Karstadt ist überall

1. Oktober 2004 05:45


Waren sie schon mal in Karstadt?
Nein nicht in Karl-Marx-Stadt, das liegt doch in Ossiland, drüben - in Esten.
Heißt jetzt –glaub ich- auch ein bisschen anders, nachdem das Wirtschaftsmodell von dem Namensgeber so richtig schief gegangen ist.
Nein, ich meine Karstadt hier in Dingens …. na wie heißt das denn?
Dieser Geländestreifen zwischen dem ehemaligen eisernen Vorhang und der Maginotlinie, diese von den Allierten kulturell annektierte Besatzungszone und jetziges Globalisierungstestgelände.
Sie wissen was ich meine, da wo Karstadt überall ist.

Jetzt hab ich gelesen, dass Karstadt mit der Quelle heftige Probleme haben soll.

Vielleicht sprudelt die Quelle nicht mehr so wie früher und funktioniert irgendwie nicht mehr richtig.
Auf jeden Fall ist in Karstadt jetzt heftig was los.

Die Restaurants und die Verkehrsbetriebe sollen verkauft und die Geschäfte, Läden und Häuser dichtgemacht werden. Geschlossen und zugenagelt wegen dem veränderten Konsumstrom und dem Tidenhub.
Besonders die kleineren Häuser von Karstadt in der Innenstadt soll es ganz böse erwischt haben.
Die Leute müssen das einsehen, die müssen da raus und ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Manche müssen ja nur im Hochhaus ein paar Stockwerke höher ziehen, aber die Laubenpieper und Campingplatzbewohner stehen halt im Wasser.
Manche bis zu den Knöcheln, andere bis zu den Nasenlöchern. Muss halt jeder selber gucken wo er bleibt.

Auch das Altersheim von der Gewerkschaft steht jetzt im Wasser und die Senioren schreien Zeter und Mordio, obwohl sie ja bisher den Hintern nicht aus dem Rollstuhl gebracht haben, nachdem man ihnen versprochen hatte, dass ihre Insel der Seligen von den Wassermassen der Jahrhundertflut nicht bedroht sei.
Ja, das hätten die alten Damen und Herren aber aus Erfahrung besser wissen müssen, dass wenn der lange Hans erst an die eigene Wohnungstür schwappt, dann steht das Wasser meist auch schon im Keller und die dort gelagerten Vorräte und Antiquitäten sind längst abgesoffen.

Nun sollen ja eine ganze Menge Menschen von Karstadt freiwillig in die Boote gehen oder eben ausgebootet werden. Ist natürlich jetzt ein etwas schlechter Zeitpunkt, wo das Wasser überall schon knietief steht und es landauf und landab nur noch “Land unter” heißt.

Karstadt selbst soll ja ganz langsam und stetig abgesoffen sein. Das kann daran liegen, dass Karstadt zu dicht an der Quelle war oder der Grundwasserspiegel angestiegen ist oder die Karstadter einfach zuviel in die Urbanisation von Gewerbebetrieben und Immobilien in Überflutungsgebieten investiert haben. Die Deichgrafen ganz oben in ihren Hochhäusern haben aber anscheinend nicht mitgekriegt , dass es unten zunehmend sumpfiger und matschiger wurde. Jetzt soll in Karstadt versucht werden die Löcher im Deich zu stopfen und das abgesoffene Gelände durch den Middelhoff-Kanal und den Achenbach trockenzulegen.

Wie man hört ist die Stimmung in Karstadt jetzt alles andere als gut. Irgendwo zwischen gereizt und gedrückt. Jeder hat halt Angst und weiß nicht ob und wie es weitergehen wird.
Aber das ist nicht nur in Karstadt so! Das ist doch überall so!
Wenn die Flut kommt und das kalte Wasser in die warmen Stuben schwappt wird es eben ungemütlich.
Dann wird auch die braune Brühe aus den Kanälen gedrückt und es beginnt überall nach Fäkalien und Verwesung zu riechen. Zudem steigt die Seuchengefahr und die Gefährdung der Volksgesundheit und …… ach was erzähl ich Ihnen, Sie kennen das ja. Sag ich Ihnen ja nix Neues.
Natürlich besteht offiziell mal wieder keinerlei Gefahr für Land und Leute.

Hatten die in Karstadt eigentlich auch schon Montagsdemos, oder waren die Bürger dort auch welche von denen, die gedacht haben, dass dieser Kelch an ihnen vorübergeht?

Tja, war wohl nix - Karstadt ist halt überall!

