Feigheit vor dem Feind

5. Dezember 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Auf „Feigheit vor dem Feind“ stand früher mal das Kriegsgericht oder gleich die standrechtliche Erschießung.
Und für einen Soldaten, der Kameraden im Stich lässt, ist unter „richtigen“ Männern das Wort „Kameradenschwein“ noch eines der salonfähigen Schimpfwörter.

Und genau diesen Vorwurf hat einigen Berichten in den Medien zufolge ein britischer Delegierter während einer Tagung der NATO in Quebec erhoben und warf deutschen Soldaten vor, kanadische Truppen im Stich gelassen zu haben - dies habe letztlich zwölf kanadischen Soldaten das Leben gekostet.

«Die deutschen Teilnehmer der Nato-Parlamentarierversammlung im kanadischen Quebec bekamen das Unverständnis der kämpfenden Nationen jetzt deutlich zu spüren, berichten die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und die “Märkische Allgemeine”. Auf der Konferenz sei das “ein Riesenthema” gewesen, hieß es aus Teilnehmerkreisen.», schreibt der Spiegel und bezieht sich dabei auf einen Bericht der „FAZ“, der im Spiegel fast wortgetreu abgeschrieben wurde.

Nun ist ja hinlänglich bekannt in welche Zwickmühle die bundesdeutschen „Bürger in Uniform“ durch das politische Geschick unserer Parlamentarier gebracht worden sind. Und das nicht nur in Afghanistan! Wer bewaffnete Soldaten zu „Friedensmissionen“ in „Krisengebiete“ schickt und sich vor der „Lizenz zum Töten“ drückt, handelt sicher nicht nur grob fahrlässig.

Feigheit vor dem FeindMan muss sich immer wieder wundern mit welcher offensichtlichen Naivität und grenzenlosen Dummheit sich NATO-Staaten in die von den Großmächten durch politische, wirtschaftliche und militärische Interessen destabilisierten „Krisengebiete“ locken lassen.
Und die Deutschen sind dabei die absoluten Oberknaller. Statt konsequent bei einem verfassungsgemäßen „NEIN“ zu bleiben, wird Stückchen für Stückchen die zur VERTEIDIGUNG des Landes bestimmte „Wehr des Bundes deutscher Länder“ zur einer „Armee im internationalen Einsatz“ umgebaut.
Und da man das tumbe Wahlvolk der Deutschen erst langsam an diesen, im übrigen grundgesetzwidrigen, Zustand gewöhnen muss, dürfen die Soldaten eben nur zu „Friedensmissionen“ eingesetzt werden und müssen im Ernstfall erst im Führerbunker in Berlin anrufen um anschließend „Peng Peng“ rufen zu dürfen.

Sicher ein untragbarer Zustand, der bei „Soldatenkameraden“, die von ihren Regierungen in diese bleihaltigen „Krisengebiete“ geschickt wurden im Ernstfall auf wenig Gegenliebe und Verständnis stößt.
Deshalb ertönt ja schon lange der Ruf, dass die Deutschen ebenso wie andere NATO-Partner innerhalb der internationalen „Afghanistanschutztruppe“ mehr „Verantwortung“ übernehmen müssten und es lohnt sich dem Ruf nachzugehen und die größten Schreier einmal genauer unter die Lupe und zur Brust zu nehmen:
An erster Stelle stehen hier die USA mit Großmaul George W. Bush als oberstem Kriegsherrn, gefolgt vom ihrem gehorsam blairenden Partner Großbritannien und dem unter der gemeinsamen Grenze mit den USA leidenden Kanada.

