Kalbfred’s Wiegenlied

18. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Gerade ging über den Ticker von NTV folgende Meldung:
Superwolli Clement (SPD) «appelliert an die streikenden Opel-Mitarbeiter in Bochum ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Sie sollen nicht zusätzlich Unsicherheit schaffen, sondern “zuversichtlich sein, dass in den Verhandlungen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden”, so der Minister. Die Unternehmensleitung habe zugesagt, so schnell wie möglich mit den Arbeitsnehmervertretern zu verhandeln um Klarheit zu schaffen

Was mir dazu spontan einfällt ist – na was wohl – das Lied vom Kalbfred.

Sei ein braves, dummes Rindvieh
mit viel Fleisch und wenig Speck
und gehorche deinem Herren
und sei auch zum Metzger nett!
© Marieluise Ritter vom Frankfurter Figurentheater

Außerdem kam heute im Laufe des Tage auf SWR1 ein Interview mit dem ehemaligen Aufsichtsratvorsitzenden von Opel, Herrn Gaeb. Dieses Interview hat in mir Erinnerungen an die selbsterlebte hervorragende Qualität des amerikanischen Managements Ende der 90iger Jahre hervorgerufen.

Und ich habe die Meldung noch vor Augen, die damals über den Ticker ging, als den Machtkämpfen personelle Konsequenzen folgten:
Neuer Chef bei Opel.
24.10.1998 Rüsselsheim. Opel hat den Ruecktritt seines Aufsichtsratsvorsitzenden Gaeb heute offiziell bestaetigt. Wer Nachfolger wird ist unklar. Nach Informationen des Spiegel wird Robert Hendry neuer Chef der General Motors Tochter Opel, bisher Chef der GM-Tochter SAAB. Bei General Motors reagiert man damit offenbar auf die Kritik am urspruenglichen Kandidaten Hanenberger. Er war frueher Entwicklungschef bei Opel und als solcher umstritten.

Und bevor Superwolli solche Durchhalteparolen über die Sender gehen lässt, sollte er sich vielleicht mal schlau machen, wo denn die Probleme bei Opel herkommen.
Das ist nichts anderes als “Karstadt International”.

Der folgende Artikel ist im Internet frei zugänglich und gibt eine leise Ahnung davon, was bei GM und OPEL in den letzten Jahren über die Bühne gegangen ist: GM’s Revolving Door Hits Opel
Man muss sich halt nur erinnern (wollen)!
Jetzt von den Arbeitern in Bochum Stillhalten und Zuversicht zu verlangen, “dass in den Verhandlungen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden”, ist mehr als ministerielle Traumtänzerei. Diesen Managern kann und sollte man nicht mehr trauen.

Das Lied vom Kalbfred beginnt übrigens mit den Worten:
Nur dumm glotzen; ja nicht denken, sei schön brav und brülle nicht, irgendwer wird dich schon lenken, ob du’s merkst oder auch nicht” und lässt sich hervorragend zur Melodie der deutschen Nationalhymne singen.

Mit dem folgenden Liedtext von den Prinzen(?) klappt das leider nicht:

Jeder Popel fährt ‘nen Opel, jeder Affe fährt ‘nen Ford
Jeder Blödmann fährt ‘nen Porsche, jeder Arsch ‘nen Audi Sport
Jeder Spinner fährt ‘nen Manta jeder Dödel Jaguar,
nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da.

In diesem Sinne!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Links zum Thema:
Der Opel-Betriebsrat ruft den Kanzler zu Hilfe
Das wird hässlich – Spiegel Dossier

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Oktober 2004 um 05:45:19 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Kalbfred’s Wiegenlied

18. Oktober 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Gerade ging über den Ticker von NTV folgende Meldung:
Superwolli Clement (SPD) «appelliert an die streikenden Opel-Mitarbeiter in Bochum ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Sie sollen nicht zusätzlich Unsicherheit schaffen, sondern “zuversichtlich sein, dass in den Verhandlungen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden”, so der Minister. Die Unternehmensleitung habe zugesagt, so schnell wie möglich mit den Arbeitsnehmervertretern zu verhandeln um Klarheit zu schaffen

Was mir dazu spontan einfällt ist – na was wohl – das Lied vom Kalbfred.

Sei ein braves, dummes Rindvieh
mit viel Fleisch und wenig Speck
und gehorche deinem Herren
und sei auch zum Metzger nett!
© Marieluise Ritter vom Frankfurter Figurentheater

Außerdem kam heute im Laufe des Tage auf SWR1 ein Interview mit dem ehemaligen Aufsichtsratvorsitzenden von Opel, Herrn Gaeb. Dieses Interview hat in mir Erinnerungen an die selbsterlebte hervorragende Qualität des amerikanischen Managements Ende der 90iger Jahre hervorgerufen.

Und ich habe die Meldung noch vor Augen, die damals über den Ticker ging, als den Machtkämpfen personelle Konsequenzen folgten:
Neuer Chef bei Opel.
24.10.1998 Rüsselsheim. Opel hat den Ruecktritt seines Aufsichtsratsvorsitzenden Gaeb heute offiziell bestaetigt. Wer Nachfolger wird ist unklar. Nach Informationen des Spiegel wird Robert Hendry neuer Chef der General Motors Tochter Opel, bisher Chef der GM-Tochter SAAB. Bei General Motors reagiert man damit offenbar auf die Kritik am urspruenglichen Kandidaten Hanenberger. Er war frueher Entwicklungschef bei Opel und als solcher umstritten.

Und bevor Superwolli solche Durchhalteparolen über die Sender gehen lässt, sollte er sich vielleicht mal schlau machen, wo denn die Probleme bei Opel herkommen.
Das ist nichts anderes als “Karstadt International”.

Der folgende Artikel ist im Internet frei zugänglich und gibt eine leise Ahnung davon, was bei GM und OPEL in den letzten Jahren über die Bühne gegangen ist: GM’s Revolving Door Hits Opel
Man muss sich halt nur erinnern (wollen)!
Jetzt von den Arbeitern in Bochum Stillhalten und Zuversicht zu verlangen, “dass in den Verhandlungen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden”, ist mehr als ministerielle Traumtänzerei. Diesen Managern kann und sollte man nicht mehr trauen.

Das Lied vom Kalbfred beginnt übrigens mit den Worten:
Nur dumm glotzen; ja nicht denken, sei schön brav und brülle nicht, irgendwer wird dich schon lenken, ob du’s merkst oder auch nicht” und lässt sich hervorragend zur Melodie der deutschen Nationalhymne singen.

Mit dem folgenden Liedtext von den Prinzen(?) klappt das leider nicht:

Jeder Popel fährt ‘nen Opel, jeder Affe fährt ‘nen Ford
Jeder Blödmann fährt ‘nen Porsche, jeder Arsch ‘nen Audi Sport
Jeder Spinner fährt ‘nen Manta jeder Dödel Jaguar,
nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da.

In diesem Sinne!

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Der Opel-Betriebsrat ruft den Kanzler zu Hilfe
Das wird hässlich – Spiegel Dossier

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