Schuldenbremse

28. November 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Neue Spielzeuge braucht das Land und deshalb werden auf der ganzjährig im Reichstagskindergarten stattfindenden Berliner Spielwaremesse „Täusch us all“ neue Spielereien für die politischen Hosenscheißer deutscher Nation angeboten.

Der Spitzenreiter der letzten Jahre „Agenda 2010 - Überleben im Chaos“ musste im letzten Jahr wegen Lizenzproblemen vom Markt genommen werden und „HARTZ IV - Grundsichere Verarschung Arbeitsloser“, in diesem Jahr etwas schwächelt, da bei den Spielern trotz Einführung des Drangsalierungsfaktor eine gewisse Gewöhnung eingetreten ist, scheint sich unter den Top-10 der bundesdeutschen Gesellschaftsspiele nun ein neuer Spitzenreiter abzuzeichnen.
Der diesjährigen Renner könnte nach dem „Backe Backe Kuchen“ mit den Gesundheitsreförmchen nun, so kurz vor Weihnachten, die „Schuldenbremse“ werden. Die Experten sind sich zwar noch nicht ganz einig, sehen aber die „Schuldenbremse“ in der Beliebtheitsskala knapp vor dem „Defizitlimit“ und dem Gesellschaftsspiel „Demographiefaktor +“.

Während „Demographiefaktor +“ eine Art Langzeitstrategiespiel ist, an dem besonders die kleinen Statistikdyskalkulisten ihre Freude haben, wendet sich „Defizitlimit“ eher an die kreativen Spielernaturen mit „need for Speed“ und IQ-Werten von 6-12.

SchuldenbremseGanz anders ist dagegen „Schuldenbremse“. Die Regeln für dieses Spiel sind einfach nur einfach und selbst für die ganz Kleinen geeignet, denn „wer bremst verliert“. Um bei diesem Spiel zu gewinnen, man muss einfach so lange wie möglich nichts tun. Wer hier Nerven zeigt oder gar Skrupel hat, der hat schon verloren, denn es erhöht den Spielespass ungemein, wenn man die Regelwerke dieses Spiel überhaupt nicht begriffen hat.

An sich ist die „Schuldenbremse“ ja kein neues Spiel, aber es macht ungemein Spaß jedes Jahr neue Spielregeln zu definieren und sich die Köpfe darüber zu zerbrechen wie man das Spiel eigentlich spielen könnte. Gefragt sind unter anderem „kindliche Naivität“, „ausgeprägter Spieltrieb“ und die Fähigkeit anhand einfacher Denkmodelle der Realität ein Schnippchen zu schlagen.
Ein Spiel das in den letzten Jahrzehnten schon viele Lausbuben erfreute. Angefangen von Stoltenberg, Waigel, Lafontaine, Eichel bis Steinbrück - ein jeder ein Meister seines Fachs und Virtuose bei der Ignorierung des Bremspedals.
Nun zeichnet sich für die Saison 2006/2007 eine weitere Runde ab, denn die Financial Times Deutschland meldet am 13. November 2006: „Finanzminister planen Schuldenbremse“.

Der Zeitpunkt für diesen Plan ist geschickt gewählt, denn nur zwei Tage vorher hat die „Zeit der Narren“ begonnen. Doch noch bevor die ersten Büttenreden geschrieben wurden, sind durch Indiskretionen bereits Einzelheiten über die Spielestrategie der einzelnen Spieler an die Öffentlichkeit gelangt:
«In einem Papier des bayerischen Finanzministers Kurt heißt es, für den Bund und jedes Land müsse ein jährliches Defizitlimit und auch eine Grenze für den Gesamtschuldenstand festgelegt werden. Für Länder mit hohen Defiziten sollten “Abweichungsmöglichkeiten” geschaffen werden. Dazu gehöre etwa “das Recht, Zuschläge bei Steuern vorzunehmen“. Und wenn man zum wiederholten Male ein übermäßiges Defizit feststelle, “dann wäre eine Denkmöglichkeit, automatisch eine zwingende Folge eintreten zu lassen»

Jetzt kommen Sie nur nicht auf die Idee, dieses Verfahren der „Denkmöglichkeit zur Herbeiführung einer zwingenden Folge“ auf den Bremsweg im Straßenverkehr zu übertragen, denn „wer bremst verliert“.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. November 2006 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Schuldenbremse”

  1. Fred Sky meint:

    Für politische Hosenscheißer

    Ein “stinkiger” Erlkönig
    Wer stinkt so spät durch Nacht und Wind?
    Es ist die Windel vom Findelkind!
    Du hältst es fest, du hältst es warm,
    doch es stinkt, auf dass es Gott erbarm.
    Von Kopf bis Fuss mit Kot beschmiert,
    mit Pampers wär’ das nicht passiert.

    Quelle unbekannt

  2. Machopan meint:

    Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
    Es ist der Vater, es ist gleich acht!
    Er hält den Knaben wohl in dem Arm,
    er hält ihn sicher, er hält ihn warm.
    Erreicht den Hof mit Müh und Not…
    der Knabe lebt!
    Das Pferd ist tot!
    Quelle: Vermutlich Otto Waalkes

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Schuldenbremse

28. November 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Neue Spielzeuge braucht das Land und deshalb werden auf der ganzjährig im Reichstagskindergarten stattfindenden Berliner Spielwaremesse „Täusch us all“ neue Spielereien für die politischen Hosenscheißer deutscher Nation angeboten.