Jedem Vollidioten und selbst den Lesern der BLÖD-Zeitung muss doch zwischenzeitlich klar geworden sein, wer die militärischen Auseinandersetzungen der letzten 30 Jahre aus wirtschaftlichen und politischen Interessen heraus verursacht hat. Und ohne jetzt ins Detail zu gehen, muss man lange nachdenken, um eine kriegerische Auseinandersetzung zu finden, in denen die „Vereinigten Staaten von Amerika“ als selbsternannte „Weltpolizei“ nicht die Finger im Spiel hatten

Und da sich jetzt, wie von vielen befürchtet, die „Befriedung des Irak“ längst zu einem Massaker an der Zivilbevölkerung und George Bush’s Vietnam geworden ist, sollte man diesem NATO-Partner getrost die Rote Karte zeigen, bevor er sich zur „Sicherung des Weltfriedens“ auf den Iran oder Syrien stürzt und die „Sicherung der befriedeten Krisengebiete“ in die „Verantwortung“ seiner Komplizen und Vasallen delegiert.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Dezember 2006 um 05:45:32 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Feigheit vor dem Feind”

  1. erphschwester meint:

    angesichts der tatsache, daß es sich ja grundgesetzgemäß bei der deutschen armee um eine ausschließliche verteidigungsarmee handelt, darf man auch schon mal die frage nach dem huhn und dem ei stellen.
    nämlich: hat der deutsche soldat wirklich in afghanistan und anderswo sein land zu verteidigen? und wie ist das mit terrorismus? War zuerst der terrorismus oder waren da zuerst irgendwelche weltweit bekannten staaten, die sich in weltpolizeimanier überall einmischten, wo etwas (am liebsten erdöl) zu kriegen war?
    man könnte sich so allerhand fragen …

  2. mitdenker meint:

    Drei Fragen:
    1. Welches tumbe Wahlvolk ist eigentlich gemeint? Die, die sich nicht die Bohne um Politik kümmern (der Politiker liebstes Klientel);
    die, welche es aufgegeben haben, sich um Politik zu kümmern, da sie ja doch keinerlei Einfluss in dieser besten und einzigen Demokratie haben (einige nennen es Politikverdrossenheit, ich nenne es Politikerverdrossenheit) oder
    die, welche die tolle Chance hatten, sich selbst wählen zu können und damit sowieso immer das machen, was sie für richtig halten, so sie mal wieder in einer Parteien-Mehrheitskonstellation sind.
    Wieder und immer wieder – es geht in diesem Ländle überhaupt nicht um die Menschen, es geht nur noch um den Größenwahn einzelner „Leistungsträger“ und deren Interessen.
    2. Seit wann gelten die Bestimmungen des Grundgesetzes? Ob Artikel 87a oder 146 usw.
    Nur einer scheint für die Mehrheit noch zu gelten: Artikel 18.
    3. wieso werden die hervorragenden Leistungen der Vereinigten Staaten von Amerika –oder Besser: deren Leistungsträger - für diese Welt so missdeutet und von Einzelnen (wie mich) so absolut missverstanden? Man denke nur daran, welche tollen Errungenschaften von dort ihren Ursprung nahmen und nehmen. Und na ja, die paar Negativerscheinungen wie Umweltschutz, Einmischung in innere Angelegenheiten (ha, mal sehen, wie lange es in Venezuela mit einem Putsch dauert, um „die Demokratie“ wieder herzustellen) und solche Kleinigkeiten – denn wo gehobelt wird…

  3. Surprise meint:

    Ich kann deine Gedanken nachvollziehen.
    Dass dieses Volk so ist, wie es ist, entschuldigt auch
    nichts, erklärt nur einiges. Doch deine Ansicht führt zum Fazit von
    “Mitdenker” (Punkt 3).
    Ihr scheint das Problem der älteren und mittleren Generation zu haben. Viele Jüngere sehen das realistisch und machen sich doch keinen Kopf mehr um die Masse. Sie haben sie in ihre Überlegungen lange mit einbezogen. Das macht die Welt nicht angenehmer, aber auch nicht heuchlerischer. Ich weiss doch genau, dass es keinen Souialismus geben kann, noch ähnliche Utopien, weil ich Kretie und Pletie (besonders die Gebildeten) täglich erlebe und Spass an dieser Gesellschaftsform habe, die mein Talent fördert und meine Bedürfnisse befriedigt (klar, auf Kosten irgendwelcher Anderen) !
    Daraus kommt die Hinnahme. Unsere Politikergeneration besteht ebenso ais diesen Beeinflussten. Auch von ihr ist nicht mehr zu erwarten. WFür meine generation würde ich die Hand (diesbezüglich) schon garnicht ins Feuer halten. Das könnte ein Ansatz sein, um es a n d e r s zu machen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Feigheit vor dem Feind

5. Dezember 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Auf „Feigheit vor dem Feind“ stand früher mal das Kriegsgericht oder gleich die standrechtliche Erschießung.
Und für einen Soldaten, der Kameraden im Stich lässt, ist unter „richtigen“ Männern das Wort „Kameradenschwein“ noch eines der salonfähigen Schimpfwörter.

