Von Seichen und Schiffen

20. November 2006 05:45

Dass unsere Jungs vor der libanesischen Küste rumschiffen ist einer gemeinsamen Initiative der deutschen Bundesregierung in Kooperation mit der Rüstungslobby zu verdanken.

Denn wir müssen in „internationalen Friedensicherungsmissionen“ mitmischen und können angeblich nicht „Nein“ sagen, regen uns dann aber auf, wenn israelische Kampfflugzeuge einem uniformtragenden Bundesbürger bei Ausübung dieser „Mission“ zu nahe kommen.
Aber das hat sich ja geklärt und der israelische Ministerpräsident Olmert hat unserer ostdeutschen Naiven am Telefon verklickert, dass „die israelischen Jungs mit ihren Kampfflugzeugen nur spielen wollten“.

Aber „trau, schau wem“ und „Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser“ und deshalb war der Bundesverteidigungsfranzjosef himself vor Ort und hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der eingesetzten Ziehungsgeräte zur Auslosung der zu kontrollierenden Schiffe durch eigenen Augenschein überzeugt.
Schließlich kostet ja so ein Schiff, mit dem man da so zum Ruhme des weiter nördlich gelegenen Vaterlandes vor den Gestaden des Libanons herumschifft, auch keine Kleinigkeit.
Und da ja der Verteidigungsjupp gerade erst vier neue Fregatten vom Typ 125 für schlaffe 2,2 Milliarden geordert hat und die Finanzierung über das bundeseigene Haushaltsloch sichergestellt wurde, wollte er diese Investments in die Verteidigung unseres Landes bei der strategisch so wichtigen Bewachung der libanesischen Küste eben auch mal in Aktion sehen.

Fregatte MerkelFast 500 Schiffe hätten die Deutschen bereits erfolgreich kontrolliert“ ließ das Bundesverteidigungsministerium verlauten, vergaß aber hinzufügen, dass diese Kontrolle per Funk durchgeführt wird, denn an Bord eines kontrollierten Schiffes gegangen ist noch kein deutscher Soldat, denn das darf er, entgegen dem Seich, den der Bundesverteidigungsfranzjosef im Deutschen Bundestag erzählt hat, nur mit Zustimmung der Regierung in Beirut.

Gefunden wurde daher bisher noch nicht einmal eine Wasserpistole, denn nur unser junger Verteidigungsfranzjosef und das eiserne Mädchen aus der Uckermark scheint zu glauben, dass ein angefunkter Waffenschmuggler mit „oh ihr habt mich erwischt, kommt doch eben mal schnell an Bord“ antworten wird.
Dabei weiß er doch genau, dass die bundesdeutschen Marinejungs das ohne Genehmigung der Jungs aus Beirut gar nicht dürfen.

Schönes Spiel!
Und wir Idioten bezahlen das auch noch mit unseren Steuern!
Macht echt Sinn!
Aber das ist eben der Unterschied zwischen „Seichen“ und „Schiffen“, wofür beim Menschen - unabhängig vom Geschlecht - der Parasympathikus, auch Ruhenerv genannt, zuständig ist.
Solange also der Ruhenerv der Bürger und Steuerzahler souverän ruhig bleibt und der Wähler immer ordentlich gepampert wird, geht bei dieser Art Geschäft sicher nix in die Hose.


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. November 2006 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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20. November 2006 05:45

Dass unsere Jungs vor der libanesischen Küste rumschiffen ist einer gemeinsamen Initiative der deutschen Bundesregierung in Kooperation mit der Rüstungslobby zu verdanken.

Denn wir müssen in „internationalen Friedensicherungsmissionen“ mitmischen und können angeblich nicht „Nein“ sagen, regen uns dann aber auf, wenn israelische Kampfflugzeuge einem uniformtragenden Bundesbürger bei Ausübung dieser „Mission“ zu nahe kommen.
Aber das hat sich ja geklärt und der israelische Ministerpräsident Olmert hat unserer ostdeutschen Naiven am Telefon verklickert, dass „die israelischen Jungs mit ihren Kampfflugzeugen nur spielen wollten“.

Aber „trau, schau wem“ und „Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser“ und deshalb war der Bundesverteidigungsfranzjosef himself vor Ort und hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der eingesetzten Ziehungsgeräte zur Auslosung der zu kontrollierenden Schiffe durch eigenen Augenschein überzeugt.
Schließlich kostet ja so ein Schiff, mit dem man da so zum Ruhme des weiter nördlich gelegenen Vaterlandes vor den Gestaden des Libanons herumschifft, auch keine Kleinigkeit.
Und da ja der Verteidigungsjupp gerade erst vier neue Fregatten vom Typ 125 für schlaffe 2,2 Milliarden geordert hat und die Finanzierung über das bundeseigene Haushaltsloch sichergestellt wurde, wollte er diese Investments in die Verteidigung unseres Landes bei der strategisch so wichtigen Bewachung der libanesischen Küste eben auch mal in Aktion sehen.

Fregatte MerkelFast 500 Schiffe hätten die Deutschen bereits erfolgreich kontrolliert“ ließ das Bundesverteidigungsministerium verlauten, vergaß aber hinzufügen, dass diese Kontrolle per Funk durchgeführt wird, denn an Bord eines kontrollierten Schiffes gegangen ist noch kein deutscher Soldat, denn das darf er, entgegen dem Seich, den der Bundesverteidigungsfranzjosef im Deutschen Bundestag erzählt hat, nur mit Zustimmung der Regierung in Beirut.

Gefunden wurde daher bisher noch nicht einmal eine Wasserpistole, denn nur unser junger Verteidigungsfranzjosef und das eiserne Mädchen aus der Uckermark scheint zu glauben, dass ein angefunkter Waffenschmuggler mit „oh ihr habt mich erwischt, kommt doch eben mal schnell an Bord“ antworten wird.
Dabei weiß er doch genau, dass die bundesdeutschen Marinejungs das ohne Genehmigung der Jungs aus Beirut gar nicht dürfen.

Schönes Spiel!
Und wir Idioten bezahlen das auch noch mit unseren Steuern!
Macht echt Sinn!
Aber das ist eben der Unterschied zwischen „Seichen“ und „Schiffen“, wofür beim Menschen - unabhängig vom Geschlecht - der Parasympathikus, auch Ruhenerv genannt, zuständig ist.
Solange also der Ruhenerv der Bürger und Steuerzahler souverän ruhig bleibt und der Wähler immer ordentlich gepampert wird, geht bei dieser Art Geschäft sicher nix in die Hose.


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