Nasentacker

11. September 2004 05:45

Lieber Freund

Tack tack tack – kennen sie dieses Geräusch?
Könnte das berühmte “Klopf auf Holz” sein oder von einem Specht stammen, der unter der Borke nach dicken Würmern sucht.
Ein Berliner würde vielleicht dazu auch sagen: “Nachtigall ick hör dir trapsen.”Trapsen hört es jetzt, laut einem Bericht der Financial Times Deutschland, auch die CDU und die FDP beim beamteten Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Alfred Tacke, der auf “eigenen Wunsch” zum Stromunternehmen STEAG wechseln will. Hatte Tacke doch vor zwei Jahren in Vertretung des damaligen Wirtschaftsministers Werner Müller die Ministererlaubnis bei der Übernahme der Ruhrgas AG durch Eon erteilt, nachdem die Kartellbehörde die Übernahme die Zustimmung verweigert hatte. Müller ist inzwischen Vorstandsvorsitzender des Energie- und Chemiekonzerns RAG, des Mutterkonzerns von STEAG.

Es ist sicher Zufall, dass man dem Konzernbeteiligungsverzeichnis der Eon nach § 313 Abs. 2 HGB entnehmen kann, das Eon nach § 16 AktG an der RAG einen Anteil von 39,2 % besitzt.
Es ist sicher auch Zufall, dass der ehemalige Wirtschaftsminister Müller jetzt Vorstandvorsitzender bei einer Eon-Tochtergesellschaft ist und der beamtete Staatsminister Tacke “auf eigenen Wunsch” Vorstand einer Tochtergesellschaft eben dieser Tochtergesellschaft werden wird, zumal sein ehemaliger Chef auch noch im Aufsichtsrat seines neuen Arbeitgebers sitzt.
Oder sollte hier etwa wieder eine hilfreiche Hand von einer dankbaren Hand gewaschen werden, wie FDP und CDU/CSU, vielleicht geläutert aus eigener Erfahrung, misstrauisch ermuten?

Können Sie sich noch an den Vertrauten von Franz Josef Strauß, Mitglied der CSU und beamteter Staatssekretär im Verteidigungsministerium erinnern, der Anfang der neunziger Jahre mit der “Fuchs”-Panzerlieferung an Saudi-Arabien und später mit der Beschaffung des umstrittenen Jäger 90 befasst war?
Der Euro-Fighter, wie der Jäger 90 heute heißt, war mit 25 Milliarden Euro Kosten, die teuerste Anschaffung aller Zeiten, mitgebaut vom Daimler-Konzern. Auf “eigenen Wunsch” ist dieser beamtete Staatssekretär danach als Spitzenmanager in Südostasien zum Automobilkonzern DaimlerChrysler gewechselt. Wie hieß denn der Herr noch mal? Erst vor kurzem konnte man in der Presse wieder über ihn lesen. War nix Gutes, soweit ich mich erinnern kann.
Doch wie sagt der Volksmund immer: “Was dem einen sein Pfahls ist dem anderen sein Dingens.” Da muss man auch nicht bis zum “Neunzigsten Geburtstag oder ein Dinner for One” warten,

Aber sicher ist das hier alles ganz harmlos!
Vielleicht geht es dem Herrn Tacke ja auch nur darum seine Vita nicht zu demolieren.
Sieht doch die berufliche Zukunft als “persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers zur Vorbereitung des Weltwirtschaftsgipfels” nicht so gut aus.
Nicht dass es zukünftig keine Weltwirtschaftsgipfel mehr geben wird.
Aber sicher nicht mehr viele an denen “dieser” Kanzler noch teilnimmt.

Es sollen ja auch nicht die dümmsten Tiere sein, die sinkende Schiffe rechtzeitig verlassen.
Dazu braucht man nur ein glückliches Händchen und einen guten Riecher für den richtigen Zeitpunkt.

