Wer zuletzt lacht …

20. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Eigentlich wollte ich nach den Spätnachrichten im gebührenpflichtigen TV meinen langen Arbeitstag beenden und mein müdes Haupt zur wohlverdienten Ruhe betten.
Doch im Arbeitszimmer föhnte sich der Computer noch lautstark Luft zu und das wäre doch Energieverschwendung gewesen, ihn den Nacht über durchlaufen zu lassen.
Doch statt auf “Start – Beenden – Herunterfahren - Ja” klickt die Maus auf Spiegel-Online.de und mein Blick störte sich trotz der fortgeschrittener Stunde sofort an der Schlagzeile “Neue Hoffnung für die SPD” und das Bett konnte erst mal warten.

Am Ende dieses langen Artikels im Spiegel zur Lage der CDU und der Schadenfreude der SPD heißt es dann:
«Zu deutlich soll die Freude über die Selbstzerstörung der Union jedoch nicht zur Schau getragen werden, wurde im Parteivorstand beschlossen. Schließlich könnte die Stimmung jederzeit wieder kippen. Als nächster möglicher Konfliktherd bei der SPD gilt die Umsetzung von Hartz IV im Januar. Doch niemand erwartet eine Wiederholung der Unruhen des Sommers. “Hartz IV haben wir gewonnen”, so die einhellige Meinung.
Mit größerer Spannung werden im Moment die Windungen des Gegners verfolgt - und fröhlich kommentiert. Stiegler warnt allerdings vor Übertreibung. “Wir wollen der Bevölkerung dieses Schauspiel ja nicht vorenthalten”, so der clevere Bayer. “Deshalb sollte man nicht zu früh klatschen, sonst wird es am Ende abgebrochen”

Jetzt überlege ich mir gerade, ob Hartz IV ein neues Spiel ist, so ähnlich wie “Mau Mau” oder “Schwarzer Peter” und wie viele Demonstranten bei den Montagsdemos ein Parteibuch der CDU/CSU in der Tasche hatten. Für Millionen Bundesbürger ist das Geschehen auf der politischen Bühne seit Jahren kein Schauspiel, sondern eine Tragödie. Da gibt es nichts zu mehr klatschen.

Womit der clevere Bayer Stiegler allerdings Recht hat, ist die Sache mit dem Konfliktherd im Januar 2005.
Der 3. Januar 2005 ist ein Montag, da müsste eigentlich die richtig berechnete Zahlung des neuen ALG II schon bei vielen Millionen Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern auf dem Konto sein – und wenn nicht, oder wenn nicht genug, dann gibt es für die Genossen nichts mehr zum Klatschen.

Und wenn dann doch Karstadt und Opel und Schlecker und … und wenn dem Aufschwung dann auch noch die Farbe ausgeht …
Denn erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt.
Dann Freunde habt ihr nichts mehr zu lachen ….
Und wer zuletzt lacht …

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Oktober 2004 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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20. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Eigentlich wollte ich nach den Spätnachrichten im gebührenpflichtigen TV meinen langen Arbeitstag beenden und mein müdes Haupt zur wohlverdienten Ruhe betten.
Doch im Arbeitszimmer föhnte sich der Computer noch lautstark Luft zu und das wäre doch Energieverschwendung gewesen, ihn den Nacht über durchlaufen zu lassen.
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Am Ende dieses langen Artikels im Spiegel zur Lage der CDU und der Schadenfreude der SPD heißt es dann:
«Zu deutlich soll die Freude über die Selbstzerstörung der Union jedoch nicht zur Schau getragen werden, wurde im Parteivorstand beschlossen. Schließlich könnte die Stimmung jederzeit wieder kippen. Als nächster möglicher Konfliktherd bei der SPD gilt die Umsetzung von Hartz IV im Januar. Doch niemand erwartet eine Wiederholung der Unruhen des Sommers. “Hartz IV haben wir gewonnen”, so die einhellige Meinung.
Mit größerer Spannung werden im Moment die Windungen des Gegners verfolgt - und fröhlich kommentiert. Stiegler warnt allerdings vor Übertreibung. “Wir wollen der Bevölkerung dieses Schauspiel ja nicht vorenthalten”, so der clevere Bayer. “Deshalb sollte man nicht zu früh klatschen, sonst wird es am Ende abgebrochen”

Jetzt überlege ich mir gerade, ob Hartz IV ein neues Spiel ist, so ähnlich wie “Mau Mau” oder “Schwarzer Peter” und wie viele Demonstranten bei den Montagsdemos ein Parteibuch der CDU/CSU in der Tasche hatten. Für Millionen Bundesbürger ist das Geschehen auf der politischen Bühne seit Jahren kein Schauspiel, sondern eine Tragödie. Da gibt es nichts zu mehr klatschen.

Womit der clevere Bayer Stiegler allerdings Recht hat, ist die Sache mit dem Konfliktherd im Januar 2005.
Der 3. Januar 2005 ist ein Montag, da müsste eigentlich die richtig berechnete Zahlung des neuen ALG II schon bei vielen Millionen Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern auf dem Konto sein – und wenn nicht, oder wenn nicht genug, dann gibt es für die Genossen nichts mehr zum Klatschen.

Und wenn dann doch Karstadt und Opel und Schlecker und … und wenn dem Aufschwung dann auch noch die Farbe ausgeht …
Denn erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt.
Dann Freunde habt ihr nichts mehr zu lachen ….
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Oktober 2004 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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