Demokratieverständnis

20. September 2004 05:45


Dass Politiker nicht auf das antworten, wonach sie gefragt wurden, das kennt man ja.
Dass Politiker am Wahlabend, egal wie es für sie ausgegangen ist, immer positive Aspekte und sich als Sieger sehen, das wissen wir auch.
Dass Parteien vor der Wahl fast jede Art von Versprechung machen, um die Wähler auf ihre Seite zu locken, ist zwar traurig, aber bekannt.
Dass vor, nach und während des Wahlkampfs versucht wird den Gegner auszustechen, ihn bloßzustellen und unglaubwürdig zu machen, gehört auch in einer Demokratie zum politischen Alltag.

Wenn sich also am Wahlabend die Vertreter der Parteien vor den Mikrofonen der Medien treffen und ihre Sprüchlein und Meinungen aufsagen, dann sollte man meinen, dass alle durch die Mühlen eines demokratischen Wahlverfahrens gegangen sind, in dem die Bürger ihren politischen Willen zum Ausdruck gebracht haben.
Hat also eine Partei die 5%-Hürde geschafft und bei der Wahl ging alles mit rechten Dingen zu, dann stehen vor den Mikrofonen die von den wahlberechtigten Bürgern nach gleichem Verfahren ordnungsgemäß gewählten Volksvertreter.
Und wenn ihnen dann von einem Angestellten einer öffentlich-rechtlichen Medienanstalt, die sich aus zwangsweise erhobenen Gebühren ihrer Zuschauer und Zuhörer finanziert, eine Frage gestellt und ein Mikrofon unter die Nase gehalten wird, dann gelten für alle die gleichen demokratischen Regeln.
Sollte man jedenfalls meinen!

Ich habe heute, mit Millionen anderer Zuschauer vor den Bildschirmen etwas erlebt, was mein Demokratieverständnis zutiefst erschüttert hat. Ich habe heute die Arroganz, die Ignoranz, die Überheblichkeit und Dummheit des politischen Establishments und der ihnen genehmen Medienvertreter im Umgang mit den ungeliebten politischen Newcomern von NPD und DVU erlebt.
Ich habe erlebt wie deren demokratisch gewählte Vertreter vom “neutralen” Interviewpartner von ARD/ZDF angeschrien und beim Aufsagen ihrer Sprüchlein permanent unterbrochen wurden. Ob sie dabei inhaltlich mehr von sich gegeben hätten als die Gesprächspartner der anderen Parteien, das werden die Zuschauer wohl nie erfahren.
Ich habe erlebt, wie die Vertreter der etablierten Parteien von SPD, CDU, FDP und Grünen sich dabei abgewandt und wie unter Protest die Interviewrunde verlassen haben.
Es ist schon ein seltsames Demokratieverständnis, das die etablierten Parteien und die ach so unparteiischen Vertreter der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sich heute vor laufenden Kameras geleistet haben.

Wie heißt es so schön in Artikel 5 Absatz 1 unseres Grundgesetzes:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Und in Artikel 20 Absatz 1 und 2 heißt es weiter:
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt

Ich kann den Führern der etablierten Parteien nur raten, sich das Grundgesetz mal für einige Zeit unters Kopfkissen zu legen und wenn sie verstehen wollen, warum NPD und DVU vom Wähler in die Landtage gewählt wurden, dann sollten sie deren Vertreter zumindest zuhören.
Denn die Wähler dieser Parteien haben es getan und das sind schließlich Bürger unseres Landes und unseres Volkes.

Und alle Staatsgewalt geht vom Volke aus und wird vom Volk in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt.
Auch wenn es manchen “Demokraten” nicht gefällt.

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. September 2004 um 05:45:08 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Demokratieverständnis

20. September 2004 05:45


Dass Politiker nicht auf das antworten, wonach sie gefragt wurden, das kennt man ja.
Dass Politiker am Wahlabend, egal wie es für sie ausgegangen ist, immer positive Aspekte und sich als Sieger sehen, das wissen wir auch.
Dass Parteien vor der Wahl fast jede Art von Versprechung machen, um die Wähler auf ihre Seite zu locken, ist zwar traurig, aber bekannt.
Dass vor, nach und während des Wahlkampfs versucht wird den Gegner auszustechen, ihn bloßzustellen und unglaubwürdig zu machen, gehört auch in einer Demokratie zum politischen Alltag.

Wenn sich also am Wahlabend die Vertreter der Parteien vor den Mikrofonen der Medien treffen und ihre Sprüchlein und Meinungen aufsagen, dann sollte man meinen, dass alle durch die Mühlen eines demokratischen Wahlverfahrens gegangen sind, in dem die Bürger ihren politischen Willen zum Ausdruck gebracht haben.
Hat also eine Partei die 5%-Hürde geschafft und bei der Wahl ging alles mit rechten Dingen zu, dann stehen vor den Mikrofonen die von den wahlberechtigten Bürgern nach gleichem Verfahren ordnungsgemäß gewählten Volksvertreter.
Und wenn ihnen dann von einem Angestellten einer öffentlich-rechtlichen Medienanstalt, die sich aus zwangsweise erhobenen Gebühren ihrer Zuschauer und Zuhörer finanziert, eine Frage gestellt und ein Mikrofon unter die Nase gehalten wird, dann gelten für alle die gleichen demokratischen Regeln.
Sollte man jedenfalls meinen!

Ich habe heute, mit Millionen anderer Zuschauer vor den Bildschirmen etwas erlebt, was mein Demokratieverständnis zutiefst erschüttert hat. Ich habe heute die Arroganz, die Ignoranz, die Überheblichkeit und Dummheit des politischen Establishments und der ihnen genehmen Medienvertreter im Umgang mit den ungeliebten politischen Newcomern von NPD und DVU erlebt.
Ich habe erlebt wie deren demokratisch gewählte Vertreter vom “neutralen” Interviewpartner von ARD/ZDF angeschrien und beim Aufsagen ihrer Sprüchlein permanent unterbrochen wurden. Ob sie dabei inhaltlich mehr von sich gegeben hätten als die Gesprächspartner der anderen Parteien, das werden die Zuschauer wohl nie erfahren.
Ich habe erlebt, wie die Vertreter der etablierten Parteien von SPD, CDU, FDP und Grünen sich dabei abgewandt und wie unter Protest die Interviewrunde verlassen haben.
Es ist schon ein seltsames Demokratieverständnis, das die etablierten Parteien und die ach so unparteiischen Vertreter der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sich heute vor laufenden Kameras geleistet haben.

Wie heißt es so schön in Artikel 5 Absatz 1 unseres Grundgesetzes:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Und in Artikel 20 Absatz 1 und 2 heißt es weiter:
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt

Ich kann den Führern der etablierten Parteien nur raten, sich das Grundgesetz mal für einige Zeit unters Kopfkissen zu legen und wenn sie verstehen wollen, warum NPD und DVU vom Wähler in die Landtage gewählt wurden, dann sollten sie deren Vertreter zumindest zuhören.
Denn die Wähler dieser Parteien haben es getan und das sind schließlich Bürger unseres Landes und unseres Volkes.

Und alle Staatsgewalt geht vom Volke aus und wird vom Volk in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt.
Auch wenn es manchen “Demokraten” nicht gefällt.

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. September 2004 um 05:45:08 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)