Jesus Maria und Josef!

9. März 2007 05:45

Lieber Freund

Es gibt Geschichten, die sind fast so alt wie die Menschheit und werden von Generation zu Generation weiter erzählt. Irgend jemand kommt dann mal auf die Idee diese Geschichten aufzuschreiben, zu sammeln und zu dokumentieren. Auf diese, oder ähnliche Weise sind die „Deutschen Märchen“ und die „Deutschen Sagen“ entstanden und täglich entstehen neue.
Das Märchen von der „Reform des Gesundheitswesens“ ebenso wie die Sage vom „Überleben mit Hartz IV“, auch wenn jetzt manche sagen, dass die Sage vom „Überleben mit Hartz IV“ gar keine Sage ist. Doch die meisten die das sagen, kennen es selbst nur vom Hörensagen.

Irgendwann, wenn genug Menschen die Geschichte kennen, kommt jemand auf die Idee, dass die Story eigentlich filmreif ist und entsprechend aufgemotzt sicher als ganz großer Erfolg in die Filmgeschichte eingehen und seinen Schöpfer berühmt und reich machen wird.

Das beste Beispiel ist die Bibel.
Das sind Sammlungen religiöser Schriften und redaktionelle Zusammenstellungen aus dem Bereich des „Nahen Ostens“ und des „Vorderen Orients“.
Für Juden und Christen enthalten diese „heiligen“ Schriftsammlungen das „Wort Gottes“ und sind wesentlicher Bestandteil ihres Glaubens.
Auch der Islam erkennt prinzipiell die ganze Bibel und mit ihr seine beiden Vorgängerreligionen als gültiges, wenn auch von Menschen teilweise verfälschtes Offenbarungszeugnis Allahs an. © Wikipedia.

Aber jetzt ist es Wissenschaftlern offenbar gelungen die Wahrheit über Jesus ans Licht zu zerren und im Rahmen einer Filmproduktion den Nachweis zu führen, dass Jesus nicht nur kein Single war, sondern sogar Familienvater und einen Sohn hatte.
Schon in den achtziger Jahren waren in einer Höhle in Jerusalem zehn 2000 Jahre alte Sarkophage gefunden worden. Der SÜDKURIER meldet nun am 26. Februar im Jahre des Herrn 2007 auf Seite 3, dass es jetzt gelungen sei, bei sechs der Sarkophage die in den Deckel eingemeißelten Namen zu entziffern:

  • Jesua bar Josef (Jesus Sohn des Josef)
  • Maria
  • Maria (wohl Maria Magdalena)
  • Matia (Matthäus)
  • Jofa (Josef, identifiziert als Jesus Bruder)
  • Jehuda bar Jesua (Jehuda Sohn des Jesus?)

Mich persönlich überrascht das nun nicht wirklich, denn mir kam die Sache mit der „unbefleckten jungfräulichen Empfängnis“ seiner Mutter Maria schon immer etwas suspekt vor. Und warum ihr redegewandter, attraktiver und intelligenter Sohn Jesus der holden Weiblichkeit gänzlich entsagt haben soll, könnte sich vielleicht das Guido erklären oder der Papst. Aber den Papst gab es vor 2000 Jahren noch gar nicht.Und weil sich die Geschichte mit der Wiederauferstehung sicher ähnlich gut verfilmen lässt wie der Untergang der Titanic, haben die Filmemacher ihre sensationellen „Beweise“ nun bei einer Pressekonferenz vorgelegt.
Die Jungs sind in der Szene keine Unbekannten, denn Produzent Simcha Jacobovici ist zweifacher Emmy-Preisträger und Regisseur James Cameron hat 1997 schon die Titanic sauber auf Grund und Leonardo di Caprio hervorragend in Szene gesetzt.
Allerdings ist der filmisch aus seinem feuchten Grab bis heute noch nicht wieder auferstanden.

Das ist auch nicht so wichtig, denn wenn in den Sarkophagen wirklich die Gebeine von Jesus und seiner „Familie“ ihre letzte Ruhestätte fanden – dann werden sich wohl einige Religionsgemeinschaften nach einem neuen Geschäftsmodell umsehen müssen.
Es muss ja nicht gleich der Atheismus sein, aber angesichts der demographischen Entwicklung in unserem Lande könnte man die Sache mit der „unbefleckten Empfängnis“ schon mal in den Schulplänen für den Biologieunterricht an Grund- und Hauptschulen richtig stellen.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 9. März 2007 um 05:45:47 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Jesus Maria und Josef!”

