Auskunftsgebühr

1. Dezember 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Getreu nach dem Motto „Es gibt keine dummen Fragen - es gibt nur dumme Antworten“ hat der deutsche Fiskus ein neues Geschäftsmodell entwickelt.

„Wer vom Finanzamt ab 1.1.2007 eine verbindliche Auskunft erhalten will, muss dafür Gebühren bezahlen“, melden die Medien am 20.11.2006 und damit exakt 9 Tage nach Begin der närrischen Zeit.
Doch wer meint, das wäre nur ein formaler Ausrutscher im Jahressteuergesetz 2007 oder eine von den Medien hochgespielte Falschmeldung, der sei daran erinnert, dass mit dem gleichen Gesetz die steuerliche Abzugsfähigkeit der Steuerberatungskosten für den Arbeitnehmer entfällt.

AuskunftsgebührAbgerechnet wird nach dem „Gegenstandswert“, also dem Wert den die Auskunft des Finanzamtes nach Ansicht des Finanzamtes für den Fragesteller hat, auch wenn die Antwort für diesen eigentlich wertlos ist.
«Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums verwies auf die Begründung zur Änderung des Gesetzes. Darin heißt es, dass wegen der “Kompliziertheit des Steuerrechts” auch die Zahl der Anträge “stark ansteigen wird”. Dies führe zu erheblich mehr Arbeit. Und da eine Auskunft “eine Dienstleistung gegenüber dem Steuerpflichtigen” darstellt, sei die Gebühr “sachgerecht”.», schreibt der Spiegel.

Und der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jörg-Otto ist davon überzeugt, dass “die Ämter Angst vor einer Flut von schriftlichen Anfragen haben und wenn die Ämter Geld für ihre Dienstleistung verlangen können, dann werden sie schneller arbeiten.”

Diesen Satz muss man als Steuerzahler erst mal ein Zeit lang einwirken lassen!
Aber das Geschäftsmodell ist clever!
Es ist einfach genial!
Und es funktioniert!
Auf jeden Fall so lange, wie die Steuerpflichtigen das noch mit sich machen lassen.

Doch natürlich gibt es auch Erleichterungen, denn Arbeitnehmer haben ab 2007 nur noch in bestimmten Sonderfällen eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Außerdem können sie eine Einkommensteuerveranlagung beantragen, z.B. wenn sie eine Steuererstattung erwarten aufgrund hoher Werbungskosten, was jedoch nach Wegfall der Pendlerpauschale eher die Ausnahme sein wird.
Ferner ist eine amtsseitige Veranlagung durchzuführen, wenn die anderen Einkünfte, die keine Arbeitnehmereinkünfte sind, mehr als 410 Euro betragen.
Wenn Sie also im Monat mehr als 34,16 Euro an sonstigen Einkünften erzielen und deswegen eine Frage ans Finanzamt haben, dann kann das ganz schön teuer für Sie werden.
Kostenloser Rat eines Steuerexperten: „Vergessen Sie’s - einfach zahlen und Schnauze halten“.
Oder wollen Sie sich mit einem Amt anlegen, das die Möglichkeit hat auf Ihr Bankkonto zu gucken und in der Lage ist mit einem Telefonanruf bei Ihrem Arbeitgeber die zukünftigen Gehaltszahlungen abzugreifen?
Na, eben!

Die warten doch nur darauf, dass Sie fragen warum die das gemacht haben, denn die Gebühren zur verbindlichen Beantwortung dieser Frage berechnen sich nach dem „Gegenstandswert“, also dem Wert den die Auskunft des Finanzamtes nach Ansicht des Finanzamtes für den Fragesteller hat.
Und jetzt sagen Sie bloß nicht, dass es nicht um Ihre Existenz geht, denn dann müssen Sie irgendwo noch Geld versteckt haben.
Und das kann teuer werden.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 1. Dezember 2006 um 05:45:16 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Auskunftsgebühr”

  1. shrike meint:

    Wat regste Dir Uff,bring dein Schwindel der Behörde und sachste ” ich kann dat net mehr,ihr misst dot mache “.
    Nicht zu vergessen,die müssen den” Günstigsten Satz ” zu Grunde legen,dass gibt Ärger.

