Teebeutel Online

12. Oktober 2004 05:45

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten sich über das Internet bei der Firma Teelepathie AG einige Pakete Teebeutel online gekauft. Dass die Anschaffung zum Preis von 27 Teuronen je Beutel ein Schnäppchen war, kann man nicht gerade behaupten. Aber was soll’s haben Sie sich gedacht, man gönnt sich ja sonst nix und außerdem, wer weiß zu was man die Teebeutel irgendwann noch mal brauchen kann. Geh‘n ja nicht kaputt die Dinger oder werden schlecht. Kann man aufheben für schlechte Zeiten, wie es der große, leider im Alter von 93 Jahren viel zu früh verstorbene Teebeutelexperte Kostolany gemacht hat. Der hatte in jungen Jahren mit russischen Teebeuteln spekuliert und ein Vermögen gemacht.

Aber wie wir seit der Boston Tea Party am 16. Dezember 1773 wissen, ist das mit dem Tee so eine Sache und wenn man nicht aufpasst kann es heftiges Teeater geben, das damals sogar in einem Krieg endete.

Jetzt werden sie sagen, dass man wegen einem Tee keinen Streit anfängt und einen Krieg schon gleich zweimal nicht.
Da kennen Sie die Teelepathie AG aber schlecht, beim Tee verstehen die keinen Spaß. Da sind die sowas von eigen und schrecken sogar vor Teerror nicht zurück. Sogar am Teelefon. Da können manche Teebesitzer ein Lied davon singen.

“Ja”, werden Sie sagen, “ich bin doch kein Teenager, den man so einfach über den Tisch ziehen kann. Was soll das Teeater? Ich werde meine Teebeutel behalten. Die werden sicher noch mal richtig teeuer und dann mach ich das wie der Teebeutelexperte Kostolany!”

Aber genau das würde ich mir an Ihrer Stelle noch mal sorgfältig überlegen, denn was macht der professionelle Teetrinker mit dem Teebeutel, nachdem er ihn mit heißem Wasser abgebrüht hat?
Genau! Er quetscht ihn aus!
Die seltsamen Menschen auf der Insel im Atlantik vor Europa nennen diesen Vorgang “Squeeze out”, auf Deutsch könnte man auch “Enteignung” dazu sagen.
Gell, das ist ein Scheißspiel. Und was würden Sie daraus lernen, immer vorausgesetzt Sie wären damals wirklich so blöd gewesen sich Teebeutel online zu kaufen?
Finger weg von allem wo Tee drauf steht und lassen Sie sich bloß nicht wieder Teebeutel aufs Auge drücken. Das geht Ihnen sonst böse an die Börse. Muss man sich ja nicht antun, oder?

Übrigens sind hier bei uns in der BRDDR Enteignungen nach dem Gesetz (Art. 14 Abs 3. Grundgesetz) nur erlaubt, wenn es dem Wohl der Allgemeinheit dienen würde und die Enteignung durch ein Gesetz oder einen Verwaltungsakt erfolgt.
Sowas wäre ja nur dann zu befürchten, wenn die Bundesrepublik Deutschland etwas mit der Teelepathie AG am Hut hätte, oder?
Und überhaupt hat die BRDDR ja gar keine Erfahrung und hatte noch nie Interesse an irgendwelchen Enteignungen.
Das behaupte ich jetzt einfach mal so!

P.S.
Bei www.schandmaennchen.de habe ich gelesen, dass “der Börsengang” nach Rücknahme der Rechtschreibreform jetzt wieder “die Börsengang” heißen soll.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. Oktober 2004 um 05:45:21 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Teebeutel Online

12. Oktober 2004 05:45

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten sich über das Internet bei der Firma Teelepathie AG einige Pakete Teebeutel online gekauft. Dass die Anschaffung zum Preis von 27 Teuronen je Beutel ein Schnäppchen war, kann man nicht gerade behaupten. Aber was soll’s haben Sie sich gedacht, man gönnt sich ja sonst nix und außerdem, wer weiß zu was man die Teebeutel irgendwann noch mal brauchen kann. Geh‘n ja nicht kaputt die Dinger oder werden schlecht. Kann man aufheben für schlechte Zeiten, wie es der große, leider im Alter von 93 Jahren viel zu früh verstorbene Teebeutelexperte Kostolany gemacht hat. Der hatte in jungen Jahren mit russischen Teebeuteln spekuliert und ein Vermögen gemacht.

Aber wie wir seit der Boston Tea Party am 16. Dezember 1773 wissen, ist das mit dem Tee so eine Sache und wenn man nicht aufpasst kann es heftiges Teeater geben, das damals sogar in einem Krieg endete.

Jetzt werden sie sagen, dass man wegen einem Tee keinen Streit anfängt und einen Krieg schon gleich zweimal nicht.
Da kennen Sie die Teelepathie AG aber schlecht, beim Tee verstehen die keinen Spaß. Da sind die sowas von eigen und schrecken sogar vor Teerror nicht zurück. Sogar am Teelefon. Da können manche Teebesitzer ein Lied davon singen.

“Ja”, werden Sie sagen, “ich bin doch kein Teenager, den man so einfach über den Tisch ziehen kann. Was soll das Teeater? Ich werde meine Teebeutel behalten. Die werden sicher noch mal richtig teeuer und dann mach ich das wie der Teebeutelexperte Kostolany!”

Aber genau das würde ich mir an Ihrer Stelle noch mal sorgfältig überlegen, denn was macht der professionelle Teetrinker mit dem Teebeutel, nachdem er ihn mit heißem Wasser abgebrüht hat?
Genau! Er quetscht ihn aus!
Die seltsamen Menschen auf der Insel im Atlantik vor Europa nennen diesen Vorgang “Squeeze out”, auf Deutsch könnte man auch “Enteignung” dazu sagen.
Gell, das ist ein Scheißspiel. Und was würden Sie daraus lernen, immer vorausgesetzt Sie wären damals wirklich so blöd gewesen sich Teebeutel online zu kaufen?
Finger weg von allem wo Tee drauf steht und lassen Sie sich bloß nicht wieder Teebeutel aufs Auge drücken. Das geht Ihnen sonst böse an die Börse. Muss man sich ja nicht antun, oder?

Übrigens sind hier bei uns in der BRDDR Enteignungen nach dem Gesetz (Art. 14 Abs 3. Grundgesetz) nur erlaubt, wenn es dem Wohl der Allgemeinheit dienen würde und die Enteignung durch ein Gesetz oder einen Verwaltungsakt erfolgt.
Sowas wäre ja nur dann zu befürchten, wenn die Bundesrepublik Deutschland etwas mit der Teelepathie AG am Hut hätte, oder?
Und überhaupt hat die BRDDR ja gar keine Erfahrung und hatte noch nie Interesse an irgendwelchen Enteignungen.
Das behaupte ich jetzt einfach mal so!

P.S.
Bei www.schandmaennchen.de habe ich gelesen, dass “der Börsengang” nach Rücknahme der Rechtschreibreform jetzt wieder “die Börsengang” heißen soll.

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