Kettenraucher

10. September 2004 05:45

Mein lieber Freund

Kettenraucher Wie mir aus Kreisen, die ungenannt bleiben wollen, ganz vertraulich unter der Hand zugeflüstert wurde, soll es ein konspiratives Treffen mit dem Finanzhans, der Gesundheitsulla und dem Superwolli gegeben haben.
Grund? Na was wohl? Thema: Teer und Kohle.

Hans: Also, dass das mit der Kohle aus der Tabaksteuererhöhung nicht klappt, hab ich euch ja gleich gesagt. Auch wenn der Münte gemeint hat, dass die stufenweise Erhöhung keinem Raucher auffällt.

Ulla: Na einen Versuch war es doch wert und was hätten wir denn sonst machen sollen wo uns doch der Stolpe mit der Maut so toll hängen ließ.

Wolli: Jetzt hört doch auf zu jammern. Ich hab da drüber nachgedacht und habe die Lösung. Alles kein Problem. Also passt auf. Wir machen das so. Wir ändern Hartz IV und geben den Langzeitfaulenzern kein Geld mehr, sondern Berechtigungsmarken für Essen, Trinken und Wohnen.

Hans: Und dann, was bringt uns das?

Wolli: Also bei den Berechtigungsmarken, da tun wir auch Marken für Genussmittel bei. Man soll uns ja nicht nachsagen können, dass wir Unmenschen sind. Und bei diese Berechtigungsmarken tun wir auch welche bei für Zigaretten.

Hans: Hört sich gut. Wenn die Langzeitfaulenzer kein Geld kriegen, dann schaffen wir vielleicht sogar noch die Stabilitätskriterien der EU. Dafür könnt ich mich glatt begeistern. Und für die Lebensmittelmarken machen wir einen Kontrakt mit ALDI und LIDL und stunden denen die fällige Steuern auf die Umsätze, dann finanziert sich das von selbst. Das gleiche gilt für Zigaretten und Alkohol.

Ulla: Das mit den Lebensmittelmarken kommt mir bekannt vor, hab ich glaub von meine Mutter mal was von gehört. War irgendwann nach’m Krieg. Aber mach mal weiter, Wolli.

Wolli: Also die Nichtraucher tauschen ihre Zigarettenmarken gegen was anderes. Kaffee oder Benzin oder Schokolade zum Beispiel. Und die Raucher tauschen ihre Essenmarken gegen Zigarettenmarken.

Ulla: Und was ham wir davon? Die werden doch alle krank, da steigen doch die Kosten für die Gesundheit. Wie steh ich denn dann da?

Hans: Mensch Ulla, wie wenn das bei dir noch ne Rolle spielen würde. Aber echt, du schnallst mal wieder mal gar nix. Ich weiß schon worauf der Wolli raus will. Das ist echt super Wolli.

Wolli: Genau. Also passt auf. Ich hab ja noch das Geld mit dem die 1-Euro-Jobs finanziert werden sollen. Das sind, genaue Zahl hab ich jetzt nicht Kopf, so um die 600 Millionen. Damit bezahlen wir die Zigarettenraucher.

Ulla: Wie? Also dat versteh ich jetzt überhaupt nicht mehr! Für was bezahlen wir die Zigarettenraucher?

Wolli: Na für’s Rauchen! Die Tabakkonzerne schaffen, sagen wir mal 4 Millionen 1-Euro-Jobs für Testraucher. Jeder von denen kostet uns als Fulltime-Raucher im Monat 160 Euro; das sind im Jahr etwa 640 Millionen. Jeder von diesen Rauchern pafft am Tag mindestens eine Schachtel weg. Macht im Monat bei regulärer Arbeitszeit ohne Überstunden 20 Schachteln a 5 Euro. Im Jahr sind das 240 Schachteln und 1200 Euro Umsatz für die Tabakindustrie. Bei 4 Millionen Testrauchern sind das – Hans hilf mir mal – du weißt ich hab’s nicht so mit den Zahlen.

Hans: Also dass die Tabaksteuer nach der Mineralölsteuer unsere zweitwichtigste Einnahmequelle ist, das wisst ihr ja. Ein Raucher der pro Tag eine Schachtel qualmt, zahlt im Jahr etwa 600 Euro Tabaksteuer und etwa 150 Euro Mehrwertsteuer. Wenn wir das so machen, wie Wolli sich das ausgedacht hat, dann bringt uns das etwa 2,4 Milliarden Tabaksteuer und 600 Millionen Mehrwertsteuer. Und das bei nur 640 Millionen Kosten für die 1-Euro-Stundenlöhne. Wolli, ich sag’s ja immer – du bist einfach super.

