Kohle im Bergbau

31. Januar 2007 05:45

Lieber Freund

Da rackern die Kumpel unter Tage um Kohle zu fördern, doch die eigentlichen Förderlöcher der Kohle sollen über Tage liegen.

Das jedenfalls hat die Deutsche Steinkohle AG (DSK) dem Bundeswirtschaftsministerium Anfang des Jahres berichtet. Die DSK halte deshalb eine Schließung unter Tage nicht für ausgeschlossen, sofern die Förderlücke über Tage nicht sofort mit Kohle aus dem Ministerium aufgefüllt werde. Fast 3000 Arbeitsplätze unter Tage würden sonst verschütt gehen.

Wer sich bei derartigen Meldungen sofort an Grubenunglücke wie in Lengede erinnert und vor seinem geistigen Auge über Tage bereits die Aktionen zur Rettung der Kumpel unter Tage anlaufen sieht, der darf sich ganz entspannt zurücklehnen, denn das Ministerium hat in den vergangenen Jahrzehnten wahrlich schon genügend Kohle im Bergbau vergraben.
So dringend, wie das vom Management der DSK dargestellt wird, ist die Angelegenheit nun wirklich nicht, auch wenn sich einige sich wegen der Lage „große Sorgen machen“ und mit „Bangen“ den „Ernst der Lage“ verkünden.

Ich will Kohle

Natürlich geht es um Kohle, um viel Kohle sogar!
Und auch die Zeit drängt, sehr sogar!
Denn die Mutter der DSK, die RAG, will dieses Jahr noch an die Börse um an die Börse anderer Leute zu kommen. Und dazu braucht sie die Kohle über Tage, kann aber die Kohle unter Tage dabei nicht brauchen.Hört sich jetzt viel komplizierter an, als es eigentlich ist.
Und konkret besteht kurzfristig auch keine Gefahr für die Kumpel und die Kohle unter Tage.
Die Gefahr besteht wohl eher für die Kumpel und die Kohle über Tage.
Und diese Kumpels stehen unter erheblichem Zeitdruck und da wird der Ton schon mal etwas schroffer und es wird in solchen Situationen immer gerne mit dem Verlust der Kumpels unter Tage gedroht um etwas Druck zu erzeugen.
Aber keine Sorge, in Wirklichkeit hackt da keine Krähe der anderen ein Auge aus. Die Jungs machen schon seit Jahrzehnten gute Geschäfte miteinander, denn die DSK wird mit 2,5 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert, um mit 35.000 Bergleuten 26 Millionen Tonnen Steinkohle fördern zu können. Je Kumpel sind das satte 71.000 Euro.
Im Vergleich dazu beträgt der Bundeszuschuss zur Bundesagentur für Arbeit im Durchschnitt der letzten 10 Jahre nur 3,9 Milliarden pro Jahr, was etwa 950 Euro pro Arbeitslosen und Jahr entspricht.
Soviel zum Märchen, dass die hohen Bundeszuschüsse zur BA die Ursache für die finanzielle Schieflage der Nation sind.

Im Streit um die “Kohle” geht es momentan nur darum einen Dummen zu finden, dem man die Altlasten für den Bergbau unter Tage noch vor dem Börsengang der RAG auf‘s Auge drücken kann.
Und wir können sicher sein, dass man ihn finden wird.
Dreimal dürfen Sie raten wer das wohl ist, der die Zeche zahlt.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 31. Januar 2007 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

5 Antworten zu “Kohle im Bergbau”

  1. pathologe meint:

    Nun, auch wenn wir immer weniger Kohle haben, werden wir Bürger wohl tief in unseren leeren Taschen schürfen, um dann letztlich doch schwarz zu sehen. Oder schwarz-rot, aber dies ist nicht das Morgenrot, das sich da als Streif am Horizont abzeichnet, es ist eher das Nachglühen der verheizten Kohle, die unseren Oberen zu manch schönem Stein verholfen hat. Und wir wissen ja, je mehr Druck man ausübt, umso schneller werden aus Kohle Diamanten. ;-)

