Pakt

29. September 2004 05:45


An was denken Sie, wenn sie das Wort “Pakt” hören?
Sicher an etwas Wichtiges, etwas Heroisches, etwas Staatstragendes.
Entweder mit Blut besiegelt oder im Blut ertränkt.

Sie erinnern sich sicher noch an den Geschichtsunterricht in der Schule und denken an den “Warschauer Pakt”, den “Locarno Pakt”, den “Hitler-Stalin Pakt”, den “Briand-Kellog Pakt”, den “Molotow-Rippentropp Pakt”, den “Brüsseler Pakt”, oder den “Bagdad Pakt”.
Pakte sind etwas Wichtiges, etwas Ehernes in der Geschichte der Völker und Nationen. Ihr Abschluss wird meist gefeiert, sofern der Pakt nicht geheim bleiben soll, und an ihren Jahrestagen werden die Fahnen gehisst und Reden gehalten.
Über Pakte wurden Bücher geschrieben und Filme gedreht. “Der Pakt mit dem Teufel”, der “Heimliche Pakt”, der “Mörderische Pakt” und auch den “schmutzigen” und den “tödlichen” Pakt gibt es schon.

Jetzt habe ich gerade in der Netzeitung etwas gelesen, was so überhaupt nicht zum Image eines Paktes passt:
«Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat falsche Angaben Griechenlands zu seinem Haushaltsdefizit bestätigt. Die Regierung habe schon vor dem Beitritt zur Währungsunion im Jahr 2001 ein zu hohes Defizit verschleiert, teilte die EU-Behörde in Brüssel mit.
Auf Basis der Zahlen, die die griechischen Behörden auf Anforderung von Eurostat in den vergangenen Monaten geliefert haben, ergeben sich für die Jahre 2000 bis 2003 Defizitquoten von 4,1 Prozent, 3,7 Prozent, 3,7 Prozent und 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (Bip).
Bereits am Mittwoch hatte die griechische Regierung eingeräumt, dass die Defizitquote im Jahr 2000 bei 4,1 Prozent gelegen habe und nicht, wie zunächst nach Brüssel gemeldet, bei 2,0 Prozent. Die gesamtstaatliche Verschuldung betrug 2000 bis 2003 demnach 114,0 Prozent, 114,7 Prozent, 112,5 Prozent und 109,9 Prozent des BIP.
Mit Sanktionen muss Griechenland nicht rechnen. Der Stabilitätspakt sieht keine Maßnahmen vor, sollte ein Land vorsätzlich seine statistischen Zahlen manipulieren»

Wenn’s mit dem Pakt halt einer nicht packt, dann muss er nicht gleich seine Koffer packen.
Nur weil man im Stabilitätspakt vergessen(?) hat, Konsequenzen für’s Lügen vorzusehen.
Das ist aber ein “Lustiger Pakt”!

Für unseren Finanzhans wird es jetzt auch viel einfacher. Er darf jetzt ganz beruhigt weiter an seinen Zahlenmärchen schreiben und schreiben lassen, aber er darf halt jetzt nicht mehr von sich aus sagen, dass es Märchen sind.
Schon aus Solidarität mit Griechenland sollte er jetzt auch warten bis ihm die EU in ein paar Jahren drauf kommt.

Nennt man so ein geschöntes Zahlenwerk in der Wirtschaft nicht “Bilanzfälschung”?
Ich glaub, dafür konnte man sogar mal ins Gefängnis kommen.
Aber das war noch vor Phenomedia, MCI Worldcom, Computer Associates, Enron, Xerox, Vivendi, Parmalat, Symbol Technologies, Berliner Bankgesellschaft, Euro Waste Services, IXOS, Fininvest, Medusa Film um nur mal so ein paar Bilanzfriseure zu nennen.

Bei Fininvest und Medusa Film gab es übrigens Haftstrafen, die allerdings zwischenzeitlich aber von übergeordnete Gerichtsinstanzen wieder aufgehoben wurden oder die Tat zwischenzeitlich verjährt ist. Vielleicht hat der Beklagte der griechischen Regierung auf einem der EU-Gipfeltreffen ja einen (heißen) Tipp gegeben, wie man sowas macht.

Die Finanzminister der EU wollen sich bei ihrem nächsten Treffen am 20. und 21. Oktober in Luxemburg mit der Problematik befassen. Bei ihrem letzten Treffen am 10. September hatten sich die Minister aber bereits besorgt über die Entwicklung in Griechenland gezeigt. Sie beauftragten die EU-Kommission damit, bis Juni nächsten Jahres Vorschläge vorzulegen, wie für die Verlässlichkeit der Daten garantiert werden könne.» meldet die Netzeitung weiter.

Ich hätte dazu einen ganz einfachen Vorschlag:
Die Hersteller und die Unterzeichner eines solchen Zahlenwerks entmannen, teeren und federn, pfählen, vierteilen und die Brocken vor den Parlamenten in der Sonne liegen lassen!