Und viel viel Ahnungslosigkeit und eine große Nasenklammer um diesen Braten nicht zu riechen.
Ticke Tacke, Ticke Tacke, hoi hoi hoi!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. September 2004 um 05:45:41 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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11. September 2004 05:45

Lieber Freund

Tack tack tack – kennen sie dieses Geräusch?
Könnte das berühmte “Klopf auf Holz” sein oder von einem Specht stammen, der unter der Borke nach dicken Würmern sucht.
Ein Berliner würde vielleicht dazu auch sagen: “Nachtigall ick hör dir trapsen.”Trapsen hört es jetzt, laut einem Bericht der Financial Times Deutschland, auch die CDU und die FDP beim beamteten Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Alfred Tacke, der auf “eigenen Wunsch” zum Stromunternehmen STEAG wechseln will. Hatte Tacke doch vor zwei Jahren in Vertretung des damaligen Wirtschaftsministers Werner Müller die Ministererlaubnis bei der Übernahme der Ruhrgas AG durch Eon erteilt, nachdem die Kartellbehörde die Übernahme die Zustimmung verweigert hatte. Müller ist inzwischen Vorstandsvorsitzender des Energie- und Chemiekonzerns RAG, des Mutterkonzerns von STEAG.

Es ist sicher Zufall, dass man dem Konzernbeteiligungsverzeichnis der Eon nach § 313 Abs. 2 HGB entnehmen kann, das Eon nach § 16 AktG an der RAG einen Anteil von 39,2 % besitzt.
Es ist sicher auch Zufall, dass der ehemalige Wirtschaftsminister Müller jetzt Vorstandvorsitzender bei einer Eon-Tochtergesellschaft ist und der beamtete Staatsminister Tacke “auf eigenen Wunsch” Vorstand einer Tochtergesellschaft eben dieser Tochtergesellschaft werden wird, zumal sein ehemaliger Chef auch noch im Aufsichtsrat seines neuen Arbeitgebers sitzt.
Oder sollte hier etwa wieder eine hilfreiche Hand von einer dankbaren Hand gewaschen werden, wie FDP und CDU/CSU, vielleicht geläutert aus eigener Erfahrung, misstrauisch ermuten?

Können Sie sich noch an den Vertrauten von Franz Josef Strauß, Mitglied der CSU und beamteter Staatssekretär im Verteidigungsministerium erinnern, der Anfang der neunziger Jahre mit der “Fuchs”-Panzerlieferung an Saudi-Arabien und später mit der Beschaffung des umstrittenen Jäger 90 befasst war?
Der Euro-Fighter, wie der Jäger 90 heute heißt, war mit 25 Milliarden Euro Kosten, die teuerste Anschaffung aller Zeiten, mitgebaut vom Daimler-Konzern. Auf “eigenen Wunsch” ist dieser beamtete Staatssekretär danach als Spitzenmanager in Südostasien zum Automobilkonzern DaimlerChrysler gewechselt. Wie hieß denn der Herr noch mal? Erst vor kurzem konnte man in der Presse wieder über ihn lesen. War nix Gutes, soweit ich mich erinnern kann.
Doch wie sagt der Volksmund immer: “Was dem einen sein Pfahls ist dem anderen sein Dingens.” Da muss man auch nicht bis zum “Neunzigsten Geburtstag oder ein Dinner for One” warten,

Aber sicher ist das hier alles ganz harmlos!
Vielleicht geht es dem Herrn Tacke ja auch nur darum seine Vita nicht zu demolieren.
Sieht doch die berufliche Zukunft als “persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers zur Vorbereitung des Weltwirtschaftsgipfels” nicht so gut aus.
Nicht dass es zukünftig keine Weltwirtschaftsgipfel mehr geben wird.
Aber sicher nicht mehr viele an denen “dieser” Kanzler noch teilnimmt.

Es sollen ja auch nicht die dümmsten Tiere sein, die sinkende Schiffe rechtzeitig verlassen.
Dazu braucht man nur ein glückliches Händchen und einen guten Riecher für den richtigen Zeitpunkt.

Und viel viel Ahnungslosigkeit und eine große Nasenklammer um diesen Braten nicht zu riechen.
Ticke Tacke, Ticke Tacke, hoi hoi hoi!

Machopan
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