Der Spitzenreiter der letzten Jahre „Agenda 2010 - Überleben im Chaos“ musste im letzten Jahr wegen Lizenzproblemen vom Markt genommen werden und „HARTZ IV - Grundsichere Verarschung Arbeitsloser“, in diesem Jahr etwas schwächelt, da bei den Spielern trotz Einführung des Drangsalierungsfaktor eine gewisse Gewöhnung eingetreten ist, scheint sich unter den Top-10 der bundesdeutschen Gesellschaftsspiele nun ein neuer Spitzenreiter abzuzeichnen.
Der diesjährigen Renner könnte nach dem „Backe Backe Kuchen“ mit den Gesundheitsreförmchen nun, so kurz vor Weihnachten, die „Schuldenbremse“ werden. Die Experten sind sich zwar noch nicht ganz einig, sehen aber die „Schuldenbremse“ in der Beliebtheitsskala knapp vor dem „Defizitlimit“ und dem Gesellschaftsspiel „Demographiefaktor +“.

Während „Demographiefaktor +“ eine Art Langzeitstrategiespiel ist, an dem besonders die kleinen Statistikdyskalkulisten ihre Freude haben, wendet sich „Defizitlimit“ eher an die kreativen Spielernaturen mit „need for Speed“ und IQ-Werten von 6-12.

SchuldenbremseGanz anders ist dagegen „Schuldenbremse“. Die Regeln für dieses Spiel sind einfach nur einfach und selbst für die ganz Kleinen geeignet, denn „wer bremst verliert“. Um bei diesem Spiel zu gewinnen, man muss einfach so lange wie möglich nichts tun. Wer hier Nerven zeigt oder gar Skrupel hat, der hat schon verloren, denn es erhöht den Spielespass ungemein, wenn man die Regelwerke dieses Spiel überhaupt nicht begriffen hat.

An sich ist die „Schuldenbremse“ ja kein neues Spiel, aber es macht ungemein Spaß jedes Jahr neue Spielregeln zu definieren und sich die Köpfe darüber zu zerbrechen wie man das Spiel eigentlich spielen könnte. Gefragt sind unter anderem „kindliche Naivität“, „ausgeprägter Spieltrieb“ und die Fähigkeit anhand einfacher Denkmodelle der Realität ein Schnippchen zu schlagen.
Ein Spiel das in den letzten Jahrzehnten schon viele Lausbuben erfreute. Angefangen von Stoltenberg, Waigel, Lafontaine, Eichel bis Steinbrück - ein jeder ein Meister seines Fachs und Virtuose bei der Ignorierung des Bremspedals.
Nun zeichnet sich für die Saison 2006/2007 eine weitere Runde ab, denn die Financial Times Deutschland meldet am 13. November 2006: „Finanzminister planen Schuldenbremse“.

Der Zeitpunkt für diesen Plan ist geschickt gewählt, denn nur zwei Tage vorher hat die „Zeit der Narren“ begonnen. Doch noch bevor die ersten Büttenreden geschrieben wurden, sind durch Indiskretionen bereits Einzelheiten über die Spielestrategie der einzelnen Spieler an die Öffentlichkeit gelangt:
«In einem Papier des bayerischen Finanzministers Kurt heißt es, für den Bund und jedes Land müsse ein jährliches Defizitlimit und auch eine Grenze für den Gesamtschuldenstand festgelegt werden. Für Länder mit hohen Defiziten sollten “Abweichungsmöglichkeiten” geschaffen werden. Dazu gehöre etwa “das Recht, Zuschläge bei Steuern vorzunehmen“. Und wenn man zum wiederholten Male ein übermäßiges Defizit feststelle, “dann wäre eine Denkmöglichkeit, automatisch eine zwingende Folge eintreten zu lassen»

Jetzt kommen Sie nur nicht auf die Idee, dieses Verfahren der „Denkmöglichkeit zur Herbeiführung einer zwingenden Folge“ auf den Bremsweg im Straßenverkehr zu übertragen, denn „wer bremst verliert“.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. November 2006 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Schuldenbremse”

  1. Fred Sky meint:

    Für politische Hosenscheißer

    Ein “stinkiger” Erlkönig
    Wer stinkt so spät durch Nacht und Wind?
    Es ist die Windel vom Findelkind!
    Du hältst es fest, du hältst es warm,
    doch es stinkt, auf dass es Gott erbarm.
    Von Kopf bis Fuss mit Kot beschmiert,
    mit Pampers wär’ das nicht passiert.

    Quelle unbekannt

  2. Machopan meint:

    Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
    Es ist der Vater, es ist gleich acht!
    Er hält den Knaben wohl in dem Arm,
    er hält ihn sicher, er hält ihn warm.
    Erreicht den Hof mit Müh und Not…
    der Knabe lebt!
    Das Pferd ist tot!
    Quelle: Vermutlich Otto Waalkes

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