Steuermilliarden

22. November 2006 05:45

Der Fiskus jubelt und das Parlament tanzt!
Der Grund?

«Der Staat wird nach Berechnungen von Steuerschätzern im laufenden Jahr zwischen 15 und 18 Milliarden Euro mehr einnehmen als noch im Mai prognostiziert. Der Trend dürfte 2007 anhalten.»

Dieser Satz steht so in einem Artikel der Financial Times Deutschland und wer den Artikel bis zum Ende erträgt, erfährt auch warum das so sein wird:
«Hintergrund ist, dass die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose der verbesserten Konjunkturlage angepasst hat. Die neuen Vorgaben der Regierung bilden die Basis der Steuerschätzung.»

Man muss sich das mal wirklich bildlich vorstellen und ins reale Leben transferieren um den gesamten Schwachsinn dieser bei Politikern so beliebten Verhaltensweise vom Verstand her begreifen zu können.
Der Staat hat nicht etwa 18 Milliarden mehr eingenommen, sondern es wird lediglich erwartet, dass er mehr einnimmt.
Nun ist es ja generell so eine Sache mit den Prognosen und Erwartungen. Denn meistens kommt es ja anders als man denkt, auch wenn die Erwartungen durch Glauben und Hoffen und viel Daumendrücken unterstützt werden.

Doch schon hüpfen sie alle im Kreis und hetzten von einer Besprechung zur anderen um die „zu erwartenden Mehreinnahmen“ zu verteilen.
Und sie streiten, was man mit dem Geld alles machen kann, soll oder muss. Der Vorschläge gibt es viele. Das reicht vom „Schulden tilgen“, in „Bildung investieren“ und „Sozialkosten senken“ bis zum „Unternehmenssteuern senken und „Arbeitsplätze schaffen“. Wobei genau betrachtet, müssten wir durch die „Steuersenkungen“ der letzten Jahre in den „Arbeitsplätzen“ ersaufen. Seltsamerweise sind aber mit den Unternehmensgewinnen auch die Arbeitslosenzahlen gestiegen.
Aber noch besteht ja (noch) Hoffnung, das die Große Koalition der großen Volksparteien unter der mächtigsten Bundeskanzlerin aller Zeiten es irgendwann mal schafft, dass …

Tja was?
Man ist als Bürger und Wähler dieses Landes nach den vollmundigen Ankündigungen des Herrn Schröder anno 1998 ja genügsam geworden.
Wer glaubt denn heute noch an „Arbeitsplätze für alle“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Sicherheit für Familien“, „Leistung muss sich wieder lohnen“, „Steuergerechtigkeit“ und „Bürokratieabbau“?

Nicht nur den Arbeitslosen, sondern auch Otto Normalverbraucher geht doch in der Zwischenzeit das Messer im Sack auf, wenn irgendeine parteibuchbesitzende Dumpfbacke ihre verbalen Seichtigkeiten in die Mikros der Presse erbricht.

Scharfe Kritik übte auch der Bundesverband der Deutschen Industrie an der Regierung:
«Die Reformpolitik der Bundesregierung ist insgesamt zu unstrukturiert und wenig geeignet, das angeschlagene Vertrauen in der Wirtschaft zu korrigieren. Was in der Arbeitsmarktpolitik „angepackt wird, geht zumeist in die falsche Richtung”.»

Das sehen die vier Millionen Arbeitslosen wohl auch so, schließen allerdings (verständlicherweise) die deutsche Wirtschaft in ihr Feindbild mit ein.

Mich erinnert das alles irgendwie an die Zwanziger Jahre und die Weimarer Republik.
Was danach kam ist bekannt.


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. November 2006 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

7 Antworten zu “Steuermilliarden”

  1. Fred Sky meint:

    Hallo, Machopan, Sie sind doch Betriebswirt. Ihre sehr guten Beiträge lassen vermuten, daß Sie keine Betriebskantine geführt haben. Daher sollte man schon nachdenken, ob 20 Mrd. ein Taschengeld sind. Wenn nicht, müssen dafür auch einzelne Quellen existieren. Wenn man die Presse zum Vorgang verfolgt hat, waren die Schritte:
    1. keiner weiß, woher
    2. geänderte Gewinnverrechnung
    3. die Wirtschaftsweisen werden bemüht.
    Wenn ich einen Rechen- oder Programmfehler über 20 Mrd. finde oder eine rückgestellte “Reserve” vergessen hatte, muß ich es dem Volke verklickern, daß 20 Mrd. plötzlich da sind und auch im Folgejahr (unter Abzug der Verluste) noch 15 Mrd. da sein werden. Also läßt man die Wirtschaftsweisen ihre Glaskugeln herausholen, die bringen das glaubwürdig rüber.
    MfG

