Wirtschaft nützt, zu profilieren.
Und das geht nach Meinung des Analysten so:
Wenn der Ölpreis hoch ist, verdienen die Öllieferanten viel Geld. Dieses Geld müssen sie investieren und kaufen an der Börse Aktien. Durch die stärkere Nachfrage nach Aktien, steigen die Aktienkurse und mit ihnen die Firmenwerte. Wegen der höheren Firmenwerte können die Unternehmen mehr Fremdkapital aufnehmen um zu investieren. Durch diese Investitionen wird die Wirtschaft angekurbelt und die Produktivität erhöht. Das ist gut für die deutsche Wirtschaft. Es geht aufwärts.”

Auf die Frage des Moderators, ob durch diese Vorgänge auch Arbeitsplätze geschaffen werden, antwortete der Analyst mit heftigem Kopfnicken und dem bei vollem Bewusstsein ausgesprochenen Satz: “Ja, dadurch werden auch Arbeitsplätze geschaffen.”

Blende - Schnitt – zurück ins Studio – nächstes Thema.

Ich glaube, ich bin dagesessen wie ein Depp! Staunend und mit offenem Mund, als wäre gerade der Papst mit seinem neuen Papamobil von Ferrari an mir vorbei gebrettert.

Das ist des Rätsels Lösung!
Dass mir das nicht selber eingefallen ist!
Der Ölpreis muss rauf! Je höher desto besser.
Na klar, deswegen war der Bundesgerd ja auch in Libyen bei dem Herrn Gaddafi!
Damit der den Ölpreis erhöht!

Denn das würde nicht nur der deutschen Industrie helfen, sondern auch dem Finanzhans, weil der über die Mineralölsteuer an dem Geschäft ja prozentual beteiligt ist.
Und dem Superwolli würde das, wegen der neuen Arbeitsplätze, sicher auch helfen.

Und zum Dank dafür hat der Bundesgerd den Gaddafi gleich nach Berlin gegeneingeladen. Vielleicht können die zwei “Staatsmänner” dann der Diskothek “La Belle” einen gemeinsamen Besuch abstatten, um dort ihr Geschäft mit dem einen oder anderen Cocktail zu begießen.
Obwohl, ich glaub der Gaddafi darf in die Disco gar nicht rein, - das ist doch ein Ausländer.
Aber für den Hauptaktionär von -zum Beispiel- Volkswagen, könnte man eigentlich mal eine Ausnahme machen. Der Ede Stoiber müsste halt für die Dauer des Staatsbesuchs den Herrn Beckstein an die Leine legen. Das macht der glatt, wenn man ihm verspricht, dass der Gaddafi bei der Abreise die Angie “Missgriff” Merkel als Haremsverstärkung mitnimmt.

Und wenn dann noch den Firmensitz von Wolfsburg nach Tripolis verlegt wird, könnte auch die EU nicht gegen das Volkswagengesetz klagen.
Den Gewerkschaften hätte man auch ein Schnippchen geschlagen, denn für die Arbeiter bei VW würden dann Gehälter nach dem beduinischen Wüstenflächentarifvertrag gezahlt. Und ein neues Modell könnte man, nach Passat, Golf, Scirocco, Bora und Jetta (das sind alles Winde) auch bauen – auf der Basis des Touareg. Wüstentauglich, natürlich unbewaffnet, zur Suche der von der deutschen Wehrmacht im “World War II” im libyschen Wüstensand verbuddelten Tretminen.
Und sicher könnte man noch ein paar hunderttausend Langzeitfaulenzer für 1 Euro je Stunde zum Sand schaufeln mitschicken.
Genau, die könnten dann schon mal mit dem Bau der Auffanglager vom Innenschily anfangen und dort ein bisschen probewohnen.

Und weil mit zunehmendem Geschäftsverkehr zwischen der BRDDR und Libyen zu rechnen sein wird, müsste man das Mittelmeer untertunneln oder mindestens überbrücken. Das wäre doch nach der Autobahnmaut mal ein richtiges schönes Projekt für Manfred den Stolperer.

Doch da reißt mich ein kollegialer Stoß gegen die Schulter und ein “Hallo! Sag mal pennst du?” aus meinen Gedankengängen. “Das ist ja typisch für dich. Kaum setzt du dich hin und starrst fünf Minuten in die Glotze –schon bist du weggetreten. Wo warst du denn?”

Ein “in Libyen – mit dem Bundesgerd - bei Gadaffi” und ein blödes Grinsen beenden meine Mittagspause.

Mahlzeit!

Machopan

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