Schöne Statistik

24. September 2004 05:45


Was wird jemand, der immer mehr Geld bekommt als er wieder ausgibt?
Richtig, er wird reich!
Die Deutschen werden reich! Die Wende ist geschafft!
Zumindest wenn man der Netzeitung glauben darf, die sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden beruft.

Diese Grafik hat mit dem nebenstehenden Text nicht das Geringste zu tun, sieht aber irgendwie gut aus!  ;-)«Die Bundesbürger beziehen mehr Geld vom Staat.
Der Anteil staatlicher Leistungen am Einkommen der deutschen Haushalte ist seit 1998 deutlich gestiegen. Dafür geben die Deutschen immer weniger für den Konsum aus. Die Deutschen bekommen immer mehr Geld vom Staat und geben immer weniger für den Konsum aus. Jeder vierte Euro des Bruttoeinkommens der Privathaushalte wurde im ersten Halbjahr 2003 vom Staat gezahlt, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Im Osten Deutschlands war es sogar jeder dritte Euro.
Der Anteil der staatlichen Leistungen sei gegenüber dem selben Zeitraum des Jahres 1998 um 16 Prozent auf durchschnittlich 887 Euro im Monat gestiegen, hieß es weiter. Von dem Einkommen, dass die Deutschen tatsächlich ausgeben können, verwendeten sie nur noch 75 Prozent für den Konsum. Fünf Jahre zuvor lag dieser Anteil noch bei 78 Prozent.»

Nachdem ich das gelesen habe, bin ich doch etwas unruhig geworden, denn auf meinem Bankkonto konnte ich den Zahlungseingang dieser 887 Euro monatlich noch nicht feststellen.
Sicher geht es Ihnen auch so.

Aber wie wir aus dem Artikel der Netzeitung erfahren, gehören wir nicht zur Zielgruppe der stattlichen staatlichen Geldschwemme.
Es sind wieder mal die Kinder, bzw. die Eltern der Kinder, und natürlich -wer sollte es denn sonst sein-, es sind die Rentner.
Nein, diesmal sind es wirklich nicht die Langzeitfaulenzer, diesmal sind es die Rentner und die Pensionäre. Denn die bekommen, wenn ich das richtig verstanden habe, jeden Monat 887 Euro vom Staat.
Zusätzlich zu ihrer Rente? Oder ist das die Rente?
Ich meine die Rente, die man vom Staat bekommt, wenn man vorher jahrzehntelang dem Staat Geld dafür bezahlt hat, dass man im Alter dafür eine Rente bekommt.
Wenn das dieses Geld ist, das vom Statistischen Bundesamt als “Geld vom Staat” bezeichnet wird, dann kann man diese Statistik dazu verwenden sich die Verdauungsreste vom Anus zu entfernen.
Sorry, aber das musste ich jetzt mal so deutlich sagen.

Weiter heißt es in dem Artikel, dass «das durchschnittliche Bruttoeinkommen auf 3454 Euro gestiegen ist. Unterm Strich, also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, verbleiben den Bürgern ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 2771 Euro. Während im Westen Deutschlands das Nettoeinkommen von rund 2690 auf 2895 Euro stieg nahm es im Osten der Bundesrepublik von 2023 auf 2233 Euro zu

Ich habe das dreimal gelesen und bin zu der Überzeugung gekommen, dass es drei verschiedene Netto geben muss. Einmal das durchschnittliche Netto von 2771 Euro, dann das gestiegene Netto-West mit 2895 Euro und das gestiegene Netto-Ost mit 2233 Euro.
Suchen Sie sich doch einfach eines aus!

Mit dem Brutto/Netto-Rechner von Spiegel-Online habe ich dann mal nachgerechnet und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der Rechner vom Spiegel falsch rechnen muss, denn egal welche Steuerklasse und wieviele Kinder – kein einziger Bürger bekommt aus 3454 Euro brutto, nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, ein Nettoeinkommen von 2771 Euro.
Einem Westbürger mit Lohnsteuerklasse III/2 bleiben aus 3454 Euro brutto noch 2322 Euro, etwa 450 Euro weniger als vom Statistischen Bundesamt errechnet.
Jetzt frag ich mich, wie die Jungs in Wiesbaden rechnen?

Der Bundesgerd sollte mal diese Komiker vom “Bundesamt für Zahlenmanipulation” zur Errechnung der Arbeitslosenzahlen heranziehen. Vielleicht klappt es dann endlich mit der Formel “Arbeitslose / 2″, nachdem die “Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung” in Nürnberg es nicht geschafft hat.

Ach und das mit dem gesunkenen Konsum ist auch klar. Dazu muss man sich nur die “Konsumformel” von Adam Riese (Gott hab ihn selig, dass er das nicht mehr erleben musste) anschauen:
Netto – Praxisgebühr – Rezeptgebühren – Zahnersatzzuzahlungen – Miete – Energiekosten – Benzinpreiserhöhung – Ökosteuer – Fahrpreiserhöhung - Zukunftsangstfaktor - (hab ich noch was vergessen) = Kaufkraft.
Wundert mich eigentlich; dass es nur ein Rückgang von 78 % auf 75 % sein soll.

Aber wer weiß schon, wie die Computer beim Statistischen Bundesamt rechnen dürfen.

