Lochverstopfer

22. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto,
ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, ein Loch …
Mach’s zu, oh Henry, oh Henry
mach’s zu, oh Henry, oh Henry, mach’s zu …
Womit denn , Karl-Otto, Karl-Otto
womit denn, Karl-Otto, womit …

Früher wählte man für ein derartiges Problem ein Naturprodukt (Stroh) aus, konnte aber damit – wie der weitere Liedtext zeigt - das eigentliche Problem nicht lösen.

Daher würde ich gerne, sofern es mir gestattet ist und da anscheinend niemand was dagegen hat, denn ich höre keine gegenteilige Meinung, gehe ich wohl recht in der Annahme, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt und in Anbetracht der prekären Lage der Nation ja geradezu notwendig erscheint, sich mit dem Begriff des Eimers und der Problematik des Loches näher auseinander zusetzen.

Schon mit der Frage “was ist ein Eimer?” könnte ein gewandter Rhetoriker einen abendfüllenden Vortrag halten. Ich erlaube mir, im Einklang mit den derzeit in unserer Gesellschaft stattfindenden Reform- und Rationalisierungsbemühungen, die Definition des Eimers von Wikipedia zu übernehmen:
Ein Eimer ist ein zylindrischer oder schwach konischer Behälter mit flachem, seltener gewölbtem Boden, der aus unterschiedlichen Materialien, früher vorzugsweise aus Holz oder Leder, heute aus Metall oder Kunststoff besteht. Er ist ein vielseitig einsetzbares Transportmittel. Bevorzugt wird er zum Transport von Flüssigkeiten oder Schüttgut verwendet. Zum Tragen ist der Eimer mit einem beweglichen Henkel versehen, der zum Ausschütten oder Ausgießen des Inhalts heruntergelegt werden kann.

Wenden wir uns nun dem Loch, unserem eigentlichen Problem, zu.
Auch bei Wikipedia erfahren wir, das Loch sei «eine leere oder offene Stelle, die von Materie umgeben ist, welche im Loch nicht (mehr) vorhanden ist. Löcher entstehen meist durch äußere Einwirkung: beispielsweise durch absichtliche Beschädigung der sie umgebenden Materie. Ein Loch ist nicht Nichts, sondern immer Etwas, weil es trotz der Abwesenheit von Materie (hää?) sichtbar und greifbar ist. Löcher dienen dazu, dass man etwas in ihnen aufbewahren kann. Man kann auch saufen wie ein Loch, oder jemandem Löcher in den Bauch fragen. Es besteht sogar die Möglichkeit, jemanden ins Loch zu stecken. Man kann Löcher in die Luft gucken, Löcher in die Wand stieren oder Löcher in die Luft schiessen. Manche stecken ein Loch zurück und wieder andere pfeifen gar aus dem letzten Loch. »

Und jetzt werden Sie es mir nicht glauben, aber genau so ein Loch habe ich jetzt gefunden!

Ich habe das mehrfach pfeifende Loch entdeckt!
Durch dieses Loch pfeift es rein. Da pfeift es auch raus. Manche pfeifen auf dieses Loch und andere pfeifen aus diesem Loch.
Gemeint ist das Loch im Haushaltseimer. Jeder Haushalt hat so einen Eimer. Auch der Haushalt der Bundesrepublik Deutschland hat einen solchen Eimer, obwohl böse Zungen ja behaupten, der Haushalt wäre im Eimer.
Wie auch immer, sicher ist, dass der Bundeshaushaltseimer der Bundesrepublik Deutschland ein Loch hat. Und dieses universell verwendbare Loch soll jetzt gestopft werden.
Nein nicht mit Stroh wie eingangs gezeigt, sondern mit Papier. Mit Aktien, mit T-Aktien. Mit vielen T-Aktien. Wie das geht kann man in einer Meldung von Heise-Online nachlesen.

Nicht vergessen sollten wir dabei, wie wir bei Wikipedia gelernt haben, dass Löcher meist « durch äußere Einwirkung: beispielsweise durch absichtliche Beschädigung der sie umgebenden Materie» entstehen. Ganz interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Erfahrungen, die ein Teil unserer Mitbürger in der Vergangenheit bei der Sicherung ihrer Zukunft durch T-Aktien gemacht haben. Dazu gibt es sogar eine eigene Website, die sich T-Bakel.de nennt
Da kann man viel über die Technik zum Stopfen von selbstgemachten Haushaltseimerlöchern lernen.

Und mir fällt dazu ein, beziehungsweise habe ich davon geträumt, dass man ganz bestimmte Arten von Löchern, deren volkstümliche Bezeichnung häufige umgangsprachliche Verwendung findet (Körperöffnung mit 9 Buchstaben, fängt mit A an und hört mit CH auf) durch aktives Wählen beseitigen kann.

