Schwangerschaftsverhütung

2. März 2007 05:45

Lieber Freund

Seit Oswald Kolle den Sex aus dem Dunkel unter der Bettdecke in deutschen Schlafzimmern in das Scheinwerferlicht der Filmstudios gezerrt hat und mit „Helga“ die erste Geburt in bundesdeutschen Lichtspieltheatern auf die Leinwand brachte, bei der die Männer reihenweise in Ohnmacht fielen, war dem Thema „Schwangerschaftsverhütung ohne Pille“ nur noch in der Fragestunde von Dr. Sommer ein gewisser Unterhaltungswert gegeben.

Jetzt am 21. Februar des Jahres 2007 griff Spiegel-Online das Thema der „natürlichen Empfängnisverhütung“ wieder auf und schrieb, dass „nicht jedes Paar mit Kondomen oder Pille verhüten will“ und es deshalb vorzieht, „die Temperatur zu messen und den Schleim vom Gebärmutterhals zu beobachten“.

Nun bereitet es ja nicht unbedingt jedem Paarungswilligen eine Freude, monatelang den Schleim am Gebärmutterhals zu beobachten, bevor er zum Natursprung ansetzt, auch wenn auf den ersten Blick die zur Beobachtung notwendige Lage, zumindest für den Betrachter, ihre Reize haben könnte.

Doch eigentlich wollte ich jetzt nicht dieses, durchaus interessante, Thema aufgreifen und vertiefen, sondern näher auf die von Spiegel-Online während der „tollen Tage“ empfohlene Schwangerschaftsverhütungsmethode eingehen.

Bei der nach dem Österreicher Knauss und dem Japaner Ogino benannten „Knauss-Ogino“-Methode handelt es sich um die älteste wissenschaftlich fundierte Methode zur Familienplanung. Dabei wird durch monatelange Aufzeichnungen die „Zykluslänge erfasst und der Tag des voraussichtlichen Follikelsprungs berechnet“, was nicht nur PISA-Geschädigten keine reine Freude bereiten dürfte.
Diese Methode zur Verhütung einer Schwangerschaft hat auch den Spitznamen Katholiken-Roulette oder römisches Roulette, da sie sehr unsicher ist, aber von der katholischen Kirche als einzige Methode der Empfängnisverhütung für tolerabel und anwendbar erklärt wurde.

Und so einen Tipp bringt Spiegel-Online ausgerechnet am Aschermittwoch, genau am Ende der tollen Tage.
„Helau und Allaaf, wolle mer ihn reilosse“, wird unter diesen Bedingungen in neun Monaten sicher die Bundesgebärmutter von der Leyen erfreuen und kann nur als närrisch-konzertrierte Aktion des Bundesfamilienministeriums und Spiegel-Online zur Beseitigung der chronischen „Unterjüngung“ unserer Republik verstanden werden.

Entweder Sie versuchen es mit einer Kappe für den Narren oder Sie üben sich in Enthaltsamkeit. Denn Enthaltsamkeit ist immer noch die sicherste Methode zur Schwangerschaftsverhütung, auch wenn viele der bundesdeutschen Narren daran nicht nur während der „tollen Tage“ keinen Gefallen finden können.

Aber Enthaltsamkeit für Narren ist immer noch besser, als später wegen einer schwachen Minute zum Depp gemacht zu werden und entweder zur eierlegenden Wollmichsau in der reitbaren Version zu mutieren oder wegen einem widerrechtlich untersuchten Kaugummi eines Kleinkindes wie ein Verbrecher behandelt zu werden.

Also immer schön artig bleiben und „bis die Tage“!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. März 2007 um 05:45:37 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Schwangerschaftsverhütung”

  1. pathologe meint:

    Ist momentan nicht sowieso Fastenzeit? Bedeutet das nicht auch Verzicht auf fleischliche Genüsse? Da muss Frau von der eben noch 40 Tage länger leyden.

  2. Machopan meint:

    War jetzt nicht erst gerade Rammeldan?

  3. mitdenker meint:

    Während der täglichen Fastenzeit ist untersagt:
    Nahrungsaufnahme
    Trinken
    Geschlechtsverkehr
    Rauchen
    Diese Tätigkeiten sind aber zwischen Sonnenuntergang und kurz vor Beginn der Morgendämmerung erlaubt.
    (Oha, deshalb sind meine Nachbarn in dieser Zeit immer so aktiv…)
    Davon ausgenommen sind:
    - sowohl physisch als auch psychisch Kranke

    Deshalb wird auch im Deutschen Bundestag (trotz der heftigen medienwirksamen Debatten) von vielen
    dort einsitzenden eben geraucht.
    These eins: Der Bundestag ist kein öffentliches Gebäude
    These zwei: dort ist immer Sonnenuntergang
    These drei: es gelten aus nachgewiesenen Gründen die oben genannte Ausnahme
    These vier: der Spruch mit dem Wasser und dem Wein stimmt
    These fünf: das mit der gewissen religiösen Bindung ist wie bei den alten Päpsten nur eine Verarsche fürs tumpe Volk

    Meine unmassgebliche Meinung: macht’s doch, wie ihr wollt…

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Schwangerschaftsverhütung

2. März 2007 05:45

Lieber Freund

Seit Oswald Kolle den Sex aus dem Dunkel unter der Bettdecke in deutschen Schlafzimmern in das Scheinwerferlicht der Filmstudios gezerrt hat und mit „Helga“ die erste Geburt in bundesdeutschen Lichtspieltheatern auf die Leinwand brachte, bei der die Männer reihenweise in Ohnmacht fielen, war dem Thema „Schwangerschaftsverhütung ohne Pille“ nur noch in der Fragestunde von Dr. Sommer ein gewisser Unterhaltungswert gegeben.