    Probier es :-) )))

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Auskunftsgebühr

1. Dezember 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Getreu nach dem Motto „Es gibt keine dummen Fragen - es gibt nur dumme Antworten“ hat der deutsche Fiskus ein neues Geschäftsmodell entwickelt.

„Wer vom Finanzamt ab 1.1.2007 eine verbindliche Auskunft erhalten will, muss dafür Gebühren bezahlen“, melden die Medien am 20.11.2006 und damit exakt 9 Tage nach Begin der närrischen Zeit.
Doch wer meint, das wäre nur ein formaler Ausrutscher im Jahressteuergesetz 2007 oder eine von den Medien hochgespielte Falschmeldung, der sei daran erinnert, dass mit dem gleichen Gesetz die steuerliche Abzugsfähigkeit der Steuerberatungskosten für den Arbeitnehmer entfällt.

AuskunftsgebührAbgerechnet wird nach dem „Gegenstandswert“, also dem Wert den die Auskunft des Finanzamtes nach Ansicht des Finanzamtes für den Fragesteller hat, auch wenn die Antwort für diesen eigentlich wertlos ist.
«Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums verwies auf die Begründung zur Änderung des Gesetzes. Darin heißt es, dass wegen der “Kompliziertheit des Steuerrechts” auch die Zahl der Anträge “stark ansteigen wird”. Dies führe zu erheblich mehr Arbeit. Und da eine Auskunft “eine Dienstleistung gegenüber dem Steuerpflichtigen” darstellt, sei die Gebühr “sachgerecht”.», schreibt der Spiegel.

Und der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jörg-Otto ist davon überzeugt, dass “die Ämter Angst vor einer Flut von schriftlichen Anfragen haben und wenn die Ämter Geld für ihre Dienstleistung verlangen können, dann werden sie schneller arbeiten.”

Diesen Satz muss man als Steuerzahler erst mal ein Zeit lang einwirken lassen!
Aber das Geschäftsmodell ist clever!
Es ist einfach genial!
Und es funktioniert!
Auf jeden Fall so lange, wie die Steuerpflichtigen das noch mit sich machen lassen.

Doch natürlich gibt es auch Erleichterungen, denn Arbeitnehmer haben ab 2007 nur noch in bestimmten Sonderfällen eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Außerdem können sie eine Einkommensteuerveranlagung beantragen, z.B. wenn sie eine Steuererstattung erwarten aufgrund hoher Werbungskosten, was jedoch nach Wegfall der Pendlerpauschale eher die Ausnahme sein wird.
Ferner ist eine amtsseitige Veranlagung durchzuführen, wenn die anderen Einkünfte, die keine Arbeitnehmereinkünfte sind, mehr als 410 Euro betragen.
Wenn Sie also im Monat mehr als 34,16 Euro an sonstigen Einkünften erzielen und deswegen eine Frage ans Finanzamt haben, dann kann das ganz schön teuer für Sie werden.
Kostenloser Rat eines Steuerexperten: „Vergessen Sie’s - einfach zahlen und Schnauze halten“.
Oder wollen Sie sich mit einem Amt anlegen, das die Möglichkeit hat auf Ihr Bankkonto zu gucken und in der Lage ist mit einem Telefonanruf bei Ihrem Arbeitgeber die zukünftigen Gehaltszahlungen abzugreifen?
Na, eben!

Die warten doch nur darauf, dass Sie fragen warum die das gemacht haben, denn die Gebühren zur verbindlichen Beantwortung dieser Frage berechnen sich nach dem „Gegenstandswert“, also dem Wert den die Auskunft des Finanzamtes nach Ansicht des Finanzamtes für den Fragesteller hat.
Und jetzt sagen Sie bloß nicht, dass es nicht um Ihre Existenz geht, denn dann müssen Sie irgendwo noch Geld versteckt haben.
Und das kann teuer werden.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 1. Dezember 2006 um 05:45:16 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Auskunftsgebühr”

  1. shrike meint:

    Wat regste Dir Uff,bring dein Schwindel der Behörde und sachste ” ich kann dat net mehr,ihr misst dot mache “.
    Nicht zu vergessen,die müssen den” Günstigsten Satz ” zu Grunde legen,dass gibt Ärger.

    Probier es :-) )))

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