  2. Machopan meint:

    Eine Betriebskantine habe ich wirklich noch nicht geführt, aber was nicht ist, kann ja noch werden. :-)
    Doch auch in einer Betriebskantine kann nur “reales” Geld ausgegeben werden und das auch erst wenn man es hat.
    Nur Dummköpfe und/oder Betrüger geben Geld aus das sie nicht haben.
    Aber wenn man die Konsequenzen nicht selbst tragen muss ist das wirklich ein prima Geschäftsmodell.

    Wenn ich an die Umsätze denke, die ich für dieses Jahr durch den Verkauf von Friedenstauben im Irak prognostiziert hatte …
    da schwinden mir ja jetzt noch die Sinne.
    Und die Volksbank, die mir die Prognosen vorfinanziert hat wird sich sicher auch freuen.

  3. xy12 meint:

    Na ja - an deiner Stelle hätte ich lieber in Raketen, Geschosse, Geschusse, Kugeln investiert, die die Friedenstauben vom Himmel holen. Die kann man nämlich auch zweckungebunden anders verwerten…

  4. Ûwe meint:

    zu: Doch auch in einer Betriebskantine kann nur “reales” Geld ausgegeben werden.
    Was meinen Sie mit realem Geld? Die bunt bedruckten Schuldscheine mit einem Versprechen auf Leistung in der Gegenwart? Wir haben seit 1973 kein reales Geld mehr. Nur unendlich vermehrbares Papier. Die Dollarmenge hat sich seit 2001 verdreifacht und mit diesem Pappier wird auch dem deutschen Volk die Arbeitsleistung gestohlen. (Siehe PE)
    Seit dem Währungsschnitt (Euroeinführung) wurde das Volk um 40% Wert der Spareinlagen betrogen. Damit haben alle Bürger schon unbemerkt 40% Staatsschulden getilgt. Bitte nehmen Sie das mit dem “Geld” doch nicht so genau. Die Schulden erledigen sich doch demnächst von selbst. Nämlich genau dann wenn nichts mehr da ist in das mit Pappier mit RENDITE investiert werden kann. Deshalb überlegen auch unsere Volkszertreter die letzten staatlichen Werte in buntes Pappier zu tauschen.
    Viel Grüße

  5. Machopan meint:

    Na ja, mit “realem Geld” habe ich natürlich Papiergeld gemeint, das man selbst noch in der Tasche oder auf der Bank hat.
    Aber bei unserer Bundesregierung bricht ja schon der kollektive Frohsinn aus, wenn ihnen nur einer voraussagt, dass sie vermutlich Geld bekommen werden.
    Das ist noch weniger als virtuelles Geld.
    Für das reale Geld bekomme ich in der Betriebskantine auch noch was zu essen, wenn der Hamburger irgendwann mal 1 Mio. Euro kostet.
    Haben wir alles schon gehabt.
    Nur diesmal erwischt es den größten Teil von Europa bis zum Ural.

  6. Fred Sky meint:

    Hallo, Machopan, eigentlich wollte ich nur vorsichtig andeuten, daß viele Vorgänge auf dieser Welt perfekt inszeniert werden, so wurden und werden auch Kriege gemacht. Man sucht sich Deppen als “Gegner” und beeinflußt diese mit V-Leuten, damit das gemacht wird, was geschehen soll. Dann hat man gewünschte Schuldige und “schnelle” Erfolge bei der Aufklärung. So läuft das immer und überall. Man beachte einmal unter diesem Gesichtspunkt die “Erfolge” unserer Kanzlerin. Die 20+15 Mrd. sind so doch unter anderem ein guter Beweis für der Erfolg der Reformen. Die Regierung schafft keine Werte, alles, was sie gnädig dem Volk schenkt, muß sie ihm vorher gestohlen haben!
    Viele Grüße

  7. Machopan meint:

    Die “Erfolge” unserer Kanzlerin?
    Die dauerhafte Beschäftigung mit diesem Thema versetzt mich meist in einen extrem zur körperlichen Gewalt neigenden Zustand.

