Reihenfolge

22. September 2004 05:45

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Da hat aber unser neuer Bundespräser “Hotte” Köhler was Feines angerichtet.
Der Sturm der Entrüstung und Zustimmung ging schon los, bevor die meisten überhaupt wussten was der Hotte dem Focus konkret gesagt hatte.
Beim Besuch der Webseite braucht man aber viel Geduld, denn der Focus glaubt, dass viele Werbe-Popup’s die Besucher richtig glücklich machen.
Man muss in dem Interview schon ziemlich weit lesen, bis man an die Stelle kommt über die sich jetzt die Gemüter erregen.

Also mich lässt das, was der Hotte Köhler da gesagt hat, verhältnismäßig kalt.
Warum sollte ich mich darüber aufregen? Das ist sein Standpunkt. Das ist keine Doktrin, das ist kein Gesetz, das ist sein Recht auf freie Meinungsäußerung. Wenn das seine Meinung als Privatmann ist, dann ist das OK und wenn er als Bundespräsident der gleichen Meinung ist, dann ziehe ich meinen Hut vor ihm. Nicht weil er etwas Richtiges oder etwas Falsches gesagt hat, sondern weil er eine Meinung hat und diese auch äußert.
Böse würde ich mit ihm erst werden, wenn er diese Meinung ändert, getreu nach dem Motto: “Was interessiert mich mein Geschwätz von heute morgen.” Ja ich weiß, früher hieß das mal “Geschwätz von gestern”, aber die Zeiträume in denen heute “gedacht” wird, sind kürzer geworden.

Globalisierung, Profitoptimierung und Sozialabbau machen wir in der Lehrstunde des Lebens gerade durch. Konsequenzen, Spätfolgen, Massenarbeitslosigkeit, Armut und soziale Unruhen kommen erst später im Lehrplan dran. Da brauchen wir uns jetzt noch keine Gedanken drüber zu machen!

Der Herr Kohl hat das damals auch so gemacht.
“Es wird uns allen in blühenden Landschaften besser gehen”, hat er so oder so ähnlich gesagt. Alle haben das geglaubt, nur einer nicht. Der hat dann ein Ei auf den dicken Helmut geworfen und ihn sogar getroffen. Man muss sich halt mit Eierballistik auskennen!
Vielleicht hat der Eierwerfer von damals schon gewusst, dass der Helmut da einem “vertretbaren Irrtum” unterliegt.

Und heute? Da wirft wieder einer ein Ei, diesmal auf den Bundesgerd. Trifft aber nicht, weil es sich vermutlich um einen zugewanderten Wessi gehandelt hat, dem aber die Erkenntnis gedämmert haben könnte, dass hier schon wieder jemand dabei ist einem “vertretbaren Irrtum” zu unterliegen und unterschwellig hofft, das es erst bemerkt wird wenn er nicht mehr in Amt und Würden ist.
Die Vermutung ist ja naheliegend, weil man den Bundesgerd mit seiner Schwindelei “Halbierung der Arbeitslosenzahlen” ja verhältnismäßig rasch erwischt hat, während es bei Helmut Kohl ja doch fast 15 Jahre gedauert hat.

Also ich finde das mit dem Ei ganz OK, denn dreimal hintereinander anscheißern lassen muss man sich ja nun wohl wirklich nicht. Auch nicht von den leitenden Angestellten unseres Staates.

Und überhaupt – was war eigentlich zuerst da?
Die “vertretbaren Irrtümer” diverser Herren oder die “fliegenden Eier”.
War die “Wieder”-vereinigung ein vertretbarer Irrtum?
Oder war man damals beiderseits einfach geil drauf?
Und jetzt wird um den Hurenlohn gefeilscht und darum gestritten wer unten und wer oben liegt?
Sind die Freier impotent und lustlos geworden?
Hat die Dame ihre Tage oder nur vorgeschobene Migräne?
Was ist hier Aktion und Reaktion, was Ursache und was Wirkung?
War die Henne vor dem Ei?

Fakt ist, dass es in der Beziehung zwischen Ost und West nach 15 Jahren einige Probleme gibt. Fakt ist aber auch, dass es sowohl im Westen als auch im Osten Probleme gibt.
Und die gilt es der Reihe nach und -vor allem - gemeinsam zu lösen.

Wer will, und so habe ich den Herrn Köhler verstanden, dass die Menschen durch eigene Initiative und Selbsthilfe ihr Leben und ihr Schicksal in die Hand nehmen, der muss ihnen zuerst die Bürde dieses unersättlichen Bürokratenstaates abnehmen und nicht immer noch mehr Last, Abgaben und Reglementierung zusätzlich aufpacken.
Wer neue Steuer- und Mautsysteme einführt um die Finanzierung des Staates umzustellen, der muss auch andere Steuern dafür zeitgleich streichen. Wer die Leistungen der Sozialsysteme kürzt und zusammenstreicht, der muss auch zeitgleich die Beitragszahler entlasten.

Denn auf die Reihenfolge kommt es an!

