Dreckschleuder

14. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Wieviel Mehrausgaben ist Ihnen der Klimaschutz beim Autokauf wert?“, will die Financial Times Deutschland von ihren Lesern wissen und bietet mit den drei möglichen Antworten

  • bis 500 Euro
  • bis 1000 Euro
  • über 1000 Euro

sicher nicht für jeden ein wählbare Alternative an, denn die für den Käufer wichtigste Antwort „keinen Cent“ fehlt.

Bei einem Kaufpreis von 15.000 Euro für einen Kleinwagen mit Rädern, Lenkrad und Bremsen muss für die fehlende Klimaanlage der Obulus für den Klimaschutz eigentlich schon mitbezahlt sein.
Gleiches gilt für einen Mittelklassewagen der sich preislich auch so zwischen 25.000 bis 35.000 Euro bewegen wird.
Und bei einem höheren Kaufpreis würde ein Klimaschutzzuschlag in Höhe von 1000 Euro den Kaufpreis kaum mehr beeinflussen eine als „Raucherpaket“ definierte Sonderausstattung mit einem zusätzlichen Zigarettenanzünder im Fond.

Gerade zum Januar 2007 sind doch die Fahrzeuge durch die Mehrwertsteuererhöhung um 3% teurer geworden, da kann man doch diese Anteil für den Klimaschutz verwenden, da die Ökosteuer offensichtlich dafür keine Verwendung mehr findet.

Vorstellbar wäre auch, und ich würde das persönlich echt super finden, die kostenlose Ausgabe von „Verschmutzungsberechtigungszertifikaten“ an PKW-Besitzer, die dann im Laufe der Lebensdauer des Fahrzeugs abgefahren werden können. Die an die Umwelt abgegebene Verschmutzung wird mit Hilfe der Lamda-Sonde im Katalysator automatisch gemessen und bei der ASU bzw. beim TÜV im Rahmen der normalen Untersuchungen überprüft.
PKW mit verbrauchten „Verschmutzungskontingent“ würden sofort stillgelegt, außer der Besitzer erwirbt an der „Börse für Emissionshandel“ ein neues Verschmutzungsberechtigungszertifikat zu aktuellen Marktpreisen. Wenn das jemand geschickt anstellt und mit einem Kleinwagen wenig fährt, könnte er sich locker durch den Verkauf seines Verschmutzungsberechtigungszertifikats einen neuen Kleinwagen leisten.

DreckschleuderIn der Energiewirtschaft wird das mit den Emissionszertifikaten übrigens auch so gemacht und hat nach der erfolgreichen Einpreisung der geschenkten Emissionsrechte bei den Energieversorgern auch prompt für satte Gewinne gesorgt, denn die hatten den kalkulatorischen Wert dieser Rechte (ca. 500 Millionen Tonnen a. 30 Euro) mal rasch in die Berechnung der Verbraucherpreise je Kilowattstunde einfließen lassen.

Seit aber im Januar 2007 bekannt wurde, dass gar nicht so viel Abgase emittiert werden, wie erlaubt waren, ist der Börsenpreis für die Emission einer Tonne CO2 auf 3,81 Euro gefallen.
Wer aber nun glaubt, dass dadurch nun die Strompreise ebenso gewaltig fallen werden, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Um mit (s)einem Auto so eine Tonne CO2 zum Preis von 3,81 Euro zu produzieren, müsste man(n) mit (s)einem Fahrzeug je gefahrenem Kilometer nicht nur die 140 Gramm CO2 ausstoßen, sondern auch noch 7000 bis 8000 Kilometer weit fahren.
Das bedeutet jedoch, dass über die Lebensdauer eines normalen PKW mit einer Kilometerleistung von, sagen wir mal 200.000 Kilometer, lediglich magere 100 Euro durch den Verkauf der Verschmutzungszertifikate refinanziert werden könnten. Natürlich nur wenn man das Auto während der gesamten Nutzungsdauer in der Garage stehen hat.
So richtig profitieren von diesen „Verschmutzungsberechtungszertifikaten“ oder „Emissionszertifikaten“ können also nur die großen Dreckschleudern und nicht die „kleinen Stinker“ wie Sie und ich.