  2. Machopan meint:

    Aber um soviel Druck aufzubauen, damit aus diesen Verkohlern Diamanten werden, müssen wir uns noch heftig anstrengen.
    Bei dem Ausgangsmaterial habe ich da so meine Zweifel.
    Das wäre ja fast wie aus Sch…… Bonbons zu machen ;-)

  3. pathologe meint:

    Aber es geht. Nach der nächsten Sch…reform wird uns erklärt werden, dass das notwendig war und wir jetzt bessere Bonbons haben werden. Der Geschmack sei am Anfang immer etwas seltsam, aber man gewöhne sich schon daran.
    Klingt das nicht vertraut?

  4. Machopan meint:

    Und wie !!!!!
    Ich freu mich drauf ;-(
    Jeder der laut Altbundeskasper Schröder mal “das Recht hatte in Arbeit vermittelt zu werden” kann davon ein Lied singen.
    Und jedem Zwangsver(un)sicherte in der GKV hängen die widerlichen Beitragssenkungen der Gesundheitsulla zum Hals raus.
    “Reformresistenz” könnte das Unwort des Jahres 2007 werden.

  5. Machopan meint:

    “DER KOHLEBESCHISS STEHT AUF DER KIPPE” weil der Lispelminister von NRW geschnallt hat, wer hier die Zeche bezahlen soll:
    “Es gehe Rüttgers vor allem um die Verteilung der milliardenschweren Folgekosten des Steinkohlebergbaus, auf denen das Land (NRW) nicht allein sitzen bleiben wolle.” meldet der Spiegel heute.

    Aber egal wer bezahlt, STEUERGELDER sind es auf jeden Fall. Un die Energieunternehmen machen dabei (wieder mal) ein gutes Geschäft.
    Aber welcher Politiker wird es sich schon mit seinem zukünftigen Arbeitgeber verscherzen.

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Kohle im Bergbau

31. Januar 2007 05:45

Lieber Freund

Da rackern die Kumpel unter Tage um Kohle zu fördern, doch die eigentlichen Förderlöcher der Kohle sollen über Tage liegen.

Das jedenfalls hat die Deutsche Steinkohle AG (DSK) dem Bundeswirtschaftsministerium Anfang des Jahres berichtet. Die DSK halte deshalb eine Schließung unter Tage nicht für ausgeschlossen, sofern die Förderlücke über Tage nicht sofort mit Kohle aus dem Ministerium aufgefüllt werde. Fast 3000 Arbeitsplätze unter Tage würden sonst verschütt gehen.

Wer sich bei derartigen Meldungen sofort an Grubenunglücke wie in Lengede erinnert und vor seinem geistigen Auge über Tage bereits die Aktionen zur Rettung der Kumpel unter Tage anlaufen sieht, der darf sich ganz entspannt zurücklehnen, denn das Ministerium hat in den vergangenen Jahrzehnten wahrlich schon genügend Kohle im Bergbau vergraben.
So dringend, wie das vom Management der DSK dargestellt wird, ist die Angelegenheit nun wirklich nicht, auch wenn sich einige sich wegen der Lage „große Sorgen machen“ und mit „Bangen“ den „Ernst der Lage“ verkünden.