Und genau diesen Vorwurf hat einigen Berichten in den Medien zufolge ein britischer Delegierter während einer Tagung der NATO in Quebec erhoben und warf deutschen Soldaten vor, kanadische Truppen im Stich gelassen zu haben - dies habe letztlich zwölf kanadischen Soldaten das Leben gekostet.

«Die deutschen Teilnehmer der Nato-Parlamentarierversammlung im kanadischen Quebec bekamen das Unverständnis der kämpfenden Nationen jetzt deutlich zu spüren, berichten die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und die “Märkische Allgemeine”. Auf der Konferenz sei das “ein Riesenthema” gewesen, hieß es aus Teilnehmerkreisen.», schreibt der Spiegel und bezieht sich dabei auf einen Bericht der „FAZ“, der im Spiegel fast wortgetreu abgeschrieben wurde.

Nun ist ja hinlänglich bekannt in welche Zwickmühle die bundesdeutschen „Bürger in Uniform“ durch das politische Geschick unserer Parlamentarier gebracht worden sind. Und das nicht nur in Afghanistan! Wer bewaffnete Soldaten zu „Friedensmissionen“ in „Krisengebiete“ schickt und sich vor der „Lizenz zum Töten“ drückt, handelt sicher nicht nur grob fahrlässig.

Feigheit vor dem FeindMan muss sich immer wieder wundern mit welcher offensichtlichen Naivität und grenzenlosen Dummheit sich NATO-Staaten in die von den Großmächten durch politische, wirtschaftliche und militärische Interessen destabilisierten „Krisengebiete“ locken lassen.
Und die Deutschen sind dabei die absoluten Oberknaller. Statt konsequent bei einem verfassungsgemäßen „NEIN“ zu bleiben, wird Stückchen für Stückchen die zur VERTEIDIGUNG des Landes bestimmte „Wehr des Bundes deutscher Länder“ zur einer „Armee im internationalen Einsatz“ umgebaut.
Und da man das tumbe Wahlvolk der Deutschen erst langsam an diesen, im übrigen grundgesetzwidrigen, Zustand gewöhnen muss, dürfen die Soldaten eben nur zu „Friedensmissionen“ eingesetzt werden und müssen im Ernstfall erst im Führerbunker in Berlin anrufen um anschließend „Peng Peng“ rufen zu dürfen.

Sicher ein untragbarer Zustand, der bei „Soldatenkameraden“, die von ihren Regierungen in diese bleihaltigen „Krisengebiete“ geschickt wurden im Ernstfall auf wenig Gegenliebe und Verständnis stößt.
Deshalb ertönt ja schon lange der Ruf, dass die Deutschen ebenso wie andere NATO-Partner innerhalb der internationalen „Afghanistanschutztruppe“ mehr „Verantwortung“ übernehmen müssten und es lohnt sich dem Ruf nachzugehen und die größten Schreier einmal genauer unter die Lupe und zur Brust zu nehmen:
An erster Stelle stehen hier die USA mit Großmaul George W. Bush als oberstem Kriegsherrn, gefolgt vom ihrem gehorsam blairenden Partner Großbritannien und dem unter der gemeinsamen Grenze mit den USA leidenden Kanada.