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Steuermilliarden

22. November 2006 05:45

Der Fiskus jubelt und das Parlament tanzt!
Der Grund?

«Der Staat wird nach Berechnungen von Steuerschätzern im laufenden Jahr zwischen 15 und 18 Milliarden Euro mehr einnehmen als noch im Mai prognostiziert. Der Trend dürfte 2007 anhalten.»

Dieser Satz steht so in einem Artikel der Financial Times Deutschland und wer den Artikel bis zum Ende erträgt, erfährt auch warum das so sein wird:
«Hintergrund ist, dass die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose der verbesserten Konjunkturlage angepasst hat. Die neuen Vorgaben der Regierung bilden die Basis der Steuerschätzung.»

Man muss sich das mal wirklich bildlich vorstellen und ins reale Leben transferieren um den gesamten Schwachsinn dieser bei Politikern so beliebten Verhaltensweise vom Verstand her begreifen zu können.
Der Staat hat nicht etwa 18 Milliarden mehr eingenommen, sondern es wird lediglich erwartet, dass er mehr einnimmt.
Nun ist es ja generell so eine Sache mit den Prognosen und Erwartungen. Denn meistens kommt es ja anders als man denkt, auch wenn die Erwartungen durch Glauben und Hoffen und viel Daumendrücken unterstützt werden.

Doch schon hüpfen sie alle im Kreis und hetzten von einer Besprechung zur anderen um die „zu erwartenden Mehreinnahmen“ zu verteilen.
Und sie streiten, was man mit dem Geld alles machen kann, soll oder muss. Der Vorschläge gibt es viele. Das reicht vom „Schulden tilgen“, in „Bildung investieren“ und „Sozialkosten senken“ bis zum „Unternehmenssteuern senken und „Arbeitsplätze schaffen“. Wobei genau betrachtet, müssten wir durch die „Steuersenkungen“ der letzten Jahre in den „Arbeitsplätzen“ ersaufen. Seltsamerweise sind aber mit den Unternehmensgewinnen auch die Arbeitslosenzahlen gestiegen.
Aber noch besteht ja (noch) Hoffnung, das die Große Koalition der großen Volksparteien unter der mächtigsten Bundeskanzlerin aller Zeiten es irgendwann mal schafft, dass …

Tja was?
Man ist als Bürger und Wähler dieses Landes nach den vollmundigen Ankündigungen des Herrn Schröder anno 1998 ja genügsam geworden.
Wer glaubt denn heute noch an „Arbeitsplätze für alle“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Sicherheit für Familien“, „Leistung muss sich wieder lohnen“, „Steuergerechtigkeit“ und „Bürokratieabbau“?

Nicht nur den Arbeitslosen, sondern auch Otto Normalverbraucher geht doch in der Zwischenzeit das Messer im Sack auf, wenn irgendeine parteibuchbesitzende Dumpfbacke ihre verbalen Seichtigkeiten in die Mikros der Presse erbricht.

Scharfe Kritik übte auch der Bundesverband der Deutschen Industrie an der Regierung:
«Die Reformpolitik der Bundesregierung ist insgesamt zu unstrukturiert und wenig geeignet, das angeschlagene Vertrauen in der Wirtschaft zu korrigieren. Was in der Arbeitsmarktpolitik „angepackt wird, geht zumeist in die falsche Richtung”.»

Das sehen die vier Millionen Arbeitslosen wohl auch so, schließen allerdings (verständlicherweise) die deutsche Wirtschaft in ihr Feindbild mit ein.

Mich erinnert das alles irgendwie an die Zwanziger Jahre und die Weimarer Republik.
Was danach kam ist bekannt.


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. November 2006 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

7 Antworten zu “Steuermilliarden”

  1. Fred Sky meint:

    Hallo, Machopan, Sie sind doch Betriebswirt. Ihre sehr guten Beiträge lassen vermuten, daß Sie keine Betriebskantine geführt haben. Daher sollte man schon nachdenken, ob 20 Mrd. ein Taschengeld sind. Wenn nicht, müssen dafür auch einzelne Quellen existieren. Wenn man die Presse zum Vorgang verfolgt hat, waren die Schritte:
    1. keiner weiß, woher
    2. geänderte Gewinnverrechnung
    3. die Wirtschaftsweisen werden bemüht.
    Wenn ich einen Rechen- oder Programmfehler über 20 Mrd. finde oder eine rückgestellte “Reserve” vergessen hatte, muß ich es dem Volke verklickern, daß 20 Mrd. plötzlich da sind und auch im Folgejahr (unter Abzug der Verluste) noch 15 Mrd. da sein werden. Also läßt man die Wirtschaftsweisen ihre Glaskugeln herausholen, die bringen das glaubwürdig rüber.
    MfG

