Abramakabra

1. März 2007 05:45

Lieber Freund

Dass „einmal umgezogen“ gleichbedeutend mit „zweimal abgebrannt“ ist, weiß der mobile Bürger aus eigener Erfahrung und wundert sich daher nicht, dass dem Bundesnachrichtendienst (BND) beim Umzug einer Dienststelle „gewisse“ Akten abhanden gekommen sind..

Wobei die offizielle Version ja „derzeit nicht auffindbar“ lautet, was aber spätestens seit der Amtszeit von Helmut Kohl als gleichbedeutend mit „rechtzeitig spurlos verschwunden“ interpretiert werden darf.

„Verschwunden“ sind laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ ausgerechnet Protokolle von Vernehmungen des „Terroristen“ Murat Kurnaz durch den US-Geheimdienst CIA aus dem Jahr 2002. Nach Aussagen von BND-Mitarbeitern entlasten diese Protokolle Kurnaz vom Vorwurf ein gefährlicher Islamist zu sein oder Kontakte zu Taliban- oder El-Kaida-Aktivisten unterhalten zu haben. Jedoch erklärte der BND, dass unbekannt sei, wo diese Papiere geblieben sind.

Pause.
LOL.
So ein Zufall!
Einfach „Puff“, „Hex Hex“ und „Abramakabra“ schon sind mehr als zwei Dutzend Vernehmungsniederschriften „derzeit nicht auffindbar“ und stehen somit dem Untersuchungsausschuss zur Prüfung der Frage, welche Erkenntnisse der damaligen Bundesregierung und ihrem Kanzleramtschef Steinmeier im Herbst 2002 über die angebliche Gefährlichkeit von Murnat Kurnaz vorlagen, nicht zur Verfügung.

Da hat der Herr Kurnaz wegen der „derzeit nicht auffindbaren“ Protokolle jetzt halt Pech gehabt und seine Geschichte vom arglosen Besuch einer „Koranschule“ in Pakistan wird wohl in die „Fabeln und Sagen“ unseres Landes eingehen.
Glück gehabt hat aber unser Bundesaußenminister Steinmeier, dass er noch rechtzeitig vor seiner eigenen, in der Sache optimierten, Aussage vor dem Untersuchungsausschuss aus den Medien erfahren konnte, dass diese Vernehmungsprotokolle „rechtzeitig spurlos verschwunden“ sind.

So ein Zufall ;-)
Das ist ja fast wie die wundersame Geschichte um die verschwundene Festplatte von Strauß Junior, die zuerst ihre Daten durch spontanen Virenbefall verloren hat und es anschließend vorzog vor einer näheren Untersuchung durch Spezialisten sich selbst verschwinden zu lassen.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 1. März 2007 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Abramakabra”

  1. Lazarus meint:

    wie heißt es doch so weise ? : Tu’ nichts Gutes, so wird Dir auch nichtd Böses widerfahren ! Für weitere Details s. “Schwarzbuch der BRD” v. Karsten Kriwat

  2. Machopan meint:

    Heute sind ja schon wieder Akten “unauffindbar” und “auf dem Postweg verschollen”.
    Und im Spiegel ist zu lesen:
    Der Grünen-Obmann im Ausschuss, Hans-Christian Ströbele, machte das Bundesinnenministerium für das Fehlen der Akten verantwortlich. Das Ministerium wolle dabei offenbar eine Vorzensur betreiben, um peinliche Angaben geheim zu halten, sagte er.

  3. Machopan meint:

    Heute in der FTD:
    “Vier Wochen lang sind Akten zum Fall des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz nun schon zwischen Bremen und Berlin unterwegs und wollen einfach nicht im BND-Untersuchungsausschuss ankommen. Von so konsequenter Schlamperei kann manche Bananenrepublik etwas lernen.”

    Sowas von bösen, bösen widerspenstigen und versandunwilligen Akten aber auch!

  4. hab ich vergessen meint:

    Das Akten verschwinden ist hier normal,schreibe aus eigener,schlechter Erfahrung.Kotz,Kotz.

