Gipfelstürmer

6. Dezember 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Was glauben Sie wohl, was es kostet eine Gruppe von 8 Personen auf den Gipfel zu bringen?
Es muss ja nicht gleich der höchste Gipfel dieser Erde sein, denn die Teilnehmer sind ja doch schon etwas älter und nicht mehr so gut zu Fuß.
Und da die einzige Dame unter den Gipfelstürmern auch noch unter „Morbus passus brevis“ (Trippelschrittchenkrankheit) leidet, hat man sich entschlossen den Gipfel quasi auf Meereshöhe stattfinden zu lassen.

Gipfelstürmer

Es gibt nun sicher viele Zeitgenossen, die sich den Gipfel der G8 lieber auf den K2 wünschen würden, aber da außerdem einige der Teilnehmer, vornehmlich aus dem englischsprachigen Raum, zum erheblichen Schwindeln neigen, hat man den Gipfelsturm mit Damenbehinderung kurzerhand nach Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern verlegt, denn schließlich spielt es doch keine Rolle wo die scheinheiligen Seilschaften in den Seilen hängen um in „entspannter Runde globale Themen und Probleme zu beraten“.
Teilnehmen werden an dem Gipfel der göttlichen Erleuchtungen neben der Gastgeberin Angelika Merkel, mächtigste Bundeskanzlerin aller Zeiten, mit

auch einige Personen, deren nachhaltigen Sympathiewerte starken Schrumpfungsprozessen unterworfen sind und zwischenzeitlich im Bereich der negativen ganzen Zahlen liegen.
Zahlen soll das Gipfelmeeting übrigens das Land Mecklenburg-Vorpommern und das meckert und zickt jetzt rum, weil schon der letzte Besuch von George W. Bush im Juli 2006 das Letzte war, was man sich mit dem wilden Schwein antun wollte.
Damals stand Bush, auch auf Einladung der Bundeskanzlerin, mit hochgekrempelten Hemdsärmeln am Grill und sägte medienwirksam an dem gegrillten Tier herum, um anschließend der Angie das Messer in die Hand zu drücken und ohne einen Bissen gegessen zu haben mit dem Hubschrauber zu verschwinden.
Es war alles nur Schau und hat die Steuerzahler ein Schweinegeld gekostet!

Und jetzt wollen die sieben Herren mit Dame für 92 Millionen Euro schon wieder die Sau rauslassen:

92 Millionen Euro für einen „One Night Stand“, für ein Branchenmeeting einiger Akteure aus der Theater- bzw. Schaustellerbranche!
Wobei bei näherer Betrachtung der Kosten auffällt, dass die Übernachtungs- und Verpflegungskosten im schönsten Hotel der Welt wohl fast vernachlässigbar sein werden, denn es entfallen auf

  • den Einsatz der mecklenburgischen Polizei 10 Millionen Euro
  • den Einsatz der Polizeikräfte anderer Bundesländer 34 Millionen Euro
  • den Ausbau des Polizeihauptquartiers in Waldeck 8 Millionen Euro
  • den Bau des Zauns um das Hotelgelände 11 Millionen Euro
  • weitere Sicherheitskosten 29 Millionen Euro

Das ist echt der Gipfel!
So viel Geld für einen einzigen Höhepunkt!
Da sind ja selbst die Rammeltouren der VW-Manager billiger gewesen.
Apropo VW.
Wussten Sie, dass so eine jährlich stattfindende Hauptversammlung mit mehreren tausend Aktionären die Firma Volkswagen nur schlaffe 4 - 5 Millionen Euro kostet?
Da könnte man als globalisierungsgeplagter Aktionär der Bundesrepublik Deutschland doch mal wirklich auf die Idee kommen, sich im Juni 2007 an dem Gipfelsturm in Heiligendamm aktiv beteiligen zu wollen.
Man muss bei der Aktion „Gegenwind“ ja nicht gleich die Sau raus lassen um den sieben Buben mit Herz-Dame mal zu zeigen, was so ein ALG II und 1-Euro-Jobber aus der nachhaltig geleugneten Unterschicht bei Bedarf noch an gemeinschaftlichen Gemeinheiten zu bieten hat.

Das Gipfelhotel, das Kempinksi Grandhotel Heiligendamm, wurde übrigens im Jahr 2004 zum schönsten Hotel der Welt gekürt – aber das könnte sich Anfang Juni 2007 innerhalb weniger Tage grundlegend ändern.
Oder um es mit den Worten von George W. Bush zum Ausdruck zu bringen: „Wir freuen uns auf das Schwein.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 6. Dezember 2006 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Gipfelstürmer”

  1. mitdenker meint:

    Anfrage: Sind bei den 29 Millionen sonstiger Sicherheitskosten eigentlich auch Scanner für Polonium dabei? Nicht das da wieder ein Käpselchen bei irgend wem im Essen landet (vorzugsweise natürlich bei Mitarbeitern des MI5, CIA, BND,….). Und das sogar ohne den berühmten Begleitzettel von wegen der Risiken und Nebenwirkungen. Schliesslich kommt ein Gast ja wieder aus der Ursprungsgegend solcher nicht aufgeführten Inkredenzien….und bei einer Halbwertzeit von 5,01 Tagen wäre der Sommerurlaub dann an der Ostsee auch noch versaut…

  2. Machopan meint:

    Das wäre doch endlich mal ein “strahlender” Event rund ums Gipfelkreuz.