Zumindest könnte man versuchen diese Löcher durch andersfarbige Löcher zu ersetzen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. Oktober 2004 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto,
ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, ein Loch …
Mach’s zu, oh Henry, oh Henry
mach’s zu, oh Henry, oh Henry, mach’s zu …
Womit denn , Karl-Otto, Karl-Otto
womit denn, Karl-Otto, womit …

Früher wählte man für ein derartiges Problem ein Naturprodukt (Stroh) aus, konnte aber damit – wie der weitere Liedtext zeigt - das eigentliche Problem nicht lösen.

Daher würde ich gerne, sofern es mir gestattet ist und da anscheinend niemand was dagegen hat, denn ich höre keine gegenteilige Meinung, gehe ich wohl recht in der Annahme, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt und in Anbetracht der prekären Lage der Nation ja geradezu notwendig erscheint, sich mit dem Begriff des Eimers und der Problematik des Loches näher auseinander zusetzen.

Schon mit der Frage “was ist ein Eimer?” könnte ein gewandter Rhetoriker einen abendfüllenden Vortrag halten. Ich erlaube mir, im Einklang mit den derzeit in unserer Gesellschaft stattfindenden Reform- und Rationalisierungsbemühungen, die Definition des Eimers von Wikipedia zu übernehmen:
Ein Eimer ist ein zylindrischer oder schwach konischer Behälter mit flachem, seltener gewölbtem Boden, der aus unterschiedlichen Materialien, früher vorzugsweise aus Holz oder Leder, heute aus Metall oder Kunststoff besteht. Er ist ein vielseitig einsetzbares Transportmittel. Bevorzugt wird er zum Transport von Flüssigkeiten oder Schüttgut verwendet. Zum Tragen ist der Eimer mit einem beweglichen Henkel versehen, der zum Ausschütten oder Ausgießen des Inhalts heruntergelegt werden kann.

Wenden wir uns nun dem Loch, unserem eigentlichen Problem, zu.
Auch bei Wikipedia erfahren wir, das Loch sei «eine leere oder offene Stelle, die von Materie umgeben ist, welche im Loch nicht (mehr) vorhanden ist. Löcher entstehen meist durch äußere Einwirkung: beispielsweise durch absichtliche Beschädigung der sie umgebenden Materie. Ein Loch ist nicht Nichts, sondern immer Etwas, weil es trotz der Abwesenheit von Materie (hää?) sichtbar und greifbar ist. Löcher dienen dazu, dass man etwas in ihnen aufbewahren kann. Man kann auch saufen wie ein Loch, oder jemandem Löcher in den Bauch fragen. Es besteht sogar die Möglichkeit, jemanden ins Loch zu stecken. Man kann Löcher in die Luft gucken, Löcher in die Wand stieren oder Löcher in die Luft schiessen. Manche stecken ein Loch zurück und wieder andere pfeifen gar aus dem letzten Loch. »

Und jetzt werden Sie es mir nicht glauben, aber genau so ein Loch habe ich jetzt gefunden!

Ich habe das mehrfach pfeifende Loch entdeckt!
Durch dieses Loch pfeift es rein. Da pfeift es auch raus. Manche pfeifen auf dieses Loch und andere pfeifen aus diesem Loch.
Gemeint ist das Loch im Haushaltseimer. Jeder Haushalt hat so einen Eimer. Auch der Haushalt der Bundesrepublik Deutschland hat einen solchen Eimer, obwohl böse Zungen ja behaupten, der Haushalt wäre im Eimer.
Wie auch immer, sicher ist, dass der Bundeshaushaltseimer der Bundesrepublik Deutschland ein Loch hat. Und dieses universell verwendbare Loch soll jetzt gestopft werden.
Nein nicht mit Stroh wie eingangs gezeigt, sondern mit Papier. Mit Aktien, mit T-Aktien. Mit vielen T-Aktien. Wie das geht kann man in einer Meldung von Heise-Online nachlesen.

Nicht vergessen sollten wir dabei, wie wir bei Wikipedia gelernt haben, dass Löcher meist « durch äußere Einwirkung: beispielsweise durch absichtliche Beschädigung der sie umgebenden Materie» entstehen. Ganz interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Erfahrungen, die ein Teil unserer Mitbürger in der Vergangenheit bei der Sicherung ihrer Zukunft durch T-Aktien gemacht haben. Dazu gibt es sogar eine eigene Website, die sich T-Bakel.de nennt
Da kann man viel über die Technik zum Stopfen von selbstgemachten Haushaltseimerlöchern lernen.

Und mir fällt dazu ein, beziehungsweise habe ich davon geträumt, dass man ganz bestimmte Arten von Löchern, deren volkstümliche Bezeichnung häufige umgangsprachliche Verwendung findet (Körperöffnung mit 9 Buchstaben, fängt mit A an und hört mit CH auf) durch aktives Wählen beseitigen kann.

Zumindest könnte man versuchen diese Löcher durch andersfarbige Löcher zu ersetzen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. Oktober 2004 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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