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Karstadt ist überall

1. Oktober 2004 05:45


Waren sie schon mal in Karstadt?
Nein nicht in Karl-Marx-Stadt, das liegt doch in Ossiland, drüben - in Esten.
Heißt jetzt –glaub ich- auch ein bisschen anders, nachdem das Wirtschaftsmodell von dem Namensgeber so richtig schief gegangen ist.
Nein, ich meine Karstadt hier in Dingens …. na wie heißt das denn?
Dieser Geländestreifen zwischen dem ehemaligen eisernen Vorhang und der Maginotlinie, diese von den Allierten kulturell annektierte Besatzungszone und jetziges Globalisierungstestgelände.
Sie wissen was ich meine, da wo Karstadt überall ist.

Jetzt hab ich gelesen, dass Karstadt mit der Quelle heftige Probleme haben soll.

Vielleicht sprudelt die Quelle nicht mehr so wie früher und funktioniert irgendwie nicht mehr richtig.
Auf jeden Fall ist in Karstadt jetzt heftig was los.

Die Restaurants und die Verkehrsbetriebe sollen verkauft und die Geschäfte, Läden und Häuser dichtgemacht werden. Geschlossen und zugenagelt wegen dem veränderten Konsumstrom und dem Tidenhub.
Besonders die kleineren Häuser von Karstadt in der Innenstadt soll es ganz böse erwischt haben.
Die Leute müssen das einsehen, die müssen da raus und ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Manche müssen ja nur im Hochhaus ein paar Stockwerke höher ziehen, aber die Laubenpieper und Campingplatzbewohner stehen halt im Wasser.
Manche bis zu den Knöcheln, andere bis zu den Nasenlöchern. Muss halt jeder selber gucken wo er bleibt.

Auch das Altersheim von der Gewerkschaft steht jetzt im Wasser und die Senioren schreien Zeter und Mordio, obwohl sie ja bisher den Hintern nicht aus dem Rollstuhl gebracht haben, nachdem man ihnen versprochen hatte, dass ihre Insel der Seligen von den Wassermassen der Jahrhundertflut nicht bedroht sei.
Ja, das hätten die alten Damen und Herren aber aus Erfahrung besser wissen müssen, dass wenn der lange Hans erst an die eigene Wohnungstür schwappt, dann steht das Wasser meist auch schon im Keller und die dort gelagerten Vorräte und Antiquitäten sind längst abgesoffen.

Nun sollen ja eine ganze Menge Menschen von Karstadt freiwillig in die Boote gehen oder eben ausgebootet werden. Ist natürlich jetzt ein etwas schlechter Zeitpunkt, wo das Wasser überall schon knietief steht und es landauf und landab nur noch “Land unter” heißt.

Karstadt selbst soll ja ganz langsam und stetig abgesoffen sein. Das kann daran liegen, dass Karstadt zu dicht an der Quelle war oder der Grundwasserspiegel angestiegen ist oder die Karstadter einfach zuviel in die Urbanisation von Gewerbebetrieben und Immobilien in Überflutungsgebieten investiert haben. Die Deichgrafen ganz oben in ihren Hochhäusern haben aber anscheinend nicht mitgekriegt , dass es unten zunehmend sumpfiger und matschiger wurde. Jetzt soll in Karstadt versucht werden die Löcher im Deich zu stopfen und das abgesoffene Gelände durch den Middelhoff-Kanal und den Achenbach trockenzulegen.

Wie man hört ist die Stimmung in Karstadt jetzt alles andere als gut. Irgendwo zwischen gereizt und gedrückt. Jeder hat halt Angst und weiß nicht ob und wie es weitergehen wird.
Aber das ist nicht nur in Karstadt so! Das ist doch überall so!
Wenn die Flut kommt und das kalte Wasser in die warmen Stuben schwappt wird es eben ungemütlich.
Dann wird auch die braune Brühe aus den Kanälen gedrückt und es beginnt überall nach Fäkalien und Verwesung zu riechen. Zudem steigt die Seuchengefahr und die Gefährdung der Volksgesundheit und …… ach was erzähl ich Ihnen, Sie kennen das ja. Sag ich Ihnen ja nix Neues.
Natürlich besteht offiziell mal wieder keinerlei Gefahr für Land und Leute.

Hatten die in Karstadt eigentlich auch schon Montagsdemos, oder waren die Bürger dort auch welche von denen, die gedacht haben, dass dieser Kelch an ihnen vorübergeht?

Tja, war wohl nix - Karstadt ist halt überall!

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