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Gipfelstürmer

6. Dezember 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Was glauben Sie wohl, was es kostet eine Gruppe von 8 Personen auf den Gipfel zu bringen?
Es muss ja nicht gleich der höchste Gipfel dieser Erde sein, denn die Teilnehmer sind ja doch schon etwas älter und nicht mehr so gut zu Fuß.
Und da die einzige Dame unter den Gipfelstürmern auch noch unter „Morbus passus brevis“ (Trippelschrittchenkrankheit) leidet, hat man sich entschlossen den Gipfel quasi auf Meereshöhe stattfinden zu lassen.

Gipfelstürmer

Es gibt nun sicher viele Zeitgenossen, die sich den Gipfel der G8 lieber auf den K2 wünschen würden, aber da außerdem einige der Teilnehmer, vornehmlich aus dem englischsprachigen Raum, zum erheblichen Schwindeln neigen, hat man den Gipfelsturm mit Damenbehinderung kurzerhand nach Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern verlegt, denn schließlich spielt es doch keine Rolle wo die scheinheiligen Seilschaften in den Seilen hängen um in „entspannter Runde globale Themen und Probleme zu beraten“.
Teilnehmen werden an dem Gipfel der göttlichen Erleuchtungen neben der Gastgeberin Angelika Merkel, mächtigste Bundeskanzlerin aller Zeiten, mit

auch einige Personen, deren nachhaltigen Sympathiewerte starken Schrumpfungsprozessen unterworfen sind und zwischenzeitlich im Bereich der negativen ganzen Zahlen liegen.
Zahlen soll das Gipfelmeeting übrigens das Land Mecklenburg-Vorpommern und das meckert und zickt jetzt rum, weil schon der letzte Besuch von George W. Bush im Juli 2006 das Letzte war, was man sich mit dem wilden Schwein antun wollte.
Damals stand Bush, auch auf Einladung der Bundeskanzlerin, mit hochgekrempelten Hemdsärmeln am Grill und sägte medienwirksam an dem gegrillten Tier herum, um anschließend der Angie das Messer in die Hand zu drücken und ohne einen Bissen gegessen zu haben mit dem Hubschrauber zu verschwinden.
Es war alles nur Schau und hat die Steuerzahler ein Schweinegeld gekostet!

Und jetzt wollen die sieben Herren mit Dame für 92 Millionen Euro schon wieder die Sau rauslassen:

92 Millionen Euro für einen „One Night Stand“, für ein Branchenmeeting einiger Akteure aus der Theater- bzw. Schaustellerbranche!
Wobei bei näherer Betrachtung der Kosten auffällt, dass die Übernachtungs- und Verpflegungskosten im schönsten Hotel der Welt wohl fast vernachlässigbar sein werden, denn es entfallen auf

  • den Einsatz der mecklenburgischen Polizei 10 Millionen Euro
  • den Einsatz der Polizeikräfte anderer Bundesländer 34 Millionen Euro
  • den Ausbau des Polizeihauptquartiers in Waldeck 8 Millionen Euro
  • den Bau des Zauns um das Hotelgelände 11 Millionen Euro
  • weitere Sicherheitskosten 29 Millionen Euro

Das ist echt der Gipfel!
So viel Geld für einen einzigen Höhepunkt!
Da sind ja selbst die Rammeltouren der VW-Manager billiger gewesen.
Apropo VW.
Wussten Sie, dass so eine jährlich stattfindende Hauptversammlung mit mehreren tausend Aktionären die Firma Volkswagen nur schlaffe 4 - 5 Millionen Euro kostet?
Da könnte man als globalisierungsgeplagter Aktionär der Bundesrepublik Deutschland doch mal wirklich auf die Idee kommen, sich im Juni 2007 an dem Gipfelsturm in Heiligendamm aktiv beteiligen zu wollen.
Man muss bei der Aktion „Gegenwind“ ja nicht gleich die Sau raus lassen um den sieben Buben mit Herz-Dame mal zu zeigen, was so ein ALG II und 1-Euro-Jobber aus der nachhaltig geleugneten Unterschicht bei Bedarf noch an gemeinschaftlichen Gemeinheiten zu bieten hat.

Das Gipfelhotel, das Kempinksi Grandhotel Heiligendamm, wurde übrigens im Jahr 2004 zum schönsten Hotel der Welt gekürt – aber das könnte sich Anfang Juni 2007 innerhalb weniger Tage grundlegend ändern.
Oder um es mit den Worten von George W. Bush zum Ausdruck zu bringen: „Wir freuen uns auf das Schwein.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 6. Dezember 2006 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Gipfelstürmer”

  1. mitdenker meint:

    Anfrage: Sind bei den 29 Millionen sonstiger Sicherheitskosten eigentlich auch Scanner für Polonium dabei? Nicht das da wieder ein Käpselchen bei irgend wem im Essen landet (vorzugsweise natürlich bei Mitarbeitern des MI5, CIA, BND,….). Und das sogar ohne den berühmten Begleitzettel von wegen der Risiken und Nebenwirkungen. Schliesslich kommt ein Gast ja wieder aus der Ursprungsgegend solcher nicht aufgeführten Inkredenzien….und bei einer Halbwertzeit von 5,01 Tagen wäre der Sommerurlaub dann an der Ostsee auch noch versaut…

  2. Machopan meint:

    Das wäre doch endlich mal ein “strahlender” Event rund ums Gipfelkreuz.

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