FIFA

23. Juni 2006 05:45

“Die FIFA ist ein Gewinne erwirtschaftendes, kommerzielles Unternehmen und hat ihren Sitz in Zürich. Ihr derzeitiger Präsident ist der Schweizer Joseph S. Blatter.
Von den Einnahmen aus lukrativen Werbeverträgen und Fernsehausstrahlungslizenzen werden jährlich hohe Teilbeträge an die Mitgliedsverbände weitergereicht. Den größten Teil dieser Umsätze erzielt die FIFA durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Allein für die weltweiten Fernsehrechte an den Herren-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erlöste die FIFA 1,8 Mrd. Euro. Die deutsche Regierung wurde in diesem Zusammenhang 1998 dahingehend erpresst, dass man die mögliche Entscheidung der Bewerbung um die WM 2006 von einer Steuerbefreiung abhängig machte. Der seinerzeitige Bundesfinanzminister erteilte diese Steuerbefreiungszusage. Schätzungen zufolge gehen dem deutschen Fiskus dadurch rund 250 Millionen Euro verloren.

So steht das in der freien Enzyklopädie Wikipedia und ich möchte dies nicht kommentieren.
Doch sollte der gemeine Steuerzahler bei allem nationalen Gekreische über Fußball, einem Ballsport bei dem zwei Mannschaften mit je elf Spielern gegeneinander antreten und nach einem Ball treten, dies nicht vergessen oder gar aus den Augen verlieren.
Offizielles Ziel dieser sinnvollen Tätigkeit auf einem rechteckigen Spielfeld, das an den beiden Stirnseiten durch Tore komplettiert wird, ist es eben diesen Ball, ohne den Einsatz von Armen und Händen, öfter ins gegnerische Tor zu kicken, als dies dem Gegner gelingt.
Gelingt dies, so nennt man das Sieg und die Sieger werden auf Händen getragen und mit Geschenken überschüttet. Gelingt dies nicht, so nennt man das Niederlage und die Verlierer werden ausgepfiffen und mit Hohn und Spott überschüttet.
In seltenen Fällen kommt es auch zu einem Unentschieden, sofern man sich nicht bereits vor dem Spiel und außerhalb des Spielfeldes durch Austausch von Geschenken auf einen bestimmten Spielausgang geeinigt hat.

Unabhängig vom Spielausgang gewinnt die FIFA als „Fédération Internationale de Finance Association“ immer. Neben der Steuersubvention durch den bundesdeutschen Fiskus in Höhe von ca. 250 Millionen wurden ihr zur ungehinderten Ausübung ihrer auf Gewinnmaximierung gerichteten Aktivitäten von Bundesländern, Städten und Gemeinden ganze Areale bundesrepublikanischen Bodens zur vorübergehenden Bildung des (fast) rechtsfreien Freistaates FIFA überlassen.
Auf Staatskosten bewacht und abgesichert, darf den Checkpoint FIFA nur überschreiten, wer ein gültiges und teuer bezahltes FIFA-Visum hat und auf Mitbringsel jeder Art ohne offizielles FIFA-Logo verzichtet. Selbstverständlich dürfen im Freistaat FIFA auch nur Waren und Dienstleistungen autorisierter FIFA-Sponsoren angeboten und gekauft werden.

Jetzt soll dem wegen seiner Körpergröße von „nur“ 1,71 m großen Präsidenten der FIFA Joseph S. Blatter für seine „Verdienste“ auch noch der Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an die Brust geheftet werden. Das soll ihm schon vom Innenschily in die offene Hand versprochen worden sein.
In Anbetracht der körperlichen Größe des zu Ehrenden könnte diese Aufgabe vom Innenminister Schäuble himself übernommen werden. Schäuble hat dazu bereits sein Einverständnis signalisiert. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Blatter bei der Ordensverleihung in die Knie gehen muss wie ein Ehrenmann der auf den Schlag zum Ritter wartet oder ob ihm Schäuble den Orden am Hosenschlitz anheftet.
Wenig Verständnis findet dagegen die geplante Verleihung des Ordens bei einigen Zeitgenossen, die sich noch daran erinnern können für welche Leistungen dieser Orden einst durch Stiftungserlass des Bundespräsidenten Theodor Heuss vom 7. September 1951 gedacht war:
„Er wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“

Auch nach langem Überlegen fällt auch mir kein Grund ein, womit sich der am 8. Juni 1998 als Nachfolger des Brasilianers João Havelange zum achten Präsidenten der FIFA gewählte Joseph S. Blatter für den Empfang dieses Ordens qualifiziert hätte. Nicht nachgewiesenen Gerüchten zufolge soll die Wahl Blatters damals durch Bestechungen beeinflusst worden sein.

