Ausgemerzt

20. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Es hat sich bald ausgemerzt im Deutschen Bundestag, denn der Friedrich Merz mag nimmer.
Bevor jetzt jemand in Tränen ausbricht oder gar den Verlust eines „herausragenden“ Politikers mit hoher Sachkompetenz bejammert, sollte er sich die Vita dieses Herrn vorher genauer ansehen.
Und außerdem lehrt die Erfahrung eines Bürgers als periodisch benütztes Stimmvieh, dass der freiwillige Abgang eines Politikers selten ein Verlust ist und vor Erreichen der Senilitätsgrenze eher als Abwägung persönlicher Vorteile zu betrachten ist.
So kann man dem Herrn Merz zwar glauben, dass er wegen der Politik von Schwarz-Rot Gewissensbisse hat, denn wer hätte die nicht.
Natürlich kann ihm auch unterstellen, dass er geht weil er

  • schlichtweg keinen Bock hat, als Abgeordneter seine Nebeneinkünfte offen zu legen und
  • in der schwarz-roten Chaotenregierung als Halbtagspolitiker auch keine nennenswerte Rolle mehr spielt und
  • es für besser hält, nach der Entfernung der Merkelin aus dem Amte, wie der weiße Ritter „Redenklau“ und Phönix aus der Asche zur Errettung des Landes aus dem selbstgewählten Exil herbei zu eilen

Im Forum des Spiegel liest man zur Person und Abgang des Herrn Friedrich Merz Kommentare wie diesen:
Absolut kein Verlust. Lediglich ein Demagoge weniger. Was für ein Dummschwätzer dieser Mensch ist, hat sich letztmalig im letzten Bundestagswahlkampf offenbart. Millionen Arbeitslose einfach nur zu Schuhputzern machen wollen und schon hätte Deutschland überhaupt keinerlei Probleme mehr in dieser Hinsicht. Derartige Wirtschafts- und Finanzexperten braucht kein Land der Welt. Wie “gut” es um die Moralvorstellungen des feinen Herrn Merz bestellt ist, zeigt dann noch sein Gang nach Karlsruhe. Menschlich kann man von so einem Politiker einfach nur angewidert sein.

Und bei Wikipedia wird es etwas präziser, denn dort heißt es u.a.:
Neben seinem Abgeordnetenmandat geht Merz noch zahlreichen Nebentätigkeiten nach. So ist er als Anwalt tätig und sitzt in Aufsichtsgremien bzw. Beiräten der AXA Konzern AG, der BASF AG, der Commerzbank AG, der Deutsche Börse AG, der Interseroh AG, der Möller & Förster KG Baumärkte-Baustoffe, der Odewald & Compagnie - Gesellschaft für Beteiligungen mbH, der Rockwoll Beteiligungs GmbH, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sowie des Immobilienkonzerns IVG. Vom 1. Januar 2002 bis 31. Dezember 2004 war Friedrich Merz Anwalt in der Kölner Kanzlei Cornelius, Haesemann und Partner. Nach seinem Rückzug als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU wurde Merz Partner in der internationalen Kanzlei Mayer, Brown, Rowe & Maw LLP. Der britische Hedge-Fonds TCI, der zu den Klienten der Kanzlei gehört, ebnete Merz im Juli 2005 den Weg in den Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG. Er ist auch für den Berliner Immobilieninvestor „Apellas“ tätig, hinter dem u.a. der amerikanische Spekulant George Soros steht.

Alles in allem wohl doch ein bisschen viel für so einen „Vollblutpolitiker“ mit vollem Mandat.
Auch wenn Merz jetzt vollmundig seinen Ausstieg aus der Politik ankündigt, so bleibt er, wie ein billiger Wein, auch nach seinen blumigen Reden als „Finanzexperte“ im Abgang schal mit einem leicht säuerlichen Nachgeschmack.

