Der Bundestrojaner

15. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Wer aufmerksam die absonderlichen Gedankenpfützen einiger Personen zur Sicherheitslage im Innern dieser Republik verfolgt, wird sicher schon bemerkt haben, dass das Brett vor dem Kopf nicht immer nur genagelt sein muss, sondern in guter alter schwäbischer Handarbeit im Einzelfall auch mit genau den „Schräuble“, befestigt werden kann, die sich offensichtlich im vergesslichen Denkapparat hinter der Stirn gelockert haben.
BGH stößt Schäuble vor den Kopf“, meldet die Financial Times Deutschland, und ich kann es mir nicht verkneifen, eine gewisse Freude darüber zu empfinden, dass der BGH dem abartigen Schnüffelbedürfnis unseres IM Zweirad vorerst mal einen Riegel vorgeschoben hat.
Auch wenn er mit missionarischem Eifer seine “guten Gründe” immer wiederholt und ins Felde führt, dass „Kinderschänder“ und organisierte „Kriminelle“ die Vorzüge moderner Kommunikationsmethoden sehr zu schätzen wissen und «die Strafverfolgungsbehörden daher aus „ermittlungstaktischen Gründen“ eine „Online-Durchsuchung“ fremder Computer und ihrer Speichermedien nach entsprechender richterlicher Anordnung verdeckt durchführen können müssten.»

BundestrojanerNun ist es ja nun nicht wirklich nicht so, dass so ein heimischer Computer außerhalb der Reichweite der Ermittlungsbehörden stehen würde, denn mit einem entsprechenden Hausdurchsuchungsbefehl kann man sich auch jederzeit körperlichen Zugang dazu verschaffen. Und wie der Herr Strauß junior auf Anfrage sicher bestätigen wird, kann dann die Festplatte (oder der ganze Computer) auch von den Ermittlungsbehörden mitgenommen werden. Bei der Hausdurchsuchung müssen übrigens der Verdächtigte und/oder Zeugen körperlich anwesend sein.

Doch unser OM Schäuble will mittels eines speziellen Programms (Spyware by BKA) „heimlich“ in den „heimischen“ Computer eindringen um sich dort mal nach „verdächtigem Material“ umsehen zu können. Nun hat ihm der Bundesgerichtshof verklickert, dass dazu derzeit noch eine „Befugnisnorm“, also ein Gesetz fehle, in dem die Voraussetzungen für den „Bundestrojaner“ vom Bundeskriminalamt geregelt sind.

Die Experten sind zwar der Meinung, dass der BGH damit angedeutet haben könnte, dass die Hürden für eine Verfassungskonformität hoch sind.
Dabei wird jedoch übersehen, dass es unserem IM Schäuble, trotz Brett vor dem Kopf durchaus möglich ist unter diesen Hürden hindurch zu fahren, sie zu umfahren oder umzufahren.

Oder haben Sie schon mal einen Rollstuhlfahrer beim Hürdenlauf gesehen?

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. Februar 2007 um 05:45:57 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Der Bundestrojaner”

  1. bigbang meint:

    ach sollense machen! mit derart billigen taschenspielertricks (trojaner) wird man lediglich amateure ausspionieren, die zu dämlich sind, ihren rechner gegen derartige attacken zu sichern. moderne terroristen jedoch sollten geübt sein im umgang mit aktueller informationstechnologie. die seh ich jetzt schon feixend vorm rechner sitzen…

    aber mit den richtigen schlagworten (terrorismus, kinderschänder etc.) kann man der blökenden masse den grössten unsinn verkaufen.

  2. Machopan meint:

    Wenn der Innenschäuble erst mal die internationalen Spamer jagt und dafür sorgt dass Postfächer, Gästebücher und Blogs spam- und jugendfrei bleiben, dann und erst dann, darf er auch mal auf meiner Festplatte rumschnüffeln.
    Sollte ich ihn vorher dabei erwischen, kann er Gift darauf nehmen, dass er am nächsten Tag keine Luft mehr in den Reifen hat ;-)

  3. skdf meint:

    Man sollte da nicht so leichtgläubig sein,vielleicht ist der Bundes- trojaner schon auf dem Heim - Rechner zu Hause. Das liegt durchaus im Bereich des vorstellbaren..