Ulla: Ja schön, das hab jetzt sogar ich verstanden. Aber was ist mit den Gesundheitskosten?

Hans: Gegenfrage, wie hoch ist die Lebenserwartung eines Rauchers der am Tag eine Schachtel Zigaretten raucht und dafür seine Essensmarken eintauscht?

Ulla: Das weiß ich nicht so genau. Auf jeden Fall geringer als das statistische Durchschnittsalter.

Wolli: Eben. Das kommt noch dazu, das hab ich noch gar nicht berücksichtigt.

Hans: Das war mir gleich klar. Die Idee ist echt super, Wolli. Wir haben mit einem Schlag keine Arbeitslosen mehr. Die Tabakindustrie brummt. Unsere Einnahmensituation aus Tabaksteuer und Mehrwertsteuer verbessert sich schlagartig. Und Ulla, last but not least, die Raucher scheiden durch sozialverträgliches Ableben auch noch frühzeitig aus der Pflegeversicherung und der Rentenzahlung aus und entlasten die Kassen.

Ulla: strahlt.

Wolli: Also sind wir uns einig? Dann sagen wir aber nur dem Gerd Bescheid. Und zu Stolpe, dieser Plaudertasche kein Wort, sonst glaubt der er kann die Maut noch mal verschieben.

Hans: OK. Gebont. Und noch eins: Dieses Treffen hat nie stattgefunden. haben wir uns da verstanden?

Ulla: nickt

Wolli: grinst.

Hans: Also dann woll’n mer mal. Ich muss noch mit der grünen Renate reden, damit die uns mit ihrer Currywurststeuer nicht dazwischen kommt. Das hätte uns jetzt gerade noch gefehlt, so kurz vor der Wahl.

So oder ähnlich könnte das Treffen wohl stattgefunden haben.
Auf Anfrage wollte sich aber derzeit keiner der Gesprächspartner zu diesem Thema außern.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Link zum Thema:
Die Tabaksteuer

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Kettenraucher

10. September 2004 05:45

Mein lieber Freund

Kettenraucher Wie mir aus Kreisen, die ungenannt bleiben wollen, ganz vertraulich unter der Hand zugeflüstert wurde, soll es ein konspiratives Treffen mit dem Finanzhans, der Gesundheitsulla und dem Superwolli gegeben haben.
Grund? Na was wohl? Thema: Teer und Kohle.

Hans: Also, dass das mit der Kohle aus der Tabaksteuererhöhung nicht klappt, hab ich euch ja gleich gesagt. Auch wenn der Münte gemeint hat, dass die stufenweise Erhöhung keinem Raucher auffällt.

Ulla: Na einen Versuch war es doch wert und was hätten wir denn sonst machen sollen wo uns doch der Stolpe mit der Maut so toll hängen ließ.

Wolli: Jetzt hört doch auf zu jammern. Ich hab da drüber nachgedacht und habe die Lösung. Alles kein Problem. Also passt auf. Wir machen das so. Wir ändern Hartz IV und geben den Langzeitfaulenzern kein Geld mehr, sondern Berechtigungsmarken für Essen, Trinken und Wohnen.

Hans: Und dann, was bringt uns das?

Wolli: Also bei den Berechtigungsmarken, da tun wir auch Marken für Genussmittel bei. Man soll uns ja nicht nachsagen können, dass wir Unmenschen sind. Und bei diese Berechtigungsmarken tun wir auch welche bei für Zigaretten.

Hans: Hört sich gut. Wenn die Langzeitfaulenzer kein Geld kriegen, dann schaffen wir vielleicht sogar noch die Stabilitätskriterien der EU. Dafür könnt ich mich glatt begeistern. Und für die Lebensmittelmarken machen wir einen Kontrakt mit ALDI und LIDL und stunden denen die fällige Steuern auf die Umsätze, dann finanziert sich das von selbst. Das gleiche gilt für Zigaretten und Alkohol.

Ulla: Das mit den Lebensmittelmarken kommt mir bekannt vor, hab ich glaub von meine Mutter mal was von gehört. War irgendwann nach’m Krieg. Aber mach mal weiter, Wolli.