Und wie heißt es im Schlussdialog von Paulchen Panther so schön:
Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage

Es muss ja nicht unbedingt als “Weißer Ritter” unter dem Motto “Prinzen, Gaukler, Bänkelsänger - Ritter Merz der Narrenfänger” oder zur Errettung von “Dornhöschen Angela von Uckermarck” sein.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

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Ausgemerzt

20. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Es hat sich bald ausgemerzt im Deutschen Bundestag, denn der Friedrich Merz mag nimmer.
Bevor jetzt jemand in Tränen ausbricht oder gar den Verlust eines „herausragenden“ Politikers mit hoher Sachkompetenz bejammert, sollte er sich die Vita dieses Herrn vorher genauer ansehen.
Und außerdem lehrt die Erfahrung eines Bürgers als periodisch benütztes Stimmvieh, dass der freiwillige Abgang eines Politikers selten ein Verlust ist und vor Erreichen der Senilitätsgrenze eher als Abwägung persönlicher Vorteile zu betrachten ist.
So kann man dem Herrn Merz zwar glauben, dass er wegen der Politik von Schwarz-Rot Gewissensbisse hat, denn wer hätte die nicht.
Natürlich kann ihm auch unterstellen, dass er geht weil er

  • schlichtweg keinen Bock hat, als Abgeordneter seine Nebeneinkünfte offen zu legen und
  • in der schwarz-roten Chaotenregierung als Halbtagspolitiker auch keine nennenswerte Rolle mehr spielt und
  • es für besser hält, nach der Entfernung der Merkelin aus dem Amte, wie der weiße Ritter „Redenklau“ und Phönix aus der Asche zur Errettung des Landes aus dem selbstgewählten Exil herbei zu eilen

Im Forum des Spiegel liest man zur Person und Abgang des Herrn Friedrich Merz Kommentare wie diesen:
Absolut kein Verlust. Lediglich ein Demagoge weniger. Was für ein Dummschwätzer dieser Mensch ist, hat sich letztmalig im letzten Bundestagswahlkampf offenbart. Millionen Arbeitslose einfach nur zu Schuhputzern machen wollen und schon hätte Deutschland überhaupt keinerlei Probleme mehr in dieser Hinsicht. Derartige Wirtschafts- und Finanzexperten braucht kein Land der Welt. Wie “gut” es um die Moralvorstellungen des feinen Herrn Merz bestellt ist, zeigt dann noch sein Gang nach Karlsruhe. Menschlich kann man von so einem Politiker einfach nur angewidert sein.

Und bei Wikipedia wird es etwas präziser, denn dort heißt es u.a.:
Neben seinem Abgeordnetenmandat geht Merz noch zahlreichen Nebentätigkeiten nach. So ist er als Anwalt tätig und sitzt in Aufsichtsgremien bzw. Beiräten der AXA Konzern AG, der BASF AG, der Commerzbank AG, der Deutsche Börse AG, der Interseroh AG, der Möller & Förster KG Baumärkte-Baustoffe, der Odewald & Compagnie - Gesellschaft für Beteiligungen mbH, der Rockwoll Beteiligungs GmbH, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sowie des Immobilienkonzerns IVG. Vom 1. Januar 2002 bis 31. Dezember 2004 war Friedrich Merz Anwalt in der Kölner Kanzlei Cornelius, Haesemann und Partner. Nach seinem Rückzug als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU wurde Merz Partner in der internationalen Kanzlei Mayer, Brown, Rowe & Maw LLP. Der britische Hedge-Fonds TCI, der zu den Klienten der Kanzlei gehört, ebnete Merz im Juli 2005 den Weg in den Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG. Er ist auch für den Berliner Immobilieninvestor „Apellas“ tätig, hinter dem u.a. der amerikanische Spekulant George Soros steht.

Alles in allem wohl doch ein bisschen viel für so einen „Vollblutpolitiker“ mit vollem Mandat.
Auch wenn Merz jetzt vollmundig seinen Ausstieg aus der Politik ankündigt, so bleibt er, wie ein billiger Wein, auch nach seinen blumigen Reden als „Finanzexperte“ im Abgang schal mit einem leicht säuerlichen Nachgeschmack.

Und wie heißt es im Schlussdialog von Paulchen Panther so schön:
Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage

Es muss ja nicht unbedingt als “Weißer Ritter” unter dem Motto “Prinzen, Gaukler, Bänkelsänger - Ritter Merz der Narrenfänger” oder zur Errettung von “Dornhöschen Angela von Uckermarck” sein.

Machopan
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