  1. Seraja Ten meint:

    Hehehe

    Ich kann dir nur empfehlen bei Gelegenheit mal “Die Bibel nach Biff” zu lesen. Eine sehr amüsante Phantasterei über die 30 Jahre, in denen Jesus zwar lebte, die in der Bibel jedoch kaum/keine Erwähnung finden.

  2. André Zechbauer meint:

    Mit genau dieser Begeisterung hat man mir das Buch auch empfohlen. Ich muss ehrlich sagen, ich komme beim besten Willen nicht weiter als bis Seite 175. Da fehlen mir dann noch so 400 Seiten, aber so amüsant die Idee und auch der Anfang des Buches waren, es wird zunehmend langweiliger - und ein Buch, das mich nicht fesselt, lese ich nicht zu Ende.

  3. Seraja Ten meint:

    Es gibt ja keinen Lesebefehl ;)
    Ich habs jedenfalls verschlungen und genossen.

  4. Mara Hard meint:

    Der Roman “Ein Mann namens Jesus” von Gerald Messadie endet mit der Heirat Jesus. Das Buch ist lesenswert! Doch so manchem Christen werden sich bei dieser Lektüre, so bin ich sicher, die Haare sträuben.
    Keine Auferstehung, keine Himmelfahrt…was machen die wahren Christen nun mit all der Sündenlast, Erbsünde, Beichte usw…
    Es ist ein Grab da mit der Jesusfamilie, das wird der Vatikan schnell verwerfen - und für Christen wäre ein Film darüber hinaus wahrscheinlich Teufelswerk.
    Freuen wir uns einfach, dass es so einen wundervollen Menschen wie Jesus gab, vergessen nicht, das er viel Gutes für die Menschen seiner Zeit getan hat und heute noch von vielen Menschen und nicht nur Christen hochgeachtet wird.

    Wenn das traurige Kreuzigungsdrama nur zur Rettung der Menschheit diente, muss was schiefgelaufen sein. Ach ja, da war ja sowas wie Erbsünde im Spiel! Träumt weiter liebe Mitmenschen…

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Jesus Maria und Josef!

9. März 2007 05:45

Lieber Freund

Es gibt Geschichten, die sind fast so alt wie die Menschheit und werden von Generation zu Generation weiter erzählt. Irgend jemand kommt dann mal auf die Idee diese Geschichten aufzuschreiben, zu sammeln und zu dokumentieren. Auf diese, oder ähnliche Weise sind die „Deutschen Märchen“ und die „Deutschen Sagen“ entstanden und täglich entstehen neue.
Das Märchen von der „Reform des Gesundheitswesens“ ebenso wie die Sage vom „Überleben mit Hartz IV“, auch wenn jetzt manche sagen, dass die Sage vom „Überleben mit Hartz IV“ gar keine Sage ist. Doch die meisten die das sagen, kennen es selbst nur vom Hörensagen.

Irgendwann, wenn genug Menschen die Geschichte kennen, kommt jemand auf die Idee, dass die Story eigentlich filmreif ist und entsprechend aufgemotzt sicher als ganz großer Erfolg in die Filmgeschichte eingehen und seinen Schöpfer berühmt und reich machen wird.

Das beste Beispiel ist die Bibel.
Das sind Sammlungen religiöser Schriften und redaktionelle Zusammenstellungen aus dem Bereich des „Nahen Ostens“ und des „Vorderen Orients“.
Für Juden und Christen enthalten diese „heiligen“ Schriftsammlungen das „Wort Gottes“ und sind wesentlicher Bestandteil ihres Glaubens.
Auch der Islam erkennt prinzipiell die ganze Bibel und mit ihr seine beiden Vorgängerreligionen als gültiges, wenn auch von Menschen teilweise verfälschtes Offenbarungszeugnis Allahs an. © Wikipedia.