Jetzt am 21. Februar des Jahres 2007 griff Spiegel-Online das Thema der „natürlichen Empfängnisverhütung“ wieder auf und schrieb, dass „nicht jedes Paar mit Kondomen oder Pille verhüten will“ und es deshalb vorzieht, „die Temperatur zu messen und den Schleim vom Gebärmutterhals zu beobachten“.

Nun bereitet es ja nicht unbedingt jedem Paarungswilligen eine Freude, monatelang den Schleim am Gebärmutterhals zu beobachten, bevor er zum Natursprung ansetzt, auch wenn auf den ersten Blick die zur Beobachtung notwendige Lage, zumindest für den Betrachter, ihre Reize haben könnte.

Doch eigentlich wollte ich jetzt nicht dieses, durchaus interessante, Thema aufgreifen und vertiefen, sondern näher auf die von Spiegel-Online während der „tollen Tage“ empfohlene Schwangerschaftsverhütungsmethode eingehen.

Bei der nach dem Österreicher Knauss und dem Japaner Ogino benannten „Knauss-Ogino“-Methode handelt es sich um die älteste wissenschaftlich fundierte Methode zur Familienplanung. Dabei wird durch monatelange Aufzeichnungen die „Zykluslänge erfasst und der Tag des voraussichtlichen Follikelsprungs berechnet“, was nicht nur PISA-Geschädigten keine reine Freude bereiten dürfte.
Diese Methode zur Verhütung einer Schwangerschaft hat auch den Spitznamen Katholiken-Roulette oder römisches Roulette, da sie sehr unsicher ist, aber von der katholischen Kirche als einzige Methode der Empfängnisverhütung für tolerabel und anwendbar erklärt wurde.

Und so einen Tipp bringt Spiegel-Online ausgerechnet am Aschermittwoch, genau am Ende der tollen Tage.
„Helau und Allaaf, wolle mer ihn reilosse“, wird unter diesen Bedingungen in neun Monaten sicher die Bundesgebärmutter von der Leyen erfreuen und kann nur als närrisch-konzertrierte Aktion des Bundesfamilienministeriums und Spiegel-Online zur Beseitigung der chronischen „Unterjüngung“ unserer Republik verstanden werden.

Entweder Sie versuchen es mit einer Kappe für den Narren oder Sie üben sich in Enthaltsamkeit. Denn Enthaltsamkeit ist immer noch die sicherste Methode zur Schwangerschaftsverhütung, auch wenn viele der bundesdeutschen Narren daran nicht nur während der „tollen Tage“ keinen Gefallen finden können.

Aber Enthaltsamkeit für Narren ist immer noch besser, als später wegen einer schwachen Minute zum Depp gemacht zu werden und entweder zur eierlegenden Wollmichsau in der reitbaren Version zu mutieren oder wegen einem widerrechtlich untersuchten Kaugummi eines Kleinkindes wie ein Verbrecher behandelt zu werden.

Also immer schön artig bleiben und „bis die Tage“!

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. März 2007 um 05:45:37 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Schwangerschaftsverhütung”

  1. pathologe meint:

    Ist momentan nicht sowieso Fastenzeit? Bedeutet das nicht auch Verzicht auf fleischliche Genüsse? Da muss Frau von der eben noch 40 Tage länger leyden.

  2. Machopan meint:

    War jetzt nicht erst gerade Rammeldan?

  3. mitdenker meint:

    Während der täglichen Fastenzeit ist untersagt:
    Nahrungsaufnahme
    Trinken
    Geschlechtsverkehr
    Rauchen
    Diese Tätigkeiten sind aber zwischen Sonnenuntergang und kurz vor Beginn der Morgendämmerung erlaubt.
    (Oha, deshalb sind meine Nachbarn in dieser Zeit immer so aktiv…)
    Davon ausgenommen sind:
    - sowohl physisch als auch psychisch Kranke

    Deshalb wird auch im Deutschen Bundestag (trotz der heftigen medienwirksamen Debatten) von vielen
    dort einsitzenden eben geraucht.
    These eins: Der Bundestag ist kein öffentliches Gebäude
    These zwei: dort ist immer Sonnenuntergang
    These drei: es gelten aus nachgewiesenen Gründen die oben genannte Ausnahme
    These vier: der Spruch mit dem Wasser und dem Wein stimmt
    These fünf: das mit der gewissen religiösen Bindung ist wie bei den alten Päpsten nur eine Verarsche fürs tumpe Volk

    Meine unmassgebliche Meinung: macht’s doch, wie ihr wollt…

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