Wolli: Also die Nichtraucher tauschen ihre Zigarettenmarken gegen was anderes. Kaffee oder Benzin oder Schokolade zum Beispiel. Und die Raucher tauschen ihre Essenmarken gegen Zigarettenmarken.

Ulla: Und was ham wir davon? Die werden doch alle krank, da steigen doch die Kosten für die Gesundheit. Wie steh ich denn dann da?

Hans: Mensch Ulla, wie wenn das bei dir noch ne Rolle spielen würde. Aber echt, du schnallst mal wieder mal gar nix. Ich weiß schon worauf der Wolli raus will. Das ist echt super Wolli.

Wolli: Genau. Also passt auf. Ich hab ja noch das Geld mit dem die 1-Euro-Jobs finanziert werden sollen. Das sind, genaue Zahl hab ich jetzt nicht Kopf, so um die 600 Millionen. Damit bezahlen wir die Zigarettenraucher.

Ulla: Wie? Also dat versteh ich jetzt überhaupt nicht mehr! Für was bezahlen wir die Zigarettenraucher?

Wolli: Na für’s Rauchen! Die Tabakkonzerne schaffen, sagen wir mal 4 Millionen 1-Euro-Jobs für Testraucher. Jeder von denen kostet uns als Fulltime-Raucher im Monat 160 Euro; das sind im Jahr etwa 640 Millionen. Jeder von diesen Rauchern pafft am Tag mindestens eine Schachtel weg. Macht im Monat bei regulärer Arbeitszeit ohne Überstunden 20 Schachteln a 5 Euro. Im Jahr sind das 240 Schachteln und 1200 Euro Umsatz für die Tabakindustrie. Bei 4 Millionen Testrauchern sind das – Hans hilf mir mal – du weißt ich hab’s nicht so mit den Zahlen.

Hans: Also dass die Tabaksteuer nach der Mineralölsteuer unsere zweitwichtigste Einnahmequelle ist, das wisst ihr ja. Ein Raucher der pro Tag eine Schachtel qualmt, zahlt im Jahr etwa 600 Euro Tabaksteuer und etwa 150 Euro Mehrwertsteuer. Wenn wir das so machen, wie Wolli sich das ausgedacht hat, dann bringt uns das etwa 2,4 Milliarden Tabaksteuer und 600 Millionen Mehrwertsteuer. Und das bei nur 640 Millionen Kosten für die 1-Euro-Stundenlöhne. Wolli, ich sag’s ja immer – du bist einfach super.

Ulla: Ja schön, das hab jetzt sogar ich verstanden. Aber was ist mit den Gesundheitskosten?

Hans: Gegenfrage, wie hoch ist die Lebenserwartung eines Rauchers der am Tag eine Schachtel Zigaretten raucht und dafür seine Essensmarken eintauscht?

Ulla: Das weiß ich nicht so genau. Auf jeden Fall geringer als das statistische Durchschnittsalter.

Wolli: Eben. Das kommt noch dazu, das hab ich noch gar nicht berücksichtigt.

Hans: Das war mir gleich klar. Die Idee ist echt super, Wolli. Wir haben mit einem Schlag keine Arbeitslosen mehr. Die Tabakindustrie brummt. Unsere Einnahmensituation aus Tabaksteuer und Mehrwertsteuer verbessert sich schlagartig. Und Ulla, last but not least, die Raucher scheiden durch sozialverträgliches Ableben auch noch frühzeitig aus der Pflegeversicherung und der Rentenzahlung aus und entlasten die Kassen.

Ulla: strahlt.

Wolli: Also sind wir uns einig? Dann sagen wir aber nur dem Gerd Bescheid. Und zu Stolpe, dieser Plaudertasche kein Wort, sonst glaubt der er kann die Maut noch mal verschieben.

Hans: OK. Gebont. Und noch eins: Dieses Treffen hat nie stattgefunden. haben wir uns da verstanden?

Ulla: nickt

Wolli: grinst.

Hans: Also dann woll’n mer mal. Ich muss noch mit der grünen Renate reden, damit die uns mit ihrer Currywurststeuer nicht dazwischen kommt. Das hätte uns jetzt gerade noch gefehlt, so kurz vor der Wahl.

So oder ähnlich könnte das Treffen wohl stattgefunden haben.
Auf Anfrage wollte sich aber derzeit keiner der Gesprächspartner zu diesem Thema außern.

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Die Tabaksteuer

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