Ermittlungserfolg

22. Januar 2007 05:45

Lieber Freund

Einen Erfolg besonderer Art konnte die Polizei dieser Tage in einer hessischen Kleinstadt am Rande Frankfurts verbuchen.
In der Sparte „Autoaufbrüche“ gelang es der Polizei, einen 16-Jährigen, der zwei abgestellte Fahrzeuge gewaltsam „geöffnet“ und zwei Navigationsgeräte hatte „mitgehen“ lassen, dank eines Zeugenhinweises festzunehmen. Nach Angaben der “Ermittler” wurde der „wegen gleicher Delikte“ in 35 Fällen bereits wohlbekannte Teenager dem Haftrichter vorgeführt.

Selbst nach längerem Nachdenken bleibt da wohl manchem Leser die Spucke weg.
Da treibt in einer kleinen Stadt ein kleiner Krimineller sein Unwesen, ist bei unbekannter Dunkelziffer bereits 35 mal „erwischt“ worden und läuft immer noch frei herum.

An solche himmlischen Zustände in unseren Städten, mit freilaufenden Kriminellen und Wiederholungstätern hat sich „Otto Normalbürger“ ja zwangsweise schon gewöhnt.
Gewöhnt hat er sich auch daran, dass er den durch das „Öffnen“ seines Pkw entstandenen Schaden ohne Kasko-Versicherung selbst bezahlen darf. Mit Kasko-Versicherung zahlt er spätestens beim zweiten Mal die Zeche in Form höherer Beiträge oder Rückstufungen in andere Schadensklassen.

Nicht gewöhnen will sich „Otto Normalbürger“ aber daran, dass er den Ermittlungsbehörden auch noch mitteilen muss, dass der „übliche Verdächtige“ nun schon zum sechsunddreißigsten und siebenunddreißigsten Mal zugeschlagen hat.
Stellen Sie sich doch mal vor, was das für eine Arbeit wäre, wenn die “Ermittler” den Täter auch noch selber “ermitteln” müssten.
Es reicht doch schon, dass der Haftrichter in regelmäßigen Abständen mit dem Früchtchen zu tun hat und sei es auch nur um den Täter unverzüglich wieder auf freien Fuß setzen zu können.

Und kommen Sie jetzt nur nicht auf die Idee, die sich abzeichnende Karriere dieses vielversprechenden Teenagers durch fürchterlich gequetschte Finger in (ausgerechnet) Ihrer Autotüre beenden zu müssen.
Dafür würde SIE doch die volle Härte des Gesetzes treffen und der Haftrichter würde SIE doch glatt für ein paar Monate aus dem Verkehr ziehen.
An den Schadenersatz für die bleibende „Berufsunfähigkeit“ des jugendlichen Langfingers wollen wir jetzt erst mal gar nicht denken.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. Januar 2007 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Alltag | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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22. Januar 2007 05:45

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In der Sparte „Autoaufbrüche“ gelang es der Polizei, einen 16-Jährigen, der zwei abgestellte Fahrzeuge gewaltsam „geöffnet“ und zwei Navigationsgeräte hatte „mitgehen“ lassen, dank eines Zeugenhinweises festzunehmen. Nach Angaben der “Ermittler” wurde der „wegen gleicher Delikte“ in 35 Fällen bereits wohlbekannte Teenager dem Haftrichter vorgeführt.

Selbst nach längerem Nachdenken bleibt da wohl manchem Leser die Spucke weg.
Da treibt in einer kleinen Stadt ein kleiner Krimineller sein Unwesen, ist bei unbekannter Dunkelziffer bereits 35 mal „erwischt“ worden und läuft immer noch frei herum.

An solche himmlischen Zustände in unseren Städten, mit freilaufenden Kriminellen und Wiederholungstätern hat sich „Otto Normalbürger“ ja zwangsweise schon gewöhnt.
Gewöhnt hat er sich auch daran, dass er den durch das „Öffnen“ seines Pkw entstandenen Schaden ohne Kasko-Versicherung selbst bezahlen darf. Mit Kasko-Versicherung zahlt er spätestens beim zweiten Mal die Zeche in Form höherer Beiträge oder Rückstufungen in andere Schadensklassen.

Nicht gewöhnen will sich „Otto Normalbürger“ aber daran, dass er den Ermittlungsbehörden auch noch mitteilen muss, dass der „übliche Verdächtige“ nun schon zum sechsunddreißigsten und siebenunddreißigsten Mal zugeschlagen hat.
Stellen Sie sich doch mal vor, was das für eine Arbeit wäre, wenn die “Ermittler” den Täter auch noch selber “ermitteln” müssten.
Es reicht doch schon, dass der Haftrichter in regelmäßigen Abständen mit dem Früchtchen zu tun hat und sei es auch nur um den Täter unverzüglich wieder auf freien Fuß setzen zu können.

Und kommen Sie jetzt nur nicht auf die Idee, die sich abzeichnende Karriere dieses vielversprechenden Teenagers durch fürchterlich gequetschte Finger in (ausgerechnet) Ihrer Autotüre beenden zu müssen.
Dafür würde SIE doch die volle Härte des Gesetzes treffen und der Haftrichter würde SIE doch glatt für ein paar Monate aus dem Verkehr ziehen.
An den Schadenersatz für die bleibende „Berufsunfähigkeit“ des jugendlichen Langfingers wollen wir jetzt erst mal gar nicht denken.

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