Der Merkantilismus

24. November 2006 05:45

Falls Sie es von alleine (noch) nicht merken - Merkantilismus gab es schon vor Angela Merkel und ist ein Begriff für ein Sammelsurium verschiedener wirtschaftspolitischer Ideen und Politiken.
«Der Merkantilismus entwickelte sich zu einer Zeit, in der sich die europäische Wirtschaft in einer Übergangsphase befand. Der Merkantilismus soll von gewinnorientierten Kaufleuten und Regierungen geschaffen worden sein. Dabei profitierten die Kaufleute kräftig von den erzwungenen Monopolen, und der Armut in der Arbeiter- und Bauernklasse. Die Regierungen profitierten ihrerseits von den hohen Abgaben und Steuern und den Zuzahlungen der Kaufleute. Während spätere wirtschaftliche Ideen von Akademikern und Philosophen entwickelt wurden, waren fast alle merkantilistischen Autoren Kaufleute oder Regierungsbeamte

MerkantilismusSo ähnlich steht das bei Wikipedia und ich schwöre beim Mundgeruch meines Hundes , dass ich diesen Text nur unwesentlich an die Neuzeit angepasst habe, denn der Merkantilismus war die vorherrschende wirtschaftliche Lehrmeinung der Frühmoderne (vom 16. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert.
Trotzdem scheint sich bis heute nicht viel geändert zu haben. Aus den „gewinnorientierten Kaufleute“ mit ihren Monopolen sind die Energiekonzerne geworden. An den hohen Steuern und Abgaben für das verarmte Proletariat hat sich ebenso wenig geändert wie an der Praxis der Zuzahlungen. Wobei sich nur die Fließrichtung der Zahlung in Abhängigkeit der gesellschaftlichen Stellung ändert, denn die unteren Gesellschaftsschichten haben zu zahlen, Vertreter der oberen Schichten sind zu zahlen.

Zu Zahlen haben Regierungsbeamte von jeher ein eher gespaltenes Verhältnis. Während gekonnt mit statistischen Zahlen hantiert und manipuliert wird, hapert es im Umgang mit monetären Zahlen. Jeder Politiker kann sich auf Nachfrage hervorragend an den Aussenhandelsüberschuß im Jahre 1972 erinnern und darüber einen mehrstündigen Vortrag halten, aber bei der Höhe seiner Nebeneinkünfte ist er kurz angebunden und es versagt ihm das Gedächtnis.

«Die ersten Merkantilisten betrachteten die Menge an Gold und Silber, die ein Staat besitzt, als Maßstab für den Reichtum der Nation. Spätere Merkantilisten entwickelten eine etwas fortgeschrittenere Sicht und gaben der Menge an Gold und Silber im eigenen Besitz den Vorzug.
Ein Punkt, in dem sich die Merkantilisten einig waren, war die Unterdrückung der Arbeiterklasse. Arbeiter und Bauern hatten am Existenzminimum zu leben, damit die Güter kostengünstig hergestellt werden konnten. Ziel war es, die Produktion zu maximieren; der Verbrauch und Genuss der Arbeiter wurde nicht berücksichtigt. Nur wenn sie durch harte Arbeit ihr Existenzminimum sichern konnten, war sichergestellt, dass eine maximale Produktion erreicht werden konnte. Höhere Löhne, Freizeit oder Bildung für die Unterschichten würde unausweichlich zu Lastern und Faulheit führen und wirtschaftlichen Schaden anrichten.
Der Staat wurde durch mehr als tausend Anweisungen geregelt und ausländische Arbeitskräfte als „Spezialisten“, während die Auswanderung nationaler „Spezialisten“ verboten wurde, später sogar unter Todesstrafe.
»

Auch das steht so oder ähnlich bei Wikipedia und wieder könnte man meinen, dass sich über die Jahrhundert nicht geändert hat oder die Geschichte sich irgendwie im Kreise dreht.