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. September 2004 um 05:45:03 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Da hat aber unser neuer Bundespräser “Hotte” Köhler was Feines angerichtet.
Der Sturm der Entrüstung und Zustimmung ging schon los, bevor die meisten überhaupt wussten was der Hotte dem Focus konkret gesagt hatte.
Beim Besuch der Webseite braucht man aber viel Geduld, denn der Focus glaubt, dass viele Werbe-Popup’s die Besucher richtig glücklich machen.
Man muss in dem Interview schon ziemlich weit lesen, bis man an die Stelle kommt über die sich jetzt die Gemüter erregen.

Also mich lässt das, was der Hotte Köhler da gesagt hat, verhältnismäßig kalt.
Warum sollte ich mich darüber aufregen? Das ist sein Standpunkt. Das ist keine Doktrin, das ist kein Gesetz, das ist sein Recht auf freie Meinungsäußerung. Wenn das seine Meinung als Privatmann ist, dann ist das OK und wenn er als Bundespräsident der gleichen Meinung ist, dann ziehe ich meinen Hut vor ihm. Nicht weil er etwas Richtiges oder etwas Falsches gesagt hat, sondern weil er eine Meinung hat und diese auch äußert.
Böse würde ich mit ihm erst werden, wenn er diese Meinung ändert, getreu nach dem Motto: “Was interessiert mich mein Geschwätz von heute morgen.” Ja ich weiß, früher hieß das mal “Geschwätz von gestern”, aber die Zeiträume in denen heute “gedacht” wird, sind kürzer geworden.

Globalisierung, Profitoptimierung und Sozialabbau machen wir in der Lehrstunde des Lebens gerade durch. Konsequenzen, Spätfolgen, Massenarbeitslosigkeit, Armut und soziale Unruhen kommen erst später im Lehrplan dran. Da brauchen wir uns jetzt noch keine Gedanken drüber zu machen!

Der Herr Kohl hat das damals auch so gemacht.
“Es wird uns allen in blühenden Landschaften besser gehen”, hat er so oder so ähnlich gesagt. Alle haben das geglaubt, nur einer nicht. Der hat dann ein Ei auf den dicken Helmut geworfen und ihn sogar getroffen. Man muss sich halt mit Eierballistik auskennen!
Vielleicht hat der Eierwerfer von damals schon gewusst, dass der Helmut da einem “vertretbaren Irrtum” unterliegt.

Und heute? Da wirft wieder einer ein Ei, diesmal auf den Bundesgerd. Trifft aber nicht, weil es sich vermutlich um einen zugewanderten Wessi gehandelt hat, dem aber die Erkenntnis gedämmert haben könnte, dass hier schon wieder jemand dabei ist einem “vertretbaren Irrtum” zu unterliegen und unterschwellig hofft, das es erst bemerkt wird wenn er nicht mehr in Amt und Würden ist.
Die Vermutung ist ja naheliegend, weil man den Bundesgerd mit seiner Schwindelei “Halbierung der Arbeitslosenzahlen” ja verhältnismäßig rasch erwischt hat, während es bei Helmut Kohl ja doch fast 15 Jahre gedauert hat.

Also ich finde das mit dem Ei ganz OK, denn dreimal hintereinander anscheißern lassen muss man sich ja nun wohl wirklich nicht. Auch nicht von den leitenden Angestellten unseres Staates.

Und überhaupt – was war eigentlich zuerst da?
Die “vertretbaren Irrtümer” diverser Herren oder die “fliegenden Eier”.
War die “Wieder”-vereinigung ein vertretbarer Irrtum?
Oder war man damals beiderseits einfach geil drauf?
Und jetzt wird um den Hurenlohn gefeilscht und darum gestritten wer unten und wer oben liegt?
Sind die Freier impotent und lustlos geworden?
Hat die Dame ihre Tage oder nur vorgeschobene Migräne?
Was ist hier Aktion und Reaktion, was Ursache und was Wirkung?
War die Henne vor dem Ei?

Fakt ist, dass es in der Beziehung zwischen Ost und West nach 15 Jahren einige Probleme gibt. Fakt ist aber auch, dass es sowohl im Westen als auch im Osten Probleme gibt.
Und die gilt es der Reihe nach und -vor allem - gemeinsam zu lösen.

Wer will, und so habe ich den Herrn Köhler verstanden, dass die Menschen durch eigene Initiative und Selbsthilfe ihr Leben und ihr Schicksal in die Hand nehmen, der muss ihnen zuerst die Bürde dieses unersättlichen Bürokratenstaates abnehmen und nicht immer noch mehr Last, Abgaben und Reglementierung zusätzlich aufpacken.
Wer neue Steuer- und Mautsysteme einführt um die Finanzierung des Staates umzustellen, der muss auch andere Steuern dafür zeitgleich streichen. Wer die Leistungen der Sozialsysteme kürzt und zusammenstreicht, der muss auch zeitgleich die Beitragszahler entlasten.

Denn auf die Reihenfolge kommt es an!

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