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Der Bundestrojaner

15. Februar 2007 05:45

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Wer aufmerksam die absonderlichen Gedankenpfützen einiger Personen zur Sicherheitslage im Innern dieser Republik verfolgt, wird sicher schon bemerkt haben, dass das Brett vor dem Kopf nicht immer nur genagelt sein muss, sondern in guter alter schwäbischer Handarbeit im Einzelfall auch mit genau den „Schräuble“, befestigt werden kann, die sich offensichtlich im vergesslichen Denkapparat hinter der Stirn gelockert haben.
BGH stößt Schäuble vor den Kopf“, meldet die Financial Times Deutschland, und ich kann es mir nicht verkneifen, eine gewisse Freude darüber zu empfinden, dass der BGH dem abartigen Schnüffelbedürfnis unseres IM Zweirad vorerst mal einen Riegel vorgeschoben hat.
Auch wenn er mit missionarischem Eifer seine “guten Gründe” immer wiederholt und ins Felde führt, dass „Kinderschänder“ und organisierte „Kriminelle“ die Vorzüge moderner Kommunikationsmethoden sehr zu schätzen wissen und «die Strafverfolgungsbehörden daher aus „ermittlungstaktischen Gründen“ eine „Online-Durchsuchung“ fremder Computer und ihrer Speichermedien nach entsprechender richterlicher Anordnung verdeckt durchführen können müssten.»

BundestrojanerNun ist es ja nun nicht wirklich nicht so, dass so ein heimischer Computer außerhalb der Reichweite der Ermittlungsbehörden stehen würde, denn mit einem entsprechenden Hausdurchsuchungsbefehl kann man sich auch jederzeit körperlichen Zugang dazu verschaffen. Und wie der Herr Strauß junior auf Anfrage sicher bestätigen wird, kann dann die Festplatte (oder der ganze Computer) auch von den Ermittlungsbehörden mitgenommen werden. Bei der Hausdurchsuchung müssen übrigens der Verdächtigte und/oder Zeugen körperlich anwesend sein.

Doch unser OM Schäuble will mittels eines speziellen Programms (Spyware by BKA) „heimlich“ in den „heimischen“ Computer eindringen um sich dort mal nach „verdächtigem Material“ umsehen zu können. Nun hat ihm der Bundesgerichtshof verklickert, dass dazu derzeit noch eine „Befugnisnorm“, also ein Gesetz fehle, in dem die Voraussetzungen für den „Bundestrojaner“ vom Bundeskriminalamt geregelt sind.

Die Experten sind zwar der Meinung, dass der BGH damit angedeutet haben könnte, dass die Hürden für eine Verfassungskonformität hoch sind.
Dabei wird jedoch übersehen, dass es unserem IM Schäuble, trotz Brett vor dem Kopf durchaus möglich ist unter diesen Hürden hindurch zu fahren, sie zu umfahren oder umzufahren.

Oder haben Sie schon mal einen Rollstuhlfahrer beim Hürdenlauf gesehen?

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3 Antworten zu “Der Bundestrojaner”

  1. bigbang meint:

    ach sollense machen! mit derart billigen taschenspielertricks (trojaner) wird man lediglich amateure ausspionieren, die zu dämlich sind, ihren rechner gegen derartige attacken zu sichern. moderne terroristen jedoch sollten geübt sein im umgang mit aktueller informationstechnologie. die seh ich jetzt schon feixend vorm rechner sitzen…

    aber mit den richtigen schlagworten (terrorismus, kinderschänder etc.) kann man der blökenden masse den grössten unsinn verkaufen.

  2. Machopan meint:

    Wenn der Innenschäuble erst mal die internationalen Spamer jagt und dafür sorgt dass Postfächer, Gästebücher und Blogs spam- und jugendfrei bleiben, dann und erst dann, darf er auch mal auf meiner Festplatte rumschnüffeln.
    Sollte ich ihn vorher dabei erwischen, kann er Gift darauf nehmen, dass er am nächsten Tag keine Luft mehr in den Reifen hat ;-)

  3. skdf meint:

    Man sollte da nicht so leichtgläubig sein,vielleicht ist der Bundes- trojaner schon auf dem Heim - Rechner zu Hause. Das liegt durchaus im Bereich des vorstellbaren..

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