Plakatwerbung

23. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Bei der Werbung per Plakat handelt es sich um die älteste Form der Außenwerbung, die jedoch spätestens seit der „Du bist Deutschland“-Kampagne wieder verstärkt zur Anwendung kommt um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erregen.
Natürlich hat auch die „Außenwerbung“ einen „state-of-the-art“-Namen bekommen und wird jetzt als „out-of-home“-Media bezeichnet, selbst wenn das Plakat nach wie vor auf die im Jahre 1854 erfundene Säule des Herrn Litfaß geklebt wird, von denen nach Angaben des „Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft“ irgendwo in Deutschland noch ca. 17.000 Stück im Weg herum herumstehen sollen.

Allen Litfaßsäulen ist jedoch ein wesentlicher Nachteil eigen, der in ihrer mangelhaften Mobilität zu suchen ist und nicht zu einer Zeit passt in der „Mobilität“ die wichtigste gesellschaftliche Eigenschaft überhaupt darstellt. Es spielt keine Rolle mehr was man tut, es ist nur noch wichtig, dass man in Bewegung ist oder etwas bewegt, denn Bewegung ist gesund und Bewegung ist dynamisch.

Daher wurde über eine Sonderform der Plakatwerbung nachgedacht und mit der „Verkehrsmittelwerbung“ eine optimale Lösung der mobilen Außenwerbung gefunden, bei der die Werbung am Verkehrsmittel angebracht wird.
Laut Wikipedia soll dabei die Anbringung an öffentlichen Nahverkehrsmitteln am weitesten verbreitet sein.
Dass sich mit dieser Art Werbung auch die einfachen Dinge des Lebens bewerben lassen, zeigt das folgende (von mir leicht modifizierte) Beispiel einer aktuellen Verkehrsmittelwerbung:

Plakatwerbung

Auf den ersten Blick könnte vermutet werden, dass es sich dabei um eine Werbemaßnahme für Salatgurken oder Katzennahrung handelt. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich dem aufmerksamen Betrachter der intellektuelle Zugang zur „Message“ dieser Nahverkehrsmittelwerbung, die man durchaus noch im Bereich des oberen grauen Balkens mit diversen Schriftzügen anwendungsspezifisch komplettieren kann..

Pfeif auf’s Elterngeld“ wäre dabei nur eine der vielfältigen Möglichkeiten um das eigentliche Produkt zu bewerben.
Auch längere Sätze, wie „Soll die Rente sicher sein, pieksen wir ein Löchlein rein“, wären mit gewissen Zugeständnissen an die Schriftgröße durchaus noch machbar und auch aus der Distanz erkennbar.
Mit „Für vorn und hinten - Gemeinsam gegen rechts“ würden sich zum Beispiel politische Themen auch für ziemlich „breite“ Bevölkerungskreise ideal visualisieren lassen.
Zur Unterstützung der laufenden „Demographieangstkampagne“ kann man sicher auch „Wir sterben aus und wissen jetzt warum!“ als Aufmacher vorstellen.

Allerdings wurde eine Anfrage des „Verbandes pädophiler Pädagogen und Theologen“, die das Plakat für ihre Großdemonstration gegen den Geburtenrückgang mit der Überschrift „Mach kein Sperma auf Klein-Erna“ versehen wollten, bereits abschlägig beschieden.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. Februar 2007 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Wirtschaft, Alltag | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Plakatwerbung”

  1. Zebulon meint:

    Sehr schon aufgespießt, die tägliche Banalität der Großflächenreklame …

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*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Plakatwerbung

23. Februar 2007 05:45

Lieber Freund

Bei der Werbung per Plakat handelt es sich um die älteste Form der Außenwerbung, die jedoch spätestens seit der „Du bist Deutschland“-Kampagne wieder verstärkt zur Anwendung kommt um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erregen.
Natürlich hat auch die „Außenwerbung“ einen „state-of-the-art“-Namen bekommen und wird jetzt als „out-of-home“-Media bezeichnet, selbst wenn das Plakat nach wie vor auf die im Jahre 1854 erfundene Säule des Herrn Litfaß geklebt wird, von denen nach Angaben des „Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft“ irgendwo in Deutschland noch ca. 17.000 Stück im Weg herum herumstehen sollen.

Allen Litfaßsäulen ist jedoch ein wesentlicher Nachteil eigen, der in ihrer mangelhaften Mobilität zu suchen ist und nicht zu einer Zeit passt in der „Mobilität“ die wichtigste gesellschaftliche Eigenschaft überhaupt darstellt. Es spielt keine Rolle mehr was man tut, es ist nur noch wichtig, dass man in Bewegung ist oder etwas bewegt, denn Bewegung ist gesund und Bewegung ist dynamisch.

Daher wurde über eine Sonderform der Plakatwerbung nachgedacht und mit der „Verkehrsmittelwerbung“ eine optimale Lösung der mobilen Außenwerbung gefunden, bei der die Werbung am Verkehrsmittel angebracht wird.
Laut Wikipedia soll dabei die Anbringung an öffentlichen Nahverkehrsmitteln am weitesten verbreitet sein.
Dass sich mit dieser Art Werbung auch die einfachen Dinge des Lebens bewerben lassen, zeigt das folgende (von mir leicht modifizierte) Beispiel einer aktuellen Verkehrsmittelwerbung:

Plakatwerbung

Auf den ersten Blick könnte vermutet werden, dass es sich dabei um eine Werbemaßnahme für Salatgurken oder Katzennahrung handelt. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich dem aufmerksamen Betrachter der intellektuelle Zugang zur „Message“ dieser Nahverkehrsmittelwerbung, die man durchaus noch im Bereich des oberen grauen Balkens mit diversen Schriftzügen anwendungsspezifisch komplettieren kann..

Pfeif auf’s Elterngeld“ wäre dabei nur eine der vielfältigen Möglichkeiten um das eigentliche Produkt zu bewerben.
Auch längere Sätze, wie „Soll die Rente sicher sein, pieksen wir ein Löchlein rein“, wären mit gewissen Zugeständnissen an die Schriftgröße durchaus noch machbar und auch aus der Distanz erkennbar.
Mit „Für vorn und hinten - Gemeinsam gegen rechts“ würden sich zum Beispiel politische Themen auch für ziemlich „breite“ Bevölkerungskreise ideal visualisieren lassen.
Zur Unterstützung der laufenden „Demographieangstkampagne“ kann man sicher auch „Wir sterben aus und wissen jetzt warum!“ als Aufmacher vorstellen.

Allerdings wurde eine Anfrage des „Verbandes pädophiler Pädagogen und Theologen“, die das Plakat für ihre Großdemonstration gegen den Geburtenrückgang mit der Überschrift „Mach kein Sperma auf Klein-Erna“ versehen wollten, bereits abschlägig beschieden.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. Februar 2007 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Wirtschaft, Alltag | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Plakatwerbung”

  1. Zebulon meint:

    Sehr schon aufgespießt, die tägliche Banalität der Großflächenreklame …

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