Falscher Fuffziger

8. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Rente mit Fuffzig“ glaubte da das Auge des Lesers zu erkennen und ein Hoffnungsschimmer schoss durchs einfache Gemüt, der in der „Gesetzlichen Rentenversicherung“ gefangenen Zwangsbeitragszahler.

Rente mit Fünfzig Euro RenteDoch „Rente wird Fuffzig“ stand da bei N-TV zu lesen, ergänzt durch „Deutschland feiert“, denn das Rentensystem der Bundesrepublik Deutschland hatte am 21. Januar des Jahres 2007 einen runden Geburtstag zu feiern.
Rentner waren jedoch zu den Feierlichkeiten nicht eingeladen. Dabei wären sie sicher an einem persönlichen Treffen mit Bundessozialminister Franz Müntefering interessiert gewesen, der in seiner Laudatio den Generationenvertrag lobte, mit dem „die Jungen für die Alten“ sorgen, damit die Alten im Alter nicht alt aussehen und die Jungen sich sorgen, dass sie täglich selbst altern.
Das mag daran liegen, dass der so viel bejubelte „Generationenvertrag“ von den beteiligten Vertragsparteien der „Jungen“ und der „Alten“ nie unterzeichnet wurde und seine Existenz überwiegend von Berufspolitikern behauptet wird, die selbst durch dieses Machwerk nicht betroffen sind.
Für den Bundessozialminister war es daher ein Leichtes, anlässlich der Feierlichkeiten darauf hinzuweisen, dass es wegen der gestiegenen Lebenserwartung der Menschen in Deutschland sinnvoll sei „die beitragsfinanzierte gesetzliche Rente durch betriebliche und private Vorsorge zu ergänzen.

Auch der langjährige Minister für Soziales und Mitglied der „Christlich Demokratischen Partei“ Norbi Blüm, der die Rente schon immer als „sischer“ bezeichnete, dürfte an so einem Tage nicht fehlen und bekam Gelegenheit seine, auch im hohen Alter nicht von Weisheit geschlagenen, Absurditäten ans Volk zu bringen. Er lobte die “dynamische Rente”, denn sie verbinde “auf geniale Weise das Prinzip der Eigenvorsorge mit dem der Generationssolidarität”.
Aus reiner Eigenvorsorge hat sich der ehemalige Minister im Kabinett Kohl aber auf das „geniale Prinzip der Generationensolidarität“ nicht verlassen wollen und bezieht statt dessen eine stattliche staatliche Pension aus Steuermitteln.

Und der frühere SPD-Sozialminister Walter Riester, Urvater der gleichnamigen Rente, musste an einem derart historischen Tag auch seinen Senf zur Sache absondern und meinte vielsagend, dass „die Rentenversicherung auch in Zukunft weiter an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden müsse“.

Na, das wird dann sicher noch heiter werden.
Die “Rente wird fuffzig” und “Deutschland reiert”!
Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 8. Februar 2007 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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Falscher Fuffziger

8. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Rente mit Fuffzig“ glaubte da das Auge des Lesers zu erkennen und ein Hoffnungsschimmer schoss durchs einfache Gemüt, der in der „Gesetzlichen Rentenversicherung“ gefangenen Zwangsbeitragszahler.

Rente mit Fünfzig Euro RenteDoch „Rente wird Fuffzig“ stand da bei N-TV zu lesen, ergänzt durch „Deutschland feiert“, denn das Rentensystem der Bundesrepublik Deutschland hatte am 21. Januar des Jahres 2007 einen runden Geburtstag zu feiern.
Rentner waren jedoch zu den Feierlichkeiten nicht eingeladen. Dabei wären sie sicher an einem persönlichen Treffen mit Bundessozialminister Franz Müntefering interessiert gewesen, der in seiner Laudatio den Generationenvertrag lobte, mit dem „die Jungen für die Alten“ sorgen, damit die Alten im Alter nicht alt aussehen und die Jungen sich sorgen, dass sie täglich selbst altern.
Das mag daran liegen, dass der so viel bejubelte „Generationenvertrag“ von den beteiligten Vertragsparteien der „Jungen“ und der „Alten“ nie unterzeichnet wurde und seine Existenz überwiegend von Berufspolitikern behauptet wird, die selbst durch dieses Machwerk nicht betroffen sind.
Für den Bundessozialminister war es daher ein Leichtes, anlässlich der Feierlichkeiten darauf hinzuweisen, dass es wegen der gestiegenen Lebenserwartung der Menschen in Deutschland sinnvoll sei „die beitragsfinanzierte gesetzliche Rente durch betriebliche und private Vorsorge zu ergänzen.

Auch der langjährige Minister für Soziales und Mitglied der „Christlich Demokratischen Partei“ Norbi Blüm, der die Rente schon immer als „sischer“ bezeichnete, dürfte an so einem Tage nicht fehlen und bekam Gelegenheit seine, auch im hohen Alter nicht von Weisheit geschlagenen, Absurditäten ans Volk zu bringen. Er lobte die “dynamische Rente”, denn sie verbinde “auf geniale Weise das Prinzip der Eigenvorsorge mit dem der Generationssolidarität”.
Aus reiner Eigenvorsorge hat sich der ehemalige Minister im Kabinett Kohl aber auf das „geniale Prinzip der Generationensolidarität“ nicht verlassen wollen und bezieht statt dessen eine stattliche staatliche Pension aus Steuermitteln.

Und der frühere SPD-Sozialminister Walter Riester, Urvater der gleichnamigen Rente, musste an einem derart historischen Tag auch seinen Senf zur Sache absondern und meinte vielsagend, dass „die Rentenversicherung auch in Zukunft weiter an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden müsse“.

Na, das wird dann sicher noch heiter werden.
Die “Rente wird fuffzig” und “Deutschland reiert”!
Machopan
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