Gigaliner

6. März 2007 05:45

Lieber Freund

Haben Sie schon mal einen Gigaliner gesehen?
Nein?
Dann sind Sie nicht allein, denn Gigaliner sind (noch) sehr selten und außerdem nachtaktiv. Aber so langsam beginnen sie ihre Scheu abzulegen und arbeiten gerade an einer PR-Kampagne, mit der sie mit einem positivem Image an das Tageslicht und in die Öffentlichkeit treten wollen, denn Gigalinern gehört die Zukunft.

Um sich einen ersten Eindruck von einem Gigaliner zu verschaffen und einen 1A-Blick auf einen Gigaliner zu erhaschen, müssen Sie sich nachts an der A1 zwischen Duisburg und Meppen auf die Lauer legen.
Sie brauchen gar nicht wissen auf was sie warten, denn wenn Sie einen Gigaliner sehen, dann wissen Sie gleich dass es einer ist. Von der Schnauze bis zum Schwanz ist das Ding 25 Meter lang und kann ein Gewicht bis zu 60 Tonnen auf die Waage bringen.
Ein echter Saurier in freier Wildbahn!
Sowas konnten Sie bisher noch nicht einmal im Museum sehen, denn dieses Monster ist noch jung an Jahren und erst in einer sehr späten Phase der menschlichen Evolutionsgeschichte aus dem Ei gekrochen.

Die kleineren Urahnen dieses Monsters haben Sie sicher schon mal in freier Wildbahn bestaunt, wenn sie stundenlang mit einander spielen und nebeneinander her rennen, oder das tun was sie für „rennen“ halten.
Sie können sich dann solange den Hintern dieser Dinger angucken und selbst zum Tier werden, während Sie sich Gedanken über die Anatomie und die Größe des Geschlechtsteils dieser Spezies vor Ihnen machen können, denn meist haben die am Hinterteil ein Schild drauf „Meiner ist 16 Meter lang“ und außerdem ist bei dem Ding das Arschloch vorne.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wollen irgendwo hin und plötzlich haben Sie so einen Reisenarsch vor sich und auf dem Schild steht „meiner ist 25 Meter lang“.
Das sollten Sie wirklich nicht so einfach auf die leichte Schulter nehmen, denn Ihrer ist sicher nicht länger als 5 Meter. Eher kürzer!
Und diese Dinger treten meist im Rudel auf.
Und da werden Sie zwangläufig den Kürzeren ziehen.

Vor allem wenn diese Monster nicht nur in der Nacht, sondern zukünftig auch bei Tag zum Spielen raus dürfen.
Ja, Sie haben richtig gelesen, die Gigaliner dürfen noch nicht raus wann sie wollen. Denn dazu brauchen sie noch eine bundesweite behördliche Genehmigung des dafür zuständigen Ministeriums, und bevor es die gibt, laufen jetzt erst mal die Feldversuche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und BaWü.
Um die Gigaliner so richtig auf Trab und unter die Leute zu bringen ist der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche von der FDP schon mal vorgeprescht und hat die Monster zum Verkehr freigegeben. Offiziell um „größere“ Karosserieteile von Wolfsburg nach Emden zu transportieren, inoffiziell wird aber gemunkelt, dass die Bundespartei diese Monster im Rahmen der Machtergreifung in Berlin einsetzen möchte, nachdem das „Spassmobil“ von Guido nicht die erwartete Wirkung gezeigt hatte.
„Andere Bundesländer wollen dagegen erst die Ergebnisse eines Gutachtens der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) abwarten, das zur Zeit vom Bundesverkehrsministerium ausgewertet werde“, schreibt die Financial Times Deutschland

Noch gebe es eine gewisse „Scheu“ vor den 25 Meter langen 60-Tonnern mit einem Volumen von 150 Kubikmetern und deren gewichtigen Auswirkungen.
Aber da es schließlich auch für den Amtsschimmel von Lobbyisten bezahlbare „Scheuklappen“ gibt, werden die Monster wohl bald unter einem „wohlklingenden“ Namen wie „EcoCombi“ oder „Eurocombi“ auf die Menschheit losgelassen werden.

Apropos „Euro“!
Es wäre sicher nicht verkehrt, wenn neben dem Verkehrsministerium auch noch das Finanzministerium einen Blick auf die Zulassung der Gigaliner, mit einem Fassungsvermögen von zwei herkömmlichen Lastwagen, werfen würde.
Nur damit nicht hinterher wieder das Geschrei nach der Gegenfinanzierung der fehlenden Mauteinnahmen losgeht und das Gejammer über die von den „Dicken“ mit dem „Langen“ angerichteten Flurschäden von den „Kleinen“ mit dem „Kurzen“ bezahlt werden dürfen.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 6. März 2007 um 05:45:03 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Gigaliner”

  1. Hab ich vergessen meint:

    Pardon, Umwelt und Lebensgrundlagenzerstörungsprogramm
    Frage zur Gegenfinanzierung,wer finanziert eigentlich die nicht geeigneten Brücken,die nicht geeigneten Strassen,natürlich wir Trampel.

  2. Machopan meint:

    Natürlich werden die Schäden, die derartige Schwergewichte an Brücken und Straßen verursachen, von den Kleinen mit den Kurzen bezahlt werden, denn die haben keine Lobby und lassen sich abzocken ohne Ende.