  2. Machopan meint:

    Eine Betriebskantine habe ich wirklich noch nicht geführt, aber was nicht ist, kann ja noch werden. :-)
    Doch auch in einer Betriebskantine kann nur “reales” Geld ausgegeben werden und das auch erst wenn man es hat.
    Nur Dummköpfe und/oder Betrüger geben Geld aus das sie nicht haben.
    Aber wenn man die Konsequenzen nicht selbst tragen muss ist das wirklich ein prima Geschäftsmodell.

    Wenn ich an die Umsätze denke, die ich für dieses Jahr durch den Verkauf von Friedenstauben im Irak prognostiziert hatte …
    da schwinden mir ja jetzt noch die Sinne.
    Und die Volksbank, die mir die Prognosen vorfinanziert hat wird sich sicher auch freuen.

  3. xy12 meint:

    Na ja - an deiner Stelle hätte ich lieber in Raketen, Geschosse, Geschusse, Kugeln investiert, die die Friedenstauben vom Himmel holen. Die kann man nämlich auch zweckungebunden anders verwerten…

  4. Ûwe meint:

    zu: Doch auch in einer Betriebskantine kann nur “reales” Geld ausgegeben werden.
    Was meinen Sie mit realem Geld? Die bunt bedruckten Schuldscheine mit einem Versprechen auf Leistung in der Gegenwart? Wir haben seit 1973 kein reales Geld mehr. Nur unendlich vermehrbares Papier. Die Dollarmenge hat sich seit 2001 verdreifacht und mit diesem Pappier wird auch dem deutschen Volk die Arbeitsleistung gestohlen. (Siehe PE)
    Seit dem Währungsschnitt (Euroeinführung) wurde das Volk um 40% Wert der Spareinlagen betrogen. Damit haben alle Bürger schon unbemerkt 40% Staatsschulden getilgt. Bitte nehmen Sie das mit dem “Geld” doch nicht so genau. Die Schulden erledigen sich doch demnächst von selbst. Nämlich genau dann wenn nichts mehr da ist in das mit Pappier mit RENDITE investiert werden kann. Deshalb überlegen auch unsere Volkszertreter die letzten staatlichen Werte in buntes Pappier zu tauschen.
    Viel Grüße

  5. Machopan meint:

    Na ja, mit “realem Geld” habe ich natürlich Papiergeld gemeint, das man selbst noch in der Tasche oder auf der Bank hat.
    Aber bei unserer Bundesregierung bricht ja schon der kollektive Frohsinn aus, wenn ihnen nur einer voraussagt, dass sie vermutlich Geld bekommen werden.
    Das ist noch weniger als virtuelles Geld.
    Für das reale Geld bekomme ich in der Betriebskantine auch noch was zu essen, wenn der Hamburger irgendwann mal 1 Mio. Euro kostet.
    Haben wir alles schon gehabt.
    Nur diesmal erwischt es den größten Teil von Europa bis zum Ural.

  6. Fred Sky meint:

    Hallo, Machopan, eigentlich wollte ich nur vorsichtig andeuten, daß viele Vorgänge auf dieser Welt perfekt inszeniert werden, so wurden und werden auch Kriege gemacht. Man sucht sich Deppen als “Gegner” und beeinflußt diese mit V-Leuten, damit das gemacht wird, was geschehen soll. Dann hat man gewünschte Schuldige und “schnelle” Erfolge bei der Aufklärung. So läuft das immer und überall. Man beachte einmal unter diesem Gesichtspunkt die “Erfolge” unserer Kanzlerin. Die 20+15 Mrd. sind so doch unter anderem ein guter Beweis für der Erfolg der Reformen. Die Regierung schafft keine Werte, alles, was sie gnädig dem Volk schenkt, muß sie ihm vorher gestohlen haben!
    Viele Grüße

  7. Machopan meint:

    Die “Erfolge” unserer Kanzlerin?
    Die dauerhafte Beschäftigung mit diesem Thema versetzt mich meist in einen extrem zur körperlichen Gewalt neigenden Zustand.

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