Jedem Vollidioten und selbst den Lesern der BLÖD-Zeitung muss doch zwischenzeitlich klar geworden sein, wer die militärischen Auseinandersetzungen der letzten 30 Jahre aus wirtschaftlichen und politischen Interessen heraus verursacht hat. Und ohne jetzt ins Detail zu gehen, muss man lange nachdenken, um eine kriegerische Auseinandersetzung zu finden, in denen die „Vereinigten Staaten von Amerika“ als selbsternannte „Weltpolizei“ nicht die Finger im Spiel hatten

Und da sich jetzt, wie von vielen befürchtet, die „Befriedung des Irak“ längst zu einem Massaker an der Zivilbevölkerung und George Bush’s Vietnam geworden ist, sollte man diesem NATO-Partner getrost die Rote Karte zeigen, bevor er sich zur „Sicherung des Weltfriedens“ auf den Iran oder Syrien stürzt und die „Sicherung der befriedeten Krisengebiete“ in die „Verantwortung“ seiner Komplizen und Vasallen delegiert.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Dezember 2006 um 05:45:32 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Feigheit vor dem Feind”

  1. erphschwester meint:

    angesichts der tatsache, daß es sich ja grundgesetzgemäß bei der deutschen armee um eine ausschließliche verteidigungsarmee handelt, darf man auch schon mal die frage nach dem huhn und dem ei stellen.
    nämlich: hat der deutsche soldat wirklich in afghanistan und anderswo sein land zu verteidigen? und wie ist das mit terrorismus? War zuerst der terrorismus oder waren da zuerst irgendwelche weltweit bekannten staaten, die sich in weltpolizeimanier überall einmischten, wo etwas (am liebsten erdöl) zu kriegen war?
    man könnte sich so allerhand fragen …

  2. mitdenker meint:

    Drei Fragen:
    1. Welches tumbe Wahlvolk ist eigentlich gemeint? Die, die sich nicht die Bohne um Politik kümmern (der Politiker liebstes Klientel);
    die, welche es aufgegeben haben, sich um Politik zu kümmern, da sie ja doch keinerlei Einfluss in dieser besten und einzigen Demokratie haben (einige nennen es Politikverdrossenheit, ich nenne es Politikerverdrossenheit) oder
    die, welche die tolle Chance hatten, sich selbst wählen zu können und damit sowieso immer das machen, was sie für richtig halten, so sie mal wieder in einer Parteien-Mehrheitskonstellation sind.
    Wieder und immer wieder – es geht in diesem Ländle überhaupt nicht um die Menschen, es geht nur noch um den Größenwahn einzelner „Leistungsträger“ und deren Interessen.
    2. Seit wann gelten die Bestimmungen des Grundgesetzes? Ob Artikel 87a oder 146 usw.
    Nur einer scheint für die Mehrheit noch zu gelten: Artikel 18.
    3. wieso werden die hervorragenden Leistungen der Vereinigten Staaten von Amerika –oder Besser: deren Leistungsträger - für diese Welt so missdeutet und von Einzelnen (wie mich) so absolut missverstanden? Man denke nur daran, welche tollen Errungenschaften von dort ihren Ursprung nahmen und nehmen. Und na ja, die paar Negativerscheinungen wie Umweltschutz, Einmischung in innere Angelegenheiten (ha, mal sehen, wie lange es in Venezuela mit einem Putsch dauert, um „die Demokratie“ wieder herzustellen) und solche Kleinigkeiten – denn wo gehobelt wird…

  3. Surprise meint:

    Ich kann deine Gedanken nachvollziehen.
    Dass dieses Volk so ist, wie es ist, entschuldigt auch
    nichts, erklärt nur einiges. Doch deine Ansicht führt zum Fazit von
    “Mitdenker” (Punkt 3).
    Ihr scheint das Problem der älteren und mittleren Generation zu haben. Viele Jüngere sehen das realistisch und machen sich doch keinen Kopf mehr um die Masse. Sie haben sie in ihre Überlegungen lange mit einbezogen. Das macht die Welt nicht angenehmer, aber auch nicht heuchlerischer. Ich weiss doch genau, dass es keinen Souialismus geben kann, noch ähnliche Utopien, weil ich Kretie und Pletie (besonders die Gebildeten) täglich erlebe und Spass an dieser Gesellschaftsform habe, die mein Talent fördert und meine Bedürfnisse befriedigt (klar, auf Kosten irgendwelcher Anderen) !
    Daraus kommt die Hinnahme. Unsere Politikergeneration besteht ebenso ais diesen Beeinflussten. Auch von ihr ist nicht mehr zu erwarten. WFür meine generation würde ich die Hand (diesbezüglich) schon garnicht ins Feuer halten. Das könnte ein Ansatz sein, um es a n d e r s zu machen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)