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. September 2004 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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29. September 2004 05:45


An was denken Sie, wenn sie das Wort “Pakt” hören?
Sicher an etwas Wichtiges, etwas Heroisches, etwas Staatstragendes.
Entweder mit Blut besiegelt oder im Blut ertränkt.

Sie erinnern sich sicher noch an den Geschichtsunterricht in der Schule und denken an den “Warschauer Pakt”, den “Locarno Pakt”, den “Hitler-Stalin Pakt”, den “Briand-Kellog Pakt”, den “Molotow-Rippentropp Pakt”, den “Brüsseler Pakt”, oder den “Bagdad Pakt”.
Pakte sind etwas Wichtiges, etwas Ehernes in der Geschichte der Völker und Nationen. Ihr Abschluss wird meist gefeiert, sofern der Pakt nicht geheim bleiben soll, und an ihren Jahrestagen werden die Fahnen gehisst und Reden gehalten.
Über Pakte wurden Bücher geschrieben und Filme gedreht. “Der Pakt mit dem Teufel”, der “Heimliche Pakt”, der “Mörderische Pakt” und auch den “schmutzigen” und den “tödlichen” Pakt gibt es schon.

Jetzt habe ich gerade in der Netzeitung etwas gelesen, was so überhaupt nicht zum Image eines Paktes passt:
«Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat falsche Angaben Griechenlands zu seinem Haushaltsdefizit bestätigt. Die Regierung habe schon vor dem Beitritt zur Währungsunion im Jahr 2001 ein zu hohes Defizit verschleiert, teilte die EU-Behörde in Brüssel mit.
Auf Basis der Zahlen, die die griechischen Behörden auf Anforderung von Eurostat in den vergangenen Monaten geliefert haben, ergeben sich für die Jahre 2000 bis 2003 Defizitquoten von 4,1 Prozent, 3,7 Prozent, 3,7 Prozent und 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (Bip).
Bereits am Mittwoch hatte die griechische Regierung eingeräumt, dass die Defizitquote im Jahr 2000 bei 4,1 Prozent gelegen habe und nicht, wie zunächst nach Brüssel gemeldet, bei 2,0 Prozent. Die gesamtstaatliche Verschuldung betrug 2000 bis 2003 demnach 114,0 Prozent, 114,7 Prozent, 112,5 Prozent und 109,9 Prozent des BIP.
Mit Sanktionen muss Griechenland nicht rechnen. Der Stabilitätspakt sieht keine Maßnahmen vor, sollte ein Land vorsätzlich seine statistischen Zahlen manipulieren»

Wenn’s mit dem Pakt halt einer nicht packt, dann muss er nicht gleich seine Koffer packen.
Nur weil man im Stabilitätspakt vergessen(?) hat, Konsequenzen für’s Lügen vorzusehen.
Das ist aber ein “Lustiger Pakt”!

Für unseren Finanzhans wird es jetzt auch viel einfacher. Er darf jetzt ganz beruhigt weiter an seinen Zahlenmärchen schreiben und schreiben lassen, aber er darf halt jetzt nicht mehr von sich aus sagen, dass es Märchen sind.
Schon aus Solidarität mit Griechenland sollte er jetzt auch warten bis ihm die EU in ein paar Jahren drauf kommt.

Nennt man so ein geschöntes Zahlenwerk in der Wirtschaft nicht “Bilanzfälschung”?
Ich glaub, dafür konnte man sogar mal ins Gefängnis kommen.
Aber das war noch vor Phenomedia, MCI Worldcom, Computer Associates, Enron, Xerox, Vivendi, Parmalat, Symbol Technologies, Berliner Bankgesellschaft, Euro Waste Services, IXOS, Fininvest, Medusa Film um nur mal so ein paar Bilanzfriseure zu nennen.

Bei Fininvest und Medusa Film gab es übrigens Haftstrafen, die allerdings zwischenzeitlich aber von übergeordnete Gerichtsinstanzen wieder aufgehoben wurden oder die Tat zwischenzeitlich verjährt ist. Vielleicht hat der Beklagte der griechischen Regierung auf einem der EU-Gipfeltreffen ja einen (heißen) Tipp gegeben, wie man sowas macht.

Die Finanzminister der EU wollen sich bei ihrem nächsten Treffen am 20. und 21. Oktober in Luxemburg mit der Problematik befassen. Bei ihrem letzten Treffen am 10. September hatten sich die Minister aber bereits besorgt über die Entwicklung in Griechenland gezeigt. Sie beauftragten die EU-Kommission damit, bis Juni nächsten Jahres Vorschläge vorzulegen, wie für die Verlässlichkeit der Daten garantiert werden könne.» meldet die Netzeitung weiter.

Ich hätte dazu einen ganz einfachen Vorschlag:
Die Hersteller und die Unterzeichner eines solchen Zahlenwerks entmannen, teeren und federn, pfählen, vierteilen und die Brocken vor den Parlamenten in der Sonne liegen lassen!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. September 2004 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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