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Gigaliner

6. März 2007 05:45

Lieber Freund

Haben Sie schon mal einen Gigaliner gesehen?
Nein?
Dann sind Sie nicht allein, denn Gigaliner sind (noch) sehr selten und außerdem nachtaktiv. Aber so langsam beginnen sie ihre Scheu abzulegen und arbeiten gerade an einer PR-Kampagne, mit der sie mit einem positivem Image an das Tageslicht und in die Öffentlichkeit treten wollen, denn Gigalinern gehört die Zukunft.

Um sich einen ersten Eindruck von einem Gigaliner zu verschaffen und einen 1A-Blick auf einen Gigaliner zu erhaschen, müssen Sie sich nachts an der A1 zwischen Duisburg und Meppen auf die Lauer legen.
Sie brauchen gar nicht wissen auf was sie warten, denn wenn Sie einen Gigaliner sehen, dann wissen Sie gleich dass es einer ist. Von der Schnauze bis zum Schwanz ist das Ding 25 Meter lang und kann ein Gewicht bis zu 60 Tonnen auf die Waage bringen.
Ein echter Saurier in freier Wildbahn!
Sowas konnten Sie bisher noch nicht einmal im Museum sehen, denn dieses Monster ist noch jung an Jahren und erst in einer sehr späten Phase der menschlichen Evolutionsgeschichte aus dem Ei gekrochen.

Die kleineren Urahnen dieses Monsters haben Sie sicher schon mal in freier Wildbahn bestaunt, wenn sie stundenlang mit einander spielen und nebeneinander her rennen, oder das tun was sie für „rennen“ halten.
Sie können sich dann solange den Hintern dieser Dinger angucken und selbst zum Tier werden, während Sie sich Gedanken über die Anatomie und die Größe des Geschlechtsteils dieser Spezies vor Ihnen machen können, denn meist haben die am Hinterteil ein Schild drauf „Meiner ist 16 Meter lang“ und außerdem ist bei dem Ding das Arschloch vorne.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wollen irgendwo hin und plötzlich haben Sie so einen Reisenarsch vor sich und auf dem Schild steht „meiner ist 25 Meter lang“.
Das sollten Sie wirklich nicht so einfach auf die leichte Schulter nehmen, denn Ihrer ist sicher nicht länger als 5 Meter. Eher kürzer!
Und diese Dinger treten meist im Rudel auf.
Und da werden Sie zwangläufig den Kürzeren ziehen.

Vor allem wenn diese Monster nicht nur in der Nacht, sondern zukünftig auch bei Tag zum Spielen raus dürfen.
Ja, Sie haben richtig gelesen, die Gigaliner dürfen noch nicht raus wann sie wollen. Denn dazu brauchen sie noch eine bundesweite behördliche Genehmigung des dafür zuständigen Ministeriums, und bevor es die gibt, laufen jetzt erst mal die Feldversuche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und BaWü.
Um die Gigaliner so richtig auf Trab und unter die Leute zu bringen ist der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche von der FDP schon mal vorgeprescht und hat die Monster zum Verkehr freigegeben. Offiziell um „größere“ Karosserieteile von Wolfsburg nach Emden zu transportieren, inoffiziell wird aber gemunkelt, dass die Bundespartei diese Monster im Rahmen der Machtergreifung in Berlin einsetzen möchte, nachdem das „Spassmobil“ von Guido nicht die erwartete Wirkung gezeigt hatte.
„Andere Bundesländer wollen dagegen erst die Ergebnisse eines Gutachtens der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) abwarten, das zur Zeit vom Bundesverkehrsministerium ausgewertet werde“, schreibt die Financial Times Deutschland

Noch gebe es eine gewisse „Scheu“ vor den 25 Meter langen 60-Tonnern mit einem Volumen von 150 Kubikmetern und deren gewichtigen Auswirkungen.
Aber da es schließlich auch für den Amtsschimmel von Lobbyisten bezahlbare „Scheuklappen“ gibt, werden die Monster wohl bald unter einem „wohlklingenden“ Namen wie „EcoCombi“ oder „Eurocombi“ auf die Menschheit losgelassen werden.

Apropos „Euro“!
Es wäre sicher nicht verkehrt, wenn neben dem Verkehrsministerium auch noch das Finanzministerium einen Blick auf die Zulassung der Gigaliner, mit einem Fassungsvermögen von zwei herkömmlichen Lastwagen, werfen würde.
Nur damit nicht hinterher wieder das Geschrei nach der Gegenfinanzierung der fehlenden Mauteinnahmen losgeht und das Gejammer über die von den „Dicken“ mit dem „Langen“ angerichteten Flurschäden von den „Kleinen“ mit dem „Kurzen“ bezahlt werden dürfen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 6. März 2007 um 05:45:03 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Gigaliner”

  1. Hab ich vergessen meint:

    Pardon, Umwelt und Lebensgrundlagenzerstörungsprogramm
    Frage zur Gegenfinanzierung,wer finanziert eigentlich die nicht geeigneten Brücken,die nicht geeigneten Strassen,natürlich wir Trampel.

  2. Machopan meint:

    Natürlich werden die Schäden, die derartige Schwergewichte an Brücken und Straßen verursachen, von den Kleinen mit den Kurzen bezahlt werden, denn die haben keine Lobby und lassen sich abzocken ohne Ende.

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