Aber jetzt ist es Wissenschaftlern offenbar gelungen die Wahrheit über Jesus ans Licht zu zerren und im Rahmen einer Filmproduktion den Nachweis zu führen, dass Jesus nicht nur kein Single war, sondern sogar Familienvater und einen Sohn hatte.
Schon in den achtziger Jahren waren in einer Höhle in Jerusalem zehn 2000 Jahre alte Sarkophage gefunden worden. Der SÜDKURIER meldet nun am 26. Februar im Jahre des Herrn 2007 auf Seite 3, dass es jetzt gelungen sei, bei sechs der Sarkophage die in den Deckel eingemeißelten Namen zu entziffern:

  • Jesua bar Josef (Jesus Sohn des Josef)
  • Maria
  • Maria (wohl Maria Magdalena)
  • Matia (Matthäus)
  • Jofa (Josef, identifiziert als Jesus Bruder)
  • Jehuda bar Jesua (Jehuda Sohn des Jesus?)

Mich persönlich überrascht das nun nicht wirklich, denn mir kam die Sache mit der „unbefleckten jungfräulichen Empfängnis“ seiner Mutter Maria schon immer etwas suspekt vor. Und warum ihr redegewandter, attraktiver und intelligenter Sohn Jesus der holden Weiblichkeit gänzlich entsagt haben soll, könnte sich vielleicht das Guido erklären oder der Papst. Aber den Papst gab es vor 2000 Jahren noch gar nicht.Und weil sich die Geschichte mit der Wiederauferstehung sicher ähnlich gut verfilmen lässt wie der Untergang der Titanic, haben die Filmemacher ihre sensationellen „Beweise“ nun bei einer Pressekonferenz vorgelegt.
Die Jungs sind in der Szene keine Unbekannten, denn Produzent Simcha Jacobovici ist zweifacher Emmy-Preisträger und Regisseur James Cameron hat 1997 schon die Titanic sauber auf Grund und Leonardo di Caprio hervorragend in Szene gesetzt.
Allerdings ist der filmisch aus seinem feuchten Grab bis heute noch nicht wieder auferstanden.

Das ist auch nicht so wichtig, denn wenn in den Sarkophagen wirklich die Gebeine von Jesus und seiner „Familie“ ihre letzte Ruhestätte fanden – dann werden sich wohl einige Religionsgemeinschaften nach einem neuen Geschäftsmodell umsehen müssen.
Es muss ja nicht gleich der Atheismus sein, aber angesichts der demographischen Entwicklung in unserem Lande könnte man die Sache mit der „unbefleckten Empfängnis“ schon mal in den Schulplänen für den Biologieunterricht an Grund- und Hauptschulen richtig stellen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 9. März 2007 um 05:45:47 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Jesus Maria und Josef!”

  1. Seraja Ten meint:

    Hehehe

    Ich kann dir nur empfehlen bei Gelegenheit mal “Die Bibel nach Biff” zu lesen. Eine sehr amüsante Phantasterei über die 30 Jahre, in denen Jesus zwar lebte, die in der Bibel jedoch kaum/keine Erwähnung finden.

  2. André Zechbauer meint:

    Mit genau dieser Begeisterung hat man mir das Buch auch empfohlen. Ich muss ehrlich sagen, ich komme beim besten Willen nicht weiter als bis Seite 175. Da fehlen mir dann noch so 400 Seiten, aber so amüsant die Idee und auch der Anfang des Buches waren, es wird zunehmend langweiliger - und ein Buch, das mich nicht fesselt, lese ich nicht zu Ende.

  3. Seraja Ten meint:

    Es gibt ja keinen Lesebefehl ;)
    Ich habs jedenfalls verschlungen und genossen.

  4. Mara Hard meint:

    Der Roman “Ein Mann namens Jesus” von Gerald Messadie endet mit der Heirat Jesus. Das Buch ist lesenswert! Doch so manchem Christen werden sich bei dieser Lektüre, so bin ich sicher, die Haare sträuben.
    Keine Auferstehung, keine Himmelfahrt…was machen die wahren Christen nun mit all der Sündenlast, Erbsünde, Beichte usw…
    Es ist ein Grab da mit der Jesusfamilie, das wird der Vatikan schnell verwerfen - und für Christen wäre ein Film darüber hinaus wahrscheinlich Teufelswerk.
    Freuen wir uns einfach, dass es so einen wundervollen Menschen wie Jesus gab, vergessen nicht, das er viel Gutes für die Menschen seiner Zeit getan hat und heute noch von vielen Menschen und nicht nur Christen hochgeachtet wird.

    Wenn das traurige Kreuzigungsdrama nur zur Rettung der Menschheit diente, muss was schiefgelaufen sein. Ach ja, da war ja sowas wie Erbsünde im Spiel! Träumt weiter liebe Mitmenschen…

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