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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. November 2006 um 05:45:53 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Der Merkantilismus

24. November 2006 05:45

Falls Sie es von alleine (noch) nicht merken - Merkantilismus gab es schon vor Angela Merkel und ist ein Begriff für ein Sammelsurium verschiedener wirtschaftspolitischer Ideen und Politiken.
«Der Merkantilismus entwickelte sich zu einer Zeit, in der sich die europäische Wirtschaft in einer Übergangsphase befand. Der Merkantilismus soll von gewinnorientierten Kaufleuten und Regierungen geschaffen worden sein. Dabei profitierten die Kaufleute kräftig von den erzwungenen Monopolen, und der Armut in der Arbeiter- und Bauernklasse. Die Regierungen profitierten ihrerseits von den hohen Abgaben und Steuern und den Zuzahlungen der Kaufleute. Während spätere wirtschaftliche Ideen von Akademikern und Philosophen entwickelt wurden, waren fast alle merkantilistischen Autoren Kaufleute oder Regierungsbeamte

MerkantilismusSo ähnlich steht das bei Wikipedia und ich schwöre beim Mundgeruch meines Hundes , dass ich diesen Text nur unwesentlich an die Neuzeit angepasst habe, denn der Merkantilismus war die vorherrschende wirtschaftliche Lehrmeinung der Frühmoderne (vom 16. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert.
Trotzdem scheint sich bis heute nicht viel geändert zu haben. Aus den „gewinnorientierten Kaufleute“ mit ihren Monopolen sind die Energiekonzerne geworden. An den hohen Steuern und Abgaben für das verarmte Proletariat hat sich ebenso wenig geändert wie an der Praxis der Zuzahlungen. Wobei sich nur die Fließrichtung der Zahlung in Abhängigkeit der gesellschaftlichen Stellung ändert, denn die unteren Gesellschaftsschichten haben zu zahlen, Vertreter der oberen Schichten sind zu zahlen.

Zu Zahlen haben Regierungsbeamte von jeher ein eher gespaltenes Verhältnis. Während gekonnt mit statistischen Zahlen hantiert und manipuliert wird, hapert es im Umgang mit monetären Zahlen. Jeder Politiker kann sich auf Nachfrage hervorragend an den Aussenhandelsüberschuß im Jahre 1972 erinnern und darüber einen mehrstündigen Vortrag halten, aber bei der Höhe seiner Nebeneinkünfte ist er kurz angebunden und es versagt ihm das Gedächtnis.

«Die ersten Merkantilisten betrachteten die Menge an Gold und Silber, die ein Staat besitzt, als Maßstab für den Reichtum der Nation. Spätere Merkantilisten entwickelten eine etwas fortgeschrittenere Sicht und gaben der Menge an Gold und Silber im eigenen Besitz den Vorzug.
Ein Punkt, in dem sich die Merkantilisten einig waren, war die Unterdrückung der Arbeiterklasse. Arbeiter und Bauern hatten am Existenzminimum zu leben, damit die Güter kostengünstig hergestellt werden konnten. Ziel war es, die Produktion zu maximieren; der Verbrauch und Genuss der Arbeiter wurde nicht berücksichtigt. Nur wenn sie durch harte Arbeit ihr Existenzminimum sichern konnten, war sichergestellt, dass eine maximale Produktion erreicht werden konnte. Höhere Löhne, Freizeit oder Bildung für die Unterschichten würde unausweichlich zu Lastern und Faulheit führen und wirtschaftlichen Schaden anrichten.
Der Staat wurde durch mehr als tausend Anweisungen geregelt und ausländische Arbeitskräfte als „Spezialisten“, während die Auswanderung nationaler „Spezialisten“ verboten wurde, später sogar unter Todesstrafe.
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Auch das steht so oder ähnlich bei Wikipedia und wieder könnte man meinen, dass sich über die Jahrhundert nicht geändert hat oder die Geschichte sich irgendwie im Kreise dreht.


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