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Abramakabra

1. März 2007 05:45

Lieber Freund

Dass „einmal umgezogen“ gleichbedeutend mit „zweimal abgebrannt“ ist, weiß der mobile Bürger aus eigener Erfahrung und wundert sich daher nicht, dass dem Bundesnachrichtendienst (BND) beim Umzug einer Dienststelle „gewisse“ Akten abhanden gekommen sind..

Wobei die offizielle Version ja „derzeit nicht auffindbar“ lautet, was aber spätestens seit der Amtszeit von Helmut Kohl als gleichbedeutend mit „rechtzeitig spurlos verschwunden“ interpretiert werden darf.

„Verschwunden“ sind laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ ausgerechnet Protokolle von Vernehmungen des „Terroristen“ Murat Kurnaz durch den US-Geheimdienst CIA aus dem Jahr 2002. Nach Aussagen von BND-Mitarbeitern entlasten diese Protokolle Kurnaz vom Vorwurf ein gefährlicher Islamist zu sein oder Kontakte zu Taliban- oder El-Kaida-Aktivisten unterhalten zu haben. Jedoch erklärte der BND, dass unbekannt sei, wo diese Papiere geblieben sind.

Pause.
LOL.
So ein Zufall!
Einfach „Puff“, „Hex Hex“ und „Abramakabra“ schon sind mehr als zwei Dutzend Vernehmungsniederschriften „derzeit nicht auffindbar“ und stehen somit dem Untersuchungsausschuss zur Prüfung der Frage, welche Erkenntnisse der damaligen Bundesregierung und ihrem Kanzleramtschef Steinmeier im Herbst 2002 über die angebliche Gefährlichkeit von Murnat Kurnaz vorlagen, nicht zur Verfügung.

Da hat der Herr Kurnaz wegen der „derzeit nicht auffindbaren“ Protokolle jetzt halt Pech gehabt und seine Geschichte vom arglosen Besuch einer „Koranschule“ in Pakistan wird wohl in die „Fabeln und Sagen“ unseres Landes eingehen.
Glück gehabt hat aber unser Bundesaußenminister Steinmeier, dass er noch rechtzeitig vor seiner eigenen, in der Sache optimierten, Aussage vor dem Untersuchungsausschuss aus den Medien erfahren konnte, dass diese Vernehmungsprotokolle „rechtzeitig spurlos verschwunden“ sind.

So ein Zufall ;-)
Das ist ja fast wie die wundersame Geschichte um die verschwundene Festplatte von Strauß Junior, die zuerst ihre Daten durch spontanen Virenbefall verloren hat und es anschließend vorzog vor einer näheren Untersuchung durch Spezialisten sich selbst verschwinden zu lassen.

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  1. Lazarus meint:

    wie heißt es doch so weise ? : Tu’ nichts Gutes, so wird Dir auch nichtd Böses widerfahren ! Für weitere Details s. “Schwarzbuch der BRD” v. Karsten Kriwat

  2. Machopan meint:

    Heute sind ja schon wieder Akten “unauffindbar” und “auf dem Postweg verschollen”.
    Und im Spiegel ist zu lesen:
    Der Grünen-Obmann im Ausschuss, Hans-Christian Ströbele, machte das Bundesinnenministerium für das Fehlen der Akten verantwortlich. Das Ministerium wolle dabei offenbar eine Vorzensur betreiben, um peinliche Angaben geheim zu halten, sagte er.

  3. Machopan meint:

    Heute in der FTD:
    “Vier Wochen lang sind Akten zum Fall des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz nun schon zwischen Bremen und Berlin unterwegs und wollen einfach nicht im BND-Untersuchungsausschuss ankommen. Von so konsequenter Schlamperei kann manche Bananenrepublik etwas lernen.”

    Sowas von bösen, bösen widerspenstigen und versandunwilligen Akten aber auch!

  4. hab ich vergessen meint:

    Das Akten verschwinden ist hier normal,schreibe aus eigener,schlechter Erfahrung.Kotz,Kotz.

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