Ehegattensplitting

29. Juni 2006 05:45

Es ist doch immer wieder das gleiche Spiel und immer wieder fallen die Leute darauf herein.
Diesmal war es Urmelchen Pofalla, eine der Marionetten aus der Merkelschen Puppenkiste, der sich vor laufender Kamera zum „Ehegattensplitting“ äußerte und lispelnd die Änderung in ein „Familiensplitting“ anregte.
Prompt setzte quer durch die Republik und durch alle politischen Lager eine Diskussion ein, die natürlich wieder mal heftigst an der Sache und am eigentlichen Problem vorbei geht.
Dabei sind in den letzten Jahrzehnten bereits alle Argumente ausgetauscht und zwischen den Parteien zerrissen worden, denn die Diskussion um das Ehegattensplitting ist so alt wie die Republik selbst.

Warum wohl hat Urmelchen Pofalla dieses Thema nun erneut zur Sprache gebracht?
Sicher nicht, weil die Koalitionsparteien nun endlich mehr steuerliche und soziale Gerechtigkeit wollen. Das erreicht man nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern nur durch ein ausgewogenes Konzept, das Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Haben Sie von unserer Regierung schon mal ein solches Konzept zur sozialverträglichen Lastenverteilung und Umgestaltung der Republik gesehen?
Na also!
Kommen Sie mir jetzt nur nicht mit dem Koalitionsvertrag. Dieses Schmuddelpapier der Parteien ist nichts anderes als eine Absichtserklärung zur Beraubung des Steuerzahlers und mit dem Prädikat „Extremst sittenwidrig“ noch äußerst wohlwollend umschrieben.

In die gleiche Kategorie ist die vom Zaun gebrochene Diskussion um das „Ehegattensplitting“ einzustufen, denn es geht wieder mal nur um die Verteilung monetärer Werte.
Dazu nimmt man den „Ehegatten“ etwas weg um es dann, natürlich abzüglich eines gewissen Verteilungsverlustes, auf die „Familie“ zu verteilen.
Laut einer Studie des DIW entgehen dem Fiskus durch das bisherige Splitting jährlich rund 22 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Es wird gemunkelt, dass es so um die 2,5 Milliarden Euro sein sollen, die nach der Neuverteilung für die unter chronischem Geldmangel leidenden Verteiler übrigbleiben werden.

Dabei könnte man sich die ganze Diskussion um „Für und Wider“ des „Steuersplittings“ sparen, denn nichts spricht dagegen beide Varianten gleichzeitig und nebeneinander zu haben.
Warum nicht Förderung von Ehe und Familie als Grundelemente einer modernen Gesellschaft?
Mit etwas gutem Willen und etwas Druck auf die Kirchen, für die der Staat kostenlos das Inkasso der Kirchensteuer durchführt, könnte man außer der Ehe auch noch andere auf Nachhaltigkeit ausgerichtet Partnerschaften einschließen, die bereit sind sich eheähnlichen Vertragsbedingungen zu unterwerfen.
Derartige Verbindung aus mehreren Individuen nennen wir dann „Bedarfsgemeinschaft“ und behandeln alle BG unabhängig vom Einkommen so wie es im SGB II vorgesehen ist, damit alle Bürger die volle Packung aller gesellschaftlichen Reformen in gleicher Weise genießen können.
Dann packen wir noch eine Steuerflatrate von 30% dazu und runden das Ganze mit einem steuerfreien Existenzminimum von 10.000 Euro pro Fiskaljahr und Individuum ab.
Und den ganzen Rest der Steuergesetzgebung für „natürliche Personen“ mitsamt Kindergeld und der neuen ab 1.1. 2007 geltenden Natursprungprämie treten wir in den Mülleimer der Geschichte.

Das wäre doch sicher eine akzeptable Lösung im Sinne aller Verdiener.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. Juni 2006 um 05:45:39 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Ehegattensplitting

29. Juni 2006 05:45

Es ist doch immer wieder das gleiche Spiel und immer wieder fallen die Leute darauf herein.
Diesmal war es Urmelchen Pofalla, eine der Marionetten aus der Merkelschen Puppenkiste, der sich vor laufender Kamera zum „Ehegattensplitting“ äußerte und lispelnd die Änderung in ein „Familiensplitting“ anregte.
Prompt setzte quer durch die Republik und durch alle politischen Lager eine Diskussion ein, die natürlich wieder mal heftigst an der Sache und am eigentlichen Problem vorbei geht.
Dabei sind in den letzten Jahrzehnten bereits alle Argumente ausgetauscht und zwischen den Parteien zerrissen worden, denn die Diskussion um das Ehegattensplitting ist so alt wie die Republik selbst.

Warum wohl hat Urmelchen Pofalla dieses Thema nun erneut zur Sprache gebracht?
Sicher nicht, weil die Koalitionsparteien nun endlich mehr steuerliche und soziale Gerechtigkeit wollen. Das erreicht man nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern nur durch ein ausgewogenes Konzept, das Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Haben Sie von unserer Regierung schon mal ein solches Konzept zur sozialverträglichen Lastenverteilung und Umgestaltung der Republik gesehen?
Na also!
Kommen Sie mir jetzt nur nicht mit dem Koalitionsvertrag. Dieses Schmuddelpapier der Parteien ist nichts anderes als eine Absichtserklärung zur Beraubung des Steuerzahlers und mit dem Prädikat „Extremst sittenwidrig“ noch äußerst wohlwollend umschrieben.

In die gleiche Kategorie ist die vom Zaun gebrochene Diskussion um das „Ehegattensplitting“ einzustufen, denn es geht wieder mal nur um die Verteilung monetärer Werte.
Dazu nimmt man den „Ehegatten“ etwas weg um es dann, natürlich abzüglich eines gewissen Verteilungsverlustes, auf die „Familie“ zu verteilen.
Laut einer Studie des DIW entgehen dem Fiskus durch das bisherige Splitting jährlich rund 22 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Es wird gemunkelt, dass es so um die 2,5 Milliarden Euro sein sollen, die nach der Neuverteilung für die unter chronischem Geldmangel leidenden Verteiler übrigbleiben werden.

Dabei könnte man sich die ganze Diskussion um „Für und Wider“ des „Steuersplittings“ sparen, denn nichts spricht dagegen beide Varianten gleichzeitig und nebeneinander zu haben.
Warum nicht Förderung von Ehe und Familie als Grundelemente einer modernen Gesellschaft?
Mit etwas gutem Willen und etwas Druck auf die Kirchen, für die der Staat kostenlos das Inkasso der Kirchensteuer durchführt, könnte man außer der Ehe auch noch andere auf Nachhaltigkeit ausgerichtet Partnerschaften einschließen, die bereit sind sich eheähnlichen Vertragsbedingungen zu unterwerfen.
Derartige Verbindung aus mehreren Individuen nennen wir dann „Bedarfsgemeinschaft“ und behandeln alle BG unabhängig vom Einkommen so wie es im SGB II vorgesehen ist, damit alle Bürger die volle Packung aller gesellschaftlichen Reformen in gleicher Weise genießen können.
Dann packen wir noch eine Steuerflatrate von 30% dazu und runden das Ganze mit einem steuerfreien Existenzminimum von 10.000 Euro pro Fiskaljahr und Individuum ab.
Und den ganzen Rest der Steuergesetzgebung für „natürliche Personen“ mitsamt Kindergeld und der neuen ab 1.1. 2007 geltenden Natursprungprämie treten wir in den Mülleimer der Geschichte.

Das wäre doch sicher eine akzeptable Lösung im Sinne aller Verdiener.

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