Wie war noch mal die Frage, die die Financial Times Deutschland ihren Lesern gestellt hat?
Das habe die doch sicher nicht ernst gemeint, oder etwa doch?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 14. Februar 2007 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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Dreckschleuder

14. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Wieviel Mehrausgaben ist Ihnen der Klimaschutz beim Autokauf wert?“, will die Financial Times Deutschland von ihren Lesern wissen und bietet mit den drei möglichen Antworten

  • bis 500 Euro
  • bis 1000 Euro
  • über 1000 Euro

sicher nicht für jeden ein wählbare Alternative an, denn die für den Käufer wichtigste Antwort „keinen Cent“ fehlt.

Bei einem Kaufpreis von 15.000 Euro für einen Kleinwagen mit Rädern, Lenkrad und Bremsen muss für die fehlende Klimaanlage der Obulus für den Klimaschutz eigentlich schon mitbezahlt sein.
Gleiches gilt für einen Mittelklassewagen der sich preislich auch so zwischen 25.000 bis 35.000 Euro bewegen wird.
Und bei einem höheren Kaufpreis würde ein Klimaschutzzuschlag in Höhe von 1000 Euro den Kaufpreis kaum mehr beeinflussen eine als „Raucherpaket“ definierte Sonderausstattung mit einem zusätzlichen Zigarettenanzünder im Fond.

Gerade zum Januar 2007 sind doch die Fahrzeuge durch die Mehrwertsteuererhöhung um 3% teurer geworden, da kann man doch diese Anteil für den Klimaschutz verwenden, da die Ökosteuer offensichtlich dafür keine Verwendung mehr findet.

Vorstellbar wäre auch, und ich würde das persönlich echt super finden, die kostenlose Ausgabe von „Verschmutzungsberechtigungszertifikaten“ an PKW-Besitzer, die dann im Laufe der Lebensdauer des Fahrzeugs abgefahren werden können. Die an die Umwelt abgegebene Verschmutzung wird mit Hilfe der Lamda-Sonde im Katalysator automatisch gemessen und bei der ASU bzw. beim TÜV im Rahmen der normalen Untersuchungen überprüft.
PKW mit verbrauchten „Verschmutzungskontingent“ würden sofort stillgelegt, außer der Besitzer erwirbt an der „Börse für Emissionshandel“ ein neues Verschmutzungsberechtigungszertifikat zu aktuellen Marktpreisen. Wenn das jemand geschickt anstellt und mit einem Kleinwagen wenig fährt, könnte er sich locker durch den Verkauf seines Verschmutzungsberechtigungszertifikats einen neuen Kleinwagen leisten.

DreckschleuderIn der Energiewirtschaft wird das mit den Emissionszertifikaten übrigens auch so gemacht und hat nach der erfolgreichen Einpreisung der geschenkten Emissionsrechte bei den Energieversorgern auch prompt für satte Gewinne gesorgt, denn die hatten den kalkulatorischen Wert dieser Rechte (ca. 500 Millionen Tonnen a. 30 Euro) mal rasch in die Berechnung der Verbraucherpreise je Kilowattstunde einfließen lassen.

Seit aber im Januar 2007 bekannt wurde, dass gar nicht so viel Abgase emittiert werden, wie erlaubt waren, ist der Börsenpreis für die Emission einer Tonne CO2 auf 3,81 Euro gefallen.
Wer aber nun glaubt, dass dadurch nun die Strompreise ebenso gewaltig fallen werden, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Um mit (s)einem Auto so eine Tonne CO2 zum Preis von 3,81 Euro zu produzieren, müsste man(n) mit (s)einem Fahrzeug je gefahrenem Kilometer nicht nur die 140 Gramm CO2 ausstoßen, sondern auch noch 7000 bis 8000 Kilometer weit fahren.
Das bedeutet jedoch, dass über die Lebensdauer eines normalen PKW mit einer Kilometerleistung von, sagen wir mal 200.000 Kilometer, lediglich magere 100 Euro durch den Verkauf der Verschmutzungszertifikate refinanziert werden könnten. Natürlich nur wenn man das Auto während der gesamten Nutzungsdauer in der Garage stehen hat.
So richtig profitieren von diesen „Verschmutzungsberechtungszertifikaten“ oder „Emissionszertifikaten“ können also nur die großen Dreckschleudern und nicht die „kleinen Stinker“ wie Sie und ich.

Wie war noch mal die Frage, die die Financial Times Deutschland ihren Lesern gestellt hat?
Das habe die doch sicher nicht ernst gemeint, oder etwa doch?

Machopan
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