Optimistische Prognose

23. September 2004 05:45


Eine tiefen Einblick in sein volks- und betriebswirtschaftliches Wissen hat dieser Tage der SPD-Politiker Olaf Scholz dem Spiegel gegeben. Da zu befürchten steht, dass der Herr Scholz sich, sobald er wieder nüchtern ist, von seinen Aussagen distanzieren wird, oder gar behaupten wird er wäre falsch interpretiert worden, habe ich den Wortlaut mit Strg-C und Strg-V erst mal in Sicherheit gebracht:Hier der O-Ton Scholz:
«Hartz wird Langzeitarbeitslosigkeit komplett beseitigen.
Nach Einschätzung des SPD-Politikers Olaf Scholz werden die Hartz’schen Sozialreformen mittelfristig eine phänomenale Wirkung zeitigen. Spätestens 2014 werde es in Deutschland dank des Gesetzespakets der Koalition überhaupt keine Langzeitarbeitslosen mehr geben.
Berlin - “Ich bin überzeugt davon, dass wir keine zehn Jahre brauchen werden, um die Langzeitarbeitslosigkeit abzuschaffen”, sagte der Hamburger Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Generalsekretär der “Berliner Zeitung”. Schließlich habe man in Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien die Langzeitarbeitslosigkeit mit ganz ähnlichen Maßnahmen erfolgreich bekämpft.
“Wir sollten uns von der These verabschieden, dass uns die Arbeit ausgeht”, sagte Scholz. “Das klingt zwar gefühlsmäßig einleuchtend, ist aber falsch.” Vielmehr führe ein größeres Angebot an Arbeitskräften überall dazu, dass die Zahl der Arbeitsplätze steige. Allein schon die schnellere Vermittlung von Arbeitssuchenden helfe, sagte Scholz weiter. Im gleichen Augenblick sinke dann die Arbeitslosigkeit und steige das volkswirtschaftliche Sozialprodukt.
“Wenn alle zusehen, wo sie Stellen finden, die sie besetzen können, können wir uns allmählich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen”, sagte der SPD-Politiker. “Der Exportweltmeister Deutschland muss nicht auf Dauer mit mehr als vier Millionen Arbeitslosen leben. Das ist unplausibel.”»

Für mich ist dieses Interview der eindeutige Beweis das Pisa’s Kinder bereits in der hohen Schule der Politik angekommen sind. Prädikat: “Lernresistent”
Jeder Volkswirt im ersten Semester müsste das besser wissen. Zumindest war da zu meiner Zeit so.
Herr Scholz scheint aber noch nicht einmal bis zur letzten Seite des Lehrbuchs “Volkswirtschaft für Dummies” gelesen zu haben, denn sonst gibt es keine Erklärung für den Satz: “Vielmehr führe ein größeres Angebot an Arbeitskräften überall dazu, dass die Zahl der Arbeitsplätze steige. Allein schon die schnellere Vermittlung von Arbeitssuchenden helfe. Im gleichen Augenblick sinke dann die Arbeitslosigkeit und steige das volkswirtschaftliche Sozialprodukt.”

Das ist der dümmste Spruch, den ich in diesem Jahr 2004 gehört habe und das Jahr ist noch nicht zu Ende.
Wer weiß was da noch alles kommt.
Aber für diesen Spruch möchte ich heute schon den SPD-Politiker Olaf Scholz als Kandidat für die “Unsinnigste Äußerung des Jahres 2004″ nominieren.

Wenn es tatsächlich so wäre, wie der Herr Scholz sich das in seiner Einfältigkeit vorstellt, würde ja eine höherer Anzahl von Arbeitslosen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen. Und wenn die Arbeitslosen schnell, die Betonung liegt auf schnell, vermittelt werden – dann sinkt im gleichen Augenblick die Arbeitslosenzahl.
Wir müssen nur schnell genug vermitteln, dann schaffen wir die Illusion des “Perpetuum mobile”.

Vielleicht findet sich ja noch ein volkswirtschaftlich sinnlose Verwendung für den Herrn Scholz, der unlängst seinen Job als Generalsekretär der SPD verloren hat. Mit ein paar(?) Lerneinheiten Volkswirtschaftslehre könnten wir ihn vielleicht auf 1-Euro-Basis als Platzanweiser in einem Biergarten beschäftigen.