Vor diesem Hintergrund könnte man lediglich über das „Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland“ nochmals nachdenken. Allerdings nur, wenn damit die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft am Endspiel und ein knapper deutscher Sieg gemeint ist.
Wobei ich mich persönlich auch mit einem Elfmetertor in der letzten Spielminute zufrieden geben würde.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. Juni 2006 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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23. Juni 2006 05:45

“Die FIFA ist ein Gewinne erwirtschaftendes, kommerzielles Unternehmen und hat ihren Sitz in Zürich. Ihr derzeitiger Präsident ist der Schweizer Joseph S. Blatter.
Von den Einnahmen aus lukrativen Werbeverträgen und Fernsehausstrahlungslizenzen werden jährlich hohe Teilbeträge an die Mitgliedsverbände weitergereicht. Den größten Teil dieser Umsätze erzielt die FIFA durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Allein für die weltweiten Fernsehrechte an den Herren-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erlöste die FIFA 1,8 Mrd. Euro. Die deutsche Regierung wurde in diesem Zusammenhang 1998 dahingehend erpresst, dass man die mögliche Entscheidung der Bewerbung um die WM 2006 von einer Steuerbefreiung abhängig machte. Der seinerzeitige Bundesfinanzminister erteilte diese Steuerbefreiungszusage. Schätzungen zufolge gehen dem deutschen Fiskus dadurch rund 250 Millionen Euro verloren.

So steht das in der freien Enzyklopädie Wikipedia und ich möchte dies nicht kommentieren.
Doch sollte der gemeine Steuerzahler bei allem nationalen Gekreische über Fußball, einem Ballsport bei dem zwei Mannschaften mit je elf Spielern gegeneinander antreten und nach einem Ball treten, dies nicht vergessen oder gar aus den Augen verlieren.
Offizielles Ziel dieser sinnvollen Tätigkeit auf einem rechteckigen Spielfeld, das an den beiden Stirnseiten durch Tore komplettiert wird, ist es eben diesen Ball, ohne den Einsatz von Armen und Händen, öfter ins gegnerische Tor zu kicken, als dies dem Gegner gelingt.
Gelingt dies, so nennt man das Sieg und die Sieger werden auf Händen getragen und mit Geschenken überschüttet. Gelingt dies nicht, so nennt man das Niederlage und die Verlierer werden ausgepfiffen und mit Hohn und Spott überschüttet.
In seltenen Fällen kommt es auch zu einem Unentschieden, sofern man sich nicht bereits vor dem Spiel und außerhalb des Spielfeldes durch Austausch von Geschenken auf einen bestimmten Spielausgang geeinigt hat.

Unabhängig vom Spielausgang gewinnt die FIFA als „Fédération Internationale de Finance Association“ immer. Neben der Steuersubvention durch den bundesdeutschen Fiskus in Höhe von ca. 250 Millionen wurden ihr zur ungehinderten Ausübung ihrer auf Gewinnmaximierung gerichteten Aktivitäten von Bundesländern, Städten und Gemeinden ganze Areale bundesrepublikanischen Bodens zur vorübergehenden Bildung des (fast) rechtsfreien Freistaates FIFA überlassen.
Auf Staatskosten bewacht und abgesichert, darf den Checkpoint FIFA nur überschreiten, wer ein gültiges und teuer bezahltes FIFA-Visum hat und auf Mitbringsel jeder Art ohne offizielles FIFA-Logo verzichtet. Selbstverständlich dürfen im Freistaat FIFA auch nur Waren und Dienstleistungen autorisierter FIFA-Sponsoren angeboten und gekauft werden.

Jetzt soll dem wegen seiner Körpergröße von „nur“ 1,71 m großen Präsidenten der FIFA Joseph S. Blatter für seine „Verdienste“ auch noch der Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an die Brust geheftet werden. Das soll ihm schon vom Innenschily in die offene Hand versprochen worden sein.
In Anbetracht der körperlichen Größe des zu Ehrenden könnte diese Aufgabe vom Innenminister Schäuble himself übernommen werden. Schäuble hat dazu bereits sein Einverständnis signalisiert. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Blatter bei der Ordensverleihung in die Knie gehen muss wie ein Ehrenmann der auf den Schlag zum Ritter wartet oder ob ihm Schäuble den Orden am Hosenschlitz anheftet.
Wenig Verständnis findet dagegen die geplante Verleihung des Ordens bei einigen Zeitgenossen, die sich noch daran erinnern können für welche Leistungen dieser Orden einst durch Stiftungserlass des Bundespräsidenten Theodor Heuss vom 7. September 1951 gedacht war:
„Er wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“

Auch nach langem Überlegen fällt auch mir kein Grund ein, womit sich der am 8. Juni 1998 als Nachfolger des Brasilianers João Havelange zum achten Präsidenten der FIFA gewählte Joseph S. Blatter für den Empfang dieses Ordens qualifiziert hätte. Nicht nachgewiesenen Gerüchten zufolge soll die Wahl Blatters damals durch Bestechungen beeinflusst worden sein.

Vor diesem Hintergrund könnte man lediglich über das „Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland“ nochmals nachdenken. Allerdings nur, wenn damit die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft am Endspiel und ein knapper deutscher Sieg gemeint ist.
Wobei ich mich persönlich auch mit einem Elfmetertor in der letzten Spielminute zufrieden geben würde.

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