Ich will Kohle

Natürlich geht es um Kohle, um viel Kohle sogar!
Und auch die Zeit drängt, sehr sogar!
Denn die Mutter der DSK, die RAG, will dieses Jahr noch an die Börse um an die Börse anderer Leute zu kommen. Und dazu braucht sie die Kohle über Tage, kann aber die Kohle unter Tage dabei nicht brauchen.Hört sich jetzt viel komplizierter an, als es eigentlich ist.
Und konkret besteht kurzfristig auch keine Gefahr für die Kumpel und die Kohle unter Tage.
Die Gefahr besteht wohl eher für die Kumpel und die Kohle über Tage.
Und diese Kumpels stehen unter erheblichem Zeitdruck und da wird der Ton schon mal etwas schroffer und es wird in solchen Situationen immer gerne mit dem Verlust der Kumpels unter Tage gedroht um etwas Druck zu erzeugen.
Aber keine Sorge, in Wirklichkeit hackt da keine Krähe der anderen ein Auge aus. Die Jungs machen schon seit Jahrzehnten gute Geschäfte miteinander, denn die DSK wird mit 2,5 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert, um mit 35.000 Bergleuten 26 Millionen Tonnen Steinkohle fördern zu können. Je Kumpel sind das satte 71.000 Euro.
Im Vergleich dazu beträgt der Bundeszuschuss zur Bundesagentur für Arbeit im Durchschnitt der letzten 10 Jahre nur 3,9 Milliarden pro Jahr, was etwa 950 Euro pro Arbeitslosen und Jahr entspricht.
Soviel zum Märchen, dass die hohen Bundeszuschüsse zur BA die Ursache für die finanzielle Schieflage der Nation sind.

Im Streit um die “Kohle” geht es momentan nur darum einen Dummen zu finden, dem man die Altlasten für den Bergbau unter Tage noch vor dem Börsengang der RAG auf‘s Auge drücken kann.
Und wir können sicher sein, dass man ihn finden wird.
Dreimal dürfen Sie raten wer das wohl ist, der die Zeche zahlt.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 31. Januar 2007 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

5 Antworten zu “Kohle im Bergbau”

  1. pathologe meint:

    Nun, auch wenn wir immer weniger Kohle haben, werden wir Bürger wohl tief in unseren leeren Taschen schürfen, um dann letztlich doch schwarz zu sehen. Oder schwarz-rot, aber dies ist nicht das Morgenrot, das sich da als Streif am Horizont abzeichnet, es ist eher das Nachglühen der verheizten Kohle, die unseren Oberen zu manch schönem Stein verholfen hat. Und wir wissen ja, je mehr Druck man ausübt, umso schneller werden aus Kohle Diamanten. ;-)

  2. Machopan meint:

    Aber um soviel Druck aufzubauen, damit aus diesen Verkohlern Diamanten werden, müssen wir uns noch heftig anstrengen.
    Bei dem Ausgangsmaterial habe ich da so meine Zweifel.
    Das wäre ja fast wie aus Sch…… Bonbons zu machen ;-)

  3. pathologe meint:

    Aber es geht. Nach der nächsten Sch…reform wird uns erklärt werden, dass das notwendig war und wir jetzt bessere Bonbons haben werden. Der Geschmack sei am Anfang immer etwas seltsam, aber man gewöhne sich schon daran.
    Klingt das nicht vertraut?

  4. Machopan meint:

    Und wie !!!!!
    Ich freu mich drauf ;-(
    Jeder der laut Altbundeskasper Schröder mal “das Recht hatte in Arbeit vermittelt zu werden” kann davon ein Lied singen.
    Und jedem Zwangsver(un)sicherte in der GKV hängen die widerlichen Beitragssenkungen der Gesundheitsulla zum Hals raus.
    “Reformresistenz” könnte das Unwort des Jahres 2007 werden.

  5. Machopan meint:

    “DER KOHLEBESCHISS STEHT AUF DER KIPPE” weil der Lispelminister von NRW geschnallt hat, wer hier die Zeche bezahlen soll:
    “Es gehe Rüttgers vor allem um die Verteilung der milliardenschweren Folgekosten des Steinkohlebergbaus, auf denen das Land (NRW) nicht allein sitzen bleiben wolle.” meldet der Spiegel heute.

    Aber egal wer bezahlt, STEUERGELDER sind es auf jeden Fall. Un die Energieunternehmen machen dabei (wieder mal) ein gutes Geschäft.
    Aber welcher Politiker wird es sich schon mit seinem zukünftigen Arbeitgeber verscherzen.

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