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. September 2004 um 05:45:37 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Richtig, er wird reich!
Die Deutschen werden reich! Die Wende ist geschafft!
Zumindest wenn man der Netzeitung glauben darf, die sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden beruft.

Diese Grafik hat mit dem nebenstehenden Text nicht das Geringste zu tun, sieht aber irgendwie gut aus!  ;-)«Die Bundesbürger beziehen mehr Geld vom Staat.
Der Anteil staatlicher Leistungen am Einkommen der deutschen Haushalte ist seit 1998 deutlich gestiegen. Dafür geben die Deutschen immer weniger für den Konsum aus. Die Deutschen bekommen immer mehr Geld vom Staat und geben immer weniger für den Konsum aus. Jeder vierte Euro des Bruttoeinkommens der Privathaushalte wurde im ersten Halbjahr 2003 vom Staat gezahlt, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Im Osten Deutschlands war es sogar jeder dritte Euro.
Der Anteil der staatlichen Leistungen sei gegenüber dem selben Zeitraum des Jahres 1998 um 16 Prozent auf durchschnittlich 887 Euro im Monat gestiegen, hieß es weiter. Von dem Einkommen, dass die Deutschen tatsächlich ausgeben können, verwendeten sie nur noch 75 Prozent für den Konsum. Fünf Jahre zuvor lag dieser Anteil noch bei 78 Prozent.»

Nachdem ich das gelesen habe, bin ich doch etwas unruhig geworden, denn auf meinem Bankkonto konnte ich den Zahlungseingang dieser 887 Euro monatlich noch nicht feststellen.
Sicher geht es Ihnen auch so.

Aber wie wir aus dem Artikel der Netzeitung erfahren, gehören wir nicht zur Zielgruppe der stattlichen staatlichen Geldschwemme.
Es sind wieder mal die Kinder, bzw. die Eltern der Kinder, und natürlich -wer sollte es denn sonst sein-, es sind die Rentner.
Nein, diesmal sind es wirklich nicht die Langzeitfaulenzer, diesmal sind es die Rentner und die Pensionäre. Denn die bekommen, wenn ich das richtig verstanden habe, jeden Monat 887 Euro vom Staat.
Zusätzlich zu ihrer Rente? Oder ist das die Rente?
Ich meine die Rente, die man vom Staat bekommt, wenn man vorher jahrzehntelang dem Staat Geld dafür bezahlt hat, dass man im Alter dafür eine Rente bekommt.
Wenn das dieses Geld ist, das vom Statistischen Bundesamt als “Geld vom Staat” bezeichnet wird, dann kann man diese Statistik dazu verwenden sich die Verdauungsreste vom Anus zu entfernen.
Sorry, aber das musste ich jetzt mal so deutlich sagen.

Weiter heißt es in dem Artikel, dass «das durchschnittliche Bruttoeinkommen auf 3454 Euro gestiegen ist. Unterm Strich, also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, verbleiben den Bürgern ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 2771 Euro. Während im Westen Deutschlands das Nettoeinkommen von rund 2690 auf 2895 Euro stieg nahm es im Osten der Bundesrepublik von 2023 auf 2233 Euro zu

Ich habe das dreimal gelesen und bin zu der Überzeugung gekommen, dass es drei verschiedene Netto geben muss. Einmal das durchschnittliche Netto von 2771 Euro, dann das gestiegene Netto-West mit 2895 Euro und das gestiegene Netto-Ost mit 2233 Euro.
Suchen Sie sich doch einfach eines aus!

Mit dem Brutto/Netto-Rechner von Spiegel-Online habe ich dann mal nachgerechnet und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der Rechner vom Spiegel falsch rechnen muss, denn egal welche Steuerklasse und wieviele Kinder – kein einziger Bürger bekommt aus 3454 Euro brutto, nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, ein Nettoeinkommen von 2771 Euro.
Einem Westbürger mit Lohnsteuerklasse III/2 bleiben aus 3454 Euro brutto noch 2322 Euro, etwa 450 Euro weniger als vom Statistischen Bundesamt errechnet.
Jetzt frag ich mich, wie die Jungs in Wiesbaden rechnen?

Der Bundesgerd sollte mal diese Komiker vom “Bundesamt für Zahlenmanipulation” zur Errechnung der Arbeitslosenzahlen heranziehen. Vielleicht klappt es dann endlich mit der Formel “Arbeitslose / 2″, nachdem die “Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung” in Nürnberg es nicht geschafft hat.

Ach und das mit dem gesunkenen Konsum ist auch klar. Dazu muss man sich nur die “Konsumformel” von Adam Riese (Gott hab ihn selig, dass er das nicht mehr erleben musste) anschauen:
Netto – Praxisgebühr – Rezeptgebühren – Zahnersatzzuzahlungen – Miete – Energiekosten – Benzinpreiserhöhung – Ökosteuer – Fahrpreiserhöhung - Zukunftsangstfaktor - (hab ich noch was vergessen) = Kaufkraft.
Wundert mich eigentlich; dass es nur ein Rückgang von 78 % auf 75 % sein soll.

Aber wer weiß schon, wie die Computer beim Statistischen Bundesamt rechnen dürfen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. September 2004 um 05:45:37 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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