Jetzt!
Sofort!
Oh Herr wirf Hirn vom Himmel.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. September 2004 um 05:45:51 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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23. September 2004 05:45


Eine tiefen Einblick in sein volks- und betriebswirtschaftliches Wissen hat dieser Tage der SPD-Politiker Olaf Scholz dem Spiegel gegeben. Da zu befürchten steht, dass der Herr Scholz sich, sobald er wieder nüchtern ist, von seinen Aussagen distanzieren wird, oder gar behaupten wird er wäre falsch interpretiert worden, habe ich den Wortlaut mit Strg-C und Strg-V erst mal in Sicherheit gebracht:Hier der O-Ton Scholz:
«Hartz wird Langzeitarbeitslosigkeit komplett beseitigen.
Nach Einschätzung des SPD-Politikers Olaf Scholz werden die Hartz’schen Sozialreformen mittelfristig eine phänomenale Wirkung zeitigen. Spätestens 2014 werde es in Deutschland dank des Gesetzespakets der Koalition überhaupt keine Langzeitarbeitslosen mehr geben.
Berlin - “Ich bin überzeugt davon, dass wir keine zehn Jahre brauchen werden, um die Langzeitarbeitslosigkeit abzuschaffen”, sagte der Hamburger Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Generalsekretär der “Berliner Zeitung”. Schließlich habe man in Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien die Langzeitarbeitslosigkeit mit ganz ähnlichen Maßnahmen erfolgreich bekämpft.
“Wir sollten uns von der These verabschieden, dass uns die Arbeit ausgeht”, sagte Scholz. “Das klingt zwar gefühlsmäßig einleuchtend, ist aber falsch.” Vielmehr führe ein größeres Angebot an Arbeitskräften überall dazu, dass die Zahl der Arbeitsplätze steige. Allein schon die schnellere Vermittlung von Arbeitssuchenden helfe, sagte Scholz weiter. Im gleichen Augenblick sinke dann die Arbeitslosigkeit und steige das volkswirtschaftliche Sozialprodukt.
“Wenn alle zusehen, wo sie Stellen finden, die sie besetzen können, können wir uns allmählich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen”, sagte der SPD-Politiker. “Der Exportweltmeister Deutschland muss nicht auf Dauer mit mehr als vier Millionen Arbeitslosen leben. Das ist unplausibel.”»

Für mich ist dieses Interview der eindeutige Beweis das Pisa’s Kinder bereits in der hohen Schule der Politik angekommen sind. Prädikat: “Lernresistent”
Jeder Volkswirt im ersten Semester müsste das besser wissen. Zumindest war da zu meiner Zeit so.
Herr Scholz scheint aber noch nicht einmal bis zur letzten Seite des Lehrbuchs “Volkswirtschaft für Dummies” gelesen zu haben, denn sonst gibt es keine Erklärung für den Satz: “Vielmehr führe ein größeres Angebot an Arbeitskräften überall dazu, dass die Zahl der Arbeitsplätze steige. Allein schon die schnellere Vermittlung von Arbeitssuchenden helfe. Im gleichen Augenblick sinke dann die Arbeitslosigkeit und steige das volkswirtschaftliche Sozialprodukt.”

Das ist der dümmste Spruch, den ich in diesem Jahr 2004 gehört habe und das Jahr ist noch nicht zu Ende.
Wer weiß was da noch alles kommt.
Aber für diesen Spruch möchte ich heute schon den SPD-Politiker Olaf Scholz als Kandidat für die “Unsinnigste Äußerung des Jahres 2004″ nominieren.

Wenn es tatsächlich so wäre, wie der Herr Scholz sich das in seiner Einfältigkeit vorstellt, würde ja eine höherer Anzahl von Arbeitslosen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen. Und wenn die Arbeitslosen schnell, die Betonung liegt auf schnell, vermittelt werden – dann sinkt im gleichen Augenblick die Arbeitslosenzahl.
Wir müssen nur schnell genug vermitteln, dann schaffen wir die Illusion des “Perpetuum mobile”.

Vielleicht findet sich ja noch ein volkswirtschaftlich sinnlose Verwendung für den Herrn Scholz, der unlängst seinen Job als Generalsekretär der SPD verloren hat. Mit ein paar(?) Lerneinheiten Volkswirtschaftslehre könnten wir ihn vielleicht auf 1-Euro-Basis als Platzanweiser